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| | [[File:Coccinella.7-punctata.adult.jpg|thumb|Einer der bekanntesten Käfer ist der Siebenpunkt-Marienkäfer (''[[Coccinella septempunctata]]''), der zu den [[Coccinellidae]] gehört.]] | | [[File:Coccinella.7-punctata.adult.jpg|thumb|Einer der bekanntesten Käfer ist der Siebenpunkt-Marienkäfer (''[[Coccinella septempunctata]]''), der zu den [[Coccinellidae]] gehört.]] |
| | [[File:Melolontha melolontha 2.jpg|thumb|Als Schädlinge gefürchtet sind die Larven des Maikäfers ([[Scarabaeidae]]), die als Engerlinge bekannt sind.]] | | [[File:Melolontha melolontha 2.jpg|thumb|Als Schädlinge gefürchtet sind die Larven des Maikäfers ([[Scarabaeidae]]), die als Engerlinge bekannt sind.]] |
| − | [[File:Rosalia Alpina (Alpenbock).jpg|thumb| Die Bockkäfer ([[Cerambycidae]]) sind leicht an ihren sehr langen Fühlern erkennbar.]] | + | [[File:Rosalia Alpina (Alpenbock).jpg|thumb| Die [[Bockkäfer]] (''[[Cerambycidae]]'') sind leicht an ihren sehr langen Fühlern erkennbar.]] |
| − | [[File:Himmelblauer Blattkäfer.JPG|thumb|Die Blattkäfer ([[Chrysomelidae]]) sind oft prächtig gefärbt. Das irisierende Blau entsteht durch Lichtbrechung an feinsten Oberflächenstrukturen.]] | + | [[File:Himmelblauer Blattkäfer.JPG|thumb|Die Blattkäfer (''[[Chrysomelidae]]'') sind oft prächtig gefärbt. Das irisierende Blau entsteht durch Lichtbrechung an feinsten Oberflächenstrukturen.]] |
| | [[File:Nicrophorus.vespillo.jpg|thumb|Zu den [[Silphidae]] gehört der Totengräber (''[[Necrophorus vespilio]]''), dessen Larven sich in Aas entwickeln.]] | | [[File:Nicrophorus.vespillo.jpg|thumb|Zu den [[Silphidae]] gehört der Totengräber (''[[Necrophorus vespilio]]''), dessen Larven sich in Aas entwickeln.]] |
| | [[File:Seidenhaarige Schnellkäfer (Prosternon tessellatum) 3654.JPG|thumb|Die Schnellkäfer ([[Elateridae]]) haben ihren deutschen Namen aufgrund ihrer Fähigkeit erhalten, sich durch eine Schnellbewegung aus der Rückenlage zu befreien oder Feinden zu entkommen.]] | | [[File:Seidenhaarige Schnellkäfer (Prosternon tessellatum) 3654.JPG|thumb|Die Schnellkäfer ([[Elateridae]]) haben ihren deutschen Namen aufgrund ihrer Fähigkeit erhalten, sich durch eine Schnellbewegung aus der Rückenlage zu befreien oder Feinden zu entkommen.]] |
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| | == Allgemeines == | | == Allgemeines == |
| − | Die Coleoptera gehören damit zu den vier großen [[Glossar Biologie#O|Ordnung]]en der Insekten. Die anderen drei sind die Hautflügler ([[Biene]]n, [[Wespe]]n, [[Ameise]]n, wissenschaftlich [[Hymenoptera]]), Zweiflügler ([[Fliege]]n und [[Mücke]]n, wissenschaftlich [[Diptera]]) und Schmetterlinge, wissenschaftlich [[Lepidoptera]]. Auch in [[Land Salzburg|Salzburg]] ist ihre Artenzahl noch beträchtlich: Rund 3 560 verschiedene Käfer kennt man hierzulande (Geiser 2001). | + | Die Coleoptera gehören damit zu den vier großen [[Glossar Biologie#O|Ordnung]]en der Insekten. Die anderen drei sind die Hautflügler ([[Bienen]], [[Wespe]]n, [[Ameisen]], wissenschaftlich [[Hymenoptera]]), Zweiflügler ([[Fliegen]] und [[Mücke]]n, wissenschaftlich [[Diptera]]) und Schmetterlinge, wissenschaftlich [[Lepidoptera]]. Auch in [[Land Salzburg|Salzburg]] ist ihre Artenzahl noch beträchtlich: Rund 3 560 verschiedene Käfer kennt man hierzulande (Geiser 2001). |
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| − | Das charakteristischste Merkmal der Käfer sind die Elytren, die zu hornigen Decken umgebildten Vorderflügel. Sie werden während des Fluges einfach nach oben und seitlich abgespreizt, der Flug selbst erfolgt also ausschließlich mit den Hinterflügeln, wobei aber längst nicht alle Käfer auch tatsächlich flugfähig sind. Neben der Panzerung des Rückens sind die Elytren auch Träger der auffälligsten Farb- und Zeichnungsmerkmale der Käfer, die in Formenvielfalt und Farbenpracht selbst den Schmetterlingen kaum nachstehen. Wie bei diesen sind die größten und farbenprächstigsten Arten besonders in den Tropen verbreitet. Es gibt aber auch zahllose unscheinbare und mit nur 1 mm Länge winzige Arten, die praktisch alle Lebensräume unserer Erde besiedeln. Käfer besitzen meist auch kräftige Kiefer, mit denen sie ihre Kost zerkleinern. Letzere ist so mannigfach wie die Käfer selbst und reicht von Fleischkost über Aas und Dung bis zu den verschiedensten pflanzlichen Nahrungsressourcen (Blütenpollen, Blätter, Samen, Pflanzensäfte, etc.). | + | Das charakteristischste Merkmal der Käfer sind die Elytren, die zu hornigen Decken umgebildeten Vorderflügel. Sie werden während des Fluges einfach nach oben und seitlich abgespreizt, der Flug selbst erfolgt also ausschließlich mit den Hinterflügeln, wobei aber längst nicht alle Käfer auch tatsächlich flugfähig sind. Neben der Panzerung des Rückens sind die Elytren auch Träger der auffälligsten Farb- und Zeichnungsmerkmale der Käfer, die in Formenvielfalt und Farbenpracht selbst den Schmetterlingen kaum nachstehen. Wie bei diesen sind die größten und farbenprächtigsten Arten besonders in den Tropen verbreitet. Es gibt aber auch zahllose unscheinbare und mit nur 1 mm Länge winzige Arten, die praktisch alle Lebensräume unserer Erde besiedeln. Käfer besitzen meist auch kräftige Kiefer, mit denen sie ihre Kost zerkleinern. Letztere ist so mannigfach wie die Käfer selbst und reicht von Fleischkost über Aas und Dung bis zu den verschiedensten pflanzlichen Nahrungsressourcen (Blütenpollen, Blätter, Samen, Pflanzensäfte, etc.). |
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| − | Käfer besitzen eine "holometabol" genannte Entwicklung, das heisst sie durchlaufen alle Entwicklungsstadien vom Ei über Larve und Puppe bis zum fertigen Insekt. Die Larven ernähren sich ebenfalls von den verschiedensten Stoffen und ihre Entwicklung dauert von wenigen Tagen, wie bei manchen blattminierenden Arten, bis zu mehreren Jahren, besonders bei großen, holzbewohnenden Arten. Wie bei den meisten Insekten ist auch bei den Käfern die Puppe das Überwinterungsstadium. Aber auch Ei, Larve oder [[Glossar Biologie#I|Imago]] können den Winter überdauern. | + | Käfer besitzen eine "holometabol" genannte Entwicklung, das heißt, sie durchlaufen alle Entwicklungsstadien vom Ei über Larve und Puppe bis zum fertigen Insekt. Die Larven ernähren sich ebenfalls von den verschiedensten Stoffen und ihre Entwicklung dauert von wenigen Tagen, wie bei manchen blattminierenden Arten, bis zu mehreren Jahren, besonders bei großen, holzbewohnenden Arten. Wie bei den meisten Insekten ist auch bei den Käfern die Puppe das Überwinterungsstadium. Aber auch Ei, Larve oder [[Glossar Biologie#I|Imago]] können den Winter überdauern. |
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| | ==Kenntnisstand der Gruppe in Salzburg== | | ==Kenntnisstand der Gruppe in Salzburg== |
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| | ===Artenzahlen in Salzburg=== | | ===Artenzahlen in Salzburg=== |
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| − | Die folgende Aufstellung<ref>Wissenschaftliche Namen nach Geiser (2001); deutsche Namen nach [[Wikipedia]], insb. [https://de.wikipedia.org/wiki/Systematik_der_K%C3%A4fer Systematik_der_Käfer], und [http://www.natur-in-nrw.com/HTML/Artenlisten/kaefer/kaefer_uebersicht.html Systematik der Käfer (Coleoptera) in NRW]</ref> wurde Geiser (2001) entnommen. Sie ist nur als vorläufig anzusehen, da einerseits einige Gruppen in Salzburg noch nie systematisch bearbeitet wurden, andererseits, wie oben ausgeführt, immer wieder neue Arten in Salzburg einwandern. Zudem wurden viele Arten bisher nicht gezielt gesucht und dadurch einfach übersehen. | + | Die folgende Aufstellung<ref>Wissenschaftliche Namen nach Geiser (2001); deutsche Namen nach [[Wikipedia]], insb. [https://de.wikipedia.org/wiki/Systematik_der_K%C3%A4fer Systematik der Käfer], und [http://www.natur-in-nrw.com/HTML/Artenlisten/kaefer/kaefer_uebersicht.html Systematik der Käfer (Coleoptera) in NRW]</ref> wurde Geiser (2001) entnommen. Sie ist nur als vorläufig anzusehen, da einerseits einige Gruppen in Salzburg noch nie systematisch bearbeitet wurden, andererseits, wie oben ausgeführt, immer wieder neue Arten in Salzburg einwandern. Zudem wurden viele Arten bisher nicht gezielt gesucht und dadurch einfach übersehen. |
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