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Der ''Rossebändiger'', ein sich aufbäumendes Pferd bändigend, befindet sich in der Mitte der Schwemme. Diese Skulpturengruppe ist ein frühes Hauptwerk von [[Bernhard Michael Mandl]]. Das Motiv des Pferdebändigers ist ein in der [[Barock]]zeit häufig dargestelltes Motiv, das den Wettstreit der Leidenschaft mit der überkommenen (aristokratischen) Ordnung symbolisiert.  
 
Der ''Rossebändiger'', ein sich aufbäumendes Pferd bändigend, befindet sich in der Mitte der Schwemme. Diese Skulpturengruppe ist ein frühes Hauptwerk von [[Bernhard Michael Mandl]]. Das Motiv des Pferdebändigers ist ein in der [[Barock]]zeit häufig dargestelltes Motiv, das den Wettstreit der Leidenschaft mit der überkommenen (aristokratischen) Ordnung symbolisiert.  
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Der Salzburger Rossebändiger weist thematisch einige besondere Bezüge und Symbole auf. Am Satteltuch, dass den Rossebändiger und das Pferd verbindet, befindet sich das erzbischöflich Wappen. Damit erscheint das Pferd als ein dem Fürsten gehöriges. Der Bezähmer ist auch nicht als ein beliebiger Pferdeknecht zu verstehen. Die Szene erinnert uns an Alexander den Großen und die Bezwingung seines Leibrosses Bukephalos. Damit wird auf den erzbischöflichen Auftraggeber angespielt, der mit lenkender Hand das unbändige Tier zügelte und ihm den schuldigen Gehorsam abverlangt. Die aus [[Marmor]] gefertigte besonders hochwertige Skulptur mit ihrem hohen Maß an Dynamik war ursprünglich auf den Hofmarstall hin ausgerichtet. Damit wurde der Eindruck erweckt, als ob der Rossebändiger im Begriff sei, dass widerstrebende Tier zu bändigen und dem Hofmarstall zuzuführen. Der Bezugspunkt der Skulpturengruppe war das gegenüberstehende prächtig gestaltete nördliche Portal am Hofmarstall, das unter anderem auch die allegorischen Figuren von Europa und Asien enthält. Der Fürsterzbischof erinnerte damit an seines fürstlichen Status als Primas Germania.  
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Der Salzburger Rossebändiger weist thematisch einige besondere Bezüge und Symbole auf. Am Satteltuch, dass den Rossebändiger und das Pferd verbindet, befindet sich das erzbischöflich Wappen. Damit erscheint das Pferd als ein dem Fürsten gehöriges. Der Bezähmer ist auch nicht als ein beliebiger Pferdeknecht zu verstehen. Die Szene erinnert uns an Alexander den Großen und die Bezwingung seines Leibrosses Bukephalos. Damit wird auf den erzbischöflichen Auftraggeber angespielt, der sinnbildlich mit lenkender Hand das Unbändige zügelt und ihm den schuldigen Gehorsam abverlangt. Die aus [[Marmor]] gefertigte besonders hochwertige Skulptur mit ihrem hohen Maß an Dynamik war ursprünglich auf den Hofmarstall hin ausgerichtet. Damit wurde der Eindruck erweckt, als ob der Rossebändiger im Begriff sei, dass widerstrebende Tier zu bändigen und dem Hofmarstall zuzuführen. Der Bezugspunkt der Skulpturengruppe war das gegenüberstehende prächtig gestaltete nördliche Portal am Hofmarstall, das unter anderem auch die allegorischen Figuren von Europa und Asien enthält. Der Fürsterzbischof erinnerte damit an seines fürstlichen Status als Primas Germania.  
    
[[1732]] unter Fürsterzbischof Firmian wurde die Hofstallschwemme umgebaut. Das Becken bekam eine marmorne Ballustrade mit Figurenschmuck. Das Standbild wurde um 90 Grad gedreht und mit einem neuen prunkvollen Sockel versehen, auf dem der Fürsterzbischof auch sein Wappen anbringen ließ. Gleichzeitig wurde die Schauwand von Hofmaler Franz Anton Ebner phantasievoll mit elf verschiedenen Pferden gestaltet. Die Anregungen dazu holte er sich aus dem Antwerpener Stichwerk "''Equile seu speculum equorum''" über Pferderassen. Gezeigt werden Pferde, die sie sich im offenen Gelände tummeln und unter freiem Himmel spielen, springen, tänzeln und galoppieren. Der portalähnliche Mittelteil der Schauwand zeigt ein ganz besonderes edles Pferd, das geflügelte Pferd [[Pegasusbrunnen|Pegasos]] aus der griechischen Mythologie. Bellerophontes, der mit Hilfe des geflügelten Pferdes die Fürstentochter Andromeda vor dem Meeresungeheuer Ladon gerettet hatte und auch die Chimera bezwungen hatte, versuchte zuletzt noch auf Pegasos in den Olymp zu gelangen und diesen zu erobern. Zeus entsandte eine Bremse, die den Pegasos stach. Er strauchelte und Bellerophontes stürzte ins Verderben. Mit dieser geänderten Darstellung entstand ein neuer Bezug.  
 
[[1732]] unter Fürsterzbischof Firmian wurde die Hofstallschwemme umgebaut. Das Becken bekam eine marmorne Ballustrade mit Figurenschmuck. Das Standbild wurde um 90 Grad gedreht und mit einem neuen prunkvollen Sockel versehen, auf dem der Fürsterzbischof auch sein Wappen anbringen ließ. Gleichzeitig wurde die Schauwand von Hofmaler Franz Anton Ebner phantasievoll mit elf verschiedenen Pferden gestaltet. Die Anregungen dazu holte er sich aus dem Antwerpener Stichwerk "''Equile seu speculum equorum''" über Pferderassen. Gezeigt werden Pferde, die sie sich im offenen Gelände tummeln und unter freiem Himmel spielen, springen, tänzeln und galoppieren. Der portalähnliche Mittelteil der Schauwand zeigt ein ganz besonderes edles Pferd, das geflügelte Pferd [[Pegasusbrunnen|Pegasos]] aus der griechischen Mythologie. Bellerophontes, der mit Hilfe des geflügelten Pferdes die Fürstentochter Andromeda vor dem Meeresungeheuer Ladon gerettet hatte und auch die Chimera bezwungen hatte, versuchte zuletzt noch auf Pegasos in den Olymp zu gelangen und diesen zu erobern. Zeus entsandte eine Bremse, die den Pegasos stach. Er strauchelte und Bellerophontes stürzte ins Verderben. Mit dieser geänderten Darstellung entstand ein neuer Bezug.  

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