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Aber bereits mitten im Krieg erfolgte [[1916]] in Wien die Gründung der [[Salzburger Festspiele|Salzburger Festspielgemeinde]]. Gegen Kriegsende kam es im September 1918 in der [[Salzburg|Landeshauptstadt]] zu Unruhen und Plünderungen durch eine hungrige Volksmenge. Die Proklamation der Republik "Deutschösterreich" am [[12. November]] deutete bereits an, dass der Zusammenschluss mit Deutschland als einzige Überlebenschance des kleinen "Restösterreich" betrachtet wurde. Eine am [[29. Mai]] [[1921]] in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] durchgeführte, inoffizielle Volksabstimmung über den Anschluss an Deutschland ergab 98.986 Pro-Stimmen, nur 889 Personen waren dagegen.
 
Aber bereits mitten im Krieg erfolgte [[1916]] in Wien die Gründung der [[Salzburger Festspiele|Salzburger Festspielgemeinde]]. Gegen Kriegsende kam es im September 1918 in der [[Salzburg|Landeshauptstadt]] zu Unruhen und Plünderungen durch eine hungrige Volksmenge. Die Proklamation der Republik "Deutschösterreich" am [[12. November]] deutete bereits an, dass der Zusammenschluss mit Deutschland als einzige Überlebenschance des kleinen "Restösterreich" betrachtet wurde. Eine am [[29. Mai]] [[1921]] in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] durchgeführte, inoffizielle Volksabstimmung über den Anschluss an Deutschland ergab 98.986 Pro-Stimmen, nur 889 Personen waren dagegen.
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==Zwischenkriegszeit==
    
===Zahlreiche Großprojekte werden durchgesetzt===
 
===Zahlreiche Großprojekte werden durchgesetzt===
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Kriegsgefangene, die zum Bau von Straßen und Brücken eingesetzt wurden, starben zu Tausenden. Besonders hart traf es die Russen im Kriegsgefangenenlager "Markt Pongau", wie [[St. Johann]] in der Zeit des NS-Regimes hieß. Für die Zigeuner gab es in Salzburg ein KZ, in dem viele ihr Leben ließen. Insgesamt 13.000 oppositionell gesinnte Personen wurden [[1938]] - [[1945]] verhaftet, darunter prominente Politiker wie der langjährige Landeshauptmann Dr. [[Franz Rehrl]]. [[1942]] wurden acht Eisenbahner, die der Widerstandsbewegung angehörten, hingerichtet.
 
Kriegsgefangene, die zum Bau von Straßen und Brücken eingesetzt wurden, starben zu Tausenden. Besonders hart traf es die Russen im Kriegsgefangenenlager "Markt Pongau", wie [[St. Johann]] in der Zeit des NS-Regimes hieß. Für die Zigeuner gab es in Salzburg ein KZ, in dem viele ihr Leben ließen. Insgesamt 13.000 oppositionell gesinnte Personen wurden [[1938]] - [[1945]] verhaftet, darunter prominente Politiker wie der langjährige Landeshauptmann Dr. [[Franz Rehrl]]. [[1942]] wurden acht Eisenbahner, die der Widerstandsbewegung angehörten, hingerichtet.
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==Der Zweite Weltkrieg==
 
===US-Bomben zerstörten Dom===
 
===US-Bomben zerstörten Dom===
    
[[Bild:Domkuppel.jpg|thumb|200px|Die am 16. Oktober 1944 zerstörte Domkuppel]]
 
[[Bild:Domkuppel.jpg|thumb|200px|Die am 16. Oktober 1944 zerstörte Domkuppel]]
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Die 15 [[Bombenangriffe]]n der Amerikaner, die am 16. [[Oktober]] [[1944]] einsetzten, waren gegen die Bahnanlagen gerichtet. Mit deren Zerstörung sollte der Nachschub in die von an Alliierten befürchtete Alpenfestung hinter dem Pass Lueg verhindert werden. Wegen der großen Höhe der Luftangriffe erreichten viele Bomben aber nicht ihr Ziel, sondern fielen auch auf die Altstadt und andere Stadtteile. Zerstört wurden in der [[Salzburg|Stadt Salzburg]] der [[Salzburger Dom|Dom]], [[Mozart Wohnhaus]], das [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]] und viele andere Gebäude, insgesamt mehr als ein Drittel der Wohnobjekte. Mindestens 547 Todesopfer und unzählige Verletzte waren zu beklagen. Zu Kriegsende wurden weitere Zerstörungen verhindert, weil der gemäßigte Gauleiter, Dr. [[Gustav Adolf Scheel]], und der Kampfkommandant, Oberst [[Hans Lepperdinger]], am 4. Mai 1945 die kampflose Übergabe der Stadt an die amerikanische Truppen durchsetzten.  
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Die 15 [[Bombenangriffe]]n der Amerikaner, die am [[16. Oktober]] [[1944]] einsetzten, waren gegen die Bahnanlagen gerichtet. Mit deren Zerstörung sollte der Nachschub in die von an Alliierten befürchtete Alpenfestung hinter dem Pass Lueg verhindert werden. Wegen der großen Höhe der Luftangriffe erreichten viele Bomben aber nicht ihr Ziel, sondern fielen auch auf die Altstadt und andere Stadtteile. Zerstört wurden in der [[Salzburg|Stadt Salzburg]] der [[Salzburger Dom|Dom]], [[Mozart Wohnhaus]], das [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]] und viele andere Gebäude, insgesamt mehr als ein Drittel der Wohnobjekte. Mindestens 547 Todesopfer und unzählige Verletzte waren zu beklagen. Zu Kriegsende wurden weitere Zerstörungen verhindert, weil der gemäßigte Gauleiter, Dr. [[Gustav Adolf Scheel]], und der Kampfkommandant, Oberst [[Hans Lepperdinger]], am [[4. Mai]] [[1945]] die kampflose Übergabe der Stadt an die amerikanische Truppen durchsetzten.  
    
[[Bild:Bombentabelle.jpg|thumb|400px|Die 15 Bombenangriffe auf die Stadt Salzburg]]
 
[[Bild:Bombentabelle.jpg|thumb|400px|Die 15 Bombenangriffe auf die Stadt Salzburg]]
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===Wiederaufbau===
 
===Wiederaufbau===
 
Nach dem Kriegsende erhielt Salzburg, das in der amerikanischen Besatzungszone und damit im "goldenen Westen" lag, bald wieder politische und wirtschaftliche Bedeutung. Hier fanden die "Länderkonferenzen" des Jahres [[1945]] statt, auf denen die westlichen Bundesländer von Salzburg aus ihren Beitritt zur Regierung Renner und damit zur Zweiten Republik vollzogen. Die [[Salzburger Festspiele]], die auch von den Nationalsozialisten sehr geschätzt worden waren, brachten bald wieder internationales Publikum in die Landeshauptstadt.
 
Nach dem Kriegsende erhielt Salzburg, das in der amerikanischen Besatzungszone und damit im "goldenen Westen" lag, bald wieder politische und wirtschaftliche Bedeutung. Hier fanden die "Länderkonferenzen" des Jahres [[1945]] statt, auf denen die westlichen Bundesländer von Salzburg aus ihren Beitritt zur Regierung Renner und damit zur Zweiten Republik vollzogen. Die [[Salzburger Festspiele]], die auch von den Nationalsozialisten sehr geschätzt worden waren, brachten bald wieder internationales Publikum in die Landeshauptstadt.
Salzburg hatte die Unterbringung und Versorgung von zehntausenden Flüchtlingen zu bewältigen, die großteils in Barackenlagern leben mussten. Die letzten dieser Notunterkünfte wurden erst in den 1960er Jahren beseitigt.
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Salzburg hatte die Unterbringung und Versorgung von zehntausenden Flüchtlingen zu bewältigen, die großteils in Barackenlagern leben mussten. Die letzten dieser Notunterkünfte wurden erst in den [[1960er]] Jahren beseitigt.
    
==Quelle==
 
==Quelle==