| | Die '''Montansiedlung Altböckstein''' ist eine alte [[Bergbau]]-Siedlung in der [[Pongau]]er Gemeinde [[Bad Gastein]] im Ortsteil [[Böckstein]]. | | Die '''Montansiedlung Altböckstein''' ist eine alte [[Bergbau]]-Siedlung in der [[Pongau]]er Gemeinde [[Bad Gastein]] im Ortsteil [[Böckstein]]. |
| | "Montansiedlung" ist korrekt. Als im Jahr [[1741]] die bergmännischen Anlagen (Aufbereitung mit Pochwerken, Erzmahlsteinen, Schlämmrinnen und Amalgamations-"Quickmühlen") in der alten "Peck" (heute [[Hotel Österreichische Evianquelle]]) im untersten Gasteiner [[Naßfelder Tal]] von einer riesigen <nowiki>Schnee</nowiki>[[lawine]] gänzlich zerstört wurden, entschlossen sich die montanistischen [[Hofrat|Hofräte]] der damaligen Regierung des [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistums Salzburg]] als alleinigem Gasteiner [[Gewerke]]n, die zerstörten Anlagen nicht mehr an der gleichen Stelle zu errichten, sondern in dem ca. 400 Meter weiter nördlich gelegenen Böckstein, also im Bereich des heutigen "Altböckstein". Die gesamte Anlage mit Werksgebäuden, Wohngebäuden, einem riesigen Pferdestall, einem Salzstadel (für den [[Salzhandel]] über den [[Tauern]] als Zwischenlager, heute das [[Montanmuseum Altböckstein]]) und einem Verwaltungsgebäude wurde [[1745]] vom Reißbrett weg nach funktionalen Gesichtspunkten geplant und in den Folgejahren verwirklicht. Ganz Altböckstein war im Grunde genommen eine riesige montanistische Aufbereitungsanlage mit diversen Detailbereichen, aber ohne Schmelzhütte. Es ist der früheste Fall eines geplanten und verwirklichten industrie-archäologischen Gesamtensembles in den [[Ostalpen]]. | | "Montansiedlung" ist korrekt. Als im Jahr [[1741]] die bergmännischen Anlagen (Aufbereitung mit Pochwerken, Erzmahlsteinen, Schlämmrinnen und Amalgamations-"Quickmühlen") in der alten "Peck" (heute [[Hotel Österreichische Evianquelle]]) im untersten Gasteiner [[Naßfelder Tal]] von einer riesigen <nowiki>Schnee</nowiki>[[lawine]] gänzlich zerstört wurden, entschlossen sich die montanistischen [[Hofrat|Hofräte]] der damaligen Regierung des [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistums Salzburg]] als alleinigem Gasteiner [[Gewerke]]n, die zerstörten Anlagen nicht mehr an der gleichen Stelle zu errichten, sondern in dem ca. 400 Meter weiter nördlich gelegenen Böckstein, also im Bereich des heutigen "Altböckstein". Die gesamte Anlage mit Werksgebäuden, Wohngebäuden, einem riesigen Pferdestall, einem Salzstadel (für den [[Salzhandel]] über den [[Tauern]] als Zwischenlager, heute das [[Montanmuseum Altböckstein]]) und einem Verwaltungsgebäude wurde [[1745]] vom Reißbrett weg nach funktionalen Gesichtspunkten geplant und in den Folgejahren verwirklicht. Ganz Altböckstein war im Grunde genommen eine riesige montanistische Aufbereitungsanlage mit diversen Detailbereichen, aber ohne Schmelzhütte. Es ist der früheste Fall eines geplanten und verwirklichten industrie-archäologischen Gesamtensembles in den [[Ostalpen]]. |
| − | Bei den Neubauten achtete man darauf, die damals modernsten technischen Innovationen zu verwenden und baute nach dem Vorbild von bereits laufenden Maschinen in der Teichel bei Obervellach in Oberkärnten (Werksspionage!) die neuen "Stoßherde auf ungarische Art". Alles bewährte sich hervorragend, sodass Bergwerksverwalter [[Johann Conrad Hagger]] nach Salzburg berichten konnte, dass sich die Produktivität um satte 100 % (!) verbessert habe, dass aber auch 43 Arbeiter entlassen und durch die Arbeit von Maschinen ersetzt wurden. Als Antriebskraft diente [[Wasser]], das man in mächtigen Holzgerinnen aus dem [[Nassfeldbach]], von der [[Wasserfallklamm]], heranführte und mit Wasserrädern bestückte. | + | Bei den Neubauten achtete man darauf, die damals modernsten technischen Innovationen zu verwenden und baute nach dem Vorbild von bereits laufenden Maschinen in der Teichel bei Obervellach in Oberkärnten (Werksspionage!) die neuen "Stoßherde auf ungarische Art". Alles bewährte sich hervorragend, sodass Bergwerksverwalter [[Conrad Hagger|Johann Conrad Hagger]] nach Salzburg berichten konnte, dass sich die Produktivität um satte 100 % (!) verbessert habe, dass aber auch 43 Arbeiter entlassen und durch die Arbeit von Maschinen ersetzt wurden. Als Antriebskraft diente [[Wasser]], das man in mächtigen Holzgerinnen aus dem [[Nassfeldbach]], von der [[Wasserfallklamm]], heranführte und mit Wasserrädern bestückte. |
| | Auf Anregung von Dr. [[Fritz Gruber]] bei der ''Tauerngold-Tagung'' der Geschichtsausschüsse des BVÖ und des DMG in Bad Gastein vom [[18. August|18.]] bis [[20. August]] [[1976]] gründete sich ein Arbeitskreis aus Leobner Experten, dem die Unterschutzstellung des gesamten industrie-archäologisch höchst wertvollen Gebäudeensembles gelang. Der [[Denkmalschutz|Unterschutzstellungs]]-Bescheid wurde am [[31. Jänner]] [[1978]] vom österreichischen Bundesdenkmalamt mit ausführlicher Begründung erlassen.<ref>Zl. 504/78</ref> | | Auf Anregung von Dr. [[Fritz Gruber]] bei der ''Tauerngold-Tagung'' der Geschichtsausschüsse des BVÖ und des DMG in Bad Gastein vom [[18. August|18.]] bis [[20. August]] [[1976]] gründete sich ein Arbeitskreis aus Leobner Experten, dem die Unterschutzstellung des gesamten industrie-archäologisch höchst wertvollen Gebäudeensembles gelang. Der [[Denkmalschutz|Unterschutzstellungs]]-Bescheid wurde am [[31. Jänner]] [[1978]] vom österreichischen Bundesdenkmalamt mit ausführlicher Begründung erlassen.<ref>Zl. 504/78</ref> |