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'''Prof. Georg Horninger''' (* [[1910]] in Salzburg, † [[12. September]] [[1988]] in Gallspach, [[Oberösterreich]]) war einer der Pioniere der österreichischen Baugeologie.
==Leben==
1910 in Salzburg geboren, studierte er vorerst Naturgeschichte und Physik und erwarb zunächst das Lehramt für Mittelschulen. Mit einer Dissertation über den Schärdinger Granit an der Universität Wien promovierte er [[1934]]. Nach dem Probejahr am [[Realgymnasium Salzburg]] (ehemals am [[Ferdinand-Hanusch-Platz]]) folgte in der damals schwierigen Zeit eine mehrjährige nichtfachliche Tätigkeit, bis er im Februar [[1938]] eine außerplanmäßige Assistentenstelle am Mineralogisch-Petrographischen Institut der Universität Breslau (heute Polen) erhielt. Er beschäftigte sich mit Industrie- und Bergbaufragen.
Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] war er auch als Geologe einer Festungspioniereinheit eingesetzt.Nach der Entlassung aus der Gefangenschaft [[1946]] arbeitete Horninger von [[1947]] bis Anfang [[1948]] als Geologe und Führer eines seismischen Meßtrupps, bis er 1948 eine Stelle als wasserrechtliche Bauaufsicht beim Bau der [[Tauernkraftwerke Kaprun|Kraftwerksgruppe Glockner-Kaprun]] annahm. Diese Zeit war prägend für seine Arbeitsweise und richtungsweisend für die Anwendung der Baugeologie im österreichischen Wasserkraftbau.
[[1953]] wechselte er als Leiter der Abteilung Geologie zur Verbundgesellschaft in Wien. Seit damals ist er mit den großen Kraftwerksbauten der Nachkriegszeit untrennbar verbunden. Von Kaprun nach Ybbs-Persenbeug, von den Ennskraftwerken bis zur Werksgruppe Maltatal ([[Kärnten]]), von der Sperren im Montafon (Vorarlberg) zu den Donau-Stufen bis zu kleineren Anlagen im Waldviertel.
Über die Verbundplan-Gesellschaft führte er auch geologische Vorarbeiten für Auslandsprojekte, wie z. B. in Griechenland, Iran, Guatemala und Peru durch. Auch andere Vorhaben, wie z. B. die [[Mönchsberggaragen]] in Salzburg, betreute er baugeologisch.
[[1971]] wurde er zum Professor für Geologie an die Technische Universität Wien berufen. In einem Alter, in denen andere bereits die Pensionierung vor Augen haben, nahm er diese Herausforderung gerne an, weil er sich damit wohl auch seinen ursprünglichen Berufswunsch erfüllen konnte. Er identifizierte sich völlig mit seiner neuen Aufgabe ohne dabei bei seinen Tätigkeiten seine persönliche Bescheidenheit zu vergessen. Für seine Verdienste in der angewandten Geologie wurde ihm [[1985]] die ''W. Haidinger-Medaille'' der Geologischen Bundesanstalt verliehen.
Nach seiner Emeritierung [[1981]] zog er gemeinsam mit seiner Frau in ein Heim in Gallspach (Oberösterreich), wo er nach deren Tod auch seine letzten Jahre verbrachte.
==Werke==
E. Tentschert Verzeichnis der Veröffentlichungen von G. Horninger:
* 1934: Der Schärdinger Granit. Anzeiger Akad. Wiss. Wien, Nr.5/, S.1-4.
* 1945: Der Schärdinger Granit. Min. u. Petrogr. Mitt. 47, , S.26-79.
* 1940: Beobachtungen am Erzinhalt von Gesteinen und an Chromerz aus Tampadel in Schlesien. Min. u. Petrogr. Mitt., 52, S.315-346.
* 1950: Schwebend gebildete Bergkristalle aus dem Möllstollen. Der Karinthin, Folge 12,S.266-269.
* 1951: Beobachtungen am Fels der [[Limbergsperre]]. Österr. Wasserw., 3, H.5/6 S.114-119 u. H.7 S.156-165.
*1951: Die geologischen Voraussetzungen für die Dichtung des Untergrundes der Limbergsperre der Kraftwerksanlage Kaprun-Hauptstufe. - In: GÖTZ, J., POWONDRA, K, & EMANOVSKY, R. (Red.): Festschrift, Die Hauptstufe Glockner-Kaprun der Tauernkraftwerke A.G, Zell am See, S. 125-128,1 Abb.
* 1953: Kleine Beobachtungen am Kalkglimmerschiefer. - Karinthin, F. 23, S. 268-270, Knappenberg.
* 1954: Manganminerale vom [[Stausee Mooserboden|Mooserboden]] bei Kaprun. TMPM, 3.Folge, 5, S.48-69.
* 1955: Zur Baugeologie des [[Stausee Margaritze|Margaritzenspeicher]]s und des Möllstollens.-In: GÖTZ, J. & EMANOVSKY, R. (Red.), Festschrift “Die Oberstufe des Tauernkraftwerkes Glockner-Kaprun”, S. 120-127, 1 Abb. (Profil), 1 Tab., Zell am See.
* 1956: Geologische Ergebnisse bei einigen Kraftwerksbauten. Verh.Geol.B.A., H.1, S.114-118.
* 1957: Geologische Ergebnisse bei einigen Kraftwerksbauten. Verh.Geol.B.A., H.1, S.99-103.
* 1958: Geologische Ergebnisse bei einigen Kraftwerksbauten. Verh.Geol.B.A., H.3, S.282-286.
* 1958: Einiges über Talzuschübe und deren Vorzeichnung. Geol.u.Bauw., 24, S.38-45.
* 1959: Geologische Ergebnisse bei einigen Kraftwerksbauten. Verh.Geol.B.A., H.3, S.A112-A115.
* 1959: Baugeologisches vom Salzach - [[Kraftwerk Schwarzach]]. ÖZE, 12, H.2, S.48-50.
* 1959: Auslaugungen an Karbonatgesteinen. Geol.u.Bauw., 24, H.3/4, S.159-164.
* 1960: Baugeologisches aus der Kraftwerksgruppe Reißeck-Kreuzeck. ÖZE 13, H.6, S.260-264.
* 1967: Die Auswirkungen von Erdbeben und rezenten Krustenverstellungen auf Talsperren. Der Bauing., 42, H.10, S. 355-362.
* 1968: Notizen zum geologischen Plan der Aufstandsfläche der [[Drossensperre]] Kaprun. Mitt. Ges. d. Geol.- u. Bergbaustud., 18, Wien, S.379-400.
* 1969: Die Geologie im Dienste des Kraftwerksbaues. Universum, 24, H.8, S.346-352.
* 1969: Vorteile und Grenzen geologischer Erkundung mittels Schächten und Aufschlußstollen. Montan-Rundsch., Sonderpublikation „Tunnel- und Stollenbau“, S.67-70.
* 1969: Talsperrenbau in Norwegen. Österr.Wasserwi. 21, II. 11/12, S.290-291.
* 1969: Talsperren in Erdbebengebieten oder unter anderen ungünstigen Verhältnissen. - 9. Talsperrenkongreß in Istanbul, Ergebnisse und Kurzberichte zu Frage 35. Schriftenreihe „Die Talsperren Österr.“ H.17, Wien,
* 1972: Unvorhersehbares und Unvorhergesehenes in der Baugeologie, Überraschungen und Zufälle. Antrittsvorlesungen der TH Wien,• 1974: Erdbeben und Talsperren. Österr. Wasserw. 26, H.11/12, Wien, S.259-260.
* 1974: Tiefliegende, oberflächenparallele Klüfte. Sitzber.III. Kongr. der Int. Ges. für Felsmechanik, Bd. II/A, Denver, Colorado. Sept. S.613-618.
* 1975: Baugeologische Ergebnisse bei Erkundungsarbeiten im [[Mönchsberg]], Salzburg. Verh.Geol.B.A. II. 2-3, S.75-129.
* 1976: Geologische Erfahrungen vom Bau der [[Mönchsberggaragen|Kavernengaragen Mönchsberg-Nord]], Salzburg. Rock Mech. Suppl.5, S.3-28.• 1978: Berührungspunkte und Reibungsflächen zwischen Geologie und Felsmechanik. Rock Mech. Suppl. 6, S.47-54.
* 1980: Riskenverteilung im Felsbau unter spezieller Berücksichtigung der Baugeologie. Rock Mech. Suppl.10, S.187-196.
* 1986: Der Verbandsammlerstollen VS 3.1 durch den Mönchsberg, Salzburg. Mitt.Ges.Geol.-Bergbaustud. Öst., 33, S.105-116.
* 1985: Geologische Dokumentation, Erfahrungen. Baugeologische Tage in Hüttenberg, Mitt. f.Baugeol.u.Geomech., 1, 1988, Wien, S.85-93.
* 1988: Probleme von Seinerzeit aus heutiger Sicht. - In: Baugeologische Tage in Lunz am See, Niederösterreich, 6. - 8. April 1988, Kurzfassungen, S. 6-8, Lunz a. See,• CLAR, E. und HORNINGER G., 1964: Exkursionsführer zur Exkursion I/6, Übersichtsexkursion Baugeologie. Mitt.Geol.Ges. Wien 57, H.1, S.107-145.• KROPATSCHEK, H. und HORNINGER, G.: 1967: The Rock-slides downstream from Gmuend Dam (Austria) and the Measures to Safeguard the Dam. Transact. 9th Int.Congr. on Large Dams, Istanbul, Vol.III, p.657-669.• DEMMER, W. und HORNINGER G.: 1979: Baugeologie bei Sperrenaushub – Ergänzende Erkenntnisse. – PORR-Nachrichten, Wien, Nr.79/80, S.53-61.• HORNINGER, G. und WEISS, E.H.: 1980: Engineering Geology in Mountaines Regions. Int.Geol.Congress, 6th session, S.258-286.Die vorstehende Liste von Veröffentlichungen enthält nicht die zahlreichen Begutachtungen und geologischen Sammelberichte für Projektanten, Bauherren bzw. für die Wasserrechtsbehörde.Biographisches enthält die Arbeit vonCLAR, E., 1988: Professor Dr. G. Horninger 75 Jahre! - Mitteilungen für Baugeologie und Geomechanik, 1, [Baugeologische Tage Hüttenberg 1985], S. 5-8, Wien.
==Quelle==
* [http://64.233.183.104/search?q=cache:IZbrPOAp_p4J:www.ig.tuwien.ac.at/Nachrufe/Horninger.pdf+M%C3%B6nchsberggaragen+Bau&hl=de&ct=clnk&cd=2&gl=at internet]
[[Kategorie:Person|Horninger, Georg]]
[[Kategorie:Geologe|Horinger, Georg]]