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| | Die '''Salzburger Münze''' war Jahrhunderte lang ein Zeugnis der Selbständigkeit des [[Erzbistum (Überblick)|Erzstifts Salzburg]]. | | Die '''Salzburger Münze''' war Jahrhunderte lang ein Zeugnis der Selbständigkeit des [[Erzbistum (Überblick)|Erzstifts Salzburg]]. |
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| | + | ==Die Anfänge== |
| | Am [[28. Mai]] [[996]] Kaiser Otto III. verleiht Erzbischof [[Hartwig]] das Recht, täglich in [[Altstadt|Salzburg]] [[Salzburger Märkte|Markt]] zu halten und Münzen nach Regensburger Gewicht zu schlagen. | | Am [[28. Mai]] [[996]] Kaiser Otto III. verleiht Erzbischof [[Hartwig]] das Recht, täglich in [[Altstadt|Salzburg]] [[Salzburger Märkte|Markt]] zu halten und Münzen nach Regensburger Gewicht zu schlagen. |
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| | Erzbischof [[Georg von Kuenburg]] ließ Münzen, die wegen der nur kurzen Regierungszeit zu den Seltenheiten zählen, sowohl nach der Reichsmünzordnung als auch nach der Landeswährung schlagen. Die Münzen seiner Zeit wurden immer noch mit Hammer und Amboss geschlagen. | | Erzbischof [[Georg von Kuenburg]] ließ Münzen, die wegen der nur kurzen Regierungszeit zu den Seltenheiten zählen, sowohl nach der Reichsmünzordnung als auch nach der Landeswährung schlagen. Die Münzen seiner Zeit wurden immer noch mit Hammer und Amboss geschlagen. |
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| | + | ==Die wertvollste Prägung in der Geschichte der Münze== |
| | Der materiell wertvollste Prägeauftrag war ein Geschenk des Erzbischofs [[Johann Jakob Khuen von Belasi]]. Aus Anlass der Hochzeit des Herzogs Wilhelm mit der Prinzessin von Lothringen (1568) reiste Johann Jakob nach München und überreichte dem Bräutigam einen 1000-fachen Dukaten im Gewicht von rund 3,5 Kilogramm Gold als Hochzeitsgeschenk. Johann Jakobs größtes Interesse war das Münzwesen. So veranlasste er einen Neu- und Umbau der Salzburger Münze. Ab dem Jahr 1561 wurde die Münzstätte nicht mehr verpachtet, sondern arbeitete auf eigene Rechnung. | | Der materiell wertvollste Prägeauftrag war ein Geschenk des Erzbischofs [[Johann Jakob Khuen von Belasi]]. Aus Anlass der Hochzeit des Herzogs Wilhelm mit der Prinzessin von Lothringen (1568) reiste Johann Jakob nach München und überreichte dem Bräutigam einen 1000-fachen Dukaten im Gewicht von rund 3,5 Kilogramm Gold als Hochzeitsgeschenk. Johann Jakobs größtes Interesse war das Münzwesen. So veranlasste er einen Neu- und Umbau der Salzburger Münze. Ab dem Jahr 1561 wurde die Münzstätte nicht mehr verpachtet, sondern arbeitete auf eigene Rechnung. |
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| − | Die von Erzbischof Belasi in der alten Kirchgasse erst um [[1580]] fertig gestellte [[Salzburger Münze]] wurde am [[18. August]] [[1605]] abgerissen, um mit dem Neubau der [[Neue Residenz|Neuen Residenz]] beginnen zu können | + | Die von Erzbischof Belasi in der alten Kirchgasse erst um [[1580]] fertig gestellte Salzburger Münze wurde am [[18. August]] [[1605]] abgerissen, um mit dem Neubau der [[Neue Residenz|Neuen Residenz]] beginnen zu können |
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| | Beim mehrtägigen 1100-Jahr-Jubliäum [[1682]] erhielten ausländische Gäste von Erzbischof [[Maximilian Gandolph Graf von Kuenburg]] große Goldstücke geschenkt. Das Volk partizipierte am Münz-Segen, in dem man aus einem Fenster Gold- und Silbermünzen in die Menge warf. | | Beim mehrtägigen 1100-Jahr-Jubliäum [[1682]] erhielten ausländische Gäste von Erzbischof [[Maximilian Gandolph Graf von Kuenburg]] große Goldstücke geschenkt. Das Volk partizipierte am Münz-Segen, in dem man aus einem Fenster Gold- und Silbermünzen in die Menge warf. |
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| − | Vom [[22. Oktober]] bis [[23. November]] [[1772]] visiert [[Johann Martin Krafft]] als Gutachter unter Erzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] die [[Salzburger Münze]]. | + | Vom [[22. Oktober]] bis [[23. November]] [[1772]] visierte [[Johann Martin Krafft]] als Gutachter unter Erzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] die Salzburger Münze. |
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| | + | ==Von der Münze zur Medaille: ein Repräsentationsbedürfnis== |
| | Dienten Münzen anfangs als Zahlungsmittel und eine Art Geldreserve, so wandelte sich im [[18. Jahrhundert]] die Bedeutung von Münzen dahingehend, dass sie mit dem Porträt des jeweiligen Fürsterzbischofs auf einer Seite versehen war. Das Repräsentationsbedürfnis der Herrscher stieg. | | Dienten Münzen anfangs als Zahlungsmittel und eine Art Geldreserve, so wandelte sich im [[18. Jahrhundert]] die Bedeutung von Münzen dahingehend, dass sie mit dem Porträt des jeweiligen Fürsterzbischofs auf einer Seite versehen war. Das Repräsentationsbedürfnis der Herrscher stieg. |
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