| Zeile 7: |
Zeile 7: |
| | [[Bild:Gaisberg_sender.jpg|thumb|[[Sender Gaisberg]] auf dem [[Gaisberg-Plateau]]]] | | [[Bild:Gaisberg_sender.jpg|thumb|[[Sender Gaisberg]] auf dem [[Gaisberg-Plateau]]]] |
| | [[Datei:Salzburg Pano v. Aigen, Herbst 2008.jpg|thumb|Gaisberg-Ausblick von oberhalb Aigen]] | | [[Datei:Salzburg Pano v. Aigen, Herbst 2008.jpg|thumb|Gaisberg-Ausblick von oberhalb Aigen]] |
| − | Der '''Gaisberg''' ist ein 1 287 [[m ü. A.]] hoher Berg, der sich östlich des Zentrums der [[Salzburg|Stadt Salzburg]] erhebt. Als Teil der [[Nördliche Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]] befindet er sich im [[Salzburger Voralpenland]]. Sein Teil innerhalb der Stadtgrenze gehört zum [[Landschaftsraum Gaisberg]], einer der [[Landschaftsräume der Stadt Salzburg]]. | + | Der '''Gaisberg''' ist ein 1 287 [[m ü. A.]] hoher Berg, der sich östlich des Zentrums der [[Stadt Salzburg]] erhebt. |
| | | | |
| | == Geografie == | | == Geografie == |
| − | Ein Großteil des Gaisbergs gehört zur [[Stadtgemeinde Salzburg]], südöstliche Teile zur Gemeinde [[Elsbethen]] und nordwestliche zur Gemeinde [[Koppl]]. Ein großer Teil des Waldes ist im Besitz der [[Österreichische Bundesforste|Bundesforste]]. | + | Sein Teil innerhalb der Stadtgrenze gehört zum [[Landschaftsraum Gaisberg]], einer der [[Landschaftsräume der Stadt Salzburg]]. Ein Großteil des Gaisbergs gehört zur [[Stadtgemeinde Salzburg]], südöstliche Teile zur Gemeinde [[Elsbethen]] und nordwestliche zur Gemeinde [[Koppl]]. Am Fuß des Gaisbergs grenzen die Salzburger Stadtteile [[Aigen]] und [[Parsch]]. Postalisch gehört der Gaisberg zum Hauptpostamt 5020. |
| | | | |
| − | Am Fuß des Gaisbergs grenzen die Salzburger Stadtteile [[Aigen]] und [[Parsch]]. Postalisch gehört der Gaisberg zum Hauptpostamt 5020.
| + | Ein großer Teil des Waldes ist im Besitz der [[Österreichische Bundesforste|Bundesforste]]. |
| | + | |
| | + | Unter "Gaisberg" im engeren Sinn werden jedoch nur das Gaisberg-(Gipfel)-Plateau mit seinen umliegenden, meist bewaldeten Bergflanken bezeichnet. Im allgemeinen Salzburger Sprachgebrauch werden jedoch oft auch noch der [[Kühberg (Stadt Salzburg)|Kühberg]] und der [[Nockstein]] im Norden, der [[Klausberg]] im Osten und der [[Rauchenbühel]] im Süden bezeichnet.<ref name="uni">Quelle: [[Paul Heiselmayer]], [[Hermann Suida]]: ''Der Gaisberg, Natur- und Erholungslandschaft'', im Internet als pdf [http://www.zobodat.at/pdf/MGSL_120-121_0563-0580.pdf www.zobodat.at], abgefragt am 20. Dezember 2017</ref> |
| | | | |
| | === Gaisberg-Plateau === | | === Gaisberg-Plateau === |
| | : ''Hauptartikel: [[Gaisberg-Plateau]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Gaisberg-Plateau]]'' |
| | Das Gaisberg-Plateau, auch Gaisbergspitze genannt, ist ein flaches Gipfelplateau im Bereich des Gaisberggipfels. | | Das Gaisberg-Plateau, auch Gaisbergspitze genannt, ist ein flaches Gipfelplateau im Bereich des Gaisberggipfels. |
| | + | |
| | + | == Geologie == |
| | + | Der Gaisberg markiert den Nordrand der [[Nördliche Kalkalpen|Kalkalpen]]. Nach Norden hin grenzt mit dem [[Heuberg (Koppl)|Heuberg]] die [[Flyschzone]] an den Gaisberg. Der Gipfelbereich besteht aus [[Dachsteinkalk]] und Plattenkalk, der Nockstein aus Haupt[[dolomit]]. |
| | + | |
| | + | Östlich und nordöstlich waren die Senken um den Berg durch einen Ausläufer des Traungletschers entstanden, im Westen schürfte der [[Salzachgletscher]] an den Hängen des Gaisbergs.<ref name="uni"></ref> |
| | | | |
| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| | Nach 700 ist der Berg bereits als „Keizperch“ und „Gaisloberch“ urkundlich erwähnt. Der Berg war wichtiges Weideland. Esoterische Kreise wollen das Wort "Gaisberg" allerdings nicht vom indogermanischen Wortstamm ''ghaido-s'' ([[Ziege]]) abgeleitet sehen, sondern von einem angeblichen [[Kelten|keltischen]] Wort "Gais", das heilig bzw. tabu bedeuten sollte oder könnte. Es wird in diesen Kreisen behauptet, dass für die [[Kelten]] der Gaisberg bei Salzburg ein heiliger Berg gewesen sei. Historische Belege oder glaubwürdige Indizien dafür fehlen aber. Sicher ist dagegen, dass schon früh auf dem Berg die Klöster [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|St. Peter]] und [[Benediktinenstift Nonnberg|Nonnberg]] die Weiden für ihre Geißen besaßen. | | Nach 700 ist der Berg bereits als „Keizperch“ und „Gaisloberch“ urkundlich erwähnt. Der Berg war wichtiges Weideland. Esoterische Kreise wollen das Wort "Gaisberg" allerdings nicht vom indogermanischen Wortstamm ''ghaido-s'' ([[Ziege]]) abgeleitet sehen, sondern von einem angeblichen [[Kelten|keltischen]] Wort "Gais", das heilig bzw. tabu bedeuten sollte oder könnte. Es wird in diesen Kreisen behauptet, dass für die [[Kelten]] der Gaisberg bei Salzburg ein heiliger Berg gewesen sei. Historische Belege oder glaubwürdige Indizien dafür fehlen aber. Sicher ist dagegen, dass schon früh auf dem Berg die Klöster [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|St. Peter]] und [[Benediktinenstift Nonnberg|Nonnberg]] die Weiden für ihre Geißen besaßen. |
| | | | |
| − | Miot dem Anfang des 19. Jahrhunderts begann eine zunehmende Entdeckung des Gaisberges durhc den Tourismus. Der Berg wurde mit Reitpferden oder zu Fuß bestiegen werden. Wer nicht gut zu Fuß war, konnte sich von [[Sesselträger]]n, die in der Stadt Salzburg beim [[Glockenspiel]] ihren Standplatz hatten, bequem hinauf tragen lassen. [[1874]] wurde ein Weg von der [[Gersbergalm]] zur [[Gaisbergspitze]] eröffnet. [[1888]] erhielt der Gaisberg sein [[Gipfelkreuz]]. Das [[1887]] erbaute [[Hotel Gaisbergspitze]] auf dem [[Gaisberg-Plateau]], unweit der heutigen Sendeanlage, brannte [[1939]] ab.
| + | Mit dem Anfang des [[19. Jahrhundert]]s begann eine zunehmende Entdeckung des Gaisberges durch den [[Fremdenverkehr]]. Der Berg wurde mit Reitpferden oder zu Fuß bestiegen werden. Wer nicht gut zu Fuß war, konnte sich von [[Sesselträger]]n, die in der Stadt Salzburg beim [[Glockenspiel]] ihren Standplatz hatten, bequem hinauf tragen lassen. [[1874]] wurde ein Weg von der [[Gersbergalm]] zur [[Gaisbergspitze]] eröffnet. [[1888]] erhielt der Gaisberg sein [[Gipfelkreuz]]. Das [[1887]] erbaute [[Hotel Gaisbergspitze]] auf dem [[Gaisberg-Plateau]], unweit der heutigen Sendeanlage, brannte [[1939]] ab. |
| | + | |
| | Am Morgen des [[12. März]] [[1933]] wurden Truppen des [[Österreichisches Bundesheer|Österreichischen Bundesheeres]] aus den Kasernen für einige Tage auf den Gaisberg befohlen um nicht in Gefechte mit paramilitärischen Gruppen zu geraten. Gegen Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurde auf der Gaisbergspitze eine [[Gaisberg Radar Forschungsstation|militärische Forschungsstation]] installiert. Seit 1998 befindet sich ein weltweit einzigartiges [[Blitz]]forschungsprojekt auf der Gaisbergspitze. | | Am Morgen des [[12. März]] [[1933]] wurden Truppen des [[Österreichisches Bundesheer|Österreichischen Bundesheeres]] aus den Kasernen für einige Tage auf den Gaisberg befohlen um nicht in Gefechte mit paramilitärischen Gruppen zu geraten. Gegen Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurde auf der Gaisbergspitze eine [[Gaisberg Radar Forschungsstation|militärische Forschungsstation]] installiert. Seit 1998 befindet sich ein weltweit einzigartiges [[Blitz]]forschungsprojekt auf der Gaisbergspitze. |
| | | | |
| Zeile 83: |
Zeile 91: |
| | * [[Marianne von Buseck]] | | * [[Marianne von Buseck]] |
| | * [[Benutzer:Dr. Reinhard Medicus|Dr. Reinhard Medicus]] | | * [[Benutzer:Dr. Reinhard Medicus|Dr. Reinhard Medicus]] |
| | + | |
| | + | == Fußnoten == |
| | + | <references/> |
| | | | |
| | {{Stadtteile Stadt Salzburg}} | | {{Stadtteile Stadt Salzburg}} |