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| − | {{stub}}'''Grabinschriften''' sind, wie etwa auch [[Friedhöfe]], [[Grabsteine]] und Bestattungszeremonien, ein bedeutender Teil der [[Sepulkralkultur]]. | + | {{stub}}Eine '''Grabinschrift''' ist, wie etwa auch ein [[Friedhof]], [[Grabstein]] und eine Bestattungszeremonie, ein bedeutender Teil der [[Sepulkralkultur]]. |
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| | Während sie früher oft wortreich und gefühlsbetont waren, neigen heutige Grabinschriften zu außerordentlicher Kargheit. | | Während sie früher oft wortreich und gefühlsbetont waren, neigen heutige Grabinschriften zu außerordentlicher Kargheit. |
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| | '''Beispiele''' | | '''Beispiele''' |
| − | * [[Paracelsus-Grab|Grabmal]] des [[Paracelsus]] († 1541); [[Sebastiansfriedhof]]. .<br/>''Siehe dort. | + | * [[Paracelsus-Grab|Grabmal]] des [[Paracelsus]] († 1541); [[Sebastiansfriedhof]]<br/>''siehe dort |
| − | * [[Erzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau|Wolf Dietrich]] († 1617); Gabrielskapelle im [[Sebastiansfriedhof]]. | + | * [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau|Wolf Dietrich]] († 1617); [[Gabrielskapelle]] im Sebastiansfriedhof. |
| | : Schlicht ist die auf zwei Messingtafeln festgehaltene Botschaft des in Gefangenschaft Verstorbenen an die Nachwelt: „''Niemand soll Trauerkleidung (...) anlegen, sondern die Leute sollen eher Gott, den Besten und Größten, für die Seele und die Sünden des Verstorbenen anflehen und um Verzeihung bitten.''“ (Auch den Wunsch nach einem bescheidenen Begräbnis erfüllte ihm sein Nachfolger nicht.) | | : Schlicht ist die auf zwei Messingtafeln festgehaltene Botschaft des in Gefangenschaft Verstorbenen an die Nachwelt: „''Niemand soll Trauerkleidung (...) anlegen, sondern die Leute sollen eher Gott, den Besten und Größten, für die Seele und die Sünden des Verstorbenen anflehen und um Verzeihung bitten.''“ (Auch den Wunsch nach einem bescheidenen Begräbnis erfüllte ihm sein Nachfolger nicht.) |
| | *Johann Georg Mayr (*† 1638), Sohn des Arztes Michael Mayr und seine Frau Barbara; Salzburg, [[Kaigasse]] 31. | | *Johann Georg Mayr (*† 1638), Sohn des Arztes Michael Mayr und seine Frau Barbara; Salzburg, [[Kaigasse]] 31. |
| | :„''He da, Wanderer! … Der Eltern Hoffnung, Freude, Frühlingswonne ist verblüht, vergangen, gefallen. Kaum geboren, damit ich ihn meiner Erde zurückgebe ohne Gewinn, nur Rauch, Trauer, Asche; nach seinem Tod ein Gesamterbe (nur) für den Himmel: Johann Georg Mayr, Söhnchen des Doktors der Medizin Michael, geboren am 13. April, verstorben am 4. August im Jahre 1638.''“ | | :„''He da, Wanderer! … Der Eltern Hoffnung, Freude, Frühlingswonne ist verblüht, vergangen, gefallen. Kaum geboren, damit ich ihn meiner Erde zurückgebe ohne Gewinn, nur Rauch, Trauer, Asche; nach seinem Tod ein Gesamterbe (nur) für den Himmel: Johann Georg Mayr, Söhnchen des Doktors der Medizin Michael, geboren am 13. April, verstorben am 4. August im Jahre 1638.''“ |
| | : Ungewöhnlich ist nicht, dass Eltern ungeachtet der einst hohen Kindersterblichkeit das Gedenken an ein verlorenes Baby bewahrten. Die Inschrift ist jedoch derart aufwendig, dass sie eher zu einem hohen Geistlichen oder ehrenwerten Bürger als zu einem kaum vier Monate alten Kind passt. Solch ein fein bearbeiteter Epitaph – ein Kindergesicht mit geschlossenen Augen, ein Polster mit Quasten, eine gekehlte, geschwungene Rahmung und zwei Kartuschen – kostete rund 100 [[Gulden]], ein Achtel des damaligen Jahresgehalts eines [[Hofrat]]s. Ungewöhnlich ist auch, dass sich diese Tafel in einem Privathaus findet und nicht auf dem [[Petersfriedhof]], auf dem das Kind bestattet wurde. | | : Ungewöhnlich ist nicht, dass Eltern ungeachtet der einst hohen Kindersterblichkeit das Gedenken an ein verlorenes Baby bewahrten. Die Inschrift ist jedoch derart aufwendig, dass sie eher zu einem hohen Geistlichen oder ehrenwerten Bürger als zu einem kaum vier Monate alten Kind passt. Solch ein fein bearbeiteter Epitaph – ein Kindergesicht mit geschlossenen Augen, ein Polster mit Quasten, eine gekehlte, geschwungene Rahmung und zwei Kartuschen – kostete rund 100 [[Gulden]], ein Achtel des damaligen Jahresgehalts eines [[Hofrat]]s. Ungewöhnlich ist auch, dass sich diese Tafel in einem Privathaus findet und nicht auf dem [[Petersfriedhof]], auf dem das Kind bestattet wurde. |
| − | *[[Erzbischof]] [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg|Max Gandolph]] († 1687); Wandgrabmal im [[Salzburger Dom]]. | + | * Fürsterzbischof [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg|Max Gandolph]] († 1687); Wandgrabmal im [[Salzburger Dom]]. |
| − | :„''Endlich nach vielen durch deren besondere Hilfe glücklich überstandenen Mühen habe ich im Alter von 65 Jahren lebenssatt am dritten Tag des Monats Mai im Jahre 1687 meine nach ihrem Ebenbilde geschaffene Seele zu ihrem Urbild zurückgesandt, den aus Erde gebildeten Leib aber habe ich zu Füßen meines Erlösers hierher zurückgelegt, auf dass er denselben als gnädigen Richter erwarte. Meine Herde habe ich geweidet mit Liebe, Beispiel, Wort, Tat.''“<br/>Den Text hatte der Erzbischof selbst verfasst. | + | :„''Endlich nach vielen durch deren besondere Hilfe glücklich überstandenen Mühen habe ich im Alter von 65 Jahren lebenssatt am dritten Tag des Monats Mai im Jahre 1687 meine nach ihrem Ebenbilde geschaffene Seele zu ihrem Urbild zurückgesandt, den aus Erde gebildeten Leib aber habe ich zu Füßen meines Erlösers hierher zurückgelegt, auf dass er denselben als gnädigen Richter erwarte. Meine Herde habe ich geweidet mit Liebe, Beispiel, Wort, Tat.''“<br/>Den Text hatte der Fürsterzbischof selbst verfasst. |
| | *[[Raphael Helmreich]], Wirt zum „[[Hotel zum Goldnen Schiff|Goldenen Schiff]]“ († 1690); [[Kreuzkapelle St. Peter|St. Peter, Kreuzkapelle]] | | *[[Raphael Helmreich]], Wirt zum „[[Hotel zum Goldnen Schiff|Goldenen Schiff]]“ († 1690); [[Kreuzkapelle St. Peter|St. Peter, Kreuzkapelle]] |
| | :„''Halte ein den Schritt, Wanderer, und sieh: Ein Gasthaus ist hier des Wirts, der dir aus seinem Keller kostenlos einen für die Seele sehr heilsamen Trunk reicht: Bedenke das Sterben! Wenn du diese Wohltat dankbar vergelten willst, dann reiche ihm den Zutrunk deiner Andacht, auf dass dieser ihm zuträglich sei und seiner Seele zum Heile gereiche für die ewige Ruhe. Um diese zu erlangen, wünscht sich hier des Öfteren deine Einkehr und lädt dich ein Raphael Helmreich, Bürger dieser Stadt und Wirt.''“ | | :„''Halte ein den Schritt, Wanderer, und sieh: Ein Gasthaus ist hier des Wirts, der dir aus seinem Keller kostenlos einen für die Seele sehr heilsamen Trunk reicht: Bedenke das Sterben! Wenn du diese Wohltat dankbar vergelten willst, dann reiche ihm den Zutrunk deiner Andacht, auf dass dieser ihm zuträglich sei und seiner Seele zum Heile gereiche für die ewige Ruhe. Um diese zu erlangen, wünscht sich hier des Öfteren deine Einkehr und lädt dich ein Raphael Helmreich, Bürger dieser Stadt und Wirt.''“ |
| − | * [[Edmund Sinnhuber]] († 1702), [[Äbte von St. Peter|Abt]] von [[St. Peter]];<br/>südliches Seitenschiff der Stiftskirche St. Peter. | + | * [[Edmund Sinnhuber]] († 1702), [[Äbte von St. Peter|Abt]] von [[St. Peter]];<br/>südliches Seitenschiff der [[Stiftskirche St. Peter]]. |
| | :„''Höre, Wanderer! ''[Asculta viator!]'' Dieser Stein hier erhebt sehr stark seine Stimme: Wie ruft er doch klagend laut als marmorner Herold! …''“ | | :„''Höre, Wanderer! ''[Asculta viator!]'' Dieser Stein hier erhebt sehr stark seine Stimme: Wie ruft er doch klagend laut als marmorner Herold! …''“ |
| | :Die Inschrift zeugt vom Höhepunkt der Inschriftenkunst um 1700. Auf dem Grabmal liegen ein toter Strauß und ein zerbrochenes Hufeisen, Symbole für Tod und Vergänglichkeit. Der Strauß war das Wappentier dieses Abtes, der aus einer Familie von Drahtziehern stammte (der Legende nach fraß ein Strauß Eisen, das in seinem Magen härtete, und mit dieser angedichteten Eigenschaft konnte er als Verkörperung der Eisenverarbeitung dienen). | | :Die Inschrift zeugt vom Höhepunkt der Inschriftenkunst um 1700. Auf dem Grabmal liegen ein toter Strauß und ein zerbrochenes Hufeisen, Symbole für Tod und Vergänglichkeit. Der Strauß war das Wappentier dieses Abtes, der aus einer Familie von Drahtziehern stammte (der Legende nach fraß ein Strauß Eisen, das in seinem Magen härtete, und mit dieser angedichteten Eigenschaft konnte er als Verkörperung der Eisenverarbeitung dienen). |
| − | * [[Weisersche Grabstätte]] (1796); Petersfriedhof.<br/>''Siehe dort. | + | * [[Weisersche Grabstätte]] (1796); Petersfriedhof.<br/>''siehe dort. |
| − | ==Quelle==
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| − | *[[Salzburger Nachrichten]], 31. Oktober 2017: [https://www.sn.at/salzburg/kultur/welche-worte-eignen-sich-fuers-grab-19910011 Welche Worte eignen sich fürs Grab?] ([[Hedwig Kainberger]]); unter Verwendung des unten unter „Literatur“ angegebenen Werks von Brandhuber/Fussl.
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| | ==Literatur== | | ==Literatur== |
| | *[[Michael Walz|Walz, Michael]]: ''[[Die Grabdenkmäler von St. Peter und Stift Nonnberg zu Salzburg]]''. Selbstverlag der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Salzburg 1867 bis 1875. | | *[[Michael Walz|Walz, Michael]]: ''[[Die Grabdenkmäler von St. Peter und Stift Nonnberg zu Salzburg]]''. Selbstverlag der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Salzburg 1867 bis 1875. |
| | *[[Christoph Brandhuber|Brandhuber, Christoph]], und [[Maximilian Fussl]]: ''In Stein gemeißelt – Salzburger Barockinschriften erzählen". [[Müry Salzmann Verlag]], Salzburg 2017. <br><small>Präsentation: 14. November 2017, 18.30 Uhr, [[Große Aula]] der Universität, Anmeldung: 0662/8044-77310</small> | | *[[Christoph Brandhuber|Brandhuber, Christoph]], und [[Maximilian Fussl]]: ''In Stein gemeißelt – Salzburger Barockinschriften erzählen". [[Müry Salzmann Verlag]], Salzburg 2017. <br><small>Präsentation: 14. November 2017, 18.30 Uhr, [[Große Aula]] der Universität, Anmeldung: 0662/8044-77310</small> |
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| | + | ==Quelle== |
| | + | *[[Salzburger Nachrichten]], 31. Oktober 2017: [https://www.sn.at/salzburg/kultur/welche-worte-eignen-sich-fuers-grab-19910011 Welche Worte eignen sich fürs Grab?] ([[Hedwig Kainberger]]); unter Verwendung des unten unter „Literatur“ angegebenen Werks von Brandhuber/Fussl. |
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| | ==Weblink== | | ==Weblink== |
| − | *[[Wikipedia]]-Artikel [https://de.wikipedia.org/wiki/Sepulkralkultur „Sepulkralkultur“] | + | *{{wikipedia-de|Sepulkralkultur|„Sepulkralkultur“}} |
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