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[[Datei:Gesprengte Kette, Sinnbild am Kirchturm von Hintersee.jpg|thumb|[[Votiv]] gesprengte Kette, da der hl. Leonhard als „Kettenlöser“, als Befreier aus Gefangenschaft verehrt wird.<ref>Wikipedia: Kettenkirche [https://de.wikipedia.org/wiki/Kettenkirche]</ref>]]
 
[[Datei:Gesprengte Kette, Sinnbild am Kirchturm von Hintersee.jpg|thumb|[[Votiv]] gesprengte Kette, da der hl. Leonhard als „Kettenlöser“, als Befreier aus Gefangenschaft verehrt wird.<ref>Wikipedia: Kettenkirche [https://de.wikipedia.org/wiki/Kettenkirche]</ref>]]
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[[Fürsterzbischof]] [[Hieronymus Graf Colloredo]] ließ [[1785]] die sehr schlicht gehaltene  und mit einem kleinen Kirchhof ausgestattete Kirche von  Hintersee  erbauen. Sie wurde den ''hll. Leonhard und Georg'' gewidmet, aber erst [[1838]] geweiht. Vor 1785 gingen die Hinterseer 150 Jahre lang jeden Sonntag nach [[Faistenau]] zum  Gottesdienst, wo ab [[1632]] ein im Ort lebender Vikar weilte. Seit [[1891]] ist sie Pfarrkirche, das [[Patrozinium]] wird am [[Leonhardstag]], dem [[6. November]], begangen.<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 278.</ref>  
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[[Fürsterzbischof]] [[Hieronymus Graf Colloredo]] ließ [[1785]] die sehr schlicht gehaltene  und mit einem kleinen Kirchhof ausgestattete Kirche von  Hintersee  erbauen. Sie wurde den ''hll. Leonhard und Georg'' gewidmet, aber erst [[1838]] geweiht. Vor 1785 gingen die Hinterseer 150 Jahre lang jeden Sonntag nach [[Pfarrkirche zum hl. Jakobus d. Ä.|Faistenau]] zum  Gottesdienst, wo ab [[1622]] ein im Ort lebender Vikar weilte. Seit [[1891]] ist sie Pfarrkirche, das [[Patrozinium]] wird am [[Leonhardstag]], dem [[6. November]], begangen.<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 278.</ref>  
    
Der wohl bekannteste Vikar von Hintersee ist der Textdichter des weltbekannten Weihnachtsliedes [[Stille Nacht, Heilige Nacht]], [[Joseph Mohr]]. Er betreute Hintersee von 1827 bis 1838, wobei ihm die Landesregierung in Linz das Vikariat Hintersee erst am [[1. Mai]] 1828 verlieh. Am [[17. Juni]] [[1828]] fand allerdings noch eine Visitation durch Erzbischof [[Augustin Johann Joseph Gruber|Augustin Gruber]] statt. Da das Vikariatshaus für den Erzbischof als ''Absteigequartier'' nicht in Frage kam, musste Mohr mit seinen Firmlingen nach [[Thalgau]] pilgern. Eb. Gruber notierte: ''Die Matrikenführung ist in Ordnung, seit sie Mohr übernommen hat''. Dann zitiert er Mohr, der zu ihm gesagt hätte, dass die Hintereseer sittlich nicht verdorben wären. Lediglich im Sommer, wenn ''viele Auswärtige auf den Alpen verweilen, die keine polizeӱliche Aufsicht erreicht'', wäre Hintersee ein ''Ort der Sünde'' (lateinisch: ''Refugium peccatorum''); außerdem wirkten sich ''Militärflüchtlinge'' sittlich negativ auf die Hinterseer aus. Um sein karges Einkommen in Hintersee zu verbessern, musste er im [[Pfarrkirche zum hl. Jakobus d. Ä.|Vikariat Faistenau]] bei Begräbnissen aushelfen.<ref>[[Hans Spatzenegger (Publizist)|Spatzenegger, Hans]]: ''„Refugium peccatorum“ - Mohr in Hintersee''. In: ''[[Blätter der Stille-Nacht-Gesellschaft]]'', Folge 1, Jg. 1980, S. 5–7.</ref>
 
Der wohl bekannteste Vikar von Hintersee ist der Textdichter des weltbekannten Weihnachtsliedes [[Stille Nacht, Heilige Nacht]], [[Joseph Mohr]]. Er betreute Hintersee von 1827 bis 1838, wobei ihm die Landesregierung in Linz das Vikariat Hintersee erst am [[1. Mai]] 1828 verlieh. Am [[17. Juni]] [[1828]] fand allerdings noch eine Visitation durch Erzbischof [[Augustin Johann Joseph Gruber|Augustin Gruber]] statt. Da das Vikariatshaus für den Erzbischof als ''Absteigequartier'' nicht in Frage kam, musste Mohr mit seinen Firmlingen nach [[Thalgau]] pilgern. Eb. Gruber notierte: ''Die Matrikenführung ist in Ordnung, seit sie Mohr übernommen hat''. Dann zitiert er Mohr, der zu ihm gesagt hätte, dass die Hintereseer sittlich nicht verdorben wären. Lediglich im Sommer, wenn ''viele Auswärtige auf den Alpen verweilen, die keine polizeӱliche Aufsicht erreicht'', wäre Hintersee ein ''Ort der Sünde'' (lateinisch: ''Refugium peccatorum''); außerdem wirkten sich ''Militärflüchtlinge'' sittlich negativ auf die Hinterseer aus. Um sein karges Einkommen in Hintersee zu verbessern, musste er im [[Pfarrkirche zum hl. Jakobus d. Ä.|Vikariat Faistenau]] bei Begräbnissen aushelfen.<ref>[[Hans Spatzenegger (Publizist)|Spatzenegger, Hans]]: ''„Refugium peccatorum“ - Mohr in Hintersee''. In: ''[[Blätter der Stille-Nacht-Gesellschaft]]'', Folge 1, Jg. 1980, S. 5–7.</ref>