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| | Noch in Frankreich beginnt Suppin, Blattgold und Blattsilber in seine gespachtelten Kompositionen einzubeziehen – eine Idee, die er konsequent ausbaut, so dass der Einsatz von „Edelmetall“ geradezu ein Markenzeichen seiner Kunst wird. Er steigert damit die magische Anziehungskraft seiner Bilder, setzt sich aber auch dem Vorwurf kunstgewerblicher Effekthascherei aus. Sein Anliegen ist es, an ein archaisches Materialverständnis anzuschließen und dieses mit einer sinnlich-barocken Freude an Oberflächenreizen zu verbinden. | | Noch in Frankreich beginnt Suppin, Blattgold und Blattsilber in seine gespachtelten Kompositionen einzubeziehen – eine Idee, die er konsequent ausbaut, so dass der Einsatz von „Edelmetall“ geradezu ein Markenzeichen seiner Kunst wird. Er steigert damit die magische Anziehungskraft seiner Bilder, setzt sich aber auch dem Vorwurf kunstgewerblicher Effekthascherei aus. Sein Anliegen ist es, an ein archaisches Materialverständnis anzuschließen und dieses mit einer sinnlich-barocken Freude an Oberflächenreizen zu verbinden. |
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| − | Als er sich [[1968]] wieder in Salzburg niederlässt, sorgen seine „goldenen Bilder“ für Aufsehen und polarisieren das Publikum. Suppin geht aber noch einen Schritt weiter, indem er die Oberflächen wie ein Relief behandelt und mit teilweise sehr opulenten plastischen Akzenten versieht. Eine Aura des Geheimnisvollen, aber auch eine surreale Befremdlichkeit geht von diesen wuchtigen Bildtafeln aus, bei denen man an mittelalterliche Reliquiare oder kostbare Fundstücke verschollener Kulturen denkt. Am Ende dieser Schaffensphase stehen strenge Kompositionen mit zurückgenommenem Relief, denen gerade diese Sparsamkeit eine feierlich-bedeutungsvolle Note verleiht. | + | Als er sich [[1968]] wieder in Salzburg niederlässt, sorgen seine „goldenen Bilder“ für Aufsehen und polarisieren das Publikum. Suppin geht aber noch einen Schritt weiter, indem er die Oberflächen wie ein Relief behandelt und mit teilweise sehr opulenten plastischen Akzenten versieht. Eine Aura des Geheimnisvollen, aber auch eine surreale Befremdlichkeit geht von diesen wuchtigen Bildtafeln aus, bei denen man an mittelalterliche Reliquiare oder kostbare Fundstücke verschollener Kulturen denkt. Am Ende dieser Schaffensphase stehen strenge Kompositionen mit zurückgenommenem Relief, denen gerade diese Sparsamkeit eine feierlich bedeutungsvolle Note verleiht. |
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| | Mit seiner Vorliebe für unkonventionelle Materialien kann Lucas Suppin selbst Richtungen wie Pop Art und Arte Povera, die seit den späten [[1960er]] Jahren die Ästhetik des „schönen Bildes“ bombardieren, etwas abgewinnen – obwohl sie im Gegensatz steht zu der von ihm bevorzugten Aura des kostbaren Glanzes. Auch Suppin bezieht nun „unedle“ Werkstoffe wie Wellpappe, Zeitungspapier und Sand, aber auch sperrige Alltagsrelikte – einen Fußabstreifer, einen zerbrochenen Teller, einen alten Bettpfosten – in seine Bildschöpfungen mit ein. Vor allem am Werkstoff Sand, von dem er verschieden gefärbte und gekörnte Sorten verwendet, entzündet sich seine Experimentierfreude. | | Mit seiner Vorliebe für unkonventionelle Materialien kann Lucas Suppin selbst Richtungen wie Pop Art und Arte Povera, die seit den späten [[1960er]] Jahren die Ästhetik des „schönen Bildes“ bombardieren, etwas abgewinnen – obwohl sie im Gegensatz steht zu der von ihm bevorzugten Aura des kostbaren Glanzes. Auch Suppin bezieht nun „unedle“ Werkstoffe wie Wellpappe, Zeitungspapier und Sand, aber auch sperrige Alltagsrelikte – einen Fußabstreifer, einen zerbrochenen Teller, einen alten Bettpfosten – in seine Bildschöpfungen mit ein. Vor allem am Werkstoff Sand, von dem er verschieden gefärbte und gekörnte Sorten verwendet, entzündet sich seine Experimentierfreude. |
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| | == Ausstellung == | | == Ausstellung == |
| | * Lucas Suppin (1911–1998); Salzburg Museum, Neue Residenz, 29. 2. bis 22. 6. 2008 | | * Lucas Suppin (1911–1998); Salzburg Museum, Neue Residenz, 29. 2. bis 22. 6. 2008 |
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