Änderungen

91 Bytes hinzugefügt ,  17:27, 26. Nov. 2017
K
keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 5: Zeile 5:  
[[Datei:Biberspuren, Saalach, Maishofen 2.jpg|thumb|Bibernagespuren, Saalach, Maishofen]]
 
[[Datei:Biberspuren, Saalach, Maishofen 2.jpg|thumb|Bibernagespuren, Saalach, Maishofen]]
 
[[Datei:Biberarbeit in der Baumschutzzone.jpg|thumb|"Biberarbeit" am Altbach im [[Wenger Moor]]]]
 
[[Datei:Biberarbeit in der Baumschutzzone.jpg|thumb|"Biberarbeit" am Altbach im [[Wenger Moor]]]]
'''Der Europäische Biber''', ein einst auch in Salzburg und im [[Nationalpark Hohe Tauern]] heimisches Nagetier, macht – heute wieder eingebürgert und streng geschützt – wieder von sich reden.
+
'''Der Europäische Biber''' (''Castor fiber''), ein einst auch in Salzburg und im [[Nationalpark Hohe Tauern]] heimisches [[Nagetiere|Nagetier]], macht – heute wieder eingebürgert und streng geschützt – wieder von sich reden.
    
==Zuordnung==
 
==Zuordnung==
Der Europäische Biber zählte einst auch zu den [[Tiere im Nationalpark Hohe Tauern|Tieren im Nationalpark Hohe Tauern]]. Er gehört zur Gattung Biber aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] der [[Nagetiere]]. Er ist ein naher Verwandter des Kanadischen Bibers und wurde daher früher wie der Kanadische Biber auch als Unterart nur einer biologischen Art angesehen. Dagegen spricht, dass der Europäische Biber 48 Chromosomen hat, der Kanadische jedoch nur 40. Der Europäische Biber ist mit einer Körperlänge von 60 bis 80 cm etwas kleiner als sein nordamerikanischer Verwandter und weist auch noch weitere morphologische Unterschiede auf.
+
Der Europäische Biber zählte einst auch zu den [[Tiere im Nationalpark Hohe Tauern|Tieren im Nationalpark Hohe Tauern]]. Er gehört zur Gattung Biber aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] der Nagetiere. Er ist ein naher Verwandter des Kanadischen Bibers und wurde daher früher wie der Kanadische Biber auch als Unterart nur einer biologischen Art angesehen. Dagegen spricht, dass der Europäische Biber 48 Chromosomen hat, der Kanadische jedoch nur 40. Der Europäische Biber ist mit einer Körperlänge von 60 bis 80 cm etwas kleiner als sein nordamerikanischer Verwandter und weist auch noch weitere morphologische Unterschiede auf.
    
==Lebensraum==
 
==Lebensraum==
Zeile 22: Zeile 22:  
   
 
   
 
=====Fraßspur=====
 
=====Fraßspur=====
Noch stehende oder schon umgestürzte Bäume weisen in ca. 0,5 m Stammhöhe Zahnspuren von etwa acht MillimeterBreite auf. Dicke Stämme werden rundum benagt. Bei diesen von Bibern benagten Bäumen befinden sich rund um den Stammfuß zahlreiche Holzspäne mit ca. vier Zentimeter Breite und zehn Zentimeter Länge.
+
Noch stehende oder schon umgestürzte Bäume weisen in ca. 0,5 m Stammhöhe Zahnspuren von etwa acht Millimeter Breite auf. Dicke Stämme werden rundum benagt. Bei diesen von Bibern benagten Bäumen befinden sich rund um den Stammfuß zahlreiche Holzspäne mit ca. vier Zentimeter Breite und zehn Zentimeter Länge.
    
=====Damm=====
 
=====Damm=====
Zeile 32: Zeile 32:  
Biber sind aber streng geschützt. Ihre Baue und deren Umfeld müssen daher respektiert werden und zwingen uns dadurch zu differenzierten Interessensabwägungen und Auseinandersetzungen über die von uns gewollte Beschaffenheit unserer Welt.
 
Biber sind aber streng geschützt. Ihre Baue und deren Umfeld müssen daher respektiert werden und zwingen uns dadurch zu differenzierten Interessensabwägungen und Auseinandersetzungen über die von uns gewollte Beschaffenheit unserer Welt.
   −
[[1869]] wurde der letzte Biber Österreichs in der [[Antheringer Au]] abgeschossen. Über 100 Jahre war das [[Bundesland Salzburg]] "biberfrei". [[1983]] wurde ein Biberpaar vom [[Naturschutzbund]] in der [[Weitwörther Au]] angesiedelt und seit [[1994]] wird die Entwicklung der Biber-Population systematisch beobachtet. [[2009]] und [[2010]] waren Biber im Raum Salzburg-[[Lehen]], in der Antheringer Au an der Salzach und im Gebiet des [[Kraftwerk Urstein|Urstein-Stausees]]/[[Königsseeache]] immer wieder zu bemerken. Erfreulicherweise gab es im Jahr [[2012]] wieder rund 80 Tiere. Im Frühjahr 2013 schätzt die Biberexpertin [[Karin Widerin]] den Bestand bereits auf 110 bis 130 Tiere, alles Abkömmlinge zweier Paare, von denen eines im Jahr 1977 und das zweite im Jahr 1983 an der Grenze zu Oberösterreich bzw. in der Antheringer Au angesiedelt wurde. Als kleine Sensation wird gewertet, dass im Sommer 2012 ein Biber in [[Uttendorf]] gesichtet wurde. Ober er den Winter 2012/2013 überlebt hat, wird sich weisen. Im [[Pinzgau]] gibt es abgesehen davon bereits eine kleine ortsansässige Biber-Population (siehe [[Biber im Pinzgau]]).
+
[[1869]] wurde der letzte Biber Österreichs in der [[Antheringer Au]] abgeschossen. Über 100 Jahre war das [[Bundesland Salzburg]] "biberfrei". [[1983]] wurde ein Biberpaar vom [[Salzburger Naturschutzbund|Naturschutzbund]] in der [[Weitwörther Au]] angesiedelt und seit [[1994]] wird die Entwicklung der Biber-Population systematisch beobachtet. [[2009]] und [[2010]] waren Biber im Raum Salzburg-[[Lehen]], in der Antheringer Au an der Salzach und im Gebiet des [[Kraftwerk Urstein|Urstein-Stausees]]/[[Königsseeache]] immer wieder zu bemerken. Erfreulicherweise gab es im Jahr [[2012]] wieder rund 80 Tiere. Im Frühjahr 2013 schätzt die Biberexpertin [[Karin Widerin]] den Bestand bereits auf 110 bis 130 Tiere, alles Abkömmlinge zweier Paare, von denen eines im Jahr 1977 und das zweite im Jahr 1983 an der Grenze zu Oberösterreich bzw. in der Antheringer Au angesiedelt wurde. Als kleine Sensation wird gewertet, dass im Sommer 2012 ein Biber in [[Uttendorf]] gesichtet wurde. Ober er den Winter 2012/2013 überlebt hat, wird sich weisen. Im [[Pinzgau]] gibt es abgesehen davon bereits eine kleine ortsansässige Biber-Population (siehe [[Biber im Pinzgau]]).
   −
Im Juli [[2013]], als ein Biber unübersehbar einen Karottenacker in Wals als Nahrungsquelle benutzte, wurde der Bestand von [[Hannes Augustin]] auf rund 150 Tiere geschätzt.
+
Im Juli [[2013]], als ein Biber unübersehbar einen Karottenacker in [[Wals]] als Nahrungsquelle benutzte, wurde der Bestand von [[Hannes Augustin]] auf rund 150 Tiere geschätzt.
   −
Anfang des Jahres 2015 bestehen sieben bis acht Biberreviere im Pinzgau. Sie befinden sich mit einer Ausnahme an der [[Saalach]] zwischen [[Unken]] und [[Maishofen]]. Im Juni des Jahres 2016 schätzt man die Anzahl der Pinzgauer Biberreviere bereits auf zwölf bis 15. Man glaubt, dass ein Biber über den [[Zeller See]] in den Oberpinzgau vorgedrungen ist. Er hinterließ bei [[Uttendorf]] seine Spuren. Auch die 2015 wegen Renovierungsarbeiten notwendige Entleerung des Saalachstausees in [[Bad Reichenhall]] könnte für einige Biber Anlass zur Zuwanderung in den Pinzgau gewesen sein.
+
Anfang des Jahres 2015 bestanden sieben bis acht Biberreviere im Pinzgau. Sie befanden sich mit einer Ausnahme an der [[Saalach]] zwischen [[Unken]] und [[Maishofen]]. Im Juni des Jahres 2016 schätzte man die Anzahl der Pinzgauer Biberreviere bereits auf zwölf bis 15. Man glaubt, dass ein Biber über den [[Zeller See]] in den Oberpinzgau vorgedrungen ist. Er hinterließ bei [[Uttendorf]] seine Spuren. Auch die 2015 wegen Renovierungsarbeiten notwendige Entleerung des Saalachstausees in [[Bad Reichenhall]] könnte für einige Biber Anlass zur Zuwanderung in den Pinzgau gewesen sein.
    
==Biber und die Fischtreppe beim Kraftwerk Sohlstufe Lehen==
 
==Biber und die Fischtreppe beim Kraftwerk Sohlstufe Lehen==
Einst war die Anwesenheit eines Bibers beinahe zum Stolperstein für den Kraftwerksbau an der [[Sohlstufe Lehen]] geworden. Jetzt staunten die Manager der Salzburg AG nicht schlecht: nicht nur 18 Fischarten nutzten bisher die neu errichtete [[Fischtreppe]] und können so erstmals seit 1960 (!) die Salzach diesseits und jenseits der Sohlstufe als Lebensraum nutzen, auch ein Biber ist in den Aufnahmen der Fotofalle zu sehen. Ein Nachfolger des einst wegen des Kraftwerkbaues abgesiedelten Bibers erkundet entweder das Terrain oberhalb und unterhalb des Kraftwerkes oder ist auf der Suche nach einem eigenen Revier.
+
Einst war die Anwesenheit eines Bibers beinahe zum Stolperstein für den Kraftwerksbau an der [[Sohlstufe Lehen]] geworden. Jetzt staunten die Manager der [[Salzburg AG]] nicht schlecht: nicht nur 18 [[Fisch]]arten nutzten bisher die neu errichtete [[Fischtreppe]] und können so erstmals seit 1960 (!) die Salzach diesseits und jenseits der Sohlstufe als Lebensraum nutzen, auch ein Biber ist in den Aufnahmen der Fotofalle zu sehen. Ein Nachfolger des einst wegen des Kraftwerkbaues abgesiedelten Bibers erkundet entweder das Terrain oberhalb und unterhalb des Kraftwerkes oder ist auf der Suche nach einem eigenen Revier.
    
== Bilder==
 
== Bilder==
Zeile 54: Zeile 54:  
[[Kategorie:Wissenschaft]]
 
[[Kategorie:Wissenschaft]]
 
[[Kategorie:Biologie]]
 
[[Kategorie:Biologie]]
[[Kategorie:Fauna]]  
+
[[Kategorie:Fauna]]
 
[[Kategorie:Wirbeltier]]
 
[[Kategorie:Wirbeltier]]
 
[[Kategorie:Säugetier]]
 
[[Kategorie:Säugetier]]
 +
[[Kategorie:Nagetier]]