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Karoline Augusta
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====Ihre Wohltätigkeit====
 
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Grundsätzlich hielt sich die Landesfürstin - im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin Maria Ludovica - aus der Politik heraus, später "vor allem mit Rücksicht auf ihre Schwester (und zugleich Schwiegertochter; M. B.), Erzherzogin Sophie" (Hamann 1988, S. 231). Doch Caroline zeigte sehr wohl Interesse an politschen Vorgängen und informierte sich über Ereignisse in ganz Europa, mischte sich aber niemals in die Politik ihres Mannes ein. Ihre Energie floss aber in Wohltätigkeit, was ihr den Beinamen "Mutter der Armen" einbrachte. Sie besuchte Fabriken, Bergwerke sowie soziale Einrichtungen: Schulen, Kleinkinderbewahranstalten, Erziehungsanstalten, Spitäler, Klöster, Armen- und Waisenhäuser, aber auch die Häuser und Hütten ihrer Untertanen. Auf diese Weise lernte Caroline Augusta vor Ort die Armut und das Elend der Bevölkerung kennen. Und wo sie konnte, half sie. Sie hörte damit auch nicht nach dem Tod ihres Mannes, [[1835]], auf.  
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Grundsätzlich hielt sich die Landesfürstin - im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin Maria Ludovica - aus der Politik heraus, später "vor allem mit Rücksicht auf ihre Schwester (und zugleich Schwiegertochter; M. B.), Erzherzogin Sophie" (Hamann 1988, S. 231). Doch Karoline zeigte sehr wohl Interesse an politschen Vorgängen und informierte sich über Ereignisse in ganz Europa, mischte sich aber niemals in die Politik ihres Mannes ein. Ihre Energie floss aber in Wohltätigkeit, was ihr den Beinamen "Mutter der Armen" einbrachte. Sie besuchte Fabriken, Bergwerke sowie soziale Einrichtungen: Schulen, Kleinkinderbewahranstalten, Erziehungsanstalten, Spitäler, Klöster, Armen- und Waisenhäuser, aber auch die Häuser und Hütten ihrer Untertanen. Auf diese Weise lernte Karoline Augusta vor Ort die Armut und das Elend der Bevölkerung kennen. Und wo sie konnte, half sie. Sie hörte damit auch nicht nach dem Tod ihres Mannes, [[1835]], auf.  
    
====Kinderbewahranstalten, später Kindergärten====
 
====Kinderbewahranstalten, später Kindergärten====
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Als [[1830]] in Wien von einem jüdischen Kaufmann zusammen mit einem katholischen Geistlichen die erste "Kinderbewahranstalt" in Wien gegründet wurde, über die Kaiserin die Patronanz dafür. Zwar kamen ihr bald Zweifel Richtigkeit ihrer Entscheidung (sie befürchtete zuviel Aufklärung der "niederen Klassen", ferner "revolutionären Kräften" Auftrieb gegeben zu haben), war aber beruhigt, als schließlich die katholischen Kirche das Kontrollrecht über die Kinderbewahranstalten zugesprochen bekam.
 
Als [[1830]] in Wien von einem jüdischen Kaufmann zusammen mit einem katholischen Geistlichen die erste "Kinderbewahranstalt" in Wien gegründet wurde, über die Kaiserin die Patronanz dafür. Zwar kamen ihr bald Zweifel Richtigkeit ihrer Entscheidung (sie befürchtete zuviel Aufklärung der "niederen Klassen", ferner "revolutionären Kräften" Auftrieb gegeben zu haben), war aber beruhigt, als schließlich die katholischen Kirche das Kontrollrecht über die Kinderbewahranstalten zugesprochen bekam.
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[[1846]] wurde die Kinder-Bewahranstalt im Kurort Baden bei Wien mit besonders großzügige Hilfe der Kaiserin unter der Leitung der [[Halleiner Schulschwestern]] eröffnet. Bereits [[1844]] entstand die Bewahranstalten in [[Hallein]]. Caroline besuchte die Schwestern in Hallein am [[12. September]] [[1844]] und schon am [[4. November]] [[1844]], am Namenstag der Kaiserin, konnte die Anstalt eröffnet werden. [[1846]] erfolgte dann die Eröffnung der ersten Kinderbewahranstalt in [[Salzburg]] Stadt.
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[[1846]] wurde die Kinder-Bewahranstalt im Kurort Baden bei Wien mit besonders großzügige Hilfe der Kaiserin unter der Leitung der [[Halleiner Schulschwestern]] eröffnet. Bereits [[1844]] entstand die Bewahranstalten in [[Hallein]]. Karoline besuchte die Schwestern in Hallein am [[12. September]] [[1844]] und schon am [[4. November]] [[1844]], am Namenstag der Kaiserin, konnte die Anstalt eröffnet werden. [[1846]] erfolgte dann die Eröffnung der ersten Kinderbewahranstalt in [[Salzburg]] Stadt.
    
Aber auch die Barmherzigen Schwestern des Mutterhauses in Salzburg-[[Mülln]] standen in ganz besonderer Gunst der Kaiserin. Es betrifft die Gründung in [[Oberndorf]]. Schon [[1853]] gab sie hiezu ihre Anregungen, jedoch zunächst wurde ein Schifferspital errichtet und im Jahre [[1870]] konnte als sechste Filiale vom neuen Mutterhause in Mülln und unter Mithilfe der Kaiserin in einem kleinen Hause in der Nähe der Stille-Nacht-Kapelle, 'St.-Vinzenz-Haus' genannt, die erste Bewahranstalt der Barmherzigen Schwestern eröffnet werden" (Dederichs 1962, S. 34 f).
 
Aber auch die Barmherzigen Schwestern des Mutterhauses in Salzburg-[[Mülln]] standen in ganz besonderer Gunst der Kaiserin. Es betrifft die Gründung in [[Oberndorf]]. Schon [[1853]] gab sie hiezu ihre Anregungen, jedoch zunächst wurde ein Schifferspital errichtet und im Jahre [[1870]] konnte als sechste Filiale vom neuen Mutterhause in Mülln und unter Mithilfe der Kaiserin in einem kleinen Hause in der Nähe der Stille-Nacht-Kapelle, 'St.-Vinzenz-Haus' genannt, die erste Bewahranstalt der Barmherzigen Schwestern eröffnet werden" (Dederichs 1962, S. 34 f).
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Viele Kinderbewahranstalten unterstützte die hohe Frau finanziell. Als Beispiel mögen hier nur aus einem Jahr die Aufzeichnungen ihrer Spenden angegeben werden: - "Es erhielten im Jahre 1871 die Kinderbewahranstalten in Schörfling am Attersee 100 fl; in [[Mondsee]]: 500 fl; in Hainburg: 1000 fl; in Kitzbühel: 1000 fl; in Altbunzlau und in Hradeck je 100 fl" (Dederichs 1962, S. 35).  
 
Viele Kinderbewahranstalten unterstützte die hohe Frau finanziell. Als Beispiel mögen hier nur aus einem Jahr die Aufzeichnungen ihrer Spenden angegeben werden: - "Es erhielten im Jahre 1871 die Kinderbewahranstalten in Schörfling am Attersee 100 fl; in [[Mondsee]]: 500 fl; in Hainburg: 1000 fl; in Kitzbühel: 1000 fl; in Altbunzlau und in Hradeck je 100 fl" (Dederichs 1962, S. 35).  
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Ohne Zweifel hatte Caroline Augusta durch ihr Eintreten für die Errichtung von Kinderbewahranstalten eine indirekte Vorbildwirkung auf die seinerzeit noch mangelhafte öffentliche Fürsorge. Dazu vermerkte treffsicher Clara Dederichs: "Was die edle Frau als Kaiserin und Kaiserin-Witwe in den Jahren von [[1816]] bis [[1873]] für die Kleinkinder und die Kinder-Bewahranstalten an materieller Hilfe und somit zur Förderung des Erziehungswesens geleistet hat, läßt sich heute kaum noch aufzählen und rechnungsmäßig genau erfassen! Obgleich ihr umfangreiches Wohltun gut überlegt war und fast den Charakter einer amtlich organisierten Fürsorge trug, ist vieles in den vergangenen Jahren in Vergessenheit geraten...  
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Ohne Zweifel hatte Karoline Augusta durch ihr Eintreten für die Errichtung von Kinderbewahranstalten eine indirekte Vorbildwirkung auf die seinerzeit noch mangelhafte öffentliche Fürsorge. Dazu vermerkte treffsicher Clara Dederichs: "Was die edle Frau als Kaiserin und Kaiserin-Witwe in den Jahren von [[1816]] bis [[1873]] für die Kleinkinder und die Kinder-Bewahranstalten an materieller Hilfe und somit zur Förderung des Erziehungswesens geleistet hat, läßt sich heute kaum noch aufzählen und rechnungsmäßig genau erfassen! Obgleich ihr umfangreiches Wohltun gut überlegt war und fast den Charakter einer amtlich organisierten Fürsorge trug, ist vieles in den vergangenen Jahren in Vergessenheit geraten...  
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Die ursprüngliche Idee der Kinderbewahranstalten lebt heute noch in umgewandelter Form weiter, als Kinderhorte, Kindergärten oder Kindertagesstätten. Neben der Bildung und Erziehung "weiblicher Dienstboten" (vgl. Rath 1993, S. 78 ff.), verwahrloster Knaben in der Erziehungsanstalt in der [[Edmundsburg]] in Salzburg (vgl. Rath 1993, S. 124 ff.) unterstützte Caroline Auguste das Salzburger [[Borromäum]], das unter dem Schutz des Heiligen Carolus Borromäus stand und der Priesterausbildung diente (vgl. Rath 1993, S. 134 ff.).
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Die ursprüngliche Idee der Kinderbewahranstalten lebt heute noch in umgewandelter Form weiter, als Kinderhorte, Kindergärten oder Kindertagesstätten. Neben der Bildung und Erziehung "weiblicher Dienstboten" (vgl. Rath 1993, S. 78 ff.), verwahrloster Knaben in der Erziehungsanstalt in der [[Edmundsburg]] in Salzburg (vgl. Rath 1993, S. 124 ff.) unterstützte Karoline Auguste das Salzburger [[Borromäum]], das unter dem Schutz des Heiligen Carolus Borromäus stand und der Priesterausbildung diente (vgl. Rath 1993, S. 134 ff.).
    
====Salzburger Ursulinen====
 
====Salzburger Ursulinen====
Ein sehr persönliches Anliegen war ihr die "altbewährte Mädchenerziehung" des Ordens der Salzburger "Ursulinen".  Seit [[1827]] bestand ein Kontakt zum Kloster, der sich Mitte der [[1850er]] Jahre intensivierte. Für eine beachtliche Anzahl von Mädchen trug die Kaiserin-Witwe die Kosten für deren Erziehung. In ihrem Todesjahr lebten bei den Salzburger "Ursulinen" siebzehn Mädchen auf Kosten von Caroline Augusta, davon bezahlte sie für fünf einen Teil des Kostgeldes, während die restlichen zwölf von ihr im vollem Umfang unterstützt wurden. Besonders gerne besuchte die hohe Frau das Kosthaus und die Schule des Klosters. Bei ihren Visitationen nahm sie beispielsweise am Religionsunterricht teil oder unterhielt sich mit den Pensionatsmädchen.  
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Ein sehr persönliches Anliegen war ihr die "altbewährte Mädchenerziehung" des Ordens der Salzburger "Ursulinen".  Seit [[1827]] bestand ein Kontakt zum Kloster, der sich Mitte der [[1850er]] Jahre intensivierte. Für eine beachtliche Anzahl von Mädchen trug die Kaiserin-Witwe die Kosten für deren Erziehung. In ihrem Todesjahr lebten bei den Salzburger "Ursulinen" siebzehn Mädchen auf Kosten von Karoline Augusta, davon bezahlte sie für fünf einen Teil des Kostgeldes, während die restlichen zwölf von ihr im vollem Umfang unterstützt wurden. Besonders gerne besuchte die hohe Frau das Kosthaus und die Schule des Klosters. Bei ihren Visitationen nahm sie beispielsweise am Religionsunterricht teil oder unterhielt sich mit den Pensionatsmädchen.  
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Caroline Augusta förderte nicht nur in Salzburg den Orden der "Ursulinen". Auch zur Wiener Niederlassung hatte sie gute Kontakte. Von [[1817]] an besuchte sie das dortige Kloster mehrmals, oft in Begleitung des Kaisers und anderer Mitglieder des Kaiserhauses. Sie kannte auch das Innsbrucker Kloster. Einen zweiwöchigen Innsbruckaufenthalt benützte sie dazu, im Juli [[1849]] das Kloster zu besuchen. Darüber berichtete sie ihrem Bruder: 'Heute machte ich meinen alten Bekannten den Ursulinen einen Besuch. Vor 17 Jahren war ich das letzte Mal bei ihnen...'" (Rath 1993, S. 106).  
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Karoline Augusta förderte nicht nur in Salzburg den Orden der "Ursulinen". Auch zur Wiener Niederlassung hatte sie gute Kontakte. Von [[1817]] an besuchte sie das dortige Kloster mehrmals, oft in Begleitung des Kaisers und anderer Mitglieder des Kaiserhauses. Sie kannte auch das Innsbrucker Kloster. Einen zweiwöchigen Innsbruckaufenthalt benützte sie dazu, im Juli [[1849]] das Kloster zu besuchen. Darüber berichtete sie ihrem Bruder: 'Heute machte ich meinen alten Bekannten den Ursulinen einen Besuch. Vor 17 Jahren war ich das letzte Mal bei ihnen...'" (Rath 1993, S. 106).  
    
====Ihr Tod====
 
====Ihr Tod====
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Mit zunehmenden Alter wurde es still und einsam um die Kaiserin-Witwe, die immer mehr von schweren Hustenanfällen und Erkältungen geplagt wurde. Im Jänner [[1873]] erkrankte Caroline Augusta an einem Lungenkatarrh, verbunden mit einem raschen körperlichen Verfall. Einen Tag nach ihrem 81. Geburtstag schied sie, umgeben von den Mitgliedern des kaiserlichen Hofes, friedlich aus dem Leben. Die Verstorbene wurde mit allen Zeremonien in der kaiserlichen Gruft der Kapuzinerkirche beigesetzt. In ihrem Testament hatte Caroline Augusta viele kirchliche und soziale Einrichtungen, ihre Bediensteten sowie zahlreiche bayerische und habsburgische Familienangehörige großzügig bedacht. - Das Salzburger Museum, dessen Schutzherrin Caroline Augusta ab [[1850]] war, trug bis 2007 seiner Protektorin zu Ehren den Namen "[[Salzburger Museum Carolino Augusteum|Carolino Augusteum]]".
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Mit zunehmenden Alter wurde es still und einsam um die Kaiserin-Witwe, die immer mehr von schweren Hustenanfällen und Erkältungen geplagt wurde. Im Jänner [[1873]] erkrankte Karoline Augusta an einem Lungenkatarrh, verbunden mit einem raschen körperlichen Verfall. Einen Tag nach ihrem 81. Geburtstag schied sie, umgeben von den Mitgliedern des kaiserlichen Hofes, friedlich aus dem Leben. Die Verstorbene wurde mit allen Zeremonien in der kaiserlichen Gruft der Kapuzinerkirche beigesetzt. In ihrem Testament hatte Karoline Augusta viele kirchliche und soziale Einrichtungen, ihre Bediensteten sowie zahlreiche bayerische und habsburgische Familienangehörige großzügig bedacht. - Das Salzburger Museum, dessen Schutzherrin Karoline Augusta ab [[1850]] war, trug bis 2007 seiner Protektorin zu Ehren den Namen "[[Salzburger Museum Carolino Augusteum|Carolino Augusteum]]".
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Caroline Augusta wohnte nach dem Tod ihres Mannes zeitweilig in Salzburg der [[Alte Residenz|Alten Residenz]] und besaß eine Villa in Salzburg - [[Aigen]].
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Karoline Augusta wohnte nach dem Tod ihres Mannes zeitweilig in Salzburg der [[Alte Residenz|Alten Residenz]] und besaß eine Villa in Salzburg - [[Aigen]].
    
==Funktionen, Tätigkeiten==
 
==Funktionen, Tätigkeiten==

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