| | [[Datei:Ignaz Joachim von Hagenauer.jpg|miniatur|hochkant|Ignaz Joachim von Hagenauer (1749 - 1824), Gründer der Triester Linie, Pastellportrait um 1785]] | | [[Datei:Ignaz Joachim von Hagenauer.jpg|miniatur|hochkant|Ignaz Joachim von Hagenauer (1749 - 1824), Gründer der Triester Linie, Pastellportrait um 1785]] |
| − | Ignaz Joachim von Hagenauer war im Auftrag seines Vaters (Johann Lorenz) von Salzburg nach Triest gereist, um dort eine Filiale des Salzburger Stammhauses zu gründen. Triest gehörte damals zu Österreich (1382 bis 1918 habsburgisch-österreichisch) und war dessen bedeutendster Handelshafen, einer der Stützpunkte der k.u.k. Kriegsmarine sowie Sitz des Statthalters des Österreichischen Küstenlandes. Ebenso war Triest eine reichsunmittelbare Stadt, also direkt und unmittelbar dem Kaiser untergeben. In [[Friaul-Julisch Venetien|Triest]] wurde das [[1775]] durch Ignaz Joachim von Hagenauer (Ignaz II.) gegründete Handelshaus von großem Erfolg bekrönt. Ignaz (II.) war auch in die 1773 gegründete Triester Freimaurer-Loge "la Concordia" eingetreten und baute die Geschäfte des Handelshauses vorerst erfolgreich aus. 1785 heiratete er Maria-Elisabeth von Thys (* 1760 in Lüttich) im Klagenfurter Dom. Elisabeth von Thys war die Tochter des Johann Reiner von Thys und der Catharina Theresia Coletta de Willems (Tochter des Bankiers Michael de Willems). Johann von Thys, ebenfalls ein Freimaurer, war ein belgischer Feintuchfabrikant aus Eupen (den damaligen Habsburgischen Niederlanden). Auf Grund eines von Kaiserin Maria Theresia vergebenen günstigen Darlehens hatte er 1762 eine Filiale seiner belgischen Feintuchfabrik in Klagenfurt eröffnet, die erste Fabrik dieser Art in Österreich. Iganz (II.) von Hagenauer bekam in der napoleonischen Zeit finanzielle Schwierigkeiten mit seinem Handelshaus, von denen er sich aber wieder erholen sollte. Im Jahr [[1814]] gründete er zusammen mit vier Geschäftspartnern die Versicherungsgesellschaft "Assicuratori Marittimi" in Triest, deren Direktor er wurde. Diese Versicherungsgesellschaft ließ den Seehandel von Triest nach den Jahren der napoleonischen Krise wieder aufleben. Nach einigen wirtschaftlichen Rückschlägen wurde das Handelshaus der Hagenauer wieder zum "Ersten Haus in Triest". Elisabeth von Hagenauer schenkte ihrem Mann zehn Kinder, wobei nur vier der Kinder, Johann Lorenz (III.), Josef Paul, Maria Regina und Amelie, die Geburt überlebten. Josef Paul hatte später Maria Theresia Rovis geheiratet, Maria Regina den Gutsbesitzer und [[Gewerke]]r (Bergwerk Misling) Franz Anton Bonazzi Edler von Bonazza, Amelie und Johann Lorenz sollten jedoch unverheiratet bleiben. | + | Ignaz Joachim von Hagenauer war im Auftrag seines Vaters (Johann Lorenz) von Salzburg nach Triest gereist, um dort eine Filiale des Salzburger Stammhauses zu gründen. Triest gehörte damals zu Österreich (1382 bis 1918 habsburgisch-österreichisch) und war dessen bedeutendster Handelshafen, einer der Stützpunkte der k.u.k. Kriegsmarine sowie Sitz des Statthalters des Österreichischen Küstenlandes. Ebenso war Triest eine reichsunmittelbare Stadt, also direkt und unmittelbar dem Kaiser untergeben. In [[Friaul-Julisch Venetien|Triest]] wurde das [[1775]] durch Ignaz Joachim von Hagenauer (Ignaz II.) gegründete Handelshaus von großem Erfolg bekrönt. Ignaz (II.) war auch in die 1773 gegründete Triester Freimaurer-Loge "la Concordia" eingetreten und baute die Geschäfte des Handelshauses vorerst erfolgreich aus. 1785 heiratete er Maria-Elisabeth von Thys (* 1760 in Lüttich) im Klagenfurter Dom. Elisabeth von Thys war die Tochter des Johann Reiner von Thys und der Catharina Theresia Coletta de Willems (Tochter des Bankiers Michael de Willems). Johann von Thys, ebenfalls ein Freimaurer, war ein belgischer Feintuchfabrikant aus Eupen (den damaligen Habsburgischen Niederlanden). Auf Grund eines von Königin Maria Theresia vergebenen günstigen Darlehens hatte er 1762 eine Filiale seiner belgischen Feintuchfabrik in Klagenfurt eröffnet, die erste Fabrik dieser Art in Österreich. Iganz (II.) von Hagenauer bekam in der napoleonischen Zeit finanzielle Schwierigkeiten mit seinem Handelshaus, von denen er sich aber wieder erholen sollte. Im Jahr [[1814]] gründete er zusammen mit vier Geschäftspartnern die Versicherungsgesellschaft "''Assicuratori Marittimi''" in Triest, deren Direktor er wurde. Diese Versicherungsgesellschaft ließ den Seehandel von Triest nach den Jahren der napoleonischen Krise wieder aufleben. Nach einigen wirtschaftlichen Rückschlägen wurde das Handelshaus der Hagenauer wieder zum "Ersten Haus in Triest". Elisabeth von Hagenauer schenkte ihrem Mann zehn Kinder, wobei nur vier der Kinder, Johann Lorenz (III.), Josef Paul, Maria Regina und Amelie, die Geburt überlebten. Josef Paul hatte später Maria Theresia Rovis geheiratet, Maria Regina den Gutsbesitzer und [[Gewerke]]r (Bergwerk Misling) Franz Anton Bonazzi Edler von Bonazza, Amelie und Johann Lorenz sollten jedoch unverheiratet bleiben. |
| − | [[Datei:Baron georg locatelli-hagenauer.jpg|miniatur|hochkant|Carlo Giorgio Baron Locatelli - Hagenauer, (* 1917 in Salzburg, † 1942 in Cormons)]]Als das bereits seit [[1918]] zu Italien gehörende Triest im Jahr [[1919]] durch den Vertrag von Saint-Germain gemeinsam mit Istrien und Ostfriaul auch formell dem Königreich Italien zugesprochen wurde, waren die Besitzungen von Pyrrhus Barone dei Locatelli de Hagenauer nun automatisch italienisch geworden. Dem noch im ersten Welt-Krieg und in Salzburg 1917 geborenen Ältesten, Barone Carlo Giorgio, folgten die beiden jüngeren Geschwister, Baronessa Helene (* 1920, † 2014 in Cormons) und Barone Alexander (*1924). Diese wurden allerdings auf dem zurückerstatteten Weingut Angoris in Cormòns (Friaul) nun als italienische Staatsbürger geboren. Im September 1923 wurde die Villa Locatelli (neben der Kirche von San Giusto) in Cormòns an den Orden der "barmherzigen Brüder" (Fatebenefratelli) verkauft. Im selben Jahr erhielt Pyrrhus de Hagenauer durch die königliche Consulta Araldica per Dekret des Königreichs Italien die Anerkennung des italienischen Freiherrenstandes als titolo di barone del S.R.I. di Schönfeld ed Eulenburg. Vor Ausbruch des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] hatte Pyrrhus das Gut Angoris aus Furcht einer möglichen erneuten Beschlagnahme der Güter (wie im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]]) bereits 1937 verkauft (Anm.: 1968 wurde das Gut Angoris von einer bürgerlichen namensgleichen Familie Locatelli aus Mailand erworben, die jedoch nicht mit der ursprünglichen Besitzerfamilie der Freiherren von Locatelli verwandt ist). 1942 starb jedoch der älteste Sohn von Pyrrhus, Barone Carlo Giorgio, im Alter von 25 Jahren an den Folgen einer schweren Lungenentzündung. Nach der Landung alliierter Truppen in Süditalien im Juli [[1943]] und der italienischen Kapitulation am 8. September durch König Viktor Emanuel III. wurde Norditalien von deutschen Truppen besetzt. Baron Pyrrhus war als Reservist und ehemaliger Kavallerie-Offizier der österreichischen k.u.k. Armee zur Wehrmacht eingezogen worden. 1944 hatte man "Rittmeister Pyrrhus Baron von Hagenauer" als Adjutant der Aufklärungsabteilung des Panzer-Regiments 33 eingesetzt. Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde er Bankier und Verwalter der verbliebenen Besitzungen. Pyrrhus starb 1961 in Cormòns und sein jüngster Sohn Alexander Barone dei Locatelli de Hagenauer, der letzte lebende Hagenauer der italienischen Linie, heiratete im Jahr 1962 Gabriella Gräfin Barsotti Verzani da Verzano aus Lucca (Toskana, Italien). Alexander setzte durch die Adoption seines Stiefsohnes Georg Albert die Triester Linie der Hagenauer fort und starb im Jahr 1987. Heute leben die Nachkommen der Baroni dei Locatelli de Hagenauer in Florenz. | + | [[Datei:Baron georg locatelli-hagenauer.jpg|miniatur|hochkant|Carlo Giorgio Baron Locatelli - Hagenauer, (* 1917 in Salzburg, † 1942 in Cormons)]]Als das bereits seit [[1918]] zu Italien gehörende Triest im Jahr [[1919]] durch den Vertrag von Saint-Germain gemeinsam mit Istrien und Ostfriaul auch formell dem Königreich Italien zugesprochen wurde, waren die Besitzungen von Pyrrhus Barone dei Locatelli de Hagenauer nun automatisch italienisch geworden. Dem noch im ersten Welt-Krieg und in Salzburg 1917 geborenen Ältesten, Barone Carlo Giorgio, folgten die beiden jüngeren Geschwister, Baronessa Helene (* 1920, † 2014 in Cormons) und Barone Alexander (*1924). Diese wurden allerdings auf dem zurückerstatteten Weingut Angoris in Cormòns (Friaul) nun als italienische Staatsbürger geboren. Im September 1923 wurde die Villa Locatelli (neben der Kirche von San Giusto) in Cormòns an den Orden der "barmherzigen Brüder" (Fatebenefratelli) verkauft. Im selben Jahr erhielt Pyrrhus de Hagenauer durch die königliche Consulta Araldica per Dekret des Königreichs Italien die Anerkennung des italienischen Freiherrenstandes als titolo di barone del S.R.I. di Schönfeld ed Eulenburg. Vor Ausbruch des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] hatte Pyrrhus das Gut Angoris aus Furcht einer möglichen erneuten Beschlagnahme der Güter (wie im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]]) bereits 1937 verkauft (Anm.: 1968 wurde das Gut Angoris von einer bürgerlichen namensgleichen Familie Locatelli aus Mailand erworben, die jedoch nicht mit der ursprünglichen Besitzerfamilie der Freiherren von Locatelli verwandt ist). 1942 starb jedoch der älteste Sohn von Pyrrhus, Barone Carlo Giorgio, im Alter von 25 Jahren an den Folgen einer schweren Lungenentzündung. Nach der Landung alliierter Truppen in Süditalien im Juli [[1943]] und der italienischen Kapitulation am 8. September durch König Viktor Emanuel III. wurde Norditalien von deutschen Truppen besetzt. Baron Pyrrhus war als Reservist und ehemaliger Kavallerie-Offizier der österreichischen k.u.k. Armee zur Wehrmacht eingezogen worden. 1944 hatte man "Rittmeister Pyrrhus Baron von Hagenauer" als Adjutant der Aufklärungsabteilung des Panzer-Regiments 33 eingesetzt. Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde er Bankier und Verwalter der verbliebenen Besitzungen. Pyrrhus starb 1961 in Cormòns und sein jüngster Sohn Alexander Barone dei Locatelli de Hagenauer, der letzte lebende Hagenauer der italienischen Linie, heiratete im Jahr 1962 Gabriella Gräfin Barsotti Verzani da Verzano aus Lucca (Toskana, Italien). Alexander setzte durch die Adoption seines Stiefsohnes Georg Albert die Triester Linie der Hagenauer fort und starb im Jahr 1987. Heute leben die Nachkommen der Baroni dei Locatelli de Hagenauer in Florenz. |