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| | ===Der Vater des Landes Salzburg=== | | ===Der Vater des Landes Salzburg=== |
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| − | [[Eberhard II. von Regensburg]] wird gerne als "Vater des Landes Salzburg" bezeichnet. In engem Zusammenwirken mit Kaiser Friedrich II., dem er trotz Kirchenbann bis in den Tod die Treue hielt, gelang ihm durch die Erwerbung von Grafschaften und Herrschaften der Aufbau eines großen, geschlossenen Herrschaftsgebietes. Während die benachbarten Bistümer Brixen und Trient damals von ihren weltlichen Schutzherren (Vögten), den Grafen von Tirol, in das werdende Land Tirol eingebunden wurde, setzte Eberhard in Salzburg die Entmachtung der Vögte durch. Rechtsprechung und Verwaltung übertrug er den von ihm eingesetzten Beamten und sicherte damit den Bestand der geistlichen Herrschaft für Jahrhunderte. | + | [[Eberhard II. von Regensburg]] wird gerne als "Vater des Landes Salzburg" bezeichnet. In engem Zusammenwirken mit Kaiser Friedrich II., dem er trotz Kirchenbann bis in den Tod die Treue hielt, gelang ihm durch die Erwerbung von Grafschaften und Herrschaften der Aufbau eines großen, geschlossenen Herrschaftsgebietes. Während die benachbarten Bistümer Brixen und Trient damals von ihren weltlichen Schutzherren (Vögten), den Grafen von Tirol, in das werdende Land [[Tirol]] eingebunden wurde, setzte Eberhard in Salzburg die Entmachtung der Vögte durch. Rechtsprechung und Verwaltung übertrug er den von ihm eingesetzten Beamten und sicherte damit den Bestand der geistlichen Herrschaft für Jahrhunderte. |
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| | Seit dem [[12. Jahrhundert]] wurden die [[Salzburger Erzbischöfe]] als "Reichsfürsten" tituliert und waren damit den bayerischen Herzogen gleichgestellt. Trotzdem bestand das von ihnen beherrschte Fürstentum nur aus "Herrschaften und Territorien", aus "Grafschaften, Gerichten und Vogteien" und galt weiterhin als Teil des Herzogtums Bayern. | | Seit dem [[12. Jahrhundert]] wurden die [[Salzburger Erzbischöfe]] als "Reichsfürsten" tituliert und waren damit den bayerischen Herzogen gleichgestellt. Trotzdem bestand das von ihnen beherrschte Fürstentum nur aus "Herrschaften und Territorien", aus "Grafschaften, Gerichten und Vogteien" und galt weiterhin als Teil des Herzogtums Bayern. |
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| | ===Trennung von Bayern vollzogen=== | | ===Trennung von Bayern vollzogen=== |
| − | Erzbischof [[Friedrich von Walchen]] ([[1270]] - [[1284]]) war ein treuer Parteigänger König Rudolfs I. von Habsburg. Er hatte entscheidenden Anteil an dessen Sieg über König Přemysl Otakar II. von Böhmen in der Schlacht bei Dürnkrut [[1278]] und der Festsetzung der Habsburger in Österreich. Als Erzbischof [[Friedrich III.]] den Habsburger Friedrich den Schönen im Kampf um die deutsche Königskrone unterstützte, erlitt er in der Schlacht bei Mühldorf [[1322]] eine schwere Niederlage gegen den späteren Kaiser Ludwig den Bayer. | + | Erzbischof [[Friedrich II. von Walchen]] ([[1270]] - [[1284]]) war ein treuer Parteigänger König Rudolfs I. von Habsburg. Er hatte entscheidenden Anteil an dessen Sieg über König Přemysl Otakar II. von Böhmen in der Schlacht bei Dürnkrut [[1278]] und der Festsetzung der Habsburger in Österreich. Als Erzbischof [[Friedrich III.]] den Habsburger Friedrich den Schönen im Kampf um die deutsche Königskrone unterstützte, erlitt er in der [[Schlacht bei Mühldorf]] [[1322]] eine schwere Niederlage gegen den späteren Kaiser Ludwig den Bayer. |
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| − | Die Auslösung der gefangenen Salzburger Soldritter und der von den Bayern eroberten Grenzstadt Tittmoning verursachte derart hohe Kosten, dass der Erzbischof die hohe Geistlichkeit und den Adel um die Erlaubnis bitten musste, von deren Hintersassen eine außerordentliche Steuer einzuheben. | + | Die Auslösung der gefangenen Salzburger Soldritter und der von den Bayern eroberten Grenzstadt [[Tittmoning]] verursachte derart hohe Kosten, dass der Erzbischof die hohe Geistlichkeit und den Adel um die Erlaubnis bitten musste, von deren Hintersassen eine außerordentliche Steuer einzuheben. |
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| − | Auf Drängen des Adels erließ er [[1328]] ein umfangreiches Gesetz als erste "Landesordnung", mit der er sich demonstrativ vom Rechtsbereich des Herzogtums Bayern abgrenzte. Erzbischof [[Heinrich von Pirnbrunn]] sprach in der Bergordnung für [[Gastein]] und [[Rauris]] [[1342]] erstmals von seinem [[Salzburg|Land Salzburg]] und brachte damit deutlich zum Ausdruck, dass die Trennung Salzburgs vom "Mutterland" Bayern endgültig vollzogen war. | + | Auf Drängen des Adels erließ er [[1328]] ein umfangreiches Gesetz als erste "Landesordnung", mit der er sich demonstrativ vom Rechtsbereich des Herzogtums [[Bayern]] abgrenzte. Erzbischof [[Heinrich von Pirnbrunn]] sprach in der Bergordnung für [[Gastein]] und [[Rauris]] [[1342]] erstmals von seinem [[Salzburg|Land Salzburg]] und brachte damit deutlich zum Ausdruck, dass die Trennung Salzburgs vom "Mutterland" Bayern endgültig vollzogen war. |
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| | ===Am Weg zum landesfürstlichen Absolutismus=== | | ===Am Weg zum landesfürstlichen Absolutismus=== |
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| | ==Um Recht und Glauben== | | ==Um Recht und Glauben== |
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| − | Als Erzbischof [[Rudolf von Hohenegg]] [[1287]] den Streit zwischen den alteingesessenen Salzburger Bürgern und zugezogenen Neureichen im [["Sühnebrief"]] schlichtete, verlieh er der Stadt ein erstes schriftliches Stadtrecht. | + | Als Erzbischof [[Rudolf von Hoheneck]] [[1287]] den Streit zwischen den alteingesessenen Salzburger Bürgern und zugezogenen Neureichen im [["Sühnebrief"]] schlichtete, verlieh er der Stadt ein erstes schriftliches Stadtrecht. |
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| − | Das Bürgertum vermochte sich erfolgreich in den Handel zwischen Venedig und den süddeutschen Reichsstädten Nürnberg, Regensburg und Augsburg einzuschalten. Im Spätmittelalter standen Salzburger Kaufleute im Venedighandel an zweiter Stelle hinter den Nürnbergern und engagierten sich außerdem auf den Märkten in Linz und im Handel entlang der Donau nach Wien. Handwerk und Gewerbe in der Stadt blühten. | + | Das Bürgertum vermochte sich erfolgreich in den Handel zwischen Venedig und den süddeutschen Reichsstädten Nürnberg, Regensburg und Augsburg einzuschalten. Im Spätmittelalter standen Salzburger Kaufleute im [[Handel (historisch)#Handel mit Venedig - Friaul|Venedighandel]] an zweiter Stelle hinter den Nürnbergern und engagierten sich außerdem auf den Märkten in Linz und im Handel entlang der Donau nach Wien. Handwerk und Gewerbe in der Stadt blühten. |
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| − | Der Reichtum des Bürgertums kam in bedeutenden Bauten zum Ausdruck: Hans Stetheimer und Stefan Krumenauer schufen im Auftrag der Bürgerschaft den prachtvollen Hallenchor der Stadtpfarrkirche (der heutigen [[Franziskanerkirche]]), der [[1452]] geweiht wurde. Ihn schmückte einst der größte Flügelaltar der Spätgotik. Der Bildschnitzer [[Michael Pacher]] aus Bruneck in Südtirol hatte [[1484]] von Salzburger Kaufleuten den Auftrag zu diesem monumentalen Werk erhalten. Die gotische Madonna des Pacher-Altars, die [[Fischer von Erlach]] in das Zentrum seines barocken Hochaltars gestellt hat, lässt heute noch die Qualität dieses verlorenen Meisterwerks nachempfinden. | + | Der Reichtum des Bürgertums kam in bedeutenden Bauten zum Ausdruck: [[Hans Stetheimer]] und [[Stefan Krumenauer]] schufen im Auftrag der Bürgerschaft den prachtvollen Hallenchor der Stadtpfarrkirche (der heutigen [[Franziskanerkirche]]), der [[1452]] geweiht wurde. Ihn schmückte einst der größte Flügelaltar der Spätgotik. Der Bildschnitzer [[Michael Pacher]] aus Bruneck in [[Südtirol]] hatte [[1484]] von Salzburger Kaufleuten den Auftrag zu diesem monumentalen Werk erhalten. Die gotische Madonna des Pacher-Altars, die [[Fischer von Erlach]] in das Zentrum seines barocken Hochaltars gestellt hat, lässt heute noch die Qualität dieses verlorenen Meisterwerks nachempfinden. |
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| | ===Bürgerschaft drängt auf Einfluss=== | | ===Bürgerschaft drängt auf Einfluss=== |
| − | Mit dem zunehmenden Wohlstand strebte die Bürgerschaft auch nach politischem Einfluss. Sie verlangte Anteil am Stadtregiment, das bis dahin allein in der Hand des Erzbischofs lag. Als Erzbischof [[Bernhard von Rohr]] in eine langwierige Auseinandersetzung mit Kaiser Friedrich III. verwickelt wurde, ergriff die Bürgerschaft für den Kaiser Partei. Dieser verlieh [[1481]] der Stadt im [["Ratsbrief"]] das Recht der freien Wahl von Stadtrat und Bürgermeister sowie "dieselben Rechte, wie sie andere Reichsstädte besitzen". | + | Mit dem zunehmenden Wohlstand strebte die Bürgerschaft auch nach politischem Einfluss. Sie verlangte Anteil am Stadtregiment, das bis dahin allein in der Hand des Erzbischofs lag. Als Erzbischof [[Bernhard von Rohr]] in eine langwierige Auseinandersetzung mit Kaiser Friedrich III. verwickelt wurde, ergriff die Bürgerschaft für den Kaiser Partei. Dieser verlieh [[1481]] der Stadt im "[[Ratsbrief]]" das Recht der freien Wahl von Stadtrat und Bürgermeister sowie "dieselben Rechte, wie sie andere Reichsstädte besitzen". |
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| − | Den daraus resultierenden Konflikt, der sich immer mehr zuspitzte, löste Erzbischof [[Leonhard von Keutschach]] ([[1495]] - [[1519]]) durch einen Gewaltstreich: Er lud Bürgermeister und Stadtrat zu einem Gastmahl, nahm sie gefangen und zwang sie zur Auslieferung des "Ratsbriefs" und aller Privilegien. Erneute Freiheitsregungen der Bürgerschaft unterdrückte Kardinal [[Matthäus Lang]] im [["Lateinischen Krieg"]] [[1523]] mit dem Einsatz von Söldnern. Die [[1524]] erlassene "Stadt- und Polizeiordnung" sicherte die absolute Stadtherrschaft des Erzbischofs bis zum Ende des geistlichen Staates ([[1803]]). | + | Den daraus resultierenden Konflikt, der sich immer mehr zuspitzte, löste Erzbischof [[Leonhard von Keutschach]] ([[1495]] - [[1519]]) durch einen Gewaltstreich: Er lud Bürgermeister und Stadtrat zu einem [[Gastmahl Festung Hohensalzburg|Gastmahl]] am [[18. Jänner]] [[1511]], nahm sie gefangen und zwang sie zur Auslieferung des "Ratsbriefs" und aller Privilegien. Erneute Freiheitsregungen der Bürgerschaft unterdrückte Kardinal [[Matthäus Lang]] im "[[Lateinischen Krieg]]" [[1523]] mit dem Einsatz von Söldnern. Die [[1524]] erlassene "Stadt- und Polizeiordnung" sicherte die absolute Stadtherrschaft des Erzbischofs bis zum Ende des geistlichen Staates ([[1803]]). |
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| | ===Der Aufstand der Bauern=== | | ===Der Aufstand der Bauern=== |
| | Erzbischof [[Leonhard von Keutschach]] hatte die [[Festung Hohensalzburg|Feste Hohensalzburg]] zu einer uneinnehmbaren Zwingburg ausgebaut und dort seinen Wohnsitz genommen, wo er sich vor der Bürgerschaft sicher fühlte. | | Erzbischof [[Leonhard von Keutschach]] hatte die [[Festung Hohensalzburg|Feste Hohensalzburg]] zu einer uneinnehmbaren Zwingburg ausgebaut und dort seinen Wohnsitz genommen, wo er sich vor der Bürgerschaft sicher fühlte. |
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| − | Als sich [[1525]] Bauern, Bürger und Bergknappen, beeinflusst von den reformatorischen Ideen Martin Luthers, gegen Kardinal [[Matthäus Lang]] erhoben, scheiterte dieser Aufstand vor den Mauern von [[Festung Hohensalzburg|Hohensalzburg]]. | + | Als sich [[1525]] Bauern, Bürger und Bergknappen, beeinflusst von den reformatorischen Ideen Martin Luthers, gegen Kardinal [[Matthäus Lang]] erhoben, scheiterte dieser [[Salzburger Bauernaufstände und Bauernkriege|Aufstand]] vor den Mauern von [[Festung Hohensalzburg|Hohensalzburg]]. |
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| | Die Gewerken (Bergbauunternehmer) von [[Gasteiner Tal|Gastein]] und [[Rauris]], die durch eine umfassende Waldordnung und andere restriktive Gesetze des Kardinals ihre wirtschaftliche Position gefährdet sahen, hatten sich an die Spitze der Bewegung gestellt. Die Hauptforderungen der Aufständischen galten der freien Predigt des Evangeliums, der freien Pfarrerwahl und der Abschaffung der Leibeigenschaft. Nur die radikale Bürgerschaft der [[Altstadt|Stadt Salzburg]] forderte die Beseitigung der geistlichen Landesherrschaft. | | Die Gewerken (Bergbauunternehmer) von [[Gasteiner Tal|Gastein]] und [[Rauris]], die durch eine umfassende Waldordnung und andere restriktive Gesetze des Kardinals ihre wirtschaftliche Position gefährdet sahen, hatten sich an die Spitze der Bewegung gestellt. Die Hauptforderungen der Aufständischen galten der freien Predigt des Evangeliums, der freien Pfarrerwahl und der Abschaffung der Leibeigenschaft. Nur die radikale Bürgerschaft der [[Altstadt|Stadt Salzburg]] forderte die Beseitigung der geistlichen Landesherrschaft. |
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| | Von italienischen Vorbildern beeinflusst, begann er mit dem großzügigen Umbau der verwinkelten und schmutzigen Stadt Salzburg. Durch den Abriss von über 60 Bürgerhäusern wurde Raum geschaffen für jene fünf Plätze, die nach den Vorstellungen des venezianischen Architekten [[Vincenzo Scamozzi]] das Bild der idealen Stadt prägten. Auch der durch einen Brand beschädigte [[Salzburger Dom|Dom]] wurde [[1598]] abgerissen und sollte durch eine viel größere Kathedrale nach Plänen Scamozzis ersetzt werden. | | Von italienischen Vorbildern beeinflusst, begann er mit dem großzügigen Umbau der verwinkelten und schmutzigen Stadt Salzburg. Durch den Abriss von über 60 Bürgerhäusern wurde Raum geschaffen für jene fünf Plätze, die nach den Vorstellungen des venezianischen Architekten [[Vincenzo Scamozzi]] das Bild der idealen Stadt prägten. Auch der durch einen Brand beschädigte [[Salzburger Dom|Dom]] wurde [[1598]] abgerissen und sollte durch eine viel größere Kathedrale nach Plänen Scamozzis ersetzt werden. |
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| − | Als Wolf Dietrich wegen des Salzexports einen Krieg mit Herzog Maximilian I. von Bayern begann, von diesem gefangen genommen wurde und nach fünfjähriger Gefangenschaft auf [[Festung Hohensalzburg|Hohensalzburg]] starb, war von seinen Plänen nur wenig ausgeführt worden. | + | Als Wolf Dietrich wegen des Salzexports einen [[Salzkrieg]] mit Herzog Maximilian I. von Bayern begann, von diesem gefangen genommen wurde und nach fünfjähriger Gefangenschaft auf [[Festung Hohensalzburg|Hohensalzburg]] starb, war von seinen Plänen nur wenig ausgeführt worden. |
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| − | Erst [[1628]], mitten im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]], konnte der von [[Santino Solari]] aus Verna erbaute, deutlich bescheidenere [[Salzburger Dom|Dom]] geweiht werden. | + | Erst [[1628]], mitten im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]], konnte der von [[Santino Solari]] aus Verna (Italien) erbaute, deutlich bescheidenere [[Salzburger Dom|Dom]] geweiht werden. |
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| | ===Schloss Hellbrunn ersteht=== | | ===Schloss Hellbrunn ersteht=== |
| | Es ist ein merkwürdiger Gegensatz, dass die prachtvolle Ausgestaltung der Stadt Salzburg zu einem Zeitpunkt erfolgte, als die Blüte des [[Goldbergbau]]s in [[Gasteiner Tal|Gastein]] und [[Rauris]] bereits vorüber war und der Export des [[Hallein]]er [[Salzbergbau|Salz]]es aufgrund der [[1611]] geschlossenen Salzverträge in bayerischer Hand lag. | | Es ist ein merkwürdiger Gegensatz, dass die prachtvolle Ausgestaltung der Stadt Salzburg zu einem Zeitpunkt erfolgte, als die Blüte des [[Goldbergbau]]s in [[Gasteiner Tal|Gastein]] und [[Rauris]] bereits vorüber war und der Export des [[Hallein]]er [[Salzbergbau|Salz]]es aufgrund der [[1611]] geschlossenen Salzverträge in bayerischer Hand lag. |
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| − | Da auch der einträgliche Handel nach Venedig allmählich nachließ, ging der großzügige Bau von Schlössern und Kirchen zu Lasten der Bevölkerung. Der Dombaumeister [[Santino Solari]] schuf für Erzbischof [[Markus Sittikus von Hohenems|Markus Sittikus]] ([[1612]] - [[1619]]) das [[Schloss Hellbrunn]] und baute im Auftrag von Erzbischof [[Paris Graf von Lodron]] ([[1619]] - [[1653]]) Salzburg zur Festungsstadt um. Dank der klugen Neutralitätspolitik des Erzbischofs bildete Salzburg im Dreißigjährigen Krieg eine "wehrhafte Friedensinsel" und die [[1622]] gegründete Benediktiner-[[Universität Salzburg|Universität]] erlebte einen raschen Aufschwung. | + | Da auch der einträgliche [[Handel (historisch)#Handel mit Venedig - Friaul|Handel nach Venedig]] allmählich nachließ, ging der großzügige Bau von Schlössern und Kirchen zu Lasten der Bevölkerung. Der Dombaumeister [[Santino Solari]] schuf für Erzbischof [[Markus Sittikus von Hohenems|Markus Sittikus]] ([[1612]] - [[1619]]) das [[Schloss Hellbrunn]] und baute im Auftrag von Erzbischof [[Paris Graf von Lodron]] ([[1619]] - [[1653]]) Salzburg zur Festungsstadt um. Dank der klugen Neutralitätspolitik des Erzbischofs bildete Salzburg im Dreißigjährigen Krieg eine "wehrhafte Friedensinsel" und die [[1622]] gegründete Benediktiner-[[Universität Salzburg|Universität]] erlebte einen raschen Aufschwung. |
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| | ===Fischer von Erlach kommt=== | | ===Fischer von Erlach kommt=== |
| | [[Bild:Casino_2.jpg|thumb|300px|[[Schloss Klessheim]]]][[Bild:Universitaetskirche_1.jpg|thumb|300px|[[Kollegienkirche]]]]Erzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] ([[1697]] - [[1709]]) berief [[Fischer von Erlach|Johann Bernhard Fischer von Erlach]] nach Salzburg und vollzog damit den Übergang vom bis dahin dominierenden "italienischen" zum "österreichischen" Barock. Fischer schuf in Salzburg die [[Dreifaltigkeitskirche]], die [[Ursulinenkirche]], die [[Kollegienkirche]], das [[St.-Johannes-Spital]] samt Kirche, das [[Schloss Klessheim|Lustschloss Klessheim]] und die Pläne für den prachtvollen [[Mirabellgarten]]. | | [[Bild:Casino_2.jpg|thumb|300px|[[Schloss Klessheim]]]][[Bild:Universitaetskirche_1.jpg|thumb|300px|[[Kollegienkirche]]]]Erzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] ([[1697]] - [[1709]]) berief [[Fischer von Erlach|Johann Bernhard Fischer von Erlach]] nach Salzburg und vollzog damit den Übergang vom bis dahin dominierenden "italienischen" zum "österreichischen" Barock. Fischer schuf in Salzburg die [[Dreifaltigkeitskirche]], die [[Ursulinenkirche]], die [[Kollegienkirche]], das [[St.-Johannes-Spital]] samt Kirche, das [[Schloss Klessheim|Lustschloss Klessheim]] und die Pläne für den prachtvollen [[Mirabellgarten]]. |
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| − | Das [[Schloss Mirabell]] hat sein größter Konkurrent, [[Lukas von Hildebrandt]], gebaut. Mit dem [[1740]] vollendeten [[Schloss Leopoldskron]] wurde der Kreis von Lustschlössern rund um die Stadt Salzburg vollendet. Der Name des Bauherrn, Erzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]], ist jedoch durch die tragische Maßnahme der [[Protestantenvertreibung|Protestantenausweisung]] [[1731]]/[[1732|32]] verdunkelt. Um die Einheit des Glaubens wiederherzustellen, mussten über 20.000 Protestanten aus den Gebirgsgauen innerhalb kürzester Zeit ihre Heimat verlassen. Sie fanden vor allem im entvölkerten Ostpreußen (Regierungsbezirk Gumbinnen) Aufnahme, wo sie als Kolonisten sehr geschätzt waren. Andere Gruppen von Emigranten gelangten nach Holland und sogar bis nach Ebenezer im Staate Georgia (USA). | + | Das [[Schloss Mirabell]] hat sein größter Konkurrent, [[Lukas von Hildebrandt]], gebaut. Mit dem [[1740]] vollendeten [[Schloss Leopoldskron]] wurde der Kreis von Lustschlössern rund um die Stadt Salzburg vollendet. Der Name des Bauherrn, Erzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]], ist jedoch durch die tragische Maßnahme der [[Protestantenvertreibung|Protestantenausweisung]] [[1731]]/[[1732|32]] verdunkelt. Um die Einheit des Glaubens wiederherzustellen, mussten über 20.000 Protestanten aus den Gebirgsgauen innerhalb kürzester Zeit ihre Heimat verlassen. Sie fanden vor allem im entvölkerten Ostpreußen (Regierungsbezirk [[Stiftung Salzburger Anstalt Gumbinnen|Gumbinnen]]) Aufnahme, wo sie als Kolonisten sehr geschätzt waren. Andere Gruppen von Emigranten gelangten in die Niederlande und sogar bis nach Ebenezer im Staate Georgia (USA). |
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| | ===Mozart geht enttäuscht=== | | ===Mozart geht enttäuscht=== |
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| | ==Vom Kurfürstentum zum Bundesland - Der steinige Weg nach Österreich== | | ==Vom Kurfürstentum zum Bundesland - Der steinige Weg nach Österreich== |
| | ===Die Franzosen in Salzburg=== | | ===Die Franzosen in Salzburg=== |
| − | Nach Jahrhunderten einer konstanten geistlichen Herrschaft wurde Salzburg zu einem Spielball der europäischen Politik. Zwischen [[12. Dezember|12.]] und [[14. Dezember]] kam es zum ersten großen Gefecht der Österreicher mit den Franzosen auf Salzburger Boden - die [[Schlacht am Walserfeld]]. | + | Nach Jahrhunderten einer konstanten geistlichen Herrschaft wurde Salzburg zu einem Spielball der europäischen Politik. Zwischen [[12. Dezember|12.]] und [[14. Dezember]] [[1800]] kam es zum ersten großen Gefecht der Österreicher mit den Franzosen auf Salzburger Boden - die [[Schlacht am Walserfeld]]. |
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| | Dann bildete Salzburg zunächst mit Passau, Eichstätt und [[Berchtesgaden]] ein Kurfürstentum, mit dem Großherzog [[Ferdinand III.]], der Bruder von Kaiser Franz II., für den Verlust der Toskana entschädigt wurde. Aber [[1804]] standen erneut die Franzosen in Salzburg. | | Dann bildete Salzburg zunächst mit Passau, Eichstätt und [[Berchtesgaden]] ein Kurfürstentum, mit dem Großherzog [[Ferdinand III.]], der Bruder von Kaiser Franz II., für den Verlust der Toskana entschädigt wurde. Aber [[1804]] standen erneut die Franzosen in Salzburg. |
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| | ===Bayern verschleppten Wertgegenstände=== | | ===Bayern verschleppten Wertgegenstände=== |
| − | Die Machtergreifung durch den bayerischen König Max I. Joseph wurde [[1810]] in Salzburg freudig begrüßt. Kronprinz Ludwig residierte als Generalgouverneur des Inn- und Salzachkreises im [[Schloss Mirabell]], wo sein Sohn Otto, der spätere König von Griechenland geboren wurde. | + | Die Machtergreifung durch den bayerischen König Max I. Joseph wurde [[1810]] in Salzburg freudig begrüßt. [[Kronprinz Ludwig von Bayern]] residierte als Generalgouverneur des Inn- und Salzachkreises im [[Schloss Mirabell]], wo sein Sohn Otto, der spätere König von Griechenland geboren wurde. |
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| − | Die zentralistischen Reformen des Grafen Montgelas, die auch in Salzburg rücksichtslos durchgezogen wurden und [[1810]] zur Aufhebung der [[Universität Salzburg|Universität]] führten, stießen jedoch auf wenig Gegenliebe. Als sich nach den Vereinbarungen von Ried ([[1813]]) für Bayern der Verlust Salzburgs abzeichnete, trachtete die Regierung noch rasch soviel wie möglich aus dem Land herauszupressen. | + | Die zentralistischen Reformen des Grafen Montgelas, die auch in Salzburg rücksichtslos durchgezogen wurden und [[1810]] zur Aufhebung der [[Universität Salzburg|Universität]] führten, stießen jedoch auf wenig Gegenliebe. Als sich nach den Vereinbarungen von Ried im Innkreis ([[1813]]) für Bayern der Verlust Salzburgs abzeichnete, trachtete die Regierung noch rasch soviel wie möglich aus dem Land herauszupressen. |
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| − | Nachdem schon [[Ferdinand III.|Kurfürst Ferdinand]], die Franzosen und die Österreicher Kunstgegenstände, Bibliotheken und Archivalien aus Salzburg verschleppt hatten, führten die Bayern die letzten Bestände fort. Öffentliche Gebäude wurden verschleudert und wertvolle Liegenschaften wie die [[Hofbräu Kaltenhausen|Hofbrauerei in Kaltenhausen]] und die Marmorsteinbrüche am [[Untersberg]], teilweise durch vordatierte Urkunden, in den Besitz der Wittelsbacher übertragen. Die Epoche der bayerischen Herrschaft hinterließ deshalb trotz ihres hoffnungsvollen Beginns in Salzburg einen bitteren Nachgeschmack. | + | Nachdem schon [[Ferdinand III.|Kurfürst Ferdinand III. von Toskana]], die Franzosen und die Österreicher Kunstgegenstände, Bibliotheken und Archivalien aus Salzburg verschleppt hatten, führten die Bayern die letzten Bestände fort. Öffentliche Gebäude wurden verschleudert und wertvolle Liegenschaften wie die [[Hofbräu Kaltenhausen|Hofbrauerei in Kaltenhausen]] und die [[Marmor]]steinbrüche am [[Untersberg]], teilweise durch vordatierte Urkunden, in den Besitz der Wittelsbacher übertragen. Die Epoche der bayerischen Herrschaft hinterließ deshalb trotz ihres hoffnungsvollen Beginns in Salzburg einen bitteren Nachgeschmack. |
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| | ===Der oberösterreichischen Regierung unterstellt=== | | ===Der oberösterreichischen Regierung unterstellt=== |
| − | [[Bild:Schloss_mirabell.jpg|thumb|300px|[[Schloss Mirabell]]]]Auf dem Wiener Kongress war [[1816]] der Übergang Salzburgs an Österreich beschlossen worden. Mit dem [[Rupertiwinkel]] am linken Ufer der [[Salzach]] musste jedoch das wirtschaftlich wertvollste Gebiet an Bayern abgetreten werden. Das Gericht ltter mit dem Markt Hopfgarten, das Zillertal und Windischmatrei (heute Matrei in Osttirol) wurden zu Tirol geschlagen. | + | [[Bild:Schloss_mirabell.jpg|thumb|300px|[[Schloss Mirabell]]]]Auf dem Wiener Kongress war [[1816]] der Übergang Salzburgs an Österreich beschlossen worden. Mit dem [[Rupertiwinkel]] am linken Ufer der [[Salzach]] musste jedoch das wirtschaftlich wertvollste Gebiet an Bayern abgetreten werden. Das Gericht Itter mit dem Markt Hopfgarten, das [[Zillertal]] und Windischmatrei (heute [[Matrei in Osttirol]]) wurden zu Tirol geschlagen. |
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| | Das völlig verschuldete und ausgeblutete Land Salzburg zierte zwar als "Herzogtum" den Titel des österreichischen Kaisers, verlor aber seine Selbständigkeit und wurde als fünfter Kreis der obderennsischen (oberösterreichischen) Landesregierung in Linz unterstellt. Mit dem Verlust der Residenz wanderten die Hofbediensteten und Beamten ab, die Bevölkerung der Stadt ging von 16.000 Bewohnern auf weniger als 12.000 zurück. Lustschlösser und Paläste verödeten und [[1818]] legte ein Brand den Stadtteil am rechten Salzachufer samt dem [[Schloss Mirabell]] in Schutt und Asche. Nach Missernten in den Jahren [[1814]] bis [[1816]] forderte eine große Hungersnot zahlreiche Todesopfer unter der Bevölkerung. | | Das völlig verschuldete und ausgeblutete Land Salzburg zierte zwar als "Herzogtum" den Titel des österreichischen Kaisers, verlor aber seine Selbständigkeit und wurde als fünfter Kreis der obderennsischen (oberösterreichischen) Landesregierung in Linz unterstellt. Mit dem Verlust der Residenz wanderten die Hofbediensteten und Beamten ab, die Bevölkerung der Stadt ging von 16.000 Bewohnern auf weniger als 12.000 zurück. Lustschlösser und Paläste verödeten und [[1818]] legte ein Brand den Stadtteil am rechten Salzachufer samt dem [[Schloss Mirabell]] in Schutt und Asche. Nach Missernten in den Jahren [[1814]] bis [[1816]] forderte eine große Hungersnot zahlreiche Todesopfer unter der Bevölkerung. |
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| | Die Armut der Bevölkerung nahm zu und die intensive polizeiliche Überwachung und Bespitzelung in der Zeit des Vormärz ([[1816]] - [[1848]]) unterdrückte alle politischen Regungen. Das Bürgertum zog sich ins biedermeierliche Privatleben zurück und die Bevölkerung in Stadt und Land versank in tiefe Apathie und Hoffnungslosigkeit. | | Die Armut der Bevölkerung nahm zu und die intensive polizeiliche Überwachung und Bespitzelung in der Zeit des Vormärz ([[1816]] - [[1848]]) unterdrückte alle politischen Regungen. Das Bürgertum zog sich ins biedermeierliche Privatleben zurück und die Bevölkerung in Stadt und Land versank in tiefe Apathie und Hoffnungslosigkeit. |
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| | "''Auf den Straßen und Plätzen der Stadt, deren es viele und schöne gibt, wächst Gras, so wenig werden sie betreten''" schrieb [[Franz Schubert]] anlässlich seines Besuchs in Salzburg [[1837]]. | | "''Auf den Straßen und Plätzen der Stadt, deren es viele und schöne gibt, wächst Gras, so wenig werden sie betreten''" schrieb [[Franz Schubert]] anlässlich seines Besuchs in Salzburg [[1837]]. |
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| | Erst die Aktivitäten des aus Tirol stammenden Advokaten [[Alois Fischer|Dr. Alois Fischer]], der später Landeschef von Oberösterreich wurde, und das Revolutionsjahr [[1848]] führten zu einem Umschwung. Salzburg wurde zu einem Kronland der Monarchie und erhielt – verzögert durch die Ära des Neoabsolutismus – [[1860]]/[[1861|61]] eigene Landesbehörden und Landstände. | | Erst die Aktivitäten des aus Tirol stammenden Advokaten [[Alois Fischer|Dr. Alois Fischer]], der später Landeschef von Oberösterreich wurde, und das Revolutionsjahr [[1848]] führten zu einem Umschwung. Salzburg wurde zu einem Kronland der Monarchie und erhielt – verzögert durch die Ära des Neoabsolutismus – [[1860]]/[[1861|61]] eigene Landesbehörden und Landstände. |
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| − | Übergeordnete Behörden wie die Bundesbahndirektion, das Oberlandesgericht und die Post- und - Telegraphendirektion für Salzburg, die ihren Sitz in Linz hatten bzw. noch haben, erinnerten lange an die Zeit als fünfter Kreis von Oberösterreich, die von den Salzburgern als tiefe Erniedrigung empfunden wurde. Der Weg nach Österreich war steinig und entbehrungsreich! | + | Übergeordnete Behörden wie die Bundesbahndirektion, das Oberlandesgericht und die Post- und - Telegraphendirektion für Salzburg, die ihren Sitz in Linz hatten bzw. noch haben, erinnerten lange an die Zeit als fünfter Kreis von [[Oberösterreich]], die von den Salzburgern als tiefe Erniedrigung empfunden wurde. Der Weg nach Österreich war steinig und entbehrungsreich! |
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| | ===Ein Bauboom greift um sich=== | | ===Ein Bauboom greift um sich=== |
| − | Die Eröffnung der [[Westbahn|Kaiserin-Elisabeth-Westbahn]] im Jahr [[1860]], die Salzburg mit Wien und München verband, führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Als Kaiser Franz Joseph im selben Jahr Salzburg als Festung aufließ und die Bastionen, die bis dahin die Stadt wie ein Korsett eingeschnürt hatten, der Bürgerschaft schenkte, setzte ein zunehmender Bauboom ein. | + | Die Eröffnung der [[Westbahn|Kaiserin-Elisabeth-Westbahn]] im Jahr [[1860]], die Salzburg mit Wien und München verband, führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Als [[Kaiser Franz Joseph I.]] im selben Jahr Salzburg als Festung aufließ und die Bastionen, die bis dahin die Stadt wie ein Korsett eingeschnürt hatten, der Bürgerschaft schenkte, setzte ein zunehmender Bauboom ein. |
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| − | Der Eisenbahnunternehmer [[Karl Freiherr von Schwarz]] führte die Regulierung der [[Salzach]] durch und nahm den Bau der "[[Neustadt]]" am rechten Salzachufer in Angriff. Das bürgerliche Selbstbewusstsein kam in großen Festen und in zahlreichen Vereinsgründungen, darunter der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]] (1880) zum Ausdruck. | + | Der Eisenbahnunternehmer [[Karl Freiherr von Schwarz]] führte die Regulierung der [[Salzach]] durch und nahm den Bau der "[[Neustadt]]" am rechten Salzachufer in Angriff. Das bürgerliche Selbstbewusstsein kam in großen Festen und in zahlreichen Vereinsgründungen, darunter der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]] ([[1880]]) zum Ausdruck. |
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| − | Seit [[1870]] formierten sich die politischen Parteien, unter denen die Konservativen und die Liberalen dominierten. Der Liberalismus alter Prägung wurde jedoch am Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend von einem radikalen Deutschnationalismus und Antisemitismus abgelöst. | + | Seit [[1870]] formierten sich die politischen Parteien, unter denen die Konservativen und die Liberalen dominierten. Der Liberalismus alter Prägung wurde jedoch am Ende des [[19. Jahrhundert]]s zunehmend von einem radikalen Deutschnationalismus und Antisemitismus abgelöst. |
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| | [[Kategorie:Geschichte]] | | [[Kategorie:Geschichte]] |
| | [[Kategorie: Landesgeschichte in drei Teilen (Geschichte)]] | | [[Kategorie: Landesgeschichte in drei Teilen (Geschichte)]] |