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=== Großbrand der Kirche 1887 ===
 
=== Großbrand der Kirche 1887 ===
Durch einen Großbrand wurde am 4. Mai 1887 die Pfarrkirche bis auf die   Grundmauern zerstört. [[1962]] bekam der Kirchturm ein   neues Kupferdach und die Kreuzaufsteckung fand am [[28. Oktober]] 1962 feierlich statt. Leider stürzte bei diesen Dacharbeiten am [[31. August]] [[1962]] der Turmspengler [[Konrad  Elers]] in den Tod. Eine Tafel am Kirchturm erinnert an dieses schreckliche   Ereignis.  
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Durch einen Großbrand wurde am 4. Mai 1887 die Pfarrkirche bis auf die Grundmauern zerstört. [[1962]] bekam der Kirchturm ein neues Kupferdach und die Kreuzaufsteckung fand am [[28. Oktober]] 1962 feierlich statt. Leider stürzte bei diesen Dacharbeiten am [[31. August]] [[1962]] der Turmspengler [[Konrad  Elers]] in den Tod. Eine Tafel am Kirchturm erinnert an dieses schreckliche Ereignis.  
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Bei den Renovierungsarbeiten wur­de am [[18. Juli]] 1962 eine   Urkunde aus der Turmkugel mit folgenden Inhalt geborgen:
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Bei den Renovierungsarbeiten wur­de am [[18. Juli]] 1962 eine Urkunde aus der Turmkugel mit folgenden Inhalt geborgen:
 
    
 
    
''Im Frühlinge des Jahres 1887 traf diesen Markt schreckliches Unglück. Am [[20.   April]] um 9 Uhr abends   stand plötzlich das [[Weißgärberhaus (Neumarkt)|Weißgerberhaus]] (früher   Haus Hauptstraße 48; wurde 1971 abgetragen, heute befindet sich dort der   [[Lötschenparkplatz]]) in hellen   Flammen. Der raschen Hilfe der Feuerwehr gelang es, das Feuer, das von   ruchloser Hand gelegt, auf dieses Haus zu beschränken. Am [[23. April]] um halb 10 Uhr abends brannte das Wirt­schaftsgebäude hinter   dem Sailerwirt (jetzt [[Karlwirt]],  Hauptstraße 14) ab; auch dieses Mal   vermochte man die Gefahr für die umliegenden Häuser zu beschwören. Der   Schrecken aber stieg aufs höchste, als am 4. Mai um 10 Uhr nachts   das Geschrei ertönte: "Es brennt die Pfarrkirche!" Die Hand des   Frevlers hatte sich selbst an das Heiligthum des Herrn gewagt und auf der Westseite   der Kirche die aus Holzschindeln bestehende Verschallung angezündet. In   rasender Eile ergriff die Flamme das Kirchendach und den Thurm, sodaß binnen   weniger Minu­ten Kirche und Thurm ein Feuer bildeten. Trotz schneller Hilfe   von allen Seiten, den vielen Spritzen und der großen Menge herbeigeeilten   Volkes, war es unmöglich, dem Unglücke Einhalt zu thun. Das Gewölbe   fiel bald ein, und Kirche und Thurm brannten so vollständig   aus, daß nicht ein kleines Stücklein Holz übrig blieb. Selbst von den geschmolzenen   Glocken konnte man in der Asche nur wenig Ueberbleibsel finden. Mit naßen   Augen sahen wir auf das verwüstete Heiligthum, dessen Hauptzierde der   prachtvolle Hochaltar, die kunstvolle Kanzel und der Schöne Kreuzaltar mit   den herrlichen Schnitzereien gewesen sind.''
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''Im Frühlinge des Jahres 1887 traf diesen Markt schreckliches Unglück. Am [[20. April]] um 9 Uhr abends stand plötzlich das [[Weißgärberhaus (Neumarkt)|Weißgerberhaus]]'' (Anm: früher Haus Hauptstraße 48; wurde 1971 abgetragen, heute befindet sich dort der [[Lötschenparkplatz]]) ''in hellen Flammen. Der raschen Hilfe der [[Freiwillige Feuerwehr Neumarkt am Wallersee|Feuerwehr]] gelang es, das Feuer, das von ruchloser Hand gelegt, auf dieses Haus zu beschränken. Am [[23. April]] um halb 10 Uhr abends brannte das Wirt­schaftsgebäude hinter dem Sailerwirt'' (jetzt [[Karlwirt]],  Hauptstraße 14) ''ab; auch dieses Mal vermochte man die Gefahr für die umliegenden Häuser zu beschwören. Der Schrecken aber stieg aufs höchste, als am 4. Mai um 10 Uhr nachts das Geschrei ertönte: "Es brennt die Pfarrkirche!" Die Hand des Frevlers hatte sich selbst an das Heiligthum des Herrn gewagt und auf der Westseite der Kirche die aus Holzschindeln bestehende Verschallung angezündet. In rasender Eile ergriff die Flamme das Kirchendach und den Thurm, sodaß binnen weniger Minu­ten Kirche und Thurm ein Feuer bildeten. Trotz schneller Hilfe von allen Seiten, den vielen Spritzen und der großen Menge herbeigeeilten Volkes, war es unmöglich, dem Unglücke Einhalt zu thun. Das Gewölbe fiel bald ein, und Kirche und Thurm brannten so vollständig aus, daß nicht ein kleines Stücklein Holz übrig blieb. Selbst von den geschmolzenen Glocken konnte man in der Asche nur wenig Ueberbleibsel finden. Mit naßen Augen sahen wir auf das verwüstete Heiligthum, dessen Hauptzierde der prachtvolle Hochaltar, die kunstvolle Kanzel und der Schöne Kreuzaltar mit den herrlichen Schnitzereien gewesen sind.''
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''Im Vertrauen auf die göttliche   Hilfe wurde rasch zum Wiederaufbau geschritten. Die Bauern der Umgebung   besonders jene von [[Neufahrn]], [[Maierhof|Mayrhofen]], [[Sommerholz]], [[Wertheim]], [[Pfongau]],   [[Steindorf (Straßwalchen)|Steindorf]], [[Thalham (Neumarkt am Wallersee)|Thalham]] und [[Matzing (Neumarkt am Wallersee)|Matzing]] sowie Graf Othmar von [[Überacker|Ueberacker]] zu   [[Schloss Sighartstein|Sighardstein]] und Baron [[Mayr-Melnhof]] lieferten umsonst 209 Baumstämme; viele   Andere spendeten, z.B. [[Thalgau]] alleine 1 000 Stücke; ebenso brachten andere   Sandfuhren. An Geldspenden liefen bis zum 24. Oktober bei 6 000 [[Gulden|fl]] ein. Das Bauholz wurde schnell von Rabattleuten aus   den umliegenden Dörfern gehackt, und konnte, da der Sommer sehr   heiß war, gut austrocknen. Schon am [[9. Juli]] konnte der Dachstuhl über   dem Kirchenschiffe aufgesetzt werden, wobei oben auf dem Gerüste eine kleine,   aber recht herzliche Feierlichkeit gehalten wurde. Am [[25. Juli]] war   auch schon der kleine Dachstuhl über dem Presbyterium aufgesetzt. Am [[31. Juli]]   wurde mit den Seiten und Wandpfeilern begonnen. Am [[10. August]] fing man an,   das Kirchendach mit Schi­fer einzudecken, welche Arbeit am [[26. August]]   beendet war. Am [[23.   August]] begannen die Maurer die   Aufrich­tung der Gibelmauer auf der Westseite, die am [[2. September]]   vollendet wurde. Am [[21. September]]   wurden die Fens­ter auf der Westseite der Kirche /: me renitente:/ ausgebrochen. Am [[29. August]]   fieng der Zimmermeister an mit dem Abbinden des Thurmdachstuhls, und am 12. Sept.   mit dem Aufsetzen des Thurmes; schon am   [[20. September]] konnte der Helmbaum   aufgesetzt werden. Am [[14. Oktober]]   waren die Zimmermannsarbeiten am Thurme mitsammt der Verschallung fertig. Heute   Sonntag, [[30. Oktober]] 1887 wurde das   Thurmkreuz feierlich er­höht. Dasselbe wurde im Pfarrhofe abgeholt, und auf dem Marktplatze,   nachdem von dem Pfarrer Kostenzer eine Ansprache gehalten worden war, von   diesem geweiht. Alsdann wurde es von sechs Jünglingen, umgeben von zwölf Jungfrauen,   in feierlicher Prozession durch den Markt getragen, hin zur Kirche gebracht   und in Gegenwart einer unzähligen Volksmenge aufgesteckt.''
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''Im Vertrauen auf die göttliche Hilfe wurde rasch zum Wiederaufbau geschritten. Die Bauern der Umgebung besonders jene von [[Neufahrn]], [[Maierhof (Neumarkt am Wallersee)|Mayrhofen]], [[Sommerholz]], [[Wertheim]], [[Pfongau]], [[Steindorf (Straßwalchen)|Steindorf]], [[Thalham (Neumarkt am Wallersee)|Thalham]] und [[Matzing (Neumarkt am Wallersee)|Matzing]] sowie Graf Othmar von [[Überacker|Ueberacker]] zu [[Schloss Sighartstein|Sighardstein]] und Baron [[Mayr-Melnhof]] lieferten umsonst 209 Baumstämme; viele Andere spendeten, z.B. [[Thalgau]] alleine 1 000 Stücke; ebenso brachten andere Sandfuhren. An Geldspenden liefen bis zum 24. Oktober bei 6 000 [[Gulden|fl]] ein. Das Bauholz wurde schnell von Rabattleuten aus den umliegenden Dörfern gehackt, und konnte, da der Sommer sehr heiß war, gut austrocknen. Schon am [[9. Juli]] konnte der Dachstuhl über dem Kirchenschiffe aufgesetzt werden, wobei oben auf dem Gerüste eine kleine, aber recht herzliche Feierlichkeit gehalten wurde. Am [[25. Juli]] war auch schon der kleine Dachstuhl über dem Presbyterium aufgesetzt. Am [[31. Juli]] wurde mit den Seiten und Wandpfeilern begonnen. Am [[10. August]] fing man an, das Kirchendach mit Schi­fer einzudecken, welche Arbeit am [[26. August]] beendet war. Am [[23. August]] begannen die Maurer die Aufrich­tung der Gibelmauer auf der Westseite, die am [[2. September]] vollendet wurde. Am [[21. September]] wurden die Fens­ter auf der Westseite der Kirche /: me renitente:/ ausgebrochen. Am [[29. August]] fieng der Zimmermeister an mit dem Abbinden des Thurmdachstuhls, und am 12. Sept. mit dem Aufsetzen des Thurmes; schon am [[20. September]] konnte der Helmbaum aufgesetzt werden. Am [[14. Oktober]] waren die Zimmermannsarbeiten am Thurme mitsammt der Verschallung fertig. Heute Sonntag, [[30. Oktober]] 1887 wurde das Thurmkreuz feierlich er­höht. Dasselbe wurde im Pfarrhofe abgeholt, und auf dem Marktplatze, nachdem von dem Pfarrer Kostenzer eine Ansprache gehalten worden war, von diesem geweiht. Alsdann wurde es von sechs Jünglingen, umgeben von zwölf Jungfrauen, in feierlicher Prozession durch den Markt getragen, hin zur Kirche gebracht und in Gegenwart einer unzähligen Volksmenge aufgesteckt.''
    
== Bilder ==
 
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