| Zeile 1: |
Zeile 1: |
| | [[Datei:ISM_Gehmacher_Rehm_HonsigErlenburg_Foto_wildbild.jpg|thumb|Wolfgang Rehm (Mitte) mit [[Friedrich Gehmacher]] (li., ehemaliger Präsident der ISM) und [[Johannes Honsig-Erlenburg]] (re., Präsident der ISM).]] | | [[Datei:ISM_Gehmacher_Rehm_HonsigErlenburg_Foto_wildbild.jpg|thumb|Wolfgang Rehm (Mitte) mit [[Friedrich Gehmacher]] (li., ehemaliger Präsident der ISM) und [[Johannes Honsig-Erlenburg]] (re., Präsident der ISM).]] |
| − | '''Prof. Dr. Wolfgang Rehm''' (* [[3. September]] [[1929]] in München; † [[6. April]] [[2017]]) war ein deutscher Musikwissenschaftler und einer der Gründungsväter der [[Neue Mozart-Ausgabe|Neuen Mozart-Ausgabe]] (NMA). | + | '''Prof. Dr. Wolfgang Rehm''' (* [[3. September]] [[1929]] in [[München]]; † [[6. April]] [[2017]]) war ein deutscher Musikwissenschaftler und einer der Gründungsväter der [[Neue Mozart-Ausgabe|Neuen Mozart-Ausgabe]] (NMA). |
| | | | |
| | == Rehm und Salzburg == | | == Rehm und Salzburg == |
| Zeile 9: |
Zeile 9: |
| | Die Editionstätigkeit der NMA nahm unter den beiden Editionsleitern Plath und Rehm nach 1960 Fahrt auf, [[1967]] erschien der 50., [[1984]] der 100. Notenband, und [[1991]] kam schließlich die technisch einzigartige Dünndruck-Taschenbuch-Ausgabe heraus, als alle Notenbände aus dem Hauptteil der NMA erschienen waren. Als Mozart-Editor lagen Rehm Klaviermusik und Bühnenwerke besonders am Herzen, aber es dürfte wohl keinen Band geben, der in die Räume der Editionsleitung gelangte und von ihm vor der Drucklegung nicht mit größter Akribie durchgearbeitet worden wäre. Dabei kümmerte er sich um problematische Lesearten in einer selten gewordenen kritischen Genauigkeit. Ein Anliegen war ihm auch der Kontakt zu privaten Eigentümern von Mozart-Autographen, was, wie er gestand, nicht immer einfach war. | | Die Editionstätigkeit der NMA nahm unter den beiden Editionsleitern Plath und Rehm nach 1960 Fahrt auf, [[1967]] erschien der 50., [[1984]] der 100. Notenband, und [[1991]] kam schließlich die technisch einzigartige Dünndruck-Taschenbuch-Ausgabe heraus, als alle Notenbände aus dem Hauptteil der NMA erschienen waren. Als Mozart-Editor lagen Rehm Klaviermusik und Bühnenwerke besonders am Herzen, aber es dürfte wohl keinen Band geben, der in die Räume der Editionsleitung gelangte und von ihm vor der Drucklegung nicht mit größter Akribie durchgearbeitet worden wäre. Dabei kümmerte er sich um problematische Lesearten in einer selten gewordenen kritischen Genauigkeit. Ein Anliegen war ihm auch der Kontakt zu privaten Eigentümern von Mozart-Autographen, was, wie er gestand, nicht immer einfach war. |
| | | | |
| − | Andere Mitglieder der Editionsleitung schieden wieder aus, Rehm blieb und überlebte den fast gleichaltrigen schriftbeflissenen Kollegen Wolfgang Plath um mehr als 20 Jahre. In den frühen [[1980er]]-Jahren zog Rehm von Kassel nach [[Stadt Salzburg|Salzburg]] um und wirkte dort bis [[1994]] hauptberuflich als Mitglied der Editionsleitung. Gemeinsam mit [[Dietrich Berke]] brachte er [[2007]], schon im Ruhestand, die Neue Mozart-Ausgabe offiziell zu einem guten Ende. Heute kann die Digitale Mozart-Edition, ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Mozarteum Salzburg und des Packard Humanities Institutes, Los Altos/California, auf die jahrzehntelange Editionsarbeit der von Rehm geprägten NMA aufbauen. Noch in seinen Siebzigern war Rehm in große Editionsprojekte eingebunden, zuletzt in die siebenteilige Edition Mozarts Operas in Facsimile des Packard Humanities Institute. Seine Energie und sein Weckruf zum Widerspruch verstummten dann mehr und mehr; die letzten beiden Lebensjahre verbrachte er, inzwischen verwitwet, fern von Salzburg in der Nähe seiner Verwandten. | + | Andere Mitglieder der Editionsleitung schieden wieder aus, Rehm blieb und überlebte den fast gleichaltrigen schriftbeflissenen Kollegen Wolfgang Plath um mehr als 20 Jahre. In den frühen [[1980er]]-Jahren zog Rehm von Kassel nach [[Stadt Salzburg|Salzburg]] um und wirkte dort bis [[1994]] hauptberuflich als Mitglied der Editionsleitung. Gemeinsam mit [[Dietrich Berke]] brachte er [[2007]], schon im Ruhestand, die Neue Mozart-Ausgabe offiziell zu einem guten Ende. Heute kann die Digitale Mozart-Edition, ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Mozarteum Salzburg und des ''Packard Humanities Institute'', Los Altos/California, auf die jahrzehntelange Editionsarbeit der von Rehm geprägten NMA aufbauen. Noch in seinen Siebzigern war Rehm in große Editionsprojekte eingebunden, zuletzt in die siebenteilige Edition ''Mozart Operas in Facsimile'' des ''Packard Humanities Institute''. Seine Energie und sein Weckruf zum Widerspruch verstummten dann mehr und mehr; die letzten beiden Lebensjahre verbrachte er, inzwischen verwitwet, fern von Salzburg in der Nähe seiner Verwandten. |
| | | | |
| | Rehm war der Stiftung Mozarteum Salzburg aber nicht nur als Editionsleiter und als Mitglied der Akademie für Mozart-Forschung verbunden. Nachdem er bis 1980 die Kasseler Musiktage geleitet hatte, trug auch die Salzburger Mozartwoche über Jahre die Handschrift ihres künstlerischen Leiters Wolfgang Rehm. | | Rehm war der Stiftung Mozarteum Salzburg aber nicht nur als Editionsleiter und als Mitglied der Akademie für Mozart-Forschung verbunden. Nachdem er bis 1980 die Kasseler Musiktage geleitet hatte, trug auch die Salzburger Mozartwoche über Jahre die Handschrift ihres künstlerischen Leiters Wolfgang Rehm. |
| | | | |
| | {{mehr}} | | {{mehr}} |
| − | | + | == Quelle == |
| − | == Quellen == | |
| | * Presseaussendung der Internationalen Stiftung Mozarteum | | * Presseaussendung der Internationalen Stiftung Mozarteum |
| | | | |