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| | Bald wird deutlich, dass Suppin mit der sanften Spielart der Moderne, die sich in Salzburg etabliert hat, nicht sein Auslangen findet. Mit 39 Jahren bricht er nach Südfrankreich auf, um sich neue Ausdruckswelten zu erobern. | | Bald wird deutlich, dass Suppin mit der sanften Spielart der Moderne, die sich in Salzburg etabliert hat, nicht sein Auslangen findet. Mit 39 Jahren bricht er nach Südfrankreich auf, um sich neue Ausdruckswelten zu erobern. |
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| − | Suppin lässt sich zuerst in Marseille, dann, [[1952]], in dem malerischen Künstlerdorf Saint-Paul de Vence nieder, das bis [[1967]] sein Domizil bleibt. Er findet mühelos Zugang zu den illustren Künstlerkreisen der Côte d’Azur, stellt mit vielen prominenten Kollegen aus und lernt auch die Pariser Kunstszene kennen. [[1955]] malt Suppin seine ersten abstrakten Bilder, die sich kubistisch-geometrisierender Formen bedienen. Er kommt in Berührung mit den aktuellen „informellen“ Tendenzen, deren Ziel es ist, die unbewussten, verschütteten Kräfte der Kreativität zu aktivieren und zu einer vollkommen voraussetzungslosen Bildsprache zu gelangen. Es entstehen kraftvoll gespachtelte Ölbilder, die teilweise von Landschaftseindrücken inspiriert sind, aber auch frei erfundene, mystisch anmutende Kompositionen, die der „lyrischen Abstraktion“ nahe stehen. | + | Suppin lässt sich zuerst in Marseille, dann, [[1952]], in dem malerischen Künstlerdorf ''Saint-Paul de Vence'' an der Côte d'Azur in Südfrankreich nieder, das bis [[1967]] sein Domizil bleibt. Er findet mühelos Zugang zu den illustren Künstlerkreisen der Côte d’Azur, stellt mit vielen prominenten Kollegen aus und lernt auch die Pariser Kunstszene kennen. [[1955]] malt Suppin seine ersten abstrakten Bilder, die sich kubistisch-geometrisierender Formen bedienen. Er kommt in Berührung mit den aktuellen „informellen“ Tendenzen, deren Ziel es ist, die unbewussten, verschütteten Kräfte der Kreativität zu aktivieren und zu einer vollkommen voraussetzungslosen Bildsprache zu gelangen. Es entstehen kraftvoll gespachtelte Ölbilder, die teilweise von Landschaftseindrücken inspiriert sind, aber auch frei erfundene, mystisch anmutende Kompositionen, die der „lyrischen Abstraktion“ nahe stehen. |
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| | Die Botschaft der abstrakten Kunst hat damals noch etwas von einer neuen Heilslehre, die Künstler fühlen sich nahe am Ursprung des Schöpferischen und im Besitz einer kulturübergreifenden „Weltsprache“. Suppin wird ein enthusiastischer Parteigänger der von Paris ausgehenden Kunstströmung. In Michel Tapié, dem einflussreichsten Wortführer der École de Paris, findet er einen prominenten Fürsprecher. | | Die Botschaft der abstrakten Kunst hat damals noch etwas von einer neuen Heilslehre, die Künstler fühlen sich nahe am Ursprung des Schöpferischen und im Besitz einer kulturübergreifenden „Weltsprache“. Suppin wird ein enthusiastischer Parteigänger der von Paris ausgehenden Kunstströmung. In Michel Tapié, dem einflussreichsten Wortführer der École de Paris, findet er einen prominenten Fürsprecher. |
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| | Seine Spannweite reicht von monochromen und geometrisierenden Tafeln bis zu einem üppigen Ornamentalismus und kaleidoskopischen Bildmustern. Die Formate werden größer, gleichzeitig schwächt sich die zentralisierende Bildkomposition ab, ergibt sich eine Annäherung an textile Gestaltungsformen. Suppins vordringliches Anliegen bleibt es, das primäre Material der Farbe zu ultimativer Leuchtkraft zu steigern. Die Werke, die im Anschluss an seinen Aufenthalt in Algerien entstehen und das ekstatische Erleben der Wüste verarbeiten, können dies am eindrucksvollsten bezeugen. | | Seine Spannweite reicht von monochromen und geometrisierenden Tafeln bis zu einem üppigen Ornamentalismus und kaleidoskopischen Bildmustern. Die Formate werden größer, gleichzeitig schwächt sich die zentralisierende Bildkomposition ab, ergibt sich eine Annäherung an textile Gestaltungsformen. Suppins vordringliches Anliegen bleibt es, das primäre Material der Farbe zu ultimativer Leuchtkraft zu steigern. Die Werke, die im Anschluss an seinen Aufenthalt in Algerien entstehen und das ekstatische Erleben der Wüste verarbeiten, können dies am eindrucksvollsten bezeugen. |
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| | + | == Salzburgbezüge == |
| | + | Suppin wohnte einige Jahre im [[Schloss Freisaal]]. |
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| | == Ausstellung == | | == Ausstellung == |
| − | * Lucas Suppin (1911–1998); Salzburg Museum, Neue Residenz, 29. 2. bis 22. 6. 2008 | + | * Lucas Suppin (1911 – 1998); Salzburg Museum, Neue Residenz, 29. 2. bis 22. 6. 2008 |
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| | == Weblinks == | | == Weblinks == |
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| | *[http://www.suppin.eu Lucas Suppin] | | *[http://www.suppin.eu Lucas Suppin] |
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| − | [[Kategorie:Person|Suppin, Lucas]] | + | {{SORTIERUNG: Suppin, Lucas}} |
| − | [[Kategorie:Person (Geschichte)|Suppin, Lucas]] | + | [[Kategorie:Person]] |
| − | [[Kategorie:Salzburgs Töchter und Söhne|Suppin, Lucas]] | + | [[Kategorie:Person (Geschichte)]] |
| − | [[Kategorie:Untertauern|Suppin, Lucas]] | + | [[Kategorie:Salzburgs Töchter und Söhne]] |
| − | [[Kategorie:Person (Kunst)|Suppin, Lucas]] | + | [[Kategorie:Pongau]] |
| − | [[Kategorie:Maler|Suppin, Lucas]] | + | [[Kategorie:Untertauern]] |
| | + | [[Kategorie:Person (Kunst)]] |
| | + | [[Kategorie:Maler]] |