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| | Den eigentlichen Grundstein für eine Salzburger Universität legte Fürsterzbischof [[Markus Sittikus von Hohenems|Markus Sittikus Graf von Hohenems]] (1612 – 1619), dem es gelang, den [[Benediktinerorden]] für das Universitätsprojekt zu gewinnen. Nach langen Überlegungen, zahlreichen Vorschlägen und Forderungen wurde am [[20. September]] [[1617]] das „''1. Fundationsinstrument''“ von Fürsterzbischof Markus Sittikus, dem [[Salzburger Domkapitel]] und vom [[Äbte von St. Peter|Abt]] und Konvent des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Erzstifts St. Peter]] unterschrieben. In dieser Urkunde war als erster Schritt auf dem Weg zur Universität die Eröffnung eines [[Geschichte des Benediktiner-, Staats- und Akademischen Gymnasiums|Gymnasiums]] am [[6. November]] [[1617]] vorgesehen. | | Den eigentlichen Grundstein für eine Salzburger Universität legte Fürsterzbischof [[Markus Sittikus von Hohenems|Markus Sittikus Graf von Hohenems]] (1612 – 1619), dem es gelang, den [[Benediktinerorden]] für das Universitätsprojekt zu gewinnen. Nach langen Überlegungen, zahlreichen Vorschlägen und Forderungen wurde am [[20. September]] [[1617]] das „''1. Fundationsinstrument''“ von Fürsterzbischof Markus Sittikus, dem [[Salzburger Domkapitel]] und vom [[Äbte von St. Peter|Abt]] und Konvent des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Erzstifts St. Peter]] unterschrieben. In dieser Urkunde war als erster Schritt auf dem Weg zur Universität die Eröffnung eines [[Geschichte des Benediktiner-, Staats- und Akademischen Gymnasiums|Gymnasiums]] am [[6. November]] [[1617]] vorgesehen. |
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| − | Durch einen länderübergreifenden Zusammenschluss von 33 süddeutschen Benediktinerklöstern zu einer sogenannten [[Österreichische Benediktinerkongregation|Benediktinerkonföderation]]<ref>''Die Universität wurde von 33 konföderierten süddeutschen Benediktinerklöstern gegründet und betrieben''. In: Peter Putzer: ''Die Alma Mater Benedictina als Barockphänomen''. Zur Geschichte der Salzburger Benediktineruniversität. In: Barocker Geist und Raum. Die Salzburger Benediktineruniversität, hrsg. von Christian Rohr, Salzburg 2003, S. 34.</ref> und durch den Abschluss des „2. Fundationsinstruments“ konnte am [[6. September]] [[1619]] an den schrittweisen Ausbau des Gymnasiums zu einer Volluniversität gedacht werden. Voraussetzung hierfür waren allerdings die Schaffung einer wirtschaftlichen Basis für die künftige Salzburger Universität sowie der Erwerb der notwendigen Universitätsprivilegien von Kaiser und Papst. | + | Durch einen länderübergreifenden Zusammenschluss von 33 süddeutschen Benediktinerklöstern zu einer sogenannten [[Österreichische Benediktinerkongregation|Benediktinerkonföderation]]<ref>''Die Universität wurde von 33 konföderierten süddeutschen Benediktinerklöstern gegründet und betrieben''. In: Peter Putzer: ''Die Alma Mater Benedictina als Barockphänomen''. Zur Geschichte der Salzburger Benediktineruniversität. In: Barocker Geist und Raum. Die Salzburger Benediktineruniversität, hrsg. von Christian Rohr, Salzburg 2003, S. 34.</ref> und durch den Abschluss des „''2. Fundationsinstruments''“ konnte am [[6. September]] [[1619]] an den schrittweisen Ausbau des Gymnasiums zu einer Volluniversität gedacht werden. Voraussetzung hierfür waren allerdings die Schaffung einer wirtschaftlichen Basis für die künftige Salzburger Universität sowie der Erwerb der notwendigen Universitätsprivilegien von Kaiser und Papst. |
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| − | Diese Erfordernisse realisierte Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron|Paris Reichsgraf von Lodron]] (1621 - 1653), der die Aufbringung eines erheblichen Stiftungskapitals zusagte und sich um die Erlangung zunächst der kaiserlichen und dann der päpstlichen Privilegien bemühte. Die mit [[9. März]] [[1620]] datierten kaiserlichen Privilegien langten am [[4. Juni]] [[1621]] in [[Salzburg]] ein und beinhalteten nur das Recht der Verleihung von akademischen Graden bis zum Magisterium und dies auch nur in den „freien Künsten und philosophischen Studien“. Paris Lodron lehnte diese Einschränkungen jedoch entschieden ab und forderte die Gewährung der Privilegien "in amplissima forma" und für alle Fakultäten. Tatsächlich trafen am [[4. Oktober]] [[1622]] verbesserte kaiserliche Privilegien in Salzburg ein, die auf das ursprüngliche Ausstellungsdatum 9. März 1620 rückdatiert waren. Die päpstlichen Privilegien wurden erst einige Jahre später – am [[17. Dezember]] [[1625]] – ausgestellt. Somit kommen als Gründungsjahre der Salzburger Universität sowohl 1620 als auch 1622 als auch 1625 in Betracht. | + | Diese Erfordernisse realisierte Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron|Paris Reichsgraf von Lodron]] (1621 - 1653), der die Aufbringung eines erheblichen Stiftungskapitals zusagte und sich um die Erlangung zunächst der kaiserlichen und dann der päpstlichen Privilegien bemühte. Die mit [[9. März]] [[1620]] datierten kaiserlichen Privilegien langten am [[4. Juni]] [[1621]] in [[Salzburg]] ein und beinhalteten nur das Recht der Verleihung von akademischen Graden bis zum Magisterium und dies auch nur in den „freien Künsten und philosophischen Studien“. Paris Lodron lehnte diese Einschränkungen jedoch entschieden ab und forderte die Gewährung der Privilegien „in amplissima forma“ und für alle Fakultäten. Tatsächlich trafen am [[4. Oktober]] [[1622]] verbesserte kaiserliche Privilegien in Salzburg ein, die auf das ursprüngliche Ausstellungsdatum 9. März 1620 rückdatiert waren. Die päpstlichen Privilegien wurden erst einige Jahre später – am [[17. Dezember]] [[1625]] – ausgestellt. Somit kommen als Gründungsjahre der Salzburger Universität sowohl 1620 als auch 1622 als auch 1625 in Betracht. |
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| | Das Kernstück der neuen Universität bildeten die [[Philosophische Fakultät der Benediktineruniversität Salzburg|Philosophische]] und die [[Theologische Fakultät der Benediktineruniversität Salzburg|Theologische Fakultät]], deren Professuren ausschließlich mit Angehörigen des Benediktinerordens besetzt wurden. Die [[Juridische Fakultät der Benediktineruniversität Salzburg|Juridische Fakultät]] hatte insofern eine Sonderstellung inne, als deren Professoren dem weltlichen Stand angehörten. Nur der Vertreter des Kanonischen Rechts war ein Benediktiner. Vom Bestehen einer Medizinischen Fakultät kann eigentlich nicht gesprochen werden, da – wenn überhaupt – meist nur eine Professur besetzt war. Bei der alten Salzburger Universität handelt es sich um eine bedeutende und eigenständige Erscheinung der damaligen Zeit, die sich in der katholischen Bildungslandschaft dadurch als Unikat erwies, dass sie im [[17. Jahrhundert|17.]] und [[18. Jahrhundert]] die einzige unter den deutschen Universitäten war, an der auf weite Strecken eine streng thomistische Philosophie und Theologie in Reinkultur gelehrt wurde. | | Das Kernstück der neuen Universität bildeten die [[Philosophische Fakultät der Benediktineruniversität Salzburg|Philosophische]] und die [[Theologische Fakultät der Benediktineruniversität Salzburg|Theologische Fakultät]], deren Professuren ausschließlich mit Angehörigen des Benediktinerordens besetzt wurden. Die [[Juridische Fakultät der Benediktineruniversität Salzburg|Juridische Fakultät]] hatte insofern eine Sonderstellung inne, als deren Professoren dem weltlichen Stand angehörten. Nur der Vertreter des Kanonischen Rechts war ein Benediktiner. Vom Bestehen einer Medizinischen Fakultät kann eigentlich nicht gesprochen werden, da – wenn überhaupt – meist nur eine Professur besetzt war. Bei der alten Salzburger Universität handelt es sich um eine bedeutende und eigenständige Erscheinung der damaligen Zeit, die sich in der katholischen Bildungslandschaft dadurch als Unikat erwies, dass sie im [[17. Jahrhundert|17.]] und [[18. Jahrhundert]] die einzige unter den deutschen Universitäten war, an der auf weite Strecken eine streng thomistische Philosophie und Theologie in Reinkultur gelehrt wurde. |