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== Herkunft ==
 
== Herkunft ==
Die Familie der Barone v. Löwenstern v. Rigemann a. d. Haus Rösthof sind deutsch-baltischen Adelsgeschlechts. Eine Kaufmanns- und Gutsbesitzerfamilie aus Estland. Sie findet ihren Ursprung im Jahr [[1387]]. Eingetragen unter Nr. 78 im Ritterhaus zu Riga. Zu den Besitztümern der Familie in Estland, Baltikum, zählten unter anderem die Güter Walküll, Jendel, Forell, Rasik, Campen, Pikwa, Wechmut und Allafer in einer Größenordnung von ca. 29 000 ha. Im Jahr 1820 veräußerte sein Ur-Ur-Großvater Baron [[Georg v. Löwenstern]] a. d. Hs. Rösthof (* 23. November 1786 in Reval; † 20. September 1856 in Kiel), verheiratet mit Adelaide Laura Tugendreich, geborene Gräfin v. Schimmelmann a.d. Hs. Lindenbourg, seine Güter in Estland und zog zusammen mit seiner Familie nach [[Dänemark]] ins Herrenhaus Hellebek bei Helsingör auf Seeland und der Villa Seelust bei Kopenhagen.  
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Die Familie der Barone v. Löwenstern v. Rigemann a. d. Haus Rösthof sind deutsch-baltischen Adelsgeschlechts. Eine Kaufmanns- und Gutsbesitzerfamilie aus Estland. Sie findet ihren Ursprung im Jahr [[1387]]. Eingetragen unter Nr. 78 im Ritterhaus zu Riga. Zu den Besitztümern der Familie in Estland, Baltikum, zählten unter anderem die Güter Walküll, Jendel, Forell, Rasik, Campen, Pikwa, Wechmut und Allafer in einer Größenordnung von ca. 29 000 ha. Im Jahr 1820 veräußerte sein Ur-Ur-Großvater Baron [[Georg Heinrich v. Löwenstern|Georg v. Löwenstern]] a. d. Hs. Rösthof (* 23. November 1786 in Reval; † 20. September 1856 in Kiel), verheiratet mit Adelaide Laura Tugendreich, geborene Gräfin v. Schimmelmann a.d. Hs. Lindenbourg, seine Güter in Estland und zog zusammen mit seiner Familie nach [[Dänemark]] ins Herrenhaus Hellebek bei Helsingör auf Seeland und der Villa Seelust bei Kopenhagen.  
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Reichsadel durch Kaiser Maximilian II, urkundlich [[1537]]. Aufnahme in den schwedischen Adelsstand durch Königin Christine von Schweden am [[14. November]] [[1650]], eingetragen unter Nr. 741 im Ritterhaus zu Stockholm. Aufnahme in den dänischen Adelsstand durch offenen Brief des Dänischen Königs vom [[8. Juni]] [[1827]] in Kopenhagen. In Österreich und Preußen erfolgte die Anerkennung und Eintragung bei Siebmacher für Österreich-Salzburg, Schleswig-Holstein, Deutschland und Schlesien. Preußische Adelsanerkennung des Barontitels durch Heroldamtsreskript Berlin am 30. März 1868. Am 5. Jänner 1923 wurde die Familie Baron von Löwenstern von der Deutschen Adelsgenossenschaft in die EDDA "''Eisernes Buch Deutschen Adels Deutscher Art''" unter der Nr. 144 eingetragen.  
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Reichsadel durch Kaiser Maximilian II, urkundlich [[1537]]. Aufnahme in den schwedischen Adelsstand durch Königin Christine von Schweden am [[14. November]] [[1650]], eingetragen unter Nr. 741 im Ritterhaus zu Stockholm. Aufnahme in den dänischen Adelsstand durch offenen Brief des Dänischen Königs vom [[8. Juni]] [[1827]] in Kopenhagen. In Österreich und Preußen erfolgte die Anerkennung und Eintragung bei Siebmacher für Österreich-Salzburg, Schleswig-Holstein, Deutschland und Schlesien. Preußische Adelsanerkennung des Barontitels durch Heroldamtsreskript Berlin am [[30. März]] [[1868]]. Am [[5. Jänner]] [[1923]] wurde die Familie Baron von Löwenstern von der Deutschen Adelsgenossenschaft in die EDDA "''Eisernes Buch Deutschen Adels Deutscher Art''" unter der Nr. 144 eingetragen.  
    
== Leben ==
 
== Leben ==
 
=== Eltern und Familie ===
 
=== Eltern und Familie ===
Hermann entstammte dem Adelsgeschlecht der Barone von Löwenstern a. d. Hs. Rösthof und war eines von acht Kindern des Baron [[Adelbert von Löwenstern]] a. d. Hs. Rösthof (geb. 13. März 1817 auf dem Familiengut Jendel in Estland (* 8. März 1879 in Carlsburg bei Sundacker); Jurist, Königlich dänischer Kammerjunker und Königlich preußischer Auditeur) und seiner Ehefrau Rosamunde (geb. Francke, * 29. Mai 1826 in Flensburg; † 8. März 1907 in Kiel). Sein Großvater war Baron [[Georg Heinrich v. Löwenstern|Georg von Löwenstern]] a. d. Hs. Rösthof und seiner Ehefrau Adelaide, geb. Gräfin v. Schimmelmann a. d. Hs. Lindenburg.
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Hermann entstammte dem Adelsgeschlecht der Barone von Löwenstern a. d. Hs. Rösthof und war eines von acht Kindern des Baron [[Adelbert von Löwenstern]] a. d. Hs. Rösthof (* 13. März 1817 auf dem Familiengut Jendel in Estland (* 8. März 1879 in Carlsburg bei Sundacker); Jurist, Königlich dänischer Kammerjunker und Königlich preußischer Auditeur) und seiner Ehefrau Rosamunde (geb. Francke, * 29. Mai 1826 in Flensburg; † 8. März 1907 in Kiel). Sein Großvater war Baron [[Georg Heinrich v. Löwenstern|Georg von Löwenstern]] a. d. Hs. Rösthof und seiner Ehefrau Adelaide, geb. Gräfin v. Schimmelmann a. d. Hs. Lindenburg.
    
Sein Onkel war Baron [[Friedrich von Löwenstern]] a. d. Hs. Rösthof, der sich später mit seiner Familie in Oberalm ansiedelte und die Freiherr von Löwenstern`schen Maarmor-Fabriken, heute Marmorindustrie Kiefer, gründete. Seine Tanten (Geschwister von Friedrich) waren Georgine ((* 1819; † 1893; verh. mit Christian Graf v. Reventlow), Laurette und Adelaide (* 1823; † 1849; verh. mit Kuno Graf v. Rantzau).
 
Sein Onkel war Baron [[Friedrich von Löwenstern]] a. d. Hs. Rösthof, der sich später mit seiner Familie in Oberalm ansiedelte und die Freiherr von Löwenstern`schen Maarmor-Fabriken, heute Marmorindustrie Kiefer, gründete. Seine Tanten (Geschwister von Friedrich) waren Georgine ((* 1819; † 1893; verh. mit Christian Graf v. Reventlow), Laurette und Adelaide (* 1823; † 1849; verh. mit Kuno Graf v. Rantzau).
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Herman besuchte das Real-Gymnasium in Rendsburg und danach begann er seine militärische Laufbahn bei der Kaiserlichen Marine: Seekadetten-Institut in Berlin, Marineschule in Kiel, Offiziers-Patent (22. September 1869), Unter-Leutnant auf der Arcona (Mittelmeer und West-Indien), Unter-Leutnant auf der Renown, Elisabeth und Gazelle (West-Indien und England), Leutnant zur See auf der Musquito und später auf dem Kanonenboot Nautilus (Marocco), Rettung von Schiffbrüchigen der Bark La Pace, Leutnant zur See auf der Preussen, Kapitänleutnant und Navigationsoffizier auf der Musquito, Navigationsoffizier auf der HERTHA, 1. Offizier auf der HANSA, Batterie-Offizier auf der STOSCH (Ost-Asien), Korvettenkapitän und Batterie-Offizier auf der STEIN (Ost-Asien und Rückreise), 1. Offizier auf der SMS KAISER, Kommandant auf der SMS VICTORIA. Er erkrankte an Skorbut. Am 1. August 1888 erfolgte der Abschied von der Kaiserlichen Marine nach 32 Dienstjahren und verstarb am 11. Oktober 1894.  
 
Herman besuchte das Real-Gymnasium in Rendsburg und danach begann er seine militärische Laufbahn bei der Kaiserlichen Marine: Seekadetten-Institut in Berlin, Marineschule in Kiel, Offiziers-Patent (22. September 1869), Unter-Leutnant auf der Arcona (Mittelmeer und West-Indien), Unter-Leutnant auf der Renown, Elisabeth und Gazelle (West-Indien und England), Leutnant zur See auf der Musquito und später auf dem Kanonenboot Nautilus (Marocco), Rettung von Schiffbrüchigen der Bark La Pace, Leutnant zur See auf der Preussen, Kapitänleutnant und Navigationsoffizier auf der Musquito, Navigationsoffizier auf der HERTHA, 1. Offizier auf der HANSA, Batterie-Offizier auf der STOSCH (Ost-Asien), Korvettenkapitän und Batterie-Offizier auf der STEIN (Ost-Asien und Rückreise), 1. Offizier auf der SMS KAISER, Kommandant auf der SMS VICTORIA. Er erkrankte an Skorbut. Am 1. August 1888 erfolgte der Abschied von der Kaiserlichen Marine nach 32 Dienstjahren und verstarb am 11. Oktober 1894.  
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Er wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem: Kriegs-Gedenkmünze für Combattanten von 1870/71, Preußische Rettungsmedaille am Bande (20.02.1875), Dienstauszeichnungskreuz, Rother-Adler-Orden (18.01.1887).
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Er wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem: Kriegs-Gedenkmünze für Combattanten von 1870/71, Preußische Rettungsmedaille am Bande (20.02.1875), Dienstauszeichnungskreuz, Rother-Adler-Orden (18. Jänner 1887).
    
Er vollbrachte zusammen mit drei Marineoffizierkameraden im Dezembersturm 1874 vor der Bucht von Santander, Spanien, eine besondere Lebensrettung, die in dem Buch von Hirschberg "Ein deutscher Seeoffizier" und in den damaligen Hamburger Nachrichten unter "Edle Tat" beschrieben wird. Für diese Ehrentat erhielt er und auch seine beiden Kameraden die Preußische Rettungsmedaille am Bande.
 
Er vollbrachte zusammen mit drei Marineoffizierkameraden im Dezembersturm 1874 vor der Bucht von Santander, Spanien, eine besondere Lebensrettung, die in dem Buch von Hirschberg "Ein deutscher Seeoffizier" und in den damaligen Hamburger Nachrichten unter "Edle Tat" beschrieben wird. Für diese Ehrentat erhielt er und auch seine beiden Kameraden die Preußische Rettungsmedaille am Bande.

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