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== Identifikationsopfer ==
 
== Identifikationsopfer ==
Identifikationsopfer sind Gegenstände, die mit dem Leiden der hilfesuchenden Person zusammenhängen. Sie können aus edlem Metall, Eisen, Holz, Ton oder Wachs bestehen und beziehen sich auf die Körperteile, die geheilt wurden. Dazu gehören z.B. Fruchtbarkeitsvotive, die in Form einer Kröte dargebracht wurden. In [[Maria Kirchental]] hat sich eine Votivkröte erhalten, sie ist aus getriebenem Silber, ziseliert und stammt aus der Zeit um 1850; wenn eine Ehe kinderlos blieb, so opferten Frauen Kröten, denn man hielt die Gebärmutter für ein Tier, das im Körper hin und her wandert.<br/>Suchte man die Kinderlosigkeit beim Mann, wurden Morgensterne geopfert, aber auch Amulette aus Marderknochen getragen, denn diese stärkten im Volksglauben die Manneskraft.<br/>Zur Erleichterung der Geburt wurden der Wöchnerin ein Malachitkreuz oder ein herzförmiger Malachit aufgelegt und nach überstandener Geburt in der Wallfahrtsstätte geopfert. Da Malachit im damals salzburgischen [[Kirchberg in Tirol|Kirchberg]] bei [[Kitzbühel]] gewonnen wurde, waren diese Gebäramulette aus Malachit in der Gegend um Kitzbühel ([[Dekanat St. Johann in Tirol]]) verbreitet.<ref>Johannes Neuhardt: ''Die Wallfahrt im Leben der Christenheit'', in: ''Salzburgs Wallfahrten in Kult und Brauch'', Salzburg 1986, S. 13.</ref>
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Identifikationsopfer sind Gegenstände, die mit dem Leiden der hilfesuchenden Person zusammenhängen. Sie können aus edlem Metall, Eisen, Holz, Ton oder Wachs bestehen und beziehen sich auf die Körperteile, die geheilt wurden. Dazu gehören z. B. Fruchtbarkeitsvotive, die in Form einer Kröte dargebracht wurden. In [[Maria Kirchental]] hat sich eine Votivkröte erhalten, sie ist aus getriebenem Silber, ziseliert und stammt aus der Zeit um 1850; wenn eine Ehe kinderlos blieb, so opferten Frauen Kröten, denn man hielt die Gebärmutter für ein Tier, das im Körper hin und her wandert.<br/>Suchte man die Kinderlosigkeit beim Mann, wurden Morgensterne geopfert, aber auch Amulette aus Marderknochen getragen, denn diese stärkten im Volksglauben die Manneskraft.<br/>Zur Erleichterung der Geburt wurden der Wöchnerin ein Malachitkreuz oder ein herzförmiger Malachit aufgelegt und nach überstandener Geburt in der Wallfahrtsstätte geopfert. Da Malachit im damals salzburgischen [[Kirchberg in Tirol|Kirchberg]] bei [[Kitzbühel]] gewonnen wurde, waren diese Gebäramulette aus Malachit in der Gegend um Kitzbühel ([[Dekanat St. Johann in Tirol]]) verbreitet.<ref>Johannes Neuhardt: ''Die Wallfahrt im Leben der Christenheit'', in: ''Salzburgs Wallfahrten in Kult und Brauch'', Salzburg 1986, S. 13.</ref>
    
=== Krankheitsvotive ===
 
=== Krankheitsvotive ===
Als Ausdruck der Dankbarkeit über die Heilung eines Körperteils oder Organs brachten Votanten Nachbildungen derselben bei einer Wallfahrt mit, z.B. geschnitzte Extremitäten (Arme und Beine, erhalten in Maria Hollenstein, [[Kendlbruck]]) oder geschnitzte Lungen (erhalten in [[Maria Kirchental]]), aber auch Holzkrücken. Von großer Seltenheit sind Tonkopfurnen, die zur Heilung von Kopfleiden, Geisteskrankheiten oder der Fraisen verehrt wurden (erhalten in der [[Kolomanskirche]] und in [[Filialkirche Sankt Alban|St. Alban]]).<br/>Gegen Kopfschmerzen stand in Mehrn (Brixlegg) nebst eine Heilquelle in der Bartholomäuskirche (das ''Vierzehn Nothelfer Wasser'' hinter dem Altar)<ref>Wikipedia, Mehrner Heilquelle: [https://de.wikipedia.org/wiki/Mehrner_Heilquelle], aufgerufen am 23. Juli 2017.</ref> eine geschnitzte Johanneshauptschüssel in kultischer Verehrung: diese wurde in schweren Fällen mit dem Kopf berührt und um den Altar getragen.<br/>Verbreitet waren auch Weihegeschenke in der Form eines mit Salz gefüllten und umwickelten Löffels: Löffelopfer hatten bei Hals- Mund oder Zahnschmerzen geholfen.<br/>Bis in die Zeit um den 1. Weltkrieg waren gegen Kopfschmerzen auch kunstvoll geflochtene Haaropfer gebräuchlich, die in Glaskästen verehrt wurden.<ref>Johannes Neuhardt: ''Die Wallfahrt im Leben der Christenheit'', in: ''Salzburgs Wallfahrten in Kult und Brauch'', Salzburg 1986, S. 14.</ref>
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Als Ausdruck der Dankbarkeit über die Heilung eines Körperteils oder Organs brachten Votanten Nachbildungen derselben bei einer Wallfahrt mit, z. B. geschnitzte Extremitäten (Arme und Beine, erhalten in Maria Hollenstein, [[Kendlbruck]]) oder geschnitzte Lungen (erhalten in [[Maria Kirchental]]), aber auch Holzkrücken. Von großer Seltenheit sind Tonkopfurnen, die zur Heilung von Kopfleiden, Geisteskrankheiten oder der Fraisen verehrt wurden (erhalten in der [[Kolomanskirche]] und in [[Filialkirche Sankt Alban|St. Alban]]).<br/>Gegen Kopfschmerzen stand in Mehrn (Brixlegg) nebst eine Heilquelle in der Bartholomäuskirche (das ''Vierzehn Nothelfer Wasser'' hinter dem Altar)<ref>Wikipedia, Mehrner Heilquelle: [https://de.wikipedia.org/wiki/Mehrner_Heilquelle], aufgerufen am 23. Juli 2017.</ref> eine geschnitzte Johanneshauptschüssel in kultischer Verehrung: diese wurde in schweren Fällen mit dem Kopf berührt und um den Altar getragen.<br/>Verbreitet waren auch Weihegeschenke in der Form eines mit Salz gefüllten und umwickelten Löffels: Löffelopfer hatten bei Hals- Mund oder Zahnschmerzen geholfen.<br/>Bis in die Zeit um den 1. Weltkrieg waren gegen Kopfschmerzen auch kunstvoll geflochtene Haaropfer gebräuchlich, die in Glaskästen verehrt wurden.<ref>Johannes Neuhardt: ''Die Wallfahrt im Leben der Christenheit'', in: ''Salzburgs Wallfahrten in Kult und Brauch'', Salzburg 1986, S. 14.</ref>
    
=== Eisenvotive ===
 
=== Eisenvotive ===

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