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Als [[Salzburger Erzbischöfe|Erzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] [[1605]] aus München, Bayern, die Augustiner-Eremiten nach Salzburg holte, übergab er ihnen die [[Müllner Kirche]] als Klosterkirche.  
 
Als [[Salzburger Erzbischöfe|Erzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] [[1605]] aus München, Bayern, die Augustiner-Eremiten nach Salzburg holte, übergab er ihnen die [[Müllner Kirche]] als Klosterkirche.  
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Schon seit der Mitte des [[15. Jahrhundert]]s gab es in Mülln ein Kollegiatsstift (Kollegiatsstifte waren einst eine beliebte Form autonomer priesterlicher Kollegien). Es fand vor allem im Erzbischof [[Burkhard von Weißpriach]] einen Förderung. Nach seinem Tod fehlte dem Stift allerdings eine nötige Unterstützung und so übergab Wolf Dietrich nicht nur die Pfarrkirche an die Augustiner-Eremiten, sondern auch das Kollegiatsstift.  Dieses stattete er mit Geldmitteln so gut aus, dass es neben dem Stammhaus in München das zweitgrößte Augustinerkloster im bayerischen Raum war.  
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Schon seit der Mitte des [[15. Jahrhundert]]s gab es in Mülln ein Kollegiatstift (Kollegiatstifte waren einst eine beliebte Form autonomer priesterlicher Kollegien). Es fand vor allem im Erzbischof [[Burkhard von Weißpriach]] einen Förderung. Nach seinem Tod fehlte dem Stift allerdings eine nötige Unterstützung und so übergab Wolf Dietrich nicht nur die Pfarrkirche an die Augustiner-Eremiten, sondern auch das Kollegiatstift.  Dieses stattete er mit Geldmitteln so gut aus, dass es neben dem Stammhaus in München das zweitgrößte Augustinerkloster im bayerischen Raum war.  
    
Noch etwas war wichtig im Zusammenhang mit München und den Augustiner-Eremiten: das [[Bier]]brauen verstanden sie sehr gut (noch heute ist es in München die älteste Münchner Braustätte). [[1621]] eröffnete also das ''Augustiner Bräu''. Der Verkauf des Bieres erfolgte aber auch an der Klosterpforte. Und bald besaßen die Augustiner-Eremiten so viel Geld, dass sie das in Mülln gelegene ''Wirtshaus am Bach'', das auch eine Fleischhauerei besaß, erwerben konnten. [[1663]] folgte noch das ''Wirtshaus zum Schwarzen Bären'', der heutige ''Bärenwirt'' beim [[Bärengässchen]] – ebenfalls noch heute im Besitz der Mönche.
 
Noch etwas war wichtig im Zusammenhang mit München und den Augustiner-Eremiten: das [[Bier]]brauen verstanden sie sehr gut (noch heute ist es in München die älteste Münchner Braustätte). [[1621]] eröffnete also das ''Augustiner Bräu''. Der Verkauf des Bieres erfolgte aber auch an der Klosterpforte. Und bald besaßen die Augustiner-Eremiten so viel Geld, dass sie das in Mülln gelegene ''Wirtshaus am Bach'', das auch eine Fleischhauerei besaß, erwerben konnten. [[1663]] folgte noch das ''Wirtshaus zum Schwarzen Bären'', der heutige ''Bärenwirt'' beim [[Bärengässchen]] – ebenfalls noch heute im Besitz der Mönche.
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Die Mönche aus Michaelbeuern investierten auch kräftig. So entstand dann [[1912]] das Brauhaus, wie es heute noch steht. Pro Jahr werden dort etwa 9000 Hektoliter [[Bier]] gebraut, das nach wie vor aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser besteht. Es wird nicht pasteurisiert, was die Haltbarkeit zwar begrenzt, aber neben den 70 Prozent in Fässern gelagerten Bier gehen die restlichen 30 Prozent über Ladentische ausgewählter Betriebe – und zwar sehr schnell, denn das Augustiner Bier ist auch heute noch etwas Besonderes.
 
Die Mönche aus Michaelbeuern investierten auch kräftig. So entstand dann [[1912]] das Brauhaus, wie es heute noch steht. Pro Jahr werden dort etwa 9000 Hektoliter [[Bier]] gebraut, das nach wie vor aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser besteht. Es wird nicht pasteurisiert, was die Haltbarkeit zwar begrenzt, aber neben den 70 Prozent in Fässern gelagerten Bier gehen die restlichen 30 Prozent über Ladentische ausgewählter Betriebe – und zwar sehr schnell, denn das Augustiner Bier ist auch heute noch etwas Besonderes.
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Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] eröffnete das ''Müllnerbräu'' wieder am Pfingstsamstag, den [[4. Juni]] [[1949]]. Eine wahre Völkerwanderung setzte an diesem Tag zum Bräu ein und am Abend waren 2056 Liter Bier ausgeschenkt. In diesen Jahr erwarben die Benediktiner auch das [[Gasthaus Krimpelstätter]], das schon seit [[1548]] bestand. Der letzte Schritt zur noch heute bestehenden Autarkie war der Erwerb einer alten [[Fasspicherei]], die dann im Brauhaus aufgestellt wurde. So werden nun im Haus die Holzfässer innen geharzt, was man ''gepicht'' nennt.  
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Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] eröffnete das ''Müllnerbräu'' wieder am Pfingstsamstag, den [[4. Juni]] [[1949]]. Eine wahre Völkerwanderung setzte an diesem Tag zum Bräu ein und am Abend waren 2056 Liter Bier ausgeschenkt. In diesem Jahr erwarben die Benediktiner auch das [[Gasthaus Krimpelstätter]], das schon seit [[1548]] bestand. Der letzte Schritt zur noch heute bestehenden Autarkie war der Erwerb einer alten [[Fasspicherei]], die dann im Brauhaus aufgestellt wurde. So werden nun im Haus die Holzfässer innen geharzt, was man ''gepicht'' nennt.  
    
Neben dem Märzenbier werden ausschließlich von Aschermittwoch bis Ostern das [[Fastenbier]] und von Advent bis Weihnachten das Weihnachtsbockbier gebraut und ausgeschenkt. Beide Biere haben jeweils eine höhere Stammwürze und einen etwas höheren Alkoholgehalt.
 
Neben dem Märzenbier werden ausschließlich von Aschermittwoch bis Ostern das [[Fastenbier]] und von Advent bis Weihnachten das Weihnachtsbockbier gebraut und ausgeschenkt. Beide Biere haben jeweils eine höhere Stammwürze und einen etwas höheren Alkoholgehalt.
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