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[[Datei:Joseph_Gainschnigg.jpg|thumb|Oberwerkmeister Joseph Gainschnigg, Miniatur-Ölgemälde in ovalem Rahmen, das im Besitz der Schwestern Steinberger in [[Lend]]]]'''Joseph Gainschnigg''' (* [[1779]] in [[Böckstein]], † [[2. August]] [[1835]] in [[Lend]]) war Oberwerkmeister im [[Gasteiner Bergbau]] und Erbauer der [[Standseilbahn Radhausberg|Aufzugsmaschine]] am [[Radhausberg]], der ersten alpinen Seilbahn in den [[Ostalpen]], wahrscheinlich im gesamten Alpenraum.
== Leben ==
Joseph Gainschnigg stammte aus einfachen Verhältnissen. Sein Vater war Mesner und Schullehrer in [[Böckstein]], wo er in der [[1767]] geweihten [[Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria vom guten Rat|Kirche Maria vom guten Rat]] seinen Dienst versah.
Er wuchs in jenem Teil Böckstein auf, der heute als "[[Altböckstein]]" bezeichnet wird und wo sich zu seiner Zeit die Aufbereitungsanlagen (Pocher, Schlämmherde, Quickmühle zur Amalgamation) für die am [[Radhausberg]] gewonnenen Erze befanden. In Altböckstein fand er auch seine erste Anstellung und arbeiteten sich bald zum "Wascherhutmann" hoch. Damit war er der Chef von allen, die in der [[Montansiedlung Altböckstein]] arbeiteten.
Schon in dieser frühen Zeit beschäftigte er sich mit technischen Fragen und zeigte dabei eine auffallende Begabung. Man wurde "höheren Orts" auf ihn aufmerksam und ermöglichte ihm ein Mathematikstudium an der [[Universität Salzburg]], und zwar bei dem berühmten Universitäts-Professor Pater Dr. [[Ulrich Schiegg]], der sich übrigens häufig in [[Gastein]] aufhielt.
Um 1801 begann er sich mit dem Großprojekt einer "Aufzugsmaschine" ([[Standseilbahn Radhausberg]]) auf den Radhausberg zu beschäftigen, konstruierte Pläne und erstellte Kostenrechnungen. Im Herbst [[1803]] lief bereits der Probebetrieb, ab Sommer [[1804]] der reguläre Betrieb. Prominenter Besucher der Anlage war [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürst]] [[Ferdinand III. von Toskana]], der damalige Salzburger Landesherr (1803 - 1805) höchstpersönlich. Diese "Aufzugsmaschine" war die erste alpine Seilbahn in den Ostalpen, wahrscheinlich im gesamten Alpenraum.
Joseph Gainschnigg verdiente sich mit diesen "Meisterstücken" den Titel eines Kunstmeisters und dann "Oberkunstmeisters" – das entsprach etwa einem "Diplomingenieur" der heutigen Zeit. Wäre die damals geplante "[[Salzburger Bergakademie]]" zustande gekommen, so würde man heute auf Gainschnigg als einen Technikprofessor der Salzburger Universität zurückblicken dürfen. Dass es durchaus Überlegungen in diese Richtung gab, beweist seine Studienreise in die sächsischen Bergwerksgebiete, die er auf Staatskosten [[1803]] und 1804 gemeinsam mit [[Kajetan Kendlbacher]] unternehmen durften. Zuletzt hielt sich Gainschnigg im Rahmen dieser Reise noch in Berlin auf (Kendlbacher war erkrankt), und als er, von seinen Oberen gedrängt, endlich nach Gastein heimkehrte, brachte er eine Unmenge an schriftlichen Aufzeichnungen technischer Art von seiner montanistischen Erkundungsreise mit.
Joseph Gainschnigg war überall in Salzburg tätig und baute beispielsweise für das [[Eisenwerk Sulzau-Werfen]] in [[Werfen]] eine hochleistungsfähige Gebläsemaschine. Um 1825 kam eine neue Aufgabe auf ihn zu. Angeregt von Erzherzog [[Johann von Österreich|Johann]], Ladislaus Pyrker von Felsö-Eör und dem Kurarzt Dr. Kiene sollte eine Röhrenleitung die heutige [[Elisabethquelle]] im Zentrum von [[Bad Gastein]] mit einem "Wasser-Auffangbecken" in [[Bad Hofgastein]] verbinden. Die Leitung hatte eine Länge von 7 250 Metern; seinerzeit benötigte man zu deren Errichtung 2 235 längsdurchbohrte Stämme von [[Lärche]]n und einigen [[Fichte]]n. Die mit Hilfe dieser neuen Leitung transportierbare Menge an [[Thermalwasser]] belief sich auf ca. 200 Kubikmeter täglich.
Joseph Gainschnigg war in seinem Wesen sehr selbstbewusst und scheute sich nicht, bei technischen Sachfragen durchaus seinen Vorgesetzten zu widersprechen, wofür er entsprechende Rüffel einstecken musste. Er war sich aber seiner überragenden technischen Fähigkeiten bewusst und stellte häufig Ansuchen um "Lohnsbesserung", die er meistens auch bereitwillig und von den Salzburger Oberen ausbezahlt bekam. Gainschnigg lebte, berufsbedingt, zuletzt in Lend, wo er auch am 2. August 1835 verstarb. Ein Miniatur-Ölgemälde in ovalem Rahmen befand sich seinerzeit im Besitz der Schwestern Steinberger in Lend. Von ihnen erhielt Dr. [[Fritz Gruber]] die Genehmigung zur Veröffentlichung.
== Namensherkunft ==
Der Name "Gainschnigg", der ursprünglich aus [[Kärnten]] herstammt, behauptete sich früh in Gastein und [[Rauris]] und verbreitete sich im Salzburger [[Innergebirg]].
== Quelle ==
* Dr. Fritz Gruber via E-Mail an [[Peter Krackowizer]]
: aus [[Mosaiksteine zur Geschichte Gasteins und seiner Salzburger Umgebung. Bergbau - Badewesen - Bauwerke - Ortsnamen - Biografien - Chronologie]]
{{SORTIERUNG: Gainschnigg, Joseph}}
[[Kategorie:Person]]
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[[Kategorie:Bad Gastein]]