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| | Betrachtet man die Wortbildung, so ist Salzburg eine Wortzusammensetzung, in der der zweite Bestandteil durch den ersten in seiner Bedeutung präzisiert wird - also, ganz allgemein formuliert, eine 'Stadt, in der Salz eine wesentliche Rolle spielte'. Die historischen Fakten, nämlich der Salzhandel und seine wesentlichen wirtschaftlichen Konsequenzen, vermögen diese Bezeichnung überzeugend zu motivieren. - Die Übertragung des bloßen Stadtnamens auf das Land setzt erst im Spätmittelalter ein und ist in Verbindung zu bringen mit den territorialen Verhältnissen des Erzbistums. | | Betrachtet man die Wortbildung, so ist Salzburg eine Wortzusammensetzung, in der der zweite Bestandteil durch den ersten in seiner Bedeutung präzisiert wird - also, ganz allgemein formuliert, eine 'Stadt, in der Salz eine wesentliche Rolle spielte'. Die historischen Fakten, nämlich der Salzhandel und seine wesentlichen wirtschaftlichen Konsequenzen, vermögen diese Bezeichnung überzeugend zu motivieren. - Die Übertragung des bloßen Stadtnamens auf das Land setzt erst im Spätmittelalter ein und ist in Verbindung zu bringen mit den territorialen Verhältnissen des Erzbistums. |
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| − | ==Stadteile und Siedlugnskerne von Salzburg== | + | ==Stadteile und Siedlungskerne von Salzburg== |
| − | Als Stadtteile Salzburgs werden etwa 20 Gebiete aufgefasst, die zuletzt gut von einander abgegrenzt wurden, aber nicht mit der verwaltungsmäßigen Einteilung in Katastralgemeinden ident sind. | + | Als Stadtteile Salzburgs werden 20 Gebiete aufgefasst, die zuletzt gut von einander abgegrenzt wurden, aber nicht mit der verwaltungsmäßigen Einteilung in Katastralgemeinden ident sind. Innerhalb der Stadtteile (etwa Aigen) können verschienene Siedlungskerne (bei Aigen etwa Abfalter, Aigen-Mitte und Glas) von einander getrennt ausgewiesne werden |
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| | '''Abfalter'''<br> | | '''Abfalter'''<br> |
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| | Der Name kommt von ahd. Aphalter = Apfelbaum, der wohl einmal hier gewachsen sein muss. | | Der Name kommt von ahd. Aphalter = Apfelbaum, der wohl einmal hier gewachsen sein muss. |
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| − | Außerdem gibt es in der Sage einen Riesen namens Abfalter: Vor mehreren hundert Jahren hauste auch der Riese Abfalter auf dem [[Untersberg]]e. Noch sieht man einen großen Felsgraben auf dem Rücken des Berges, der ihm zum Lager diente. Die Hügel von Wald, [[Liefering]] und [[Maxglan]] sowie die Golferhügel da und dort, auf denen jetzt meistens Kirchen stehen, sollen von den Steinen herrühren, die er bisweilen zum Zeitvertreib herabwarf. Am Fuße des [[Gaisberg]]es soll er einst einer Riesenjungfrau begegnet sein, welche, vom [[Abersee]] kommend, Steine in der Schürze trug, um auf selben als Trittsteinen über die [[Salzach]] zu schreiten, selbe aber unterwegs unbemerkt bei [[Plainfeld]] verloren hatte, weil die Schürze ein Loch bekam. Abfalter soll sie dann über die Salzach getragen haben. | + | Außerdem gibt es in der Sage einen Riesen namens Abfalter: Vor mehreren hundert Jahren hauste auch der Riese Abfalter auf dem [[Untersberg]]e. Noch sieht man einen großen Felsgraben auf dem Rücken des Berges, der ihm zum Lager diente. Die Hügel von [[Wals]], [[Liefering]] und [[Maxglan]] sowie die kleinen Erhebungen ("Golferhügel") da und dort, auf denen meistens Kirchen stehen, sollen von den Steinen herrühren, die er bisweilen zum Zeitvertreib herabwarf. Am Fuße des [[Gaisberg]]es soll er einst einer Riesenjungfrau begegnet sein, welche, vom [[Abersee]] kommend, Steine in der Schürze trug, um auf selben als Trittsteinen über die [[Salzach]] zu schreiten, selbe aber unterwegs unbemerkt bei [[Plainfeld]] verloren hatte, weil die Schürze ein Loch bekam. Abfalter soll sie dann über die Salzach getragen haben. |
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| | '''Aigen'''<br> | | '''Aigen'''<br> |
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| | : ''Hauptartikel: [[Aiglhof]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Aiglhof]]'' |
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| − | Aiglhof wurde nach dem dominanten Adelssitz Lindhof benannt, den einst das Geschlecht der Aigl besaß und das seit [[1604]] dem [[Erzstift St. Peter]] gehört. „Aigl“ könnte dieselbe Herkunft haben wie „Aigen“ (s.o.) | + | Aiglhof wurde nach dem Adelssitz Lindhof = Aiglhof benannt, den einst das Geschlecht derer von Lind und danach der Aigl besaß und das seit [[1604]] dem [[Erzstift St. Peter]] gehört. „Aigl“ könnte dieselbe Herkunft haben wie „Aigen“ (s.o.) |
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| | '''Alpensiedlung'''<br> | | '''Alpensiedlung'''<br> |
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| | : ''Hauptartikel: [[Andräviertel]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Andräviertel]]'' |
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| − | Als Andräviertel bezeichnet nach der hier gelegenen [[Stadtpfarrkirche St. Andrä]]. Eine dem Apostel Andreas geweihte Kirche stand ursprünglich an jener Ecke des [[Neustadt#Das_Platzl|Platzl]]s, wo [[Linzer Gasse]] und [[Dreifaltigkeitsgasse]] aufeinander treffen. Diese wurde [[1861]] wegen besserer Zufahrtsmöglichkeiten durch die Linzer Gasse abgerissen und [[1892]]/[[1898|98]] durch die jetzige Kirche am [[Mirabellplatz]] ersetzt. | + | Als Andräviertel bezeichnet nach der hier gelegenen [[Stadtpfarrkirche St. Andrä]]. Eine dem Apostel Andreas geweihte Kirche stand ursprünglich an jener Ecke des [[Neustadt#Das_Platzl|Platzl]]s, wo [[Linzer Gasse]] und [[Dreifaltigkeitsgasse]] aufeinander treffen. Diese wurde [[1861]] aus Unverstand abgerissen und [[1892]]/[[1898|98]] durch die jetzige Kirche am [[Mirabellplatz]] ersetzt. |
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| | '''Äußerer Stein'''<br> | | '''Äußerer Stein'''<br> |
| | : ''Hauptartikel: [[Altstadt]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Altstadt]]'' |
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| − | So wird das Gebiet entlang der Arenbergstraße zwischen dem äußeren Steintor (heute Engelwirtsbrunnen) und dem heutigen Beginn der Pausingerstraße (früher äußere [[Steingasse]] genannt. Im Inneren Stein wurden am Fuß des [[Kapuzinerberg]]s vielleicht schon in der Römerzeit von Hochwässern der [[Salzach]] besser geschützte Häuser gebaut, die buchstäblich „auf dem Stein“ standen. | + | So wird das Gebiet entlang der Arenbergstraße zwischen dem äußeren Steintor (heute Engelwirtsbrunnen) und dem heutigen Beginn der Pausingerstraße (früher äußere [[Steingasse]] genannt. Später wurde Im Inneren Stein wurden am Fuß des [[Kapuzinerberg]]s vielleicht schon in der Römerzeit von Hochwässern der [[Salzach]] besser geschützte Häuser gebaut, die buchstäblich „auf dem Stein“ standen. Im 19. Jahrhundert wurde vorübergehend auch größere Teile des Inneren Parsch zum Äußeren Stein dazugezählt. |
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| | '''Burgfried'''<br> | | '''Burgfried'''<br> |
| | : ''Hauptartikel: [[Maxglan]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Maxglan]]'' |
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| − | Möglicherweise ein alter, aber schon im Mittelalter aufgelassener Siedlungskern [[Maxglan]]s. Mit „Burgfried“ bezeichnete man im Mittelalter den erhöhten rechtlichen Schutz befestigter Plätze, später auch allgemein das unmittelbare Stadtgebiet. Die Annahme eines stärker befestigten Ortskernes von Maxglan ist wenig glaubhaft. Denkbar ist aber ein Pallisadenwall im frühen Mittelalter. | + | Möglicherweise ein alter, aber schon im Mittelalter aufgelassener Siedlungskern [[Maxglan]]s. Mit „Burgfried“ bezeichnete man im frühen Mittelalter den erhöhten rechtlichen Schutz befestigter Plätze, später auch allgemein das unmittelbare Stadtgebiet. Die Annahme eines stärker befestigten Ortskernes von Maxglan direkt im Überschwemmungsgebiet der Glan ist allerdings wenig glaubhaft. Denkbar ist aber ein Pallisadenwall im frühen Mittelalter im Raum des heutigen Kirchenviertels. |
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| | '''Elisabeth-Vorstadt<br> | | '''Elisabeth-Vorstadt<br> |
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| | '''Esch'''<br> | | '''Esch'''<br> |
| − | Siedlungsname nach den dort wachsenden Eschen. | + | Siedlungsname nach den dort wachsenden Eschenwaldsam am Fuß des Heuberges. |
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| | '''Gaisberg'''<br> | | '''Gaisberg'''<br> |
| | : ''Hauptartikel: [[Gaisberg]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Gaisberg]]'' |
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| − | Um 700 als „Keizperch“ und „Gaisloberch“ nachgewiesen; auf dem Berg hatten die Anrainer die Weiden für ihre Geißen; | + | Um 700 als „Keizperch“ und „Gaisloberch“ nachgewiesen; auf dem Berg hatten die Klöster St. Peter und Nonnberg die Weiden für ihre Geißen besaßen; |
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| | '''Glanhofen<br> | | '''Glanhofen<br> |
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| | : ''Hauptartikel: [[Aigen]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Aigen]]'' |
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| − | Der Name der schon um [[700]] genannten Ortschaft lässt sich nach Hörburger mit althochdeutsch glas = „gläsern, glänzend“ in Verbindung bringen, aus idg. "*ghlé/ghló", vgl. germ. "glít", anord. "glitra", ahd. "glizzan", asächs. "glita", aslav. "gledati"; oft im Zusammenhang mit Sumpf/Moorworten; benennt auch Orte der Verehrung der chtonischen Göttin (chtonisch = der Erde zugehörig; die frühesten menschlichen Kulturen verehrten wahrscheinlich die Große Göttin, als Gaia, die Göttin der Erde. Gaia ist griechisch, ihr ursprünglicher Name ist nicht mehr bekannt. Man sagt, dass die älteste Vorstellung von ihr die der Erde selbst war). | + | Der Name der schon um [[700]] genannten Ortschaft lässt sich nach Hörburger mit althochdeutsch glas = „gläsern, glänzend“ in Verbindung bringen. Das Glas war allerdings den germanischen Stämmen fremd (bzw. dort nur Name des Bernsteinschmucks). Der Name ist, wie die Mehrzahl der Namen im Süden Salzburgs mit hoher Wahrscheinlichkeit romanischen Ursprungs. |
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| | '''Gneis'''<br> | | '''Gneis'''<br> |
| | : ''Hauptartikel: [[Gneis]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Gneis]]'' |
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| − | Hörburger leitet es vom romanischen „canales“ = Wasserrinne ab. Für Gneis gibt es aber auch einen zweiten, wenn auch deutlich weniger schlüssigen Erklärungsversuch: Zillner sieht darin auf Grund der auch vorkommenden Schreibungen „Gnälls“ und „Gnäusel“ ein mundartlich entstelltes „Knaus“ oder „Knäuslein“, d.i. ein Ansatz außen am Brotlaib. Angeblich - aber wenig wahrscheinlich gleicht die leicht wellig verlaufende Terrassenkante der Friedhofsterrasse einem Brotlaibscherzel. | + | Hörburger leitet es vom romanischen „canales“ = Wasserrinne ab. Für Gneis gibt es aber auch einen zweiten, wenn auch deutlich weniger schlüssigen Erklärungsversuch: Zillner sieht darin auf Grund der auch vorkommenden Schreibungen „Gnälls“ und „Gnäusel“ ein mundartlich entstelltes „Knaus“ oder „Knäuslein“, d.i. ein Ansatz außen am Brotlaib. Angeblich - aber wenig wahrscheinlich wurde die leicht wellig verlaufende Terrassenkante der Friedhofsterrasse mit einem Brotlaibscherzel verglichen. |
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| | '''Gnigl'''<br> | | '''Gnigl'''<br> |
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| | : ''Hauptartikel: [[Herrnau]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Herrnau]]'' |
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| − | -au ist oberdeutsch ein Hinweis auf Wasser und kommt von mittelhochdeutsch ouwa. Schon [[1574]] wurde ein Teil der [[Hellbrunner Au]] nach den Besitzverhältnissen als Herrnau bezeichnet. [[1631]] erhielt auch das neue dort errichtete Herrenhaus (Eschenbachg. 21) diesen Namen. | + | -au ist oberdeutsch ein Hinweis auf Wasser und kommt von althochdeutsch ouwa. Schon [[1574]] wurde ein Teil der [[Hellbrunner Au]] nach den zunehmend aristokraktischen Besitzverhältnissen als Herrnau (Au der adeligen Herren) bezeichnet. [[1631]] erhielt auch das neue dort errichtete Herrenhaus (heute Eschenbachg. 21) diesen Namen. |
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| | '''Itzling'''<br> | | '''Itzling'''<br> |
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| | : ''Hauptartikel: [[Kasern]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Kasern]]'' |
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| − | Kasern kommt aus der uralten indogermanischen Wortfamilie von lateinisch casa = Haus, Hof. Es hat sich auf vielen Almen als „Kaser“ erhalten. Das Wort Käse hat demgegenüber eine andere Sprachwurzel und kommt von lateinisch "caseus" = Labkäse, was ebenso wie die Herkunft von „Sennerin“ aus lateinisch "seniora" belegt, dass die zugewanderten Bajuwaren vor rund 1.500 Jahren die Almwirtschaft von der romanisch-keltischen Bevölkerung übernahmen. | + | Kasern kommt aus der uralten indogermanischen Wortfamilie von lateinisch casa = Haus, Hof. Das Wort Käse hat demgegenüber eine andere Sprachwurzel und kommt von lateinisch "caseus" = Labkäse, was ebenso wie die Herkunft von „Sennerin“ aus lateinisch "seniora" belegt, dass die zugewanderten Bajuwaren vor rund 1.500 Jahren die Almwirtschaft von der romanisch-keltischen Bevölkerung übernahmen. |
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| | '''Kleingmain'''<br> | | '''Kleingmain'''<br> |
| | : ''Hauptartikel: [[Kleingmain]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Kleingmain]]'' |
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| − | Gmain in [[Großgmain]] hat sich in seiner ursprünglichen Form Mona (urkundlich 9. Jh.) bisher allen Deutungsversuchen widersetzt. Die lautliche Weiterentwicklung legt eine volksetymologische Umdeutung nahe, so dass der Name heute wohl in seiner dialektalen Form gmoa als Gemeinde zu interpretieren ist. In Kleingmain ist allerdings eine Deutung weit weniger schwierig: Unter Gmain sind hier jene Weideflächen zu verstehen, die den privilegierten Gemeindebürgern der Stadt zustanden. | + | Gmain in [[Großgmain]] hat sich in seiner ursprünglichen Form Mona (urkundlich 9. Jh.) bisher allen Deutungsversuchen widersetzt. Die lautliche Weiterentwicklung legt eine volksetymologische Umdeutung nahe, so dass der Name heute wohl in seiner dialektalen Form gmoa als Gemeinde zu interpretieren ist. |
| | + | In Kleingmain ist allerdings eine Deutung weit weniger schwierig: Unter Gmain sind hier jene Weideflächen zu verstehen, die den privilegierten Gemeindebürgern der Stadt zustanden. |
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| | '''Langwied'''<br> | | '''Langwied'''<br> |
| | : ''Hauptartikel: [[Langwied]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Langwied]]'' |
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| − | Das ist ein alter Flurname und enthält den altdeutschen Wortbestandteil wid = Holz, bzw Weidenbaum. An das Langwied schloss früher direkt das Langmoos an. Durch die langgestreckte Form von Langwied und Langmoos in der Talsenke zwischen Heuberg und Bergsam ist deren Name einleuchtend. | + | Das ist ein alter Flurname und enthält den altdeutschen Wortbestandteil wid = Holz, bzw Weidenbaum. An das Langwied schloss früher direkt das Langmoos an. Viele Weidenarten sind typische Gehölzsarten am Rand von Mooren (vor alle die Aschweide). Durch die langgestreckte Form von Langwied und Langmoos in der Talsenke zwischen Heuberg und Bergsam ist deren Name einleuchtend. |
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| | '''Lehen'''<br> | | '''Lehen'''<br> |
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| | : ''Hauptartikel: [[Schloss Leopoldskron]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Schloss Leopoldskron]]'' |
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| − | Zum Schloss Leopioldskron
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| | An einem schon vorher bestehenden Weiher im Landschaftsraum von Riedenburg ließ Erzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] [[1736]] – [[1740]] ein [[Schloss Leopoldskron|Schloss]] errichten. Zu diesem Schloss gehörte als Grundeigentum auch das Wildmoos, wodurch sich allmählich der neue Name Leopolskron-Moos (siehe dort) einbürgerte. | | An einem schon vorher bestehenden Weiher im Landschaftsraum von Riedenburg ließ Erzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] [[1736]] – [[1740]] ein [[Schloss Leopoldskron|Schloss]] errichten. Zu diesem Schloss gehörte als Grundeigentum auch das Wildmoos, wodurch sich allmählich der neue Name Leopolskron-Moos (siehe dort) einbürgerte. |
| | Das Schloss blieb bis [[1828]] im Besitz der Grafen von Firmian, danach gab es häufige Besitzerwechsel. Bis [[1938]] gehörte es [[Max Reinhardt]], dann enteigneten es die Nazis. Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] wurde es an die Erben Reinhardts restituiert, die es [[1969]] an die US-Stiftung „Salzburg Seminar“ verkauften. – | | Das Schloss blieb bis [[1828]] im Besitz der Grafen von Firmian, danach gab es häufige Besitzerwechsel. Bis [[1938]] gehörte es [[Max Reinhardt]], dann enteigneten es die Nazis. Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] wurde es an die Erben Reinhardts restituiert, die es [[1969]] an die US-Stiftung „Salzburg Seminar“ verkauften. – |
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| | : ''Hauptartikel: [[Liefering]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Liefering]]'' |
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| − | Urkundlicher Erstbeleg „Liueringa“ (in den Breves Notitiae, ca. [[8. Jahrhundert]]). Ein weiterer Ortsname auf –ing (Beschreibung siehe [[Itzling]]) mit der Bedeutung „Heim, Hof, Siedlung der Sippe Liuphari oder Liupheri, was mit großer Wahrscheinlichkeit ein romanischer Personenname und von lateinisch „liber“ = 'frei(geboren)' abgeleitet ist. – Am [[1. Jänner]] [[1939]] nach [[Salzburg]] eingemeindet. | + | Urkundlicher Erstbeleg „Liueringa“ (in den Breves Notitiae, ca. [[8. Jahrhundert]]) Dabei wurde das u und v damals als gleicher Buchstabe geschrieben. Ein weiterer Ortsname auf –ing (Beschreibung siehe [[Itzling]]) mit der Bedeutung „Heim, Hof, Siedlung der Sippe Liuphari oder Liupheri, was mit großer Wahrscheinlichkeit ein romanischer Personenname und von lateinisch „liber“ = 'frei(geboren)' abgeleitet ist. – Am [[1. Jänner]] [[1939]] nach [[Salzburg]] eingemeindet. |
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| | '''Loig'''<br> | | '''Loig'''<br> |
| | : ''Hauptartikel: [[Loig]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Loig]]'' |
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| − | Der Name 'Loig' kommt von ad. „leug“ = warmes Bad, was offenbar schon die Römer entdeckten, von denen hier [[1815]] durchgeführte Ausgrabungen Mosaikböden zu Tage förderten. | + | Der Name 'Loig' kommt möglicherweise von ahd. „leug“ = warmes Bad, was offenbar schon die Römer entdeckten, von denen hier [[1815]] durchgeführte Ausgrabungen Mosaikböden zu Tage förderten. |
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| | '''Maxglan'''<br> | | '''Maxglan'''<br> |
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| | Flurname für das im Süden der Stadt gelegene Moorgebiet. | | Flurname für das im Süden der Stadt gelegene Moorgebiet. |
| − | Das Moor südlich des [[Mönchsberg|Mönchsberges]] und der Riedenburg wurde ursprünglioch "viltzmoos" oder "Wildmoos" genannt. Es wurde in ersten Teilen zuerst im 18. Jahrhundert kultiviert. Eine tiefgreifende Trockenlegung des Moores war aber erst nach der Begradigung der Glan in den Jahren 1933-1947 möglich. Am [[1. Jänner]] [[1939]] wurde die Gemeinde Leopoldskron-Moos nach [[Salzburg]] eingemeindet. | + | Das Moor südlich des [[Mönchsberg|Mönchsberges]] und der Riedenburg wurde ursprünglich "viltzmoos" oder "Wildmoos" genannt. Es wurde in ersten Teilen ab der Mitte des 18. Jahrhundert kultiviert. Eine tiefgreifende Trockenlegung des Moores war aber erst nach der Begradigung der Glan in den Jahren 1933-1947 möglich. Am [[1. Jänner]] [[1939]] wurde die Gemeinde Leopoldskron-Moos nach [[Salzburg]] eingemeindet. |
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| | '''Morzg'''<br> | | '''Morzg'''<br> |
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| | : ''Hauptartikel: [[Parsch]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Parsch]]'' |
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| − | In Urkunden von [[1122]] „Porras“ und „Porss“ genannt, ist etymologisch umstritten. Einige leiten es vom lateinischen „pars“ = der Teil her, andere vom „parzigen“ = verkrüppelten Buschwerk der einst hier gelegenen Aulandschaft am [[Gersbach]]; auch eine Herkunft aus dem Keltischen kann nicht ausgeschlossen werden. | + | In Urkunden von [[1122]] „Porras“ und „Porss“ genannt, ist etymologisch umstritten. Einige leiten es vom lateinischen „pars“ = der Teil her. Die Herkunft vom „parzigen“ = verkrüppelten Buschwerk der einst hier gelegenen Landschaft am [[Gersbach]] mit seinem Gehölzsaum ist wenig wahrscheinlich. Eine Herkunft aus vorrömischer, also keltischer Zeit kann nicht ausgeschlossen werden. |
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| | '''Riedenburg'''<br> | | '''Riedenburg'''<br> |
| | : ''Hauptartikel: [[Riedenburg]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Riedenburg]]'' |
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| − | Riedenburg war der ursprüngliche Name des [[Rainberg]]-Felsens (a rupe que Ritinburc appellatur, [[1139]]), der inmitten von moorigen Wiesen = Rieden aufragte. Die Riedenburger Sümpfe („''Die Pferde sanken dort bis zum Bauch ein und verloren im Morast die Hufeisen''“) wurden erst im 16. Jahrhundert trocken gelegt und das Gebiet wurde (bäuerlich) besiedelt. | + | Riedenburg war der ursprüngliche Name des [[Rainberg]]-Felsens (a rupe que Ritinburc appellatur, [[1139]]), der inmitten von moorigen Wiesen = Riedgraswiesen aufragte. Die Riedenburger Sümpfe („''Die Pferde sanken dort bis zum Bauch ein und verloren im Morast die Hufeisen''“) wurden erst im 16. Jahrhundert trocken gelegt, das Gebiet wurde in der Foplge nur sehr dünn mit wenigen Gehöften (bäuerlich) besiedelt, die Verbauung der Riedenburg erfolgte wesentlich nach 1880. |
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| | '''Rott'''<br> | | '''Rott'''<br> |
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| | : ''Hauptartikel: [[Schallmoos]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Schallmoos]]'' |
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| − | Vielleicht Bezeichnung für ein „schales“ = dickflüssiges, unreines Moorgebiet. Das Moor wurde aber der Mitte des [[17. Jahrhundert]]s schrittweise trocken gelegt. | + | Vielleicht Bezeichnung für ein „schales“ = dickflüssiges, unreines Moorgebiet. Das Moor wurde aber der Mitte des [[17. Jahrhundert]]s schrittweise trocken gelegt. der letzte erhatene Rest des Schallmooses (Itzlinger Mooses) ist dass Samer Mösl. |
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| | '''Taxham'''<br> | | '''Taxham'''<br> |
| | : ''Hauptartikel: [[Taxham]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Taxham]]'' |
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| − | Ausgehend vom Grund des [[Gut Daxheim|Gutes Daxenheim]], das dem Stadtteil auch seinen Namen gab, begann die intensive Besiedlung in den 1960er Jahren. Neben den Namen auf –ing (vgl. unter Itzling) ist-heim- bzw. ham eine zweite weit verbreitete althochdeutsche Ortsnamenfamilie. Die Verbreitung dieser beiden ältesten Namentypen ist unterschiedlich: die -heim-Namen konzentrieren sich auf das oberösterreichische Alpenvorland bis gegen die Enns und den Salzburger [[Flachgau]], während die echten -ing-Namen nicht nur etwas weiter nach Süden ins beginnende Bergland hineinreichen, sondern sich vor allem über die Enns hinaus in den niederösterreichischen Donauraum bis ins Wiener Becken nach Osten erstrecken. Grund ist der unterschiedliche Bedeutungsaspekt der beiden Namentypen hinsichtlich des Wohnortes. | + | Ausgehend vom Grund des [[Gut Daxheim|Gutes Daxenheim]], das dem Stadtteil auch seinen Namen gab, begann die intensive Besiedlung in den 1960er Jahren. Das Bauerngut wieder hatte seinen Namen nachdem kleinen Wäldchen (Taxen = Nadelbaumzweige, Nadelholz) und dem einst nächststehenden kleinen Herrenhof. Neben den Namen auf –ing (vgl. unter Itzling) ist-heim- bzw. ham eine zweite weit verbreitete althochdeutsche Ortsnamenfamilie. Die Verbreitung dieser beiden ältesten Namentypen ist unterschiedlich: die -heim-Namen konzentrieren sich auf das oberösterreichische Alpenvorland bis gegen die Enns und den Salzburger [[Flachgau]], während die echten -ing-Namen nicht nur etwas weiter nach Süden ins beginnende Bergland hineinreichen, sondern sich vor allem über die Enns hinaus in den niederösterreichischen Donauraum bis ins Wiener Becken nach Osten erstrecken. Grund ist der unterschiedliche Bedeutungsaspekt der beiden Namentypen hinsichtlich des Wohnortes. |
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| | In den -ing-Namen wird der Besitzanspruch auf Grund und Boden deutlich, so dass dieser Namentyp beim Vordringen in die slawisch besiedelten Gebiete östlich der Enns nach den Awarenkriegen Karls des Großen seit dem ausgehenden [[8. Jahrhundert]] und noch im auslaufenden [[10. Jahrhundert]] nach Errichtung der Markgrafschaft Österreich [[976]] für die Besitzergreifung und Neuansiedlung bestens geeignet war. Dagegen gab man -heim-Namen in jenen Gebieten, in denen man schon länger ansässig war und sich beheimatet fühlte. Daher umgrenzen die -heim-Namen, obwohl jünger, deutlich den ursprünglichen bairischen Siedlungsraum, wobei die heute österreichischen Gebiete Oberösterreichs und Salzburgs selbstverständlich die östlichen Bereiche der auch in Nieder- und Oberbayern massenhaft auftretenden beiden Namentypen sind. | | In den -ing-Namen wird der Besitzanspruch auf Grund und Boden deutlich, so dass dieser Namentyp beim Vordringen in die slawisch besiedelten Gebiete östlich der Enns nach den Awarenkriegen Karls des Großen seit dem ausgehenden [[8. Jahrhundert]] und noch im auslaufenden [[10. Jahrhundert]] nach Errichtung der Markgrafschaft Österreich [[976]] für die Besitzergreifung und Neuansiedlung bestens geeignet war. Dagegen gab man -heim-Namen in jenen Gebieten, in denen man schon länger ansässig war und sich beheimatet fühlte. Daher umgrenzen die -heim-Namen, obwohl jünger, deutlich den ursprünglichen bairischen Siedlungsraum, wobei die heute österreichischen Gebiete Oberösterreichs und Salzburgs selbstverständlich die östlichen Bereiche der auch in Nieder- und Oberbayern massenhaft auftretenden beiden Namentypen sind. |
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| − | Dass sie im Alpenraum nur eine geringe Rolle spielen, beruht auf der bis ins [[12. Jahrhundert|12.]]/[[13. Jahrhundert]] dort fortbestehenden romanischen Siedlung im Westen und der slawischen im Osten, wobei – vom romanisch-slawischen Überschneidungsgebiet Osttirols und Oberkärntens abgesehen –, ein wechselseitiger Ausschluss der romanischen, slawischen und der beiden ältesten deutschen Namentypen besteht. So kommen vor allem die -ing-Namen hauptsächlich nur dort vor, wo sich schon früh bairische Siedlungskerne im romanischen bzw. slawischen Raum bildeten. Das geschah vor allem in jenen Tälern, in denen ein leichtes Vordringen möglich war, wie schon früh in Tirol im Inntal um Innsbruck und im Pustertal um Bruneck, im [[Saalach]]er Becken in Salzburg und dann später im obersteirischen Ennstal und von dort über das Palten- und Liesingtal ins Murtal. | + | Dass sie im Alpenraum nur eine geringe Rolle spielen, beruht auf der bis ins [[12. Jahrhundert|12.]]/[[13. Jahrhundert]] dort fortbestehenden romanischen Siedlung im Westen und der slawischen im Osten, wobei – vom romanisch-slawischen Überschneidungsgebiet Osttirols und Oberkärntens abgesehen – ein wechselseitiger Ausschluss der romanischen, slawischen und der beiden ältesten deutschen Namentypen besteht. So kommen vor allem die -ing-Namen hauptsächlich nur dort vor, wo sich schon früh bairische Siedlungskerne im romanischen bzw. slawischen Raum bildeten. Das geschah vor allem in jenen Tälern, in denen ein leichtes Vordringen möglich war, wie schon früh in Tirol im Inntal um Innsbruck und im Pustertal um Bruneck, im [[Saalach]]er Becken in Salzburg und dann später im obersteirischen Ennstal und von dort über das Palten- und Liesingtal ins Murtal. |
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| | ==Ortsnamen im Umland der Stadt== | | ==Ortsnamen im Umland der Stadt== |