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Die '''Wallfahrtskirche zu Unserer Lieben Frau Geburt''' ([[Patrozinium]] [[8. September]]) liegt  südwestlich von [[St. Martin bei Lofer]] im Ortsteil [[Kirchental]], im nördlichen [[Pinzgau]] in einem Seitental des [[Salzburger Saalachtal|Saalachtales]] auf 872 [[m ü. A.]]. Die Kirche, die [[1701]] eingeweiht wurde, ist mit einem Kuratbenefizium ausgestattet<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 249</ref>.
 
Die '''Wallfahrtskirche zu Unserer Lieben Frau Geburt''' ([[Patrozinium]] [[8. September]]) liegt  südwestlich von [[St. Martin bei Lofer]] im Ortsteil [[Kirchental]], im nördlichen [[Pinzgau]] in einem Seitental des [[Salzburger Saalachtal|Saalachtales]] auf 872 [[m ü. A.]]. Die Kirche, die [[1701]] eingeweiht wurde, ist mit einem Kuratbenefizium ausgestattet<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 249</ref>.
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== Geschichte ==
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== Wallfahrt ==
Die auch ''Pinzgauer Dom'' genannte Wallfahrtskirche wurde als [[Barock|barocker]] Bau von [[1694]] bis 1701 nach Plänen von [[Fischer von Erlach]] unter dem Baumeister [[Stefan Millinger]] erbaut.
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=== Geschichte ===
 
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Das [[Gotik|gotische]] Gnadenbild, eine geschnitzte Holzskulptur aus dem [[15. Jahrhundert]], steht an Bedeutung im gleichen Rang wie die [[Wallfahrtskirche Maria Plain|Gnadenmadonna von Maria Plain]]. Sie war von einem unbekannten Künstler für die Pfarrkirche von St. Martin geschaffen worden. Um das Jahr [[1689]] wurde es von einem Bauern in eine Waldkapelle im abgelegenen Hochtal gebracht.  
Das [[Gotik|gotische]] Gnadenbild, eine geschnitzte Holzskulptur aus dem [[15. Jahrhundert]], steht an Bedeutung im gleichen Rang wie die [[Wallfahrtskirche Maria Plain|Gnadenmadonna von Maria Plain]]. Sie wurde von einem unbekannten Künstler für die Pfarrkirche von St. Martin geschaffen. Um das Jahr [[1689]] wurde es von einem Bauern in eine Waldkapelle im abgelegenen Hochtal gebracht. Aufgrund vieler Gebetserhörungen setzte bald eine rege [[Wallfahrt]] ein. Daraufhin entschloss sich [[Salzburger Erzbischöfe|Fürsterzbischof]] [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] zum Bau einer Wallfahrtskirche. Das Gnadenbild stellt eine ''gekrönte sitzende Holzstatue'' der hl. Maria dar, die mit der Linken ein Zepter hält, mit der Rechten den sitzenden Jesusknaben mit einem Vögelchen.<ref>Gustab Gugitz: ''Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch'', Band 5, S. 169.</ref> Ein [[Stieglitz]] hat sich auf der Linken des Jesuskindes niedergelassen, mit dem Zeigefinger der rechten Hand deutet es auf denselben, als wolle es auf ein Vorwissen über seine Passion hinweisen. Der Stieglitz bzw. Distelfink gilt hier vor allem als ''Symbol des Opfertodes Jesu'' - und der dadurch geretteten Seele, seine roten Kopffedern als Verweis auf das vergossene ''Blut Christi''.<ref>siehe Symbole-Wiki[http://www.symbole-wiki.de/index.php/Stieglitz]</ref>
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=== Legende ===
 
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Laut Wallfahrtslegende hatte sich die Marienstatue in der ursprünglichen Kapelle, in der sie aufgestellt worden war, über Nacht umgedreht. Als sie wieder zurechtgerückt wurde standen angeblich Tränen in ihren Augen und sie drehte sich wieder zurück: ihren Blick richtete sie dabei auf eine Stelle, an der im Winter drei Kornähren gewachsen waren. Diese Vorgänge wurden als Erscheinungen gewertet und bildeten den Anlass, an genau dieser Stelle eine große Kirche zu bauen, denn Aufgrund vieler Gebetserhörungen hatte eine rege [[Wallfahrt]] eingesetzt. Daraufhin entschloss sich [[Salzburger Erzbischöfe|Fürsterzbischof]] [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] zum Bau einer Wallfahrtskirche.
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=== Motiv und Wallfahrtszuzug ===
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Ein eindeutiges Wallfahrtsmotiv für Maria Kirchental ist nicht überliefert, gehäuft beschrieben sind Anrufungen bei Erkrankungen von Augen, Nase, Mund und Lunge. Votive waren aus Holz geschnitzte Nachbildungen menschlicher Lungen, Kerzenwachs und Nachbildungen von Kröten. Auch lebende Opfer, das waren in Kirchental Kühe und Kälber, sind für das 18. Jahrhundert nachweisbar.<ref>Gustaf Gugitz: ''Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch'', Band 5, S. 169f.</ref> Zur Blütezeit der Wallfahrt von 1750 bis 1800 kamen in den Sommermonaten um die 50&nbsp;000 Wallfahrer nach Kirchental. Rund 40&nbsp;000 Leute sind es im [[21. Jahrhundert]] alljährlich nach Schätzung des Rektors von Kirchental, Pater [[Karl Unger]], hinauf in das Hochtal. Bei Festen wie dem [[Skapulierfest]] seien es 200 bis 300 Leute auf einmal. Weiterhin ist die Kirche ein beliebtes Ausflugsziel für Wallfahrer, aber auch für Wanderer und Bergsteiger, die Maria Kirchenthal als Ausgangspunkt für Touren in den angrenzenden Steinbergen nutzen. Neben [[Maria Plain]] zählt Maria Kirchental zu den beliebtesten Wallfahrtsorten im Salzburgerland. Regelmäßig findet eine [[Tourismuswallfahrt]] nach Maria Kirchental statt.
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=== Kultgegenstand ===
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Das Gnadenbild stellt eine ''gekrönte sitzende Holzstatue'' der hl. Maria dar, die mit der Linken ein Zepter hält, mit der Rechten den sitzenden Jesusknaben mit einem Vögelchen.<ref>Gustab Gugitz: ''Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch'', Band 5, S. 169.</ref> Ein [[Stieglitz]] hat sich auf der Linken des Jesuskindes niedergelassen, mit dem Zeigefinger der rechten Hand deutet es auf denselben, als wolle es auf ein Vorwissen über seine Passion hinweisen. Der Stieglitz bzw. Distelfink gilt hier vor allem als ''Symbol des Opfertodes Jesu'' - und der dadurch geretteten Seele, seine roten Kopffedern als Verweis auf das vergossene ''Blut Christi''.<ref>siehe Symbole-Wiki[http://www.symbole-wiki.de/index.php/Stieglitz]</ref>
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Am Beginn des Aufstiegs von St. Martin bei Lofer kommend befindet sich auch ein sogenannter [[Schliefstein]], eine Vorchristliche Kultstätte.
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=== Votivtafeln ===
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Mit rund 1&nbsp;500 [[Votivtafel]]n besitzt Maria Kirchental die bedeutendste Sammlung ebensolcher in Österreich.<ref>Johannes Neuhardt: ''Wallfahrtsmuseum''. In: ''Maria Kirchental'', ohne Herausgeber, Salzburg 2007 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 393; 2. erweiterte Auflage), S. 22–26.</ref> Die Tafeln sind im Kircheninneren und im Obergeschoß der Wallfahrtskirche zu sehen. Die ältesten Tafeln stammen aus dem Jahr 1690. Damals stand zwar noch keine Kirche, wohl aber eine Waldkapelle.
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== Kirchenbau ==
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Die auch ''Pinzgauer Dom'' genannte Wallfahrtskirche wurde als [[Barock|barocker]] Bau von [[1694]] bis 1701 nach Plänen von [[Fischer von Erlach|Johann Bernhard Fischer]], der 1696 geadelt wurde und sich dann „von Erlach“ nennen durfte, unter dem Baumeister [[Stefan Millinger]] erbaut.<ref>Karl Unger: ''Die Wallfahrt''. In: ''Maria Kirchental'', ohne Herausgeber, Salzburg 2007 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 393; 2. erweiterte Auflage), S. 3f.</ref> die Ausgestaltung der Kirche währte aber noch bis zum Jahre 1708.<ref>Ronald Gobiet: ''Der Kirchenbau''. In: ''Maria Kirchental'', ohne Herausgeber, Salzburg 2007 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 393; 2. erweiterte Auflage), S. 6f.</ref> Aber schon im November 1698 waren alle Gewölbe fertig, auch innen und außen verputzt, stukkiert und geweißt worden,<ref>''Österreichische Kunsttopographie 25'': Die Denkmale des politischen Bezirkes Zell am See (ÖKT 25), hg. vom Kunsthistorischen Institute des Bundesdenkmalamtes, Baden bei Wien 1933, S. 130.</ref> weshalb 1699 der erste Gottesdienst mit Musik zelebriert werden konnte (s.u.), am 8. September 1701 wurde sie dann vom Seckauer Fürstbischof ''Rudolf Josef von [[Thun und Hohenstein]]'' (1652–1707) konsekriert. Der Bau beeindruckt von außen durch die doppeltürmige zweigeschossige Ostfassade und erinnert im Innern durch die Weite des Raumes an die Salzburger [[Kollegienkirche (Salzburg)|Collegienkirche]].<ref>''[[Österreichische Kunsttopographie|ÖKT]] 25'', S. 132.</ref> Zwischen 2001 und 2011 wurde sie um 500.000 Euro komplett saniert.
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== Ausstattung ==
 
Die Nischenfigur "Schmerzensmann" stammt vom Barockbildhauer [[Meinrad Guggenbichler]].
 
Die Nischenfigur "Schmerzensmann" stammt vom Barockbildhauer [[Meinrad Guggenbichler]].
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Mit rund 1&nbsp;500 [[Votivtafel]]n besitzt die Wallfahrtskirche den größten Votivtafelbestand in Österreich. Sie stellt Österreichs wertvollste Votivsammlung dar. Zwischen 2001 und 2011 wurde sie um 500.000 Euro komplett saniert. Die Tafeln sind im Kircheninneren und im Obergeschoß der Wallfahrtskirche zu sehen. Die ältesten Tafeln stammen aus dem Jahr 1690. Damals stand zwar noch keine Kirche, wohl aber eine Waldkapelle.
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Die Kirche wurde [[2008]] einer Gesamtsanierung unterzogen.
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=== Orgel ===
 
=== Orgel ===
 
[[Datei:Christoph Egedacher Nonntal 1687-88 korr.JPG|mini|hochkant|Aufriss 1687/88 bzw. 1716/17]]
 
[[Datei:Christoph Egedacher Nonntal 1687-88 korr.JPG|mini|hochkant|Aufriss 1687/88 bzw. 1716/17]]
[[Datei:Kirchental Matthäus Mauracher 003 korrigiert.JPG|thumb|Mauracher-Orgel von 1858]]
   
1699 wurde nachweislich das erste Mal auf einem für 30&nbsp;[[Gulden|fl.]] angekauften Regal in der Kirche gespielt. Am Instrument saß entweder der [[Lofer]]er Organist ''Mathias Rinnessl'', oder schon der zwischen 1700 und 1730 eingesetzte Orgelspieler ''Vonetwillen''.<ref>Roman Matthias Schmeißner: ''Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg'', Dissertation Universität Mozartem Salzburg 2012, S. 128.</ref> 1716 schrieb ''Franz Wilibald Polz'', 1714–1729 Regens der Wallfahrtskirche, an das Konsistorium, dass er schon öfter von Wallfahrern habe hören müssen, wie es käme, ''daß man beÿ einer so vornemben Wallfahrth kheine orgl habe'', zumal ''wohl ärmere'' Gotteshäuser als Kirchental mit Orgeln versehen wären. Außerdem hätte der Mesner ''Paul Gartner'', der 1712 die [[Bruderschaft]] der ''Marianischen Karmeliter-Skapuliers'' gegründet hatte, 100&nbsp;fl. für die Anschaffung einer solchen gespendet.<ref>Rupert Struber: ''Priesterkorrektionsanstalten in der Erzdiözese Salzburg im 18. und 19. Jahrhundert''. Wissenschaft und Religion, Frankfurt am Main 2004 (Veröffentlichungen des Internationalen Forschungszentrums für Grundfragen der Wissenschaften Salzburg, Band 5), Salzburg 2003, S. 54.</ref> In Folge lieferte der Orgelbauer [[Johann Christoph Egedacher]] zuerst einen Kostenvoranschlag mit einer Aufrisszeichnung,<ref>Schmeißner: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', S. 129.</ref> die schon seinem Vater [[Christoph Egedacher]] 1688 beim Bau der Orgel für die [[Erhardkirche (Salzburg)#Orgel|Erhardkirche]] also Vorlage gedient hatte. 1717 wurde das Instrument vom sog. „Boten“ ''Peter Faistauer'' aus [[Sankt Martin bei Lofer|St. Martin]] mit mehreren Pferdegespannen zur Kirche gebracht und von Egedacher aufgestellt. Sie hatte folgende Stimmen: '''Manual''': Copel&nbsp;8', Gamba&nbsp;8', Prinzipal&nbsp;4', Superoktav&nbsp;2', Quint&nbsp;3', Mixtur&nbsp;1½' (zweifach). '''Pedal''': Oktavbass&nbsp;8'. Das Manual hatte einen Umfang von&nbsp;C–c<sup>3</sup> mit kurzer großer Oktav (45&nbsp;Tasten und Töne), das Pedal reichte von C–gis<sup>0</sup> (16&nbsp;Tasten, 12&nbsp;Töne, auf Taste&nbsp;g klingt&nbsp;gis).<ref>Schmeißner: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', S. 132.</ref>
 
1699 wurde nachweislich das erste Mal auf einem für 30&nbsp;[[Gulden|fl.]] angekauften Regal in der Kirche gespielt. Am Instrument saß entweder der [[Lofer]]er Organist ''Mathias Rinnessl'', oder schon der zwischen 1700 und 1730 eingesetzte Orgelspieler ''Vonetwillen''.<ref>Roman Matthias Schmeißner: ''Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg'', Dissertation Universität Mozartem Salzburg 2012, S. 128.</ref> 1716 schrieb ''Franz Wilibald Polz'', 1714–1729 Regens der Wallfahrtskirche, an das Konsistorium, dass er schon öfter von Wallfahrern habe hören müssen, wie es käme, ''daß man beÿ einer so vornemben Wallfahrth kheine orgl habe'', zumal ''wohl ärmere'' Gotteshäuser als Kirchental mit Orgeln versehen wären. Außerdem hätte der Mesner ''Paul Gartner'', der 1712 die [[Bruderschaft]] der ''Marianischen Karmeliter-Skapuliers'' gegründet hatte, 100&nbsp;fl. für die Anschaffung einer solchen gespendet.<ref>Rupert Struber: ''Priesterkorrektionsanstalten in der Erzdiözese Salzburg im 18. und 19. Jahrhundert''. Wissenschaft und Religion, Frankfurt am Main 2004 (Veröffentlichungen des Internationalen Forschungszentrums für Grundfragen der Wissenschaften Salzburg, Band 5), Salzburg 2003, S. 54.</ref> In Folge lieferte der Orgelbauer [[Johann Christoph Egedacher]] zuerst einen Kostenvoranschlag mit einer Aufrisszeichnung,<ref>Schmeißner: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', S. 129.</ref> die schon seinem Vater [[Christoph Egedacher]] 1688 beim Bau der Orgel für die [[Erhardkirche (Salzburg)#Orgel|Erhardkirche]] also Vorlage gedient hatte. 1717 wurde das Instrument vom sog. „Boten“ ''Peter Faistauer'' aus [[Sankt Martin bei Lofer|St. Martin]] mit mehreren Pferdegespannen zur Kirche gebracht und von Egedacher aufgestellt. Sie hatte folgende Stimmen: '''Manual''': Copel&nbsp;8', Gamba&nbsp;8', Prinzipal&nbsp;4', Superoktav&nbsp;2', Quint&nbsp;3', Mixtur&nbsp;1½' (zweifach). '''Pedal''': Oktavbass&nbsp;8'. Das Manual hatte einen Umfang von&nbsp;C–c<sup>3</sup> mit kurzer großer Oktav (45&nbsp;Tasten und Töne), das Pedal reichte von C–gis<sup>0</sup> (16&nbsp;Tasten, 12&nbsp;Töne, auf Taste&nbsp;g klingt&nbsp;gis).<ref>Schmeißner: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', S. 132.</ref>
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Um 1856 entstand der Plan, die Orgel umzugestalten, [[Peter Singer|Pater Peter Singer]] empfahl, diese Arbeit dem Orgelbauer [[Matthäus Mauracher I.]] (1818–1884) zu überlassen. Mauracher wollte sie erweitern und nach hinten versetzen,<ref>Schmeißner: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', S. 136.</ref> ließ sie aber dann entfernen und errichtete 1858 ein Instrument in zwei neuen Orgelkästen.<ref>Schmeißner: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', S. 138–141.</ref> Er übernahm lediglich ein paar alte Register und die Balganlage der Egedacher-Orgel, ein Umstand, der dazu führte, dass der Kalkant Mühe hatte, genug Orgel-Wind zu liefern.<ref>Schmeißner: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', S. 140.</ref> Erst 1892 behob [[Albert Mauracher]] (1858–1917) dieses Manko, indem er einen Parallelbalg einbaute, zudem veränderte er die Disposition und das Wellenbrett.<ref>Schmeißner: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', S. 142.</ref> Nachdem die Orgel Anfang des 21. Jahrhunderts unspielbar geworden war, entschloss sich die Kirchenleitung, das Instrument durch den Orgelbauer Johann Pieringer restaurieren zu lassen. Er stellte die Disposition von 1858 wieder her, beließ aber die technischen Änderungen aus dem Jahre 1892.<ref>Johann Pieringer ''Restaurierbericht der Matthäus Mauracher Orgel (1858) in Maria Kirchental'', Stadt Haag 2002.</ref>
 
Um 1856 entstand der Plan, die Orgel umzugestalten, [[Peter Singer|Pater Peter Singer]] empfahl, diese Arbeit dem Orgelbauer [[Matthäus Mauracher I.]] (1818–1884) zu überlassen. Mauracher wollte sie erweitern und nach hinten versetzen,<ref>Schmeißner: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', S. 136.</ref> ließ sie aber dann entfernen und errichtete 1858 ein Instrument in zwei neuen Orgelkästen.<ref>Schmeißner: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', S. 138–141.</ref> Er übernahm lediglich ein paar alte Register und die Balganlage der Egedacher-Orgel, ein Umstand, der dazu führte, dass der Kalkant Mühe hatte, genug Orgel-Wind zu liefern.<ref>Schmeißner: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', S. 140.</ref> Erst 1892 behob [[Albert Mauracher]] (1858–1917) dieses Manko, indem er einen Parallelbalg einbaute, zudem veränderte er die Disposition und das Wellenbrett.<ref>Schmeißner: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', S. 142.</ref> Nachdem die Orgel Anfang des 21. Jahrhunderts unspielbar geworden war, entschloss sich die Kirchenleitung, das Instrument durch den Orgelbauer Johann Pieringer restaurieren zu lassen. Er stellte die Disposition von 1858 wieder her, beließ aber die technischen Änderungen aus dem Jahre 1892.<ref>Johann Pieringer ''Restaurierbericht der Matthäus Mauracher Orgel (1858) in Maria Kirchental'', Stadt Haag 2002.</ref>
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== Wallfahrt ==
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=== Entstehungsgeschichte ===
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Laut Wallfahrtslegende hatte sich die Marienstatue in der ursprünglichen Kapelle, in der sie aufgestellt worden war, über Nacht umgedreht. Als sie wieder zurechtgerückt wurde standen angeblich Tränen in ihren Augen und sie drehte sich wieder zurück: ihren Blick richtete sie dabei auf eine Stelle, an der im Winter drei Kornähren gewachsen waren. Diese Vorgänge wurden als Erscheinungen gewertet und bildeten den Anlass, an genau dieser Stelle eine große Kirche zu bauen.
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Ein eindeutiges Wallfahrtsmotiv für Maria Kirchental ist nicht überliefert, gehäuft beschrieben sind Anrufungen bei Erkrankungen von Augen, Nase, Mund und Lunge. Votive waren aus Holz geschnitzte Nachbildungen menschlicher Lungen, Kerzenwachs und Nachbildungen von Kröten. Auch lebende Opfer, das waren in Kirchental Kühe und Kälber, sind für das 18. Jahrhundert nachweisbar.<ref>Gustaf Gugitz: ''Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch'', Band 5, S. 169f.</ref>
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Zur Blütezeit der Wallfahrt von 1750 bis 1800 kamen in den Sommermonaten um die 50&nbsp;000 Wallfahrer nach Kirchental. Rund 40&nbsp;000 Leute sind es im [[21. Jahrhundert]] alljährlich nach Schätzung des Rektors von Kirchental, Pater [[Karl Unger]], hinauf in das Hochtal. Bei Festen wie dem [[Skapulierfest]] seien es 200 bis 300 Leute auf einmal.
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Am Beginn des Aufstiegs von St. Martin bei Lofer kommend befindet sich ein so genannter [[Schliefstein]].
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Regelmäßig findet eine [[ Tourismuswallfahrt]] nach Maria Kirchental statt.
      
== [[Haus der Besinnung Maria Kirchenthal|Haus der Besinnung]] ==
 
== [[Haus der Besinnung Maria Kirchenthal|Haus der Besinnung]] ==

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