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2.607 Bytes hinzugefügt ,  17:00, 9. Jan. 2008
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==Little Flower==
 
==Little Flower==
Im Dorf Sunderpur werden Lepraerkrankte im Rahmen des Projekts ''Little Flower'' unterstützt, da diese Krankheit in Indien nach wie vor auftritt und die Erkrankten zu Ausgestoßenen der indischen Gesellschaft macht.
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Little Flower ist ein Projekt im Norden Indiens, das für die Leprakranken in Nordbihar, der ärmsten Gegend von ganz Indien, einzige Anlaufstelle für medizinische Betreuung, Arbeitsbeschaffung, Bildung und Zufluchtstätte ist. Im Dorf Sunderpur werden Lepraerkrankte ambulant und stationär btreut, da diese Krankheit in Indien nach wie vor auftritt und die Erkrankten zu Ausgestoßenen der indischen Gesellschaft macht.
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Ich kenne Little Flower und Bruder Christdas seit seiner „Geburtsstunde“ vor 25 Jahren, als ich gerade 18 war, und ich habe die ersten Visionen und Träume, die Aufbruchstimmung in all dem ärmlichen Leben in Lehmhütten miterleben dürfen. So habe ich Little Flower in all den Jahren finanziell unterstützt und begleitet, immer wieder besucht.
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Das Projekt fasziniert mich grundsätzlich in seinem Ansatz für ganzheitliche Heilung, die nicht nur durch medizinische Maßnahmen erreichbar ist, sondern einen umfassenden Integrationsprozess und Bildungsprozess der Menschen verlangt. Neben der Seidenproduktion und vielen anderen Arbeitsbeschaffungsprogrammen, 50 000 Leprapatienten, die mittlerweile in Behandlung sind bzw. geheilt wurden, liegt ein Schwerpunkt des Projekts auf Ausbildungen für die nächste Generation und Integration in die Gesellschaft.
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Das größte Projekt zur Arbeitsbeschaffung ist das Spinnen und Weben von Naturseide, so genannter biologischer Seide, weil dabei die Raupe nicht sterben muss.
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Ein Designer aus Neu Delhi begleitet das Projekt und unterstützt in der Qualitätskontrolle und in der ständigen Verbesserung der Ware und des Designs. Die Organisation Mesh in Neu Delhi hilft bei der Gesamtabwicklung und beim Versand.
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Bruder Christdas ist im Herzen Unternehmer, das beeindruckt mich besonders. Deshalb hat er über Jahre alle Einkünfte von Little Flower auf einem Konto gut verzinst zur Seite gelegt, um bald die Gehälter aller ca. 400 Arbeiter aus den Zinsen dauerhaft gesichert zu bezahlen.
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Die Tatsache, dass der Zinssatz auf die Hälfte gefallen ist, verzögert nun diese Möglichkeit um einige Jahre (voraussichtlich auf 2012).
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Gleichzeitig verfolgt eine große kanadische Hilfsorganisation durch Personalwechsel andere Strategien und hat ihre Unterstützung auf die Hälfte reduziert.
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Das sind zusammengefasst die Nöte von Little Flower, verbunden mit einem – immer noch fröhlichen Herzen und dem nicht umzubringenden Humor des Lebenskünstlers und Projektleiters.
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Die Botschaft von Little flower ist trotz aller Ärmlichkeit keine triste.
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Wenn ich das Dorf betrete, kommt mir Fröhlichkeit und Buntheit entgegen.
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Die Buntheit der Initiative,
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die Fröhlichkeit von Menschen, die ihr Leben wieder in die Hand genommen haben, auch wenn ihre Hände manchmal nur noch Stumpen sind.
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Menschen, die Unterstützung brauchen,
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um es selbst zu tun.
    
==Claudia Vilanek im O-Ton==
 
==Claudia Vilanek im O-Ton==
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