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| | === Erster geschlossener Siedlungsraum von Unken === | | === Erster geschlossener Siedlungsraum von Unken === |
| − | Ein Blick auf die Katastermappe von 1830 (erste kartographische Erfassung der Grundstücke) erschließt die geregelte Zuteilung der Rodungsflächen bzw. die geregelte Verteilung von Hof und Flur in den einzelnen Siedlungsgebieten. Bevorzugt dürfte zu Beginn die große Ebene des [[Unkenbach]]<nowiki>schwemmkegels</nowiki>, der “Boden”, gerodet und besiedelt worden sein. Ein Kleinweiler mit den vier Gütern Schrempf, Fritz, Kalchofen und Percht, die anschließende Rotte mit Aschl, Falter, Unterhager, Heistl und Fuchs, die Einzelhöfe am Schemmkegelrand Hölzl und [[Oberrain (Unken)|Oberrain]] und auf der linken oberen Saalachterrasse die Güter Flatscher, Kaltenbach (Forsthaus) bilden möglicher Weise den ersten geschlossenen Siedlungsraum von Unken. | + | Ein Blick auf die Katastermappe von 1830 (erste kartographische Erfassung der Grundstücke) erschließt die geregelte Zuteilung der Rodungsflächen bzw. die geregelte Verteilung von Hof und Flur in den einzelnen Siedlungsgebieten. Bevorzugt dürfte zu Beginn die große Ebene des [[Unkenbach]]<nowiki>schwemmkegels</nowiki>, der “Boden”, gerodet und besiedelt worden sein. Ein Kleinweiler mit den vier Gütern Schrempf, Fritz, Kalchofen und Percht, die anschließende Rotte mit Aschl, Falter, Unterhager, Heistl und Fuchs, die Einzelhöfe am Schemmkegelrand Hölzl und [[Oberrain (Unken)|Oberrain]] und auf der linken oberen Saalachterrasse die Güter Flatscher, Kaltenbach (Forsthaus) bilden möglicher Weise den ersten geschlossenen Siedlungsraum von Unken. |
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| − | Geeignete Voraussetzungen für eine weitere Siedlungseinheit bieten die Gsenghänge im untersten Bereich und die anschließenden Schwemmkegelreste für die Rotte Egger, Kirchenwirt, Lohweber, Reit, Plaickpoint, Ennsmann, Lummer, und Pichler und am Fuß des [[Achhorn|Achbergs]], die Moränenhügel und die rechtseitige Saalachterrasse für Rotte Fellner, Achner, Punz und Möschl. Weiters die linkseitige untere Saalachterrasse mit der Rotte Neuhauser, Post, und die [[hochwasser]]gefährtete Saalachniederung mit der Rotte Harm, Lackner, Werfer und Eder, bzw. rechtsseitig mit den Einödhöfen Köstler und Schwaiger. | + | Geeignete Voraussetzungen für eine weitere Siedlungseinheit bieten die Gsenghänge im untersten Bereich und die anschließenden Schwemmkegelreste für die Rotte Egger, Kirchenwirt, Lohweber, Reit, Plaickpoint, Ennsmann, Lummer, und Pichler und am Fuß des [[Achberg]]s, die Moränenhügel und die rechtseitige Saalachterrasse für Rotte Fellner, Achner, Punz und Möschl. Weiters die linkseitige untere Saalachterrasse mit der Rotte Neuhauser, Post, und die [[hochwasser]]gefährtete Saalachniederung mit der Rotte Harm, Lackner, Werfer und Eder, bzw. rechtsseitig mit den Einödhöfen Köstler und Schwaiger. |
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| − | Im Westen eignen sich die sanften Hänge des [[Unkenberg]]s als Siedlungsraum für die Rotte Maisl, Pfannhaus, Hagen, Götz, Graber (?), Datzen(?), Niederberger (?) Brenner (?), Hoisen, Haitzmann, Soder und den Einödhöfen Kecht und Hengstloch. Die Rodung für die Liedersberger Futterhöfe dürfte erst in der Neuzeit erfolgen. | + | Im Westen eignen sich die sanften Hänge des [[Unkenberg]]s als Siedlungsraum für die Rotte Maisl, Pfannhaus, Hagen, Götz, Graber (?), Datzen(?), Niederberger (?) Brenner (?), Hoisen, Haitzmann, Soder und den Einödhöfen Kecht und Hengstloch. Die Rodung für die Liedersberger Futterhöfe dürfte erst in der Neuzeit erfolgen. |
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| | Siedlungen in Extremlage entstehen auf den steilen jedoch nicht felsigen Hängen des [[Sonnberg (Unken)|Sonnbergs]], [[Vordergföll]]s und [[Hintergföll]]s. Siedlungseinheiten sind am Sonnberg die Rotte Brandner, Beibl, Emater, Brandl, Angerer und die Einödhöfe Gebl, Bauregger und in Vordergföll die Einödhöfe Herbst, Schneiderbauer und Angerer. Ob Hintermühl, Kreuzer, Rausch, Neuhäusl und Lutz auch im Hochmittelalter entstehen bleibe offen. | | Siedlungen in Extremlage entstehen auf den steilen jedoch nicht felsigen Hängen des [[Sonnberg (Unken)|Sonnbergs]], [[Vordergföll]]s und [[Hintergföll]]s. Siedlungseinheiten sind am Sonnberg die Rotte Brandner, Beibl, Emater, Brandl, Angerer und die Einödhöfe Gebl, Bauregger und in Vordergföll die Einödhöfe Herbst, Schneiderbauer und Angerer. Ob Hintermühl, Kreuzer, Rausch, Neuhäusl und Lutz auch im Hochmittelalter entstehen bleibe offen. |
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| | Die Erschließung des [[Heutal]]s und Nutzung von [[Alm]]en, ob Einzel- und Gemeinschaftsalmen bzw. Mais- und Freialmen bleibt offen. ([[1405]] verbriefte Almrechte der Zeche Gföll). Gegen dreißig Güter, Gütl und Söllhäusler entstehen in der Jahrhunderten der Neuzeit, vor allem in [[16. Jahrhundert|16.]] und [[17. Jahrhundert]]. | | Die Erschließung des [[Heutal]]s und Nutzung von [[Alm]]en, ob Einzel- und Gemeinschaftsalmen bzw. Mais- und Freialmen bleibt offen. ([[1405]] verbriefte Almrechte der Zeche Gföll). Gegen dreißig Güter, Gütl und Söllhäusler entstehen in der Jahrhunderten der Neuzeit, vor allem in [[16. Jahrhundert|16.]] und [[17. Jahrhundert]]. |
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| − | Im [[11. Jahrhundert]] ist das Erzstift (Hofurbar) alleiniger Grundherr. [[1137]] wird das [[Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg]] ([[Innviertel]]) mit sechs Güter in ''Unchen'' (erste urkundliche Nennung Unkens), und in den folgenden Jahrzehnten das Stift St. Peter (''1156'' Pfannstatt wo [[Salz]] gefunden wurde) in Unken und Reith mit neun, die Augustiner Chorherrn Stifte [[Augustinerchorherrenstift St. Zeno|San Zeno]] in Reichenhall mit fünf, [[Kloster Höglwörth]] mit sieben, [[Berchtesgaden]] mit sieben, die Stiftung [[Lodron]]<nowiki>kollegialität</nowiki> mit drei und das herzogliche Urbar ebenfalls mit drei Hofstätten von den Erzbischöfen belehnt. Die rd. siebzig Güter sind im Spätmittelalter Eigentum von sieben Grundherrschaften. | + | Im [[11. Jahrhundert]] ist das Erzstift (Hofurbar) alleiniger Grundherr. [[1137]] wird das [[Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg]] ([[Innviertel]]) mit sechs Güter in ''Unchen'' (erste urkundliche Nennung Unkens), und in den folgenden Jahrzehnten das Stift St. Peter (''1156'' Pfannstatt wo [[Salz]] gefunden wurde) in Unken und Reith mit neun, die Augustiner Chorherrn Stifte [[Augustinerchorherrenstift St. Zeno|San Zeno]] in Reichenhall mit fünf, [[Kloster Höglwörth]] mit sieben, [[Berchtesgaden]] mit sieben, die Stiftung [[Lodron]]<nowiki>kollegialität</nowiki> mit drei und das herzogliche Urbar ebenfalls mit drei Hofstätten von den Erzbischöfen belehnt. Die rd. siebzig Güter sind im Spätmittelalter Eigentum von sieben Grundherrschaften. |
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| | Das heutige ländliche Siedlungsgefüge gleicht letztlich dem des Mittelalters. Die Neubauten des [[20. Jahrhundert|20.]] und [[21. Jahrhundert]]s stehen auf den im 11. und 12. Jahrhundert gerodeten Fluren. | | Das heutige ländliche Siedlungsgefüge gleicht letztlich dem des Mittelalters. Die Neubauten des [[20. Jahrhundert|20.]] und [[21. Jahrhundert]]s stehen auf den im 11. und 12. Jahrhundert gerodeten Fluren. |