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| | ** Der [[Ragginger See|Ragginger]] und [[Luginger See]] (zwischen [[Anthering]] und [[Elixhausen]]) wurden wegen einer Fischkrankheit mit Desinfektionsmitteln behandelt, was der dortigen Krebspopulation zum Verhängnis wurde. | | ** Der [[Ragginger See|Ragginger]] und [[Luginger See]] (zwischen [[Anthering]] und [[Elixhausen]]) wurden wegen einer Fischkrankheit mit Desinfektionsmitteln behandelt, was der dortigen Krebspopulation zum Verhängnis wurde. |
| | ** Um das Jahr 2000 wurde im [[Hintersee (See)|Hintersee]] ein guter Edelkrebsbestand durch Einschleppen von Signalkrebsen vernichtet. | | ** Um das Jahr 2000 wurde im [[Hintersee (See)|Hintersee]] ein guter Edelkrebsbestand durch Einschleppen von Signalkrebsen vernichtet. |
| − | *[[Tennengau]]: | + | * [[Tennengau]]: |
| | :Bei [[Unterscheffau (Scheffau am Tennengebirge)|Unterscheffau]] im [[Lammertal]] wurde der Edelkrebs in einige Teiche eingesetzt und blieb bisher erhalten. Aus dem dortigen Vorkommen wurden Krebse in den [[Bürgerausee]] in [[Kuchl]] eingesetzt. | | :Bei [[Unterscheffau (Scheffau am Tennengebirge)|Unterscheffau]] im [[Lammertal]] wurde der Edelkrebs in einige Teiche eingesetzt und blieb bisher erhalten. Aus dem dortigen Vorkommen wurden Krebse in den [[Bürgerausee]] in [[Kuchl]] eingesetzt. |
| − | *[[Pongau]]: | + | * [[Pongau]]: |
| | ** Im [[Goldeggersee]] gibt es einen langjährigen Edelkrebsbestand, der nicht nachbesetzt wird. In den 1950er-Jahren kam es dort durch große [[Wels]]e zu Ausfällen. | | ** Im [[Goldeggersee]] gibt es einen langjährigen Edelkrebsbestand, der nicht nachbesetzt wird. In den 1950er-Jahren kam es dort durch große [[Wels]]e zu Ausfällen. |
| | ** Im [[Böndlsee]] gibt es noch vereinzelt Edelkrebse aus älteren Beständen, es wird jedoch laufend nachbesetzt. | | ** Im [[Böndlsee]] gibt es noch vereinzelt Edelkrebse aus älteren Beständen, es wird jedoch laufend nachbesetzt. |
| | ** Im [[Gasteiner Tal]] gab es einst einen guten Krebsbestand, der durch die Krebspest fast ausgerottet wurde. Die verbliebene kleine Population wurde durch Unfälle mit industriellen Abwässern in den Jahren [[1982]] und [[1992]] vernichtet. | | ** Im [[Gasteiner Tal]] gab es einst einen guten Krebsbestand, der durch die Krebspest fast ausgerottet wurde. Die verbliebene kleine Population wurde durch Unfälle mit industriellen Abwässern in den Jahren [[1982]] und [[1992]] vernichtet. |
| − | *[[Pinzgau]]: | + | * [[Pinzgau]]: |
| | ** Noch Anfang des [[19. Jahrhundert]]s wurde im Pinzgau jährlich ein Ertrag von etwa 15 000 Krebsen erzielt. Der Großteil der Tiere stammte aus dem [[Zeller See]]. Im Jahr 1551 wurde allerdings im Bereich von [[Zell am See]] der [[Kupferbergbau]] begonnen. Durch die dabei entstandenen Abwässer ging der Krebsbestand stark zurück. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden Teile des südlichen Bereiches des Sees sowie eine Reihe von Sumpfwiesen und -gräben trockengelegt und im Bereich der Salzach [[Salzachregulierung|Regulierungsarbeiten]] durchgeführt, was zu einer weiteren Abnahme der Pinzgauer Krebsbestände führte. Im Jahr [[1880]] trat im Zeller See die Krebspest auf und rottete den dortigen Edelkrebsbestand vollkommen aus. Bereits 1905 regte [[Josef Kollmann]] an, Krebse wieder in den Zeller See einzusetzen, um eine Lücke in der Nahrungskette der Fische zu schließen. In den [[1990er]]-Jahren gab die Stadt [[Zell am See]] eine Studie in Auftrag, um womöglich den Edelkrebs im Zeller See selbst wieder einzubürgern; ein Problem bestand in den im See lebenden, konkurrenzstärkeren [[Kamberkrebs]]en. | | ** Noch Anfang des [[19. Jahrhundert]]s wurde im Pinzgau jährlich ein Ertrag von etwa 15 000 Krebsen erzielt. Der Großteil der Tiere stammte aus dem [[Zeller See]]. Im Jahr 1551 wurde allerdings im Bereich von [[Zell am See]] der [[Kupferbergbau]] begonnen. Durch die dabei entstandenen Abwässer ging der Krebsbestand stark zurück. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden Teile des südlichen Bereiches des Sees sowie eine Reihe von Sumpfwiesen und -gräben trockengelegt und im Bereich der Salzach [[Salzachregulierung|Regulierungsarbeiten]] durchgeführt, was zu einer weiteren Abnahme der Pinzgauer Krebsbestände führte. Im Jahr [[1880]] trat im Zeller See die Krebspest auf und rottete den dortigen Edelkrebsbestand vollkommen aus. Bereits 1905 regte [[Josef Kollmann]] an, Krebse wieder in den Zeller See einzusetzen, um eine Lücke in der Nahrungskette der Fische zu schließen. In den [[1990er]]-Jahren gab die Stadt [[Zell am See]] eine Studie in Auftrag, um womöglich den Edelkrebs im Zeller See selbst wieder einzubürgern; ein Problem bestand in den im See lebenden, konkurrenzstärkeren [[Kamberkrebs]]en. |
| | ** In der Gegend von [[Mittersill]] wurde der Edelkrebs erst im Jahr [[1712]] aus [[Tirol]] und [[Bayern]] eingesetzt. In den dortigen Sumpfgebieten gedieh er ausgezeichnet und übertraf die Krebse des Zeller Sees bei Weitem an Güte und Größe (was die Zeller Fischer auf den Gedanken brachte, Mittersiller Krebse zur „Blutauffrischung“ in den Zeller See einzusetzen). | | ** In der Gegend von [[Mittersill]] wurde der Edelkrebs erst im Jahr [[1712]] aus [[Tirol]] und [[Bayern]] eingesetzt. In den dortigen Sumpfgebieten gedieh er ausgezeichnet und übertraf die Krebse des Zeller Sees bei Weitem an Güte und Größe (was die Zeller Fischer auf den Gedanken brachte, Mittersiller Krebse zur „Blutauffrischung“ in den Zeller See einzusetzen). |
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| | ** 1979 wurden im [[Lengmoosbach]] bei [[Unken]] an die hundert Edelkrebse aus dem Böndlsee und dem Uttendorfer See eingesetzt. Diese Population verschwand, wohl wegen zu geringer Wassertemperatur. | | ** 1979 wurden im [[Lengmoosbach]] bei [[Unken]] an die hundert Edelkrebse aus dem Böndlsee und dem Uttendorfer See eingesetzt. Diese Population verschwand, wohl wegen zu geringer Wassertemperatur. |
| | ** In der [[Achenfurt]] ([[Alte Salzach]]) wurden Edelkrebse ausgesetzt, die jedoch im Rahmen der Kartierung nicht mehr aufgefunden wurden. | | ** In der [[Achenfurt]] ([[Alte Salzach]]) wurden Edelkrebse ausgesetzt, die jedoch im Rahmen der Kartierung nicht mehr aufgefunden wurden. |
| − | *[[Lungau]]: | + | * [[Lungau]]: |
| | ** Die Krebse des [[Prebersee]]s wurden vielleicht um 1700 für die Salzburger Erzbischöfe eingesetzt. Sie haben dort die Krebspest überstanden und bilden in mehr als 1 500 m Höhe eine gute Population, die auch regelmäßig bewirtschaftet wird. | | ** Die Krebse des [[Prebersee]]s wurden vielleicht um 1700 für die Salzburger Erzbischöfe eingesetzt. Sie haben dort die Krebspest überstanden und bilden in mehr als 1 500 m Höhe eine gute Population, die auch regelmäßig bewirtschaftet wird. |
| | ** Im letzten Viertel des [[20. Jahrhundert]]s wurden in der Gemeinde [[St. Michael im Lungau]] einige Teiche angelegt und mit dem Edelkrebs besetzt. | | ** Im letzten Viertel des [[20. Jahrhundert]]s wurden in der Gemeinde [[St. Michael im Lungau]] einige Teiche angelegt und mit dem Edelkrebs besetzt. |
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| | *{{wikipedia-de|Edelkrebs}} | | *{{wikipedia-de|Edelkrebs}} |
| | *[http://www.wirbellose.de/arten.cgi?action=show&artNo=006 wirbellose.de: Edelkrebs] | | *[http://www.wirbellose.de/arten.cgi?action=show&artNo=006 wirbellose.de: Edelkrebs] |
| − | *[[Robert Patzner|Patzner, Robert A.]]: [http://www.uni-salzburg.at/fileadmin/multimedia/Organismische%20Biologie/documents/Flusskrebse_und_Gro%C3%9Fmuscheln.PDF ''Flusskrebse und Großmuscheln im Bundesland Salzburg''], [[Universität Salzburg]], Oktober 2003. S. 12-16 | + | * [[Robert Patzner|Patzner, Robert A.]]: [http://www.uni-salzburg.at/fileadmin/multimedia/Organismische%20Biologie/documents/Flusskrebse_und_Gro%C3%9Fmuscheln.PDF ''Flusskrebse und Großmuscheln im Bundesland Salzburg''], [[Universität Salzburg]], Oktober 2003. S. 12-16 |
| − | *[[Hans Freudlsperger|Freudlsperger, Hans]]: ''Kurze Fischereigeschichte des Erzstiftes Salzburg. I. Teil.'' [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] [http://www.zobodat.at/pdf/MGSL_76_0081-0128.pdf 76: 81-128] (101) | + | * [[Hans Freudlsperger|Freudlsperger, Hans]]: ''Kurze Fischereigeschichte des Erzstiftes Salzburg. I. Teil.'' [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] [http://www.zobodat.at/pdf/MGSL_76_0081-0128.pdf 76: 81-128] (101) |
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| | [[Kategorie:Wissenschaft]] | | [[Kategorie:Wissenschaft]] |