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| | Mit den Statuten aus dem Jahre 1939 hat also die Musik Ebenau wiederum eine Wandlung durchgemacht: Von der „Werksmusik“ (1850 - 1874) über die „normale“, nicht vereinsmäßig organisierte „Musikkapelle“ (1874 - 1939) bis hin zur „Musikvereinskapelle“, aus politischem Zwang heraus so organisiert. Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] hat es nur einen Restbestand der Musik gegeben. Weil Johann Teufl (II.) dann auch zur Wehrmacht eingezogen wurde, hat zwischendurch Florian Döllerer (1939 - 1942) die Kapelle übernommen. Gegen Ende des Krieges, als es praktisch überhaupt keine Musiker mehr im Ort gab, wurde bei Trauerfeiern von nur einem Mann auf dem Feuerwehrhorn zum Gebet geblasen. | | Mit den Statuten aus dem Jahre 1939 hat also die Musik Ebenau wiederum eine Wandlung durchgemacht: Von der „Werksmusik“ (1850 - 1874) über die „normale“, nicht vereinsmäßig organisierte „Musikkapelle“ (1874 - 1939) bis hin zur „Musikvereinskapelle“, aus politischem Zwang heraus so organisiert. Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] hat es nur einen Restbestand der Musik gegeben. Weil Johann Teufl (II.) dann auch zur Wehrmacht eingezogen wurde, hat zwischendurch Florian Döllerer (1939 - 1942) die Kapelle übernommen. Gegen Ende des Krieges, als es praktisch überhaupt keine Musiker mehr im Ort gab, wurde bei Trauerfeiern von nur einem Mann auf dem Feuerwehrhorn zum Gebet geblasen. |
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| − | Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es der Ebenauer Musik ähnlich wie auch anderen Vereinen. Gefallene Mitglieder waren zu beklagen (z.B. Josef Brandstätter aus der [[Zaglau]]), einige Musiker haben aufgrund ihrer schweren Verletzungen nach der Rückkehr in die Heimat nicht lange überlebt (Lambert Mair), andere konnten erst spät aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehren (z.B. Franz Innerberger). | + | Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es der Ebenauer Musik ähnlich wie auch anderen Vereinen. Gefallene Mitglieder waren zu beklagen (z. B. Josef Brandstätter aus der [[Zaglau]]), einige Musiker haben aufgrund ihrer schweren Verletzungen nach der Rückkehr in die Heimat nicht lange überlebt (Lambert Mair), andere konnten erst spät aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehren (z. B. Franz Innerberger). |
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| | Die Vereins-Statuten unter der Hoheit der NSDAP waren natürlich außer Kraft, die „Musikkapelle“ Ebenau existierte wieder wie vor dem Zweiten Weltkrieg ohne echte statutenmäßige Organisation, jedoch angelehnt an das bestehende Vereinsrecht, d.h. es gab einen Kapellmeister, je nach Bedarf einen Obmann, eine Jahreshauptversammlung mit Entlastung des Kassiers usw. 1950 wurde das 100-jährige Bestandsjubiläum gefeiert.<ref name="Leitich"></ref> | | Die Vereins-Statuten unter der Hoheit der NSDAP waren natürlich außer Kraft, die „Musikkapelle“ Ebenau existierte wieder wie vor dem Zweiten Weltkrieg ohne echte statutenmäßige Organisation, jedoch angelehnt an das bestehende Vereinsrecht, d.h. es gab einen Kapellmeister, je nach Bedarf einen Obmann, eine Jahreshauptversammlung mit Entlastung des Kassiers usw. 1950 wurde das 100-jährige Bestandsjubiläum gefeiert.<ref name="Leitich"></ref> |
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| | ===Die Musikkapelle - eine Institution!=== | | ===Die Musikkapelle - eine Institution!=== |
| − | Mit Kapellmeister Johann Pöckl (1974 - 1990) begann die Wandlung zu einem neuen Selbstverständnis der Musik Ebenau: Die Musikliteratur umfasste neben traditionellen Stücken (Märsche, Polkas, Walzer) und Bearbeitungen der Klassiker (z.B. Opern-Ouverturen) schrittweise auch modernere Stücke. Die zunehmende materielle Absicherung (Neueinkleidung 1982) schraubte auch die Anforderung an die Musik sowohl quantitativ wie auch qualitativ hinauf. Der Musikernachwuchs wurde u.a. auch durch den ungeheuren persönlichen Einsatz des Kapellmeisters neu organisiert, auch weibliche Musiker fanden Zutritt in die Musikkapelle, - ein längst überfälliger Schritt! Die Frühjahrskonzerte wurden genauso wie das Adventblasen allmählich institutionalisiert. Impulse für die Musikkapelle Ebenau gingen sicher auch von der Einrichtung eines neuen Probenlokals in der ehemaligen Turnhalle der [[Volksschule Ebenau|Volksschule]] 1987 aus. Johann Pöckl bereicherte das musikalische Programm unserer Musik nicht zuletzt durch seinen selbst komponierten Marsch „Gute Freunde“. | + | Mit Kapellmeister Johann Pöckl (1974 - 1990) begann die Wandlung zu einem neuen Selbstverständnis der Musik Ebenau: Die Musikliteratur umfasste neben traditionellen Stücken (Märsche, Polkas, Walzer) und Bearbeitungen der Klassiker (z. B. Opern-Ouverturen) schrittweise auch modernere Stücke. Die zunehmende materielle Absicherung (Neueinkleidung 1982) schraubte auch die Anforderung an die Musik sowohl quantitativ wie auch qualitativ hinauf. Der Musikernachwuchs wurde u.a. auch durch den ungeheuren persönlichen Einsatz des Kapellmeisters neu organisiert, auch weibliche Musiker fanden Zutritt in die Musikkapelle, - ein längst überfälliger Schritt! Die Frühjahrskonzerte wurden genauso wie das Adventblasen allmählich institutionalisiert. Impulse für die Musikkapelle Ebenau gingen sicher auch von der Einrichtung eines neuen Probenlokals in der ehemaligen Turnhalle der [[Volksschule Ebenau|Volksschule]] 1987 aus. Johann Pöckl bereicherte das musikalische Programm unserer Musik nicht zuletzt durch seinen selbst komponierten Marsch „Gute Freunde“. |
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| | Von 1990 bis 1995 übernahm Matthias Pöckl, langjähriger Vizekapellmeister, die Leitung der Kapelle. Besonders beliebt ist sein rhythmisch ansprechendes und harmonisches Arrangement des „Vater unser“. 1992 war wiederum eine Neueinkleidung nötig, 1994 wurde der Musikpavillon im ehemaligen Brunnengarten eingeweiht. Er dient seitdem als passender Ort für Platzkonzerte und Feiern aller Art. 1995 hat Matthias Pöckl die Leitung der Musikkapelle an Josef Fagerer übergeben, der bis heute mit großem Erfolg für die musikalischen Belange verantwortlich zeichnet. Seit 1996 gibt es auch für die Sommersaison als quasi stehende Einrichtung die Zusammenarbeit Joghurt (= Jugendtreff) - Prangerschützen - Musikkapelle für eine sommerliche Festfolge. Seit 1997 laufen die Planungen für unser großes, 150-jähriges Gründungsjubiläum im Jahre 2000! <<ref name="Leitich"></ref> | | Von 1990 bis 1995 übernahm Matthias Pöckl, langjähriger Vizekapellmeister, die Leitung der Kapelle. Besonders beliebt ist sein rhythmisch ansprechendes und harmonisches Arrangement des „Vater unser“. 1992 war wiederum eine Neueinkleidung nötig, 1994 wurde der Musikpavillon im ehemaligen Brunnengarten eingeweiht. Er dient seitdem als passender Ort für Platzkonzerte und Feiern aller Art. 1995 hat Matthias Pöckl die Leitung der Musikkapelle an Josef Fagerer übergeben, der bis heute mit großem Erfolg für die musikalischen Belange verantwortlich zeichnet. Seit 1996 gibt es auch für die Sommersaison als quasi stehende Einrichtung die Zusammenarbeit Joghurt (= Jugendtreff) - Prangerschützen - Musikkapelle für eine sommerliche Festfolge. Seit 1997 laufen die Planungen für unser großes, 150-jähriges Gründungsjubiläum im Jahre 2000! <<ref name="Leitich"></ref> |