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'''Thomas Bernhard''' (* [[9. Februar]] [[1931]] in Heerlen, Niederlande; † [[12. Februar]] [[1989]] in Gmunden, [[Oberösterreich]]) war einer der bedeutensten österreichischen Schriftsteller des [[20. Jahrhundert]]s.
==Bernhard und Salzburg==
Thomas Bernhards Mutter [[Herta Fabjan]] war die Tochter des [[Henndorf]]er Schriftstellers [[Johannes Freumbichler]]. Sein Vater [[Alois Zuckerstätter]] war ein Bauernsohn aus derselben [[Flachgau]]er Gemeinde am [[Wallersee]]. Das uneheliche Kind Bernhard verbringt seine Kindheit zuerst bei den Großeltern in Wien, ab [[1937]] mit Freumbichler in [[Seekirchen]].
Mit seinem Großvater ist er auch Gast bei [[Carl Zuckmayer]] in der ''Wiesmühl'' in [[Henndorf]]. Seine Schulausbildung während des Krieges erfolgt in einem nationalsozialistischen Internat in [[Salzburg]], nach Kriegsende kehrt er [[1945]] ins katholische [[Johanneum]] in der [[Schrannengasse]] zurück. Die Erlebnisse dieser Zeit verarbeitet er später in seiner Jugendautobiografie ''Die Ursache. Eine Andeutung'' (1975).
[[1947]] verlässt er die Schule um in Lehen im Lebensmittelgeschäft Podlaha in die Kaufmannslehre zu gehen. Wie es dazu kam, beschrieb er in der [[1976]] erschienenen autobiografischen Schrift ''Der Keller. Eine Entziehung''. Im [[2004]] von der Salzburger Germanistin Johanna Pühringer wiederentdeckten Keller holte sich Bernhard [[1949]] eine schwere Lungenentzündung. Sein Großvater stirbt zu jener Zeit. In seiner dritten Autobiografie ''Der Atem. Eine Entscheidung'' (1977) schreibt er über diese Grenzerfahrungen.
[[1950]] stirbt seine Mutter. Bernhard selbst verbringt lange Zeit im Sanatorium Grafenhof (''Die Kälte. Eine Isolation'', 1981). Nach seiner Rückkehr aus der Lungenheilstätte beginnt er [[1952]] ein Studium am [[Mozarteum]], das er 1957 abschließt. Nebenbei arbeitet er auf Vermittlung Zuckmayers als freier Mitarbeiter für die [[SPÖ]]-[[Tageszeitung]] [[Demokratisches Volksblatt]], dessen Chefredakteur [[Josef Kaut]] später auch Präsident der [[Salzburger Festspiele]] und ein Förderer Bernhards wurde. Sein Lehrmeister in der Redaktion war der spätere Bildungsminister [[Herbert Moritz]].
Ab [[1957]] lebt Thomas Bernhard als freier Schriftsteller zum Teil im Ausland und übersiedelt [[1965]] auf einen Bauernhof in Ohlsdorf bei Gmunden.
Thomas Bernhards Beziehung zu Salzburg und den Salzburgern hat sich im Laufe seines Lebens stark gewandelt. Während er von seiner Zeit im Flachgau gemeinsam mit Großvater Johannes Freumbichler schreibt, es sei das Paradies seiner Kindheit gewesen, kommt das Salzburg nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wegen seiner engen Kleinbürgermentalität als ''Todesmuseum'' schlecht weg. Was sich mit Abstand als "Hassliebe" deuten lässt, führte zu Bernhards Lebzeiten zu Betroffenheit und Ablehnung in seiner Heimatstadt.
Nach Bernhard ist die [[Thomas-Bernhard-Straße]] in der ehemaligen Scherzhauserfeld-Siedlung in [[Lehen]] benannt, wo er zwischen 1947 und 1949 in die Lehre ging. Eine Gedenktafel am [[Salzburger Landestheater]] erinnert an seine fünf Uraufführungen.
==Bernhard und die Salzburger Festspiele==
*''Der Ignorant und der Wahnsinnige'' (1972) - Uraufführung [[29. Juli]] [[1972]] - Claus Peymann
*''Die Macht der Gewohnheit'' (1974) - Uraufführung [[27. Juli]] [[1974]] - Dieter Dorn
*''Am Ziel'' (1981) - Uraufführung [[18. August]] [[1981]] - Claus Peymann
*''Der Theatermacher'' (1985) - Uraufführung [[17. August]] [[1985]] - Claus Peymann
*''Ritter, Dene, Voss'' (1986) - Uraufführung [[18. August]] [[1986]] - Claus Peymann
*''Ein Fest für Boris'' (2007) - Neuinszenierung [[27. Juli]] [[2007]] - Christiane Pohle
1965 vergaben die Festspiele an Bernhard, der schon damals Büchner-Preisträger war, einen Stückauftrag. Sie lehnten aber seinen Theatertext für ''Ein Fest für Boris'' ab. Sie hatten Angst, ihr Publikum könnte der Anblick einer Tischgesellschaft von Beinamputierten schockieren.
1972 wurde die Uraufführung von Thomas Bernhards ''Der Ignorant und der Wahnsinnige'' nach der Premiere am [[29. Juli]] abgesetzt, weil die Feuerpolizei nicht erlaubte, das Publikum zwei Minuten ohne Notlicht zu lassen. Weil Notlicht brannte, kam es hinter der Bühne zu Handgreiflichkeiten: Angeblich wurde Bühnenbildner Karl-Ernst Herrmann von einem Bühnenarbeiter am Zopf gezogen und fiel zu Boden. Und weil Regisseur, Autor und Künstler nicht auf komplette Finsternis verzichten wollten, mussten die weiteren Aufführungen abgesagt werden. Thomas Bernhard telegrafierte am [[2. August]] an den damaligen Festspielpräsidenten Josef Kaut: "EINE GESELLSCHAFT DIE ZWEI MINUTEN FINSTERNIS NICHT VERTRAEGT, KOMMT OHNE MEIN SCHAUSPIEL AUS STOP."
1974 hatten sich Bernhard und Kaut versöhnt, doch abermals äußerte sich Thomas Bernhard in einem Zeitungsinterview abfällig über die Festspiele und es dauerte bis 1981, dass ein neues Stück von ihm aufgeführt wurde. ''Der Theatermacher'' verarbeitete 1985 dann im Stück unter anderem die Geschehnisse von 1972.
==Quellen==
{{Quelle Kulturlexikon}}
*Salzburger Nachrichten
[[Kategorie:Person|Bernhard, Thomas]]
[[Kategorie:Schriftsteller|Bernhard, Thomas]]