| | Desweiteren hat Löser nicht allen Figuren des Dramas dialektale Rede zu Teil werden lassen. Die allegorischen Figuren – Gott, Glaube, Teufel und Tod – sowie der Kumpan Jedermanns sprechen hochdeutsch. Die Begründung hierfür ist unterschiedlich. Die Übertragung des Dramas durch Löser hat nicht ausschließlich den Wortlaut, sondern auch den Schauplatz des Geschehens geändert. Sein Jedermann ist ein reicher Bauer, dessen Leben in ländlicher – und daher dialektgeprägter – Umgebung stattfindet. Dessen Kumpan hingegen stammt aus der Stadt, weswegen er keinen Dialekt benutzt. Der Autor wollte sich zudem an den Charakter des guten Gesellen bei Hofmannsthal anlehnen: | | Desweiteren hat Löser nicht allen Figuren des Dramas dialektale Rede zu Teil werden lassen. Die allegorischen Figuren – Gott, Glaube, Teufel und Tod – sowie der Kumpan Jedermanns sprechen hochdeutsch. Die Begründung hierfür ist unterschiedlich. Die Übertragung des Dramas durch Löser hat nicht ausschließlich den Wortlaut, sondern auch den Schauplatz des Geschehens geändert. Sein Jedermann ist ein reicher Bauer, dessen Leben in ländlicher – und daher dialektgeprägter – Umgebung stattfindet. Dessen Kumpan hingegen stammt aus der Stadt, weswegen er keinen Dialekt benutzt. Der Autor wollte sich zudem an den Charakter des guten Gesellen bei Hofmannsthal anlehnen: |
| − | ''„Nicht in den Dialekt übertragen wurden ,Jedermanns Kumpan' (der gute Geselle) und zwar lediglich aus charakterlichen Gründen. Ich habe diese Figur nur teilweise modernisiert“[1]'' | + | ''„Nicht in den Dialekt übertragen wurden,Jedermanns Kumpan' (der gute Geselle) und zwar lediglich aus charakterlichen Gründen. Ich habe diese Figur nur teilweise modernisiert“[1]'' |
| | Die Dialektlosigkeit der allegorischen Figuren hingegen ist anders zu erklären. Sowohl Glaube, als auch Gott, Teufel und Tod sind keine irdischen Wesen. Der Dialekt hingegen ist, durch seine regionale Gebundenheit, eine sehr irdische Sprachform, die menschlichen, nicht aber allegorischen Figuren zusteht. Zudem spielt hier die Dialektsoziologie erneut eine große Rolle: Würden die allegorischen Figuren, wie etwa in Fitzgerald Kusz „fränkischem Jeder-mann“ oder Franz von Kobells „G'schicht' von' Brandner-Kasper“, im Dialekt reden, müsste man sie im unteren Bereich der soziologischen Schichtung einordnen. Entweder in einem familiären oder freundschlaftlichen Verhältnis zum restlichen Dramenpersonal und auch zum Leser oder in einer sozialen Riege mit Bauern, Arbeitern und Dorfbevölkerung. Sie würden ihre Un(be)greifbarkeit einbüßen und zwangsläufig zu lächerlichen Figuren werden. Löser betrachtet die Übernahme der hochdeutschen Texte hier als selbstverständlich: | | Die Dialektlosigkeit der allegorischen Figuren hingegen ist anders zu erklären. Sowohl Glaube, als auch Gott, Teufel und Tod sind keine irdischen Wesen. Der Dialekt hingegen ist, durch seine regionale Gebundenheit, eine sehr irdische Sprachform, die menschlichen, nicht aber allegorischen Figuren zusteht. Zudem spielt hier die Dialektsoziologie erneut eine große Rolle: Würden die allegorischen Figuren, wie etwa in Fitzgerald Kusz „fränkischem Jeder-mann“ oder Franz von Kobells „G'schicht' von' Brandner-Kasper“, im Dialekt reden, müsste man sie im unteren Bereich der soziologischen Schichtung einordnen. Entweder in einem familiären oder freundschlaftlichen Verhältnis zum restlichen Dramenpersonal und auch zum Leser oder in einer sozialen Riege mit Bauern, Arbeitern und Dorfbevölkerung. Sie würden ihre Un(be)greifbarkeit einbüßen und zwangsläufig zu lächerlichen Figuren werden. Löser betrachtet die Übernahme der hochdeutschen Texte hier als selbstverständlich: |