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[[Datei:Jägermeisteralm.jpg|thumb|Jägermeisteralm, ehemalige Betriebs- und Mannschaftsbaracke auf der Inschlagalpe]]
 
[[Datei:Jägermeisteralm.jpg|thumb|Jägermeisteralm, ehemalige Betriebs- und Mannschaftsbaracke auf der Inschlagalpe]]
 
Der '''Rohmagnesitbergbau Inschlagalpe''' befand sich im Schwarzleotal im Gemeindegebiet von Leogang im [[Mitterpinzgau]].  
 
Der '''Rohmagnesitbergbau Inschlagalpe''' befand sich im Schwarzleotal im Gemeindegebiet von Leogang im [[Mitterpinzgau]].  
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==Lage==
 
==Lage==
Das [[Schwarzleotal]] zweigt bei der Ortschaft [[Hütten]] ca. fünf Kilometer westlich von [[Leogang]] südlich der [[B 164]] ab und erstreckt sich einige Kilometer nach Südwesten. An seiner orographisch linken Talseite befindet sich in 1150 bis 1400 m ü. A. südwestlich des Bergbaurevieres [[Nöckelberg]] und unmittelbar nördlich des Bergbaurevieres [[Vogelhalte]] das Bergbaurevier [[Inschlagalpe]].
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Das [[Schwarzleotal]] zweigt bei der Ortschaft [[Hütten]] ca. fünf Kilometer westlich von [[Leogang]] südlich der [[B 164]] ab und erstreckt sich einige Kilometer nach Südwesten. An seiner orographisch linken Talseite befindet sich in 1 150 bis 1 400 m ü. A. südwestlich des Bergbaurevieres [[Nöckelberg]] und unmittelbar nördlich des Bergbaurevieres [[Vogelhalte]] das Bergbaurevier [[Inschlagalpe]].
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==Geschichte==
 
==Geschichte==
 
=====Entdeckung der Erzlagerstätte=====
 
=====Entdeckung der Erzlagerstätte=====
 
Das Rohmagnesitvorkommen auf der Inschlagalpe wurde im Zuge von den nach der Schließung der Erzbergbaue im Schwarzleotal erfolgten Kartierungen entdeckt. Diese fanden in den Jahren [[1905]] bis [[1912]] und [[1919]] bis [[1923]] durch den Geologen Dr. Theodor Ohnesorge statt.  
 
Das Rohmagnesitvorkommen auf der Inschlagalpe wurde im Zuge von den nach der Schließung der Erzbergbaue im Schwarzleotal erfolgten Kartierungen entdeckt. Diese fanden in den Jahren [[1905]] bis [[1912]] und [[1919]] bis [[1923]] durch den Geologen Dr. Theodor Ohnesorge statt.  
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=====Das Rohmagnesitvorkommen auf der Inschlagalpe und seine Mineralien=====
 
=====Das Rohmagnesitvorkommen auf der Inschlagalpe und seine Mineralien=====
 
Die Rohmagnesitvererzung auf der Inschlagalpe ist an Dolomitabfolgen der sog. „Südfazies“ gebunden. In der Lagerstätte tritt der Rohmagnesit als typisch grobspätiger Magnesit, auch „Spatmagnesit“ oder „Pinolitmagnesit“ genannt, auf.  Der Eisengehalt beträgt zwischen 2,12 und 5,07 Gewichts-Prozent. Die häufig zu beobachtende Braunfärbung der Rohmagnesite infolge Limonitbildung durch Verwitterung ist auf diesen Eisengehalt zurück zu führen. Dieser Eisengehalt nimmt auf der Inschlagalpe mit der Teufe zu und war letztlich einer der wichtigsten Gründe für die Aufgabe dieses Abbaues.
 
Die Rohmagnesitvererzung auf der Inschlagalpe ist an Dolomitabfolgen der sog. „Südfazies“ gebunden. In der Lagerstätte tritt der Rohmagnesit als typisch grobspätiger Magnesit, auch „Spatmagnesit“ oder „Pinolitmagnesit“ genannt, auf.  Der Eisengehalt beträgt zwischen 2,12 und 5,07 Gewichts-Prozent. Die häufig zu beobachtende Braunfärbung der Rohmagnesite infolge Limonitbildung durch Verwitterung ist auf diesen Eisengehalt zurück zu führen. Dieser Eisengehalt nimmt auf der Inschlagalpe mit der Teufe zu und war letztlich einer der wichtigsten Gründe für die Aufgabe dieses Abbaues.
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=====Abbaurechte, Bergrechte, Betriebsorganisation, Beginn des Bergbaus=====
 
=====Abbaurechte, Bergrechte, Betriebsorganisation, Beginn des Bergbaus=====
Die Abbaurechte auf der Inschlagalpe sicherte sich das Bergbauunternehmen Ing. Adolf Reitsch und Josef Weilguny aus [[Mühlbach im Pinzgau]]. Stille Teilhaber waren Ing. Alfons Mauser und Ing. Karl Krieger aus der [[Stadt Salzburg]]. Es wurde 50-Jahres-Pachtverträge mit den Grundbesitzern abgeschlossen und die magnesithöffigen Bereiche durch Freischürfe bergrechtlich gesichert. Eine Expertise aus den Jahren [[1924]] und [[1925]] sah die Errichtung diverser bergbaulicher Anlagen wie ein  Magnesitwerk samt Brennöfen und Ziegelei, sowie Wasserkraftanlagen zur Energieversorgung vor. Es folgten personelle Veränderungen bei den Bergrechten und Geschäftsanteilen. [[1936]] verpachtete man die Abbaurechte an Hans Brabec und nun wurde von der Salzburger Montangesellschaft Brabec&Co.KG auf der Inschlagalpe mit dem Rohmagnesitbergbau begonnen.
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Die Abbaurechte auf der Inschlagalpe sicherte sich das Bergbauunternehmen Ing. Adolf Reitsch und Josef Weilguny aus [[Mühlbach im Pinzgau]]. Stille Teilhaber waren Ing. Alfons Mauser und Ing. Karl Krieger aus der [[Stadt Salzburg]]. Es wurde 50-Jahres-Pachtverträge mit den Grundbesitzern abgeschlossen und die magnesithöffigen Bereiche durch Freischürfe bergrechtlich gesichert. Eine Expertise aus den Jahren [[1924]] und [[1925]] sah die Errichtung diverser bergbaulicher Anlagen wie ein  Magnesitwerk samt Brennöfen und Ziegelei, sowie Wasserkraftanlagen zur Energieversorgung vor. Es folgten personelle Veränderungen bei den Bergrechten und Geschäftsanteilen. [[1936]] verpachtete man die Abbaurechte an Hans Brabec und nun wurde von der Salzburger Montangesellschaft Brabec & Co.KG auf der Inschlagalpe mit dem Rohmagnesitbergbau begonnen.
    
=====Betriebsperiode 1936 bis 1939=====
 
=====Betriebsperiode 1936 bis 1939=====
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=====Betriebsperiode 1945 bis 1970=====
 
=====Betriebsperiode 1945 bis 1970=====
Von 1945 bis 1947 wurden lediglich Instandsetzungsarbeiten – vor allem an der Seilschwebebahn -  durchgeführt. Im Mai [[1947]] konnte der Betrieb mit 16 Arbeitern wieder aufgenommen werden, nachdem ein Liefervertrag mit der Österreichisch-Amerikanischen Magnesit AG in Radenthein in Kärnten über zunächst 500 Tonnen und später 1000 Tonnen Rohmagnesit pro Monat abgeschlossen worden war. Es folgten Rationalisierungsmaßnahmen und die Erhöhung der Förderleistung. [[1950]] wurden monatlich 1000 Tonnen gefördert, für die fünf Hauer, neun Füller, vier Förderer, sieben Seilbahnbedienstete, drei Brecher und Schmiede, eine Köchin und eine Aufsichtsperson tätig waren. In den 50er-Jahren und in der ersten Hälfte der 60er-Jahre war die Absatzsituation für Magnesitprodukte aufgrund der Hochkonjuktur auf dem Stahlsektor sehr günstig. Allerdings stiegen auch die Qualitätsanforderungen bei Rohmagnesit, insbesondere was den Eisengehalt betrifft. Für den Bergbaubetrieb auf der Inschlagalm eine schwierige Situation, da der dortige Eisengehalt mittlerweile bei 6 % lag und die Obergrenze an Eisengehalt für den Rohmagnesit ebenfalls bei 6 % festgelegt war. Um die entsprechende Durchschnittsqualität zu erhalten mussten mehrere Ansatzstellen für die Gewinnung angelegt werden. Die Belegschaft war schon in den vergangenen Jahren reduziert worden. Das Werk auf der Inschlagalm wurde [[1968]] dem [[Magnesitwerk Hochfilzen]] in der Gemeinde [[Hochfilzen]] in [[Nordtirol]] angeschlossen.
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Von 1945 bis 1947 wurden lediglich Instandsetzungsarbeiten – vor allem an der Seilschwebebahn -  durchgeführt. Im Mai [[1947]] konnte der Betrieb mit 16 Arbeitern wieder aufgenommen werden, nachdem ein Liefervertrag mit der Österreichisch-Amerikanischen Magnesit AG in Radenthein in Kärnten über zunächst 500 Tonnen und später 1000 Tonnen Rohmagnesit pro Monat abgeschlossen worden war. Es folgten Rationalisierungsmaßnahmen und die Erhöhung der Förderleistung. [[1950]] wurden monatlich 1000 Tonnen gefördert, für die fünf Hauer, neun Füller, vier Förderer, sieben Seilbahnbedienstete, drei Brecher und Schmiede, eine Köchin und eine Aufsichtsperson tätig waren. In den 50er-Jahren und in der ersten Hälfte der [[1960er]]-Jahre war die Absatzsituation für Magnesitprodukte aufgrund der Hochkonjuktur auf dem Stahlsektor sehr günstig. Allerdings stiegen auch die Qualitätsanforderungen bei Rohmagnesit, insbesondere was den Eisengehalt betrifft. Für den Bergbaubetrieb auf der Inschlagalm eine schwierige Situation, da der dortige Eisengehalt mittlerweile bei 6 % lag und die Obergrenze an Eisengehalt für den Rohmagnesit ebenfalls bei 6 % festgelegt war. Um die entsprechende Durchschnittsqualität zu erhalten mussten mehrere Ansatzstellen für die Gewinnung angelegt werden. Die Belegschaft war schon in den vergangenen Jahren reduziert worden. Das Werk auf der Inschlagalm wurde [[1968]] dem [[Magnesitwerk Hochfilzen]] in der Gemeinde [[Hochfilzen]] in [[Nordtirol]] angeschlossen.
    
=====Stilllegung und Liquidierung=====
 
=====Stilllegung und Liquidierung=====
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==Gegenwart==
 
==Gegenwart==
 
Das Bergbaurevier Inschlagalpe weist heute mehrere große, bereits verfallene Tagbaue, verbrochene oder zugemauerte Stollenmundlöcher, teils größere Bergbauhalden und Reste ehemaliger obertägiger Betriebsanlagen auf. Die ehemalige Betriebsbaracke wird heute unter der Bezeichnung [[Jägermeisteralm]] als Almgebäude genutzt.
 
Das Bergbaurevier Inschlagalpe weist heute mehrere große, bereits verfallene Tagbaue, verbrochene oder zugemauerte Stollenmundlöcher, teils größere Bergbauhalden und Reste ehemaliger obertägiger Betriebsanlagen auf. Die ehemalige Betriebsbaracke wird heute unter der Bezeichnung [[Jägermeisteralm]] als Almgebäude genutzt.
==Quellen==
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==Quelle==
 
* W. Günther, W. H. Paar, „Vom Rohmagnesit zum feuerfesten Magnesitstein“, HG Bergbaumuseumsverein Leogang
 
* W. Günther, W. H. Paar, „Vom Rohmagnesit zum feuerfesten Magnesitstein“, HG Bergbaumuseumsverein Leogang
 
   
 
   
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[[Kategorie:Pinzgau]]
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[[Kategorie:Leogang]]
 
[[Kategorie:Geografie]]
 
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[[Kategorie:Geologie]]
 
[[Kategorie:Geologie]]
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[[Kategorie:Wirtschaft]]
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[[Kategorie:Wirtschaft (Geschichte)‎]]
 
[[Kategorie:Bergbau]]
 
[[Kategorie:Bergbau]]
[[Kategorie:Geschichte (Bergbau)]]
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[[Kategorie:Bergbau (Geschichte)]]
[[Kategorie:Leogang]]
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[[Kategorie:Pinzgau]]
   
[[Kategorie:Rohmagnesitbergbau]]
 
[[Kategorie:Rohmagnesitbergbau]]

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