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Er war der Benjamin der erfolgreichen NSU-Werksmannschaft von [[1954]], dem zweiten Jahr, in dem die Renn-Fox und Renn-Max aus Neckarsulm in den Klassen 125 und 250 cm³ alles niederwalzten, was ihnen vor die Räder kam. Hollaus war nicht nur an Jahren der Benjamin, sondern auch an Statur und Auftreten. Der schmächtige, stille Niederösterreicher aus Traisen kam im Alter von 24 Jahren als vierter Mann ins NSU-Team, das damals aus Doppelweltmeister Haas (27), Hans Baltisberger (31) und H. P. Müller (45) bestand. Da hatte er eigentlich vor Ehrfurcht erstarren müssen. Er blieb aber ungerührt von soviel Prominenz, sah sich in seiner bescheidenen Art einmal an, was die andern konnten, und fuhr dann, wenn es drauf ankam, allen drei Musketieren vor der Nase herum.
 
Er war der Benjamin der erfolgreichen NSU-Werksmannschaft von [[1954]], dem zweiten Jahr, in dem die Renn-Fox und Renn-Max aus Neckarsulm in den Klassen 125 und 250 cm³ alles niederwalzten, was ihnen vor die Räder kam. Hollaus war nicht nur an Jahren der Benjamin, sondern auch an Statur und Auftreten. Der schmächtige, stille Niederösterreicher aus Traisen kam im Alter von 24 Jahren als vierter Mann ins NSU-Team, das damals aus Doppelweltmeister Haas (27), Hans Baltisberger (31) und H. P. Müller (45) bestand. Da hatte er eigentlich vor Ehrfurcht erstarren müssen. Er blieb aber ungerührt von soviel Prominenz, sah sich in seiner bescheidenen Art einmal an, was die andern konnten, und fuhr dann, wenn es drauf ankam, allen drei Musketieren vor der Nase herum.
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Vater Hollaus hatte in Traisen, Niederösterreich, eine Werkstätte, und so bekam der junge Rupert schon im Kindesalter eine Beziehung zum Motorrad. Wahrscheinlich war auch ausschlaggebend, dass das nahe St. Pölten immer schon rennsportbegeistert war und Motorradrennen auf der Trabrennbahn und auf den Straßen der Stadt zum jährlichen Sportprogramm dieser niederösterreichischen Industriestadt gehörten. Dort wohnte auch Alex Mayer, ein bekannter Rennfahrer, der schon in den ersten Jahren nach dem Krieg mit großer Zähigkeit und Ausdauer seinen Traum, eine Moto-Guzzi-Rennmaschine in die Hand zu bekommen, verwirklichen konnte. Von diesem schnellen Eisen aus dem Süden gab es in Österreich aus der Vorkriegszeit nur ein einziges wirklich schnelles Exemplar; das hatte der vielfache Wiener Staatsmeister Leonhard Fassl gut über den Krieg gebracht. Der feuerrote Renner wechselte bald den Besitzer und kam zu Alex Mayer nach St. Pölten.  
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Vater Hollaus hatte in Traisen, Niederösterreich, eine Werkstätte, und so bekam der junge Rupert schon im Kindesalter eine Beziehung zum Motorrad. Wahrscheinlich war auch ausschlaggebend, dass das nahe St. Pölten immer schon rennsportbegeistert war und Motorradrennen auf der Trabrennbahn und auf den Straßen der Stadt zum jährlichen Sportprogramm dieser niederösterreichischen Industriestadt gehörten. Dort wohnte auch Alex Mayer, ein bekannter Rennfahrer, der schon in den ersten Jahren nach dem Krieg mit großer Zähigkeit und Ausdauer seinen Traum, eine Moto-Guzzi-Rennmaschine in die Hand zu bekommen, verwirklichen konnte. Von diesem schnellen Eisen aus dem Süden gab es in Österreich aus der Vorkriegszeit nur ein einziges wirklich schnelles Exemplar; das hatte der vielfache Wiener Staatsmeister [[Leonhard Fassl]] gut über den Krieg gebracht. Der feuerrote Renner wechselte bald den Besitzer und kam zu Alex Mayer nach St. Pölten.  
    
Dem jungen Rupert Hollaus musste es wohl diese ehemalige Werksmaschine aus dem Jahr 1934 angetan haben, denn er begann mit ihr seine Laufbahn, als Mayer [[1950]] auf eine echte »Albatros« umstieg, die er vom italienischen Altmeister Nocchi aus Trient, Italien, erwerben konnte.
 
Dem jungen Rupert Hollaus musste es wohl diese ehemalige Werksmaschine aus dem Jahr 1934 angetan haben, denn er begann mit ihr seine Laufbahn, als Mayer [[1950]] auf eine echte »Albatros« umstieg, die er vom italienischen Altmeister Nocchi aus Trient, Italien, erwerben konnte.