Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
~~~~
Zeile 18: Zeile 18:  
:Wer sprach davon, dass der Voggenberg als Berg die höchste Erhebung sei oder sein müsste?
 
:Wer sprach davon, dass der Voggenberg als Berg die höchste Erhebung sei oder sein müsste?
 
:Ich habe genügend zu tun und überlasse gerne dir die exakte Recherchearbeit meint dankend --[[Benutzer:Peter Krackowizer|Peter]] ([[Benutzer Diskussion:Peter Krackowizer|Diskussion]]) 21:20, 21. Sep. 2016 (CEST)
 
:Ich habe genügend zu tun und überlasse gerne dir die exakte Recherchearbeit meint dankend --[[Benutzer:Peter Krackowizer|Peter]] ([[Benutzer Diskussion:Peter Krackowizer|Diskussion]]) 21:20, 21. Sep. 2016 (CEST)
 +
 +
== Anfrage über Gemeinde Bergheim ==
 +
* telefonisch und schriftlich
 +
=== Antwort ===
 +
: Von: Brunner-Gaurek Monika, Gesendet: Dienstag, 04. Oktober 2016 11:56 An: Schmiedbauer Thomas Cc: Marin Fuchs, Gemeinde Bergheim
 +
; Betreff: Voggenberg/Gitzen
 +
 +
Sehr geehrter Herr Mag. Schmiedbauer!
 +
 +
Martin Fuchs vom Bauamt Bergheim hat mir Ihre Anfrage weitergeleitet, da ich mich privat schon viele Jahre mit der Geschichte Bergheims beschäftige. Allerdings bin ich keine Geografin, ich kann nur versuchen die Begriffe aus geschichtlicher Sicht zu beleuchten.
 +
 +
Zur Frage des Voggenberges/Gitzen:
 +
 +
Das ist tatsächlich gar nicht so einfach und ich habe mir vor ein paar Jahren bereits ähnliche Gedanken gemacht als mein Sohn in der VS Bergheim lernte, es gäbe drei Berge in Bergheim: Plainberg, Muntiglerberg, Hochgitzen. Ich habe in den 1970ern gelernt der 3. Berg wäre der „Voggenberg“ und würde umgangssprachlich niemals auf die Idee kommen, dass der Hochgitzen der 3. Berg in Bergheim wäre. Aber jeder weiß, dass der Hochgitzen die höchste Erhebung ist, auf diesem Gipfel gab es auch erste menschlichen Spuren in Bergheim, eine jungsteinzeitliche Siedlung.
 +
Die Bezeichnung Voggenberg, die laut Dopsch (Ortschronik Bergheim) vor 1077 als Vochinperc erscheint und im Mittelalter foknbęri gesprochen wurde, ist vom altdeutschen Personennamen Fokko abgeleitet, der vermutlich den Hof zu Voggenberg (aus dem sich die anderen Bauerngüter teilten) innehatte. Auch die mittelalterliche Schranne Bergheim war laut Dopsch in die Rügate Itzling, Bergheim, Muntigl, Voggenberg und Elixhausen gegliedert. Daraus ergaben sich dann wohl auch für unsern Ort die Katastralgemeinden Bergheim und Voggenberg. Die Ortschaft Voggenberg bestand aus wenigen Bauern, war nicht größer als Siggerwiesen oder Lengfelden. Dass die paar Häuser alleine für die KG namensbildend waren, kann ich mir nicht vorstellen. Voggenberg ist nicht nur der Ortsteil, sondern ein großer Teil der Erhebung. Als Einheimischer geht man auf den Voggenberg, nicht auf den Hochgitzen. Wo dann genau der Voggenberg endet in Richtung Elixhausen, Anthering oder Lengfelden müssten Geografen klären.
 +
 +
Hochgitzen ist meiner Meinung nach die Bezeichnung für einen Gipfel, und der Gitzen ist der unbewaldete südwestliche Ausläufer des Voggenberges zwischen den Bauerngütern Hintergitzen, Dexgitzen, Schwabgitzen und Breit, ein Rodungsgebiet des 12. Jahrhunderts, das  zum Großteil dem Stift St. Peter gehörte, die hier im Mittelalter auch Wein anbauen ließen. Der Namen kommt ja lt. Hörmanns Ortsnamenbuch höchstwahrscheinlich auch von "Gugitzen"- Ausschau halten (von hier aus hatte man Ausblick Richtung Salzburg).  Es handelt sich also um den Südwestlichen Teil der Erhebung. Die Leute die also oberhalb von Lengfelden wohnen wohnen „am Gitzen“.
 +
Sowohl der Bereich Gitzen als auch der Rest vom Voggenberg ist Teil der KG Voggenberg. Auch die in den 1970ern entstandene Ansiedlung unterhalb der Güter Hintergitzen und Korb an der Voggenbergstraße gelegen hat den Namen „Voggenbergsiedlung“.
 +
 +
Gitzen ist, wie auf SalzburgWIKI steht aber ganz sicher keine Ortschaft, denn das wäre eine statistische, postalische und administrative Gliederung unterhalb der Gemeindeebene. Administrativ gliedert sich heute Bergheim sowohl auf Gemeinde- als auch auf pfarrlicher Ebene in die Ortsteile Bergheim, Fischach, Muntigl, Siggerwiesen, Voggenberg, Lengfelden, Maria Plain, Gaglham, Viehausen, Hagenau. Die Ansiedlung Gitzen gehört zu Lengfelden. Es ist also nicht mehr als ein Weiler in Hanglage.
 +
 +
Ich habe Ihnen auch noch eine Karte von 1873 angehängt. Hier ist weder der Hochgitzen noch Gitzen namentlich eingezeichnet, aber Voggenberg. Leider kann ich den Quellenwert der Karte nicht beurteilen.
 +
 +
Übrigens es heißt „DIE Sandkuchl“, woher dieser Begriff kommt, ist nicht geklärt, ich denke schon lange darüber nach. Nahe dem Gipfel der Sandkuchl ließ der Edle Fokko im späten 9. Jahrhundert den Hof von Voggenberg (heute Angerer) roden. Das war wie bereits erwähnt der Anfang der Besiedelung dort, also auch um einiges früher als die Besiedlung am Gitzen im 12. Jh. (Beitrag von Hans Krawarik, Ortschronik Bergheim) Archäologische Grabungen wurden nicht durchgeführt. Von den Einheimischen wird die Sandkuchl einfach als schöner Aussichtspunkt gesehen.
 +
 +
Ich hoffe, ich habe jetzt nicht noch mehr verwirrt….
 +
 +
Herzliche Grüße
 +
Monika Brunner-Gaurek
 +
 +
: Mag. Monika Brunner-Gaurek   
 +
: Wissenschaftliche Dokumentation
 +
: Kulturvermittlung     
 +
: SALZBURGER FREILICHTMUSEUM                           
 +
: Hasenweg 1, 5084 Großgmain
 +
: Tel: +43 662 850011-14, Fax: DW-9
 +
 +
== Fazit aus der Sicht von [[Benutzer:Xxlstier|Xxlstier]] ([[Benutzer Diskussion:Xxlstier|Diskussion]]) 15:27, 7. Okt. 2016 (CEST) ==
 +
Ortsansässige Bergheimer gehen auf den ''Voggenberg (Berg)''. Gemeint ist damit die ''sanfte Kuppe'' und die südlich davon gelegene Bergmulde, wo sich der Ortsteil ''[[Voggenberg]] (Bergheim)'' befindet; beides liegt nördlich hinter dem ''[[Hochgitzen]]'', 676 [[m ü. A.]]. Die sanfte Kuppe heißt jedoch die '[[Sandkuchl]]', 615 [[m ü. A.]].
 +
: Ortsansässige wissen dies, gebrauchen die eigentlichen Bergnamen jedoch nur selten.
 +
 +
Fazit: der Begriff ''Voggenberg (Berg)'' ist weitestgehend ident mit ''Voggenberg (Bergheim)''. Gemeint ist damit insbesondere die Örtlichkeit der Siedlung.
 +
:: Als Umkehrschluss ergibt sich, dass ''Voggenberg (Berg)'' eine vulgo-Bezeichnung ist.
 +
 +
Dies bestätigt mE auch das aktuelle und historische Kartenmaterial
 +
* [https://www.salzburg.gv.at/sagisonline/init.aspx?hotspot=landsbg|default|1:375|427536.1|303132.1|mp2.png|Voggenberg%20(Bergheim)&redliningid=hkgvzjypvydi43lj4ibtik1a SAGIS /Bergheim / Name]
 +
* [http://mapire.eu/de/map/schmittsche-karte/?bbox=1451638.6942099174%2C6087550.033545335%2C1503615.8734438372%2C6108417.342267188 Schmitt'sche Karte von Südwestdeutschland aus 1797]
 +
* [http://mapire.eu/de/map/secondsurvey/?bbox=1449340.5940288205%2C6072659.144972523%2C1455837.7414330605%2C6075267.558562755  Franziszäischen Kataster, Landesaufnahme für Salzburg, 1806-1867]
 +
 +
[[Heinz Dopsch]], Geschichte Salzburgs, Stadt und Land, [[Verlag Anton Pustet]], meint unter ''Voggenberg'' stets nur die Ortschaft in ''Bergheim'' bzw. dort gelegenen Bauernhöfe nahe dem Hochgitzen. Im Sinne von ''Berg'' wird der Name ''Voggenberg'' dort nicht verwendet. Die ''Voggenberger'' waren im 13. Jahrhundert die Dienstmannen für die ritterliche Mannschaft der [[Gutrater]], deren Sitz auf der [[Burg Gutrat]] war. [[1304]] fällt dieses Lehen an das Erzstift.

Navigationsmenü