| Zeile 3: |
Zeile 3: |
| | [[Datei:Guggenthalpanorama vom Heuberg aus.JPG|thumb|Guggenthalpanorama vom Heuberg aus]] | | [[Datei:Guggenthalpanorama vom Heuberg aus.JPG|thumb|Guggenthalpanorama vom Heuberg aus]] |
| | [[Datei:Guggenthal Panoramabild.jpg|thumb|Guggenthal-Panoramabild, 7. April 2015]] | | [[Datei:Guggenthal Panoramabild.jpg|thumb|Guggenthal-Panoramabild, 7. April 2015]] |
| − | '''Guggenthal''' ist ein Ortsteil der Gemeinde [[Koppl]] und befindet am nordwestlichen Fuße des [[Gaisberg]]s. | + | '''Guggenthal''' ist eine Ortschaft der Gemeinde [[Koppl]] und befindet am nordwestlichen Fuße des [[Gaisberg]]s. |
| | + | |
| | + | == Lage und Ausdehnung == |
| | + | Die Ortschaft befindet sich südlich der [[Wolfgangseestraße (Koppl)|Wolfgangseestraße]] sowie beiderseits des Beginns der [[Gaisberg Landesstraße]]. Zur ihr gehören die Ortsteile Kohlhub (ganz im Westen an der Grenze zur [[Stadt Salzburg]]) und Gniglerbauern (unmittelbar beiderseits der Wolfgangseestraße). Flurbezeichnungen sind Niedergmain, Obergmain und Ziegelstadel. |
| | + | |
| | + | == Geografie == |
| | + | Im Süden grenzt Guggenthal am Gaisberg an die [[Gersbergalm]] und das [[Gaisberg-Plateau]], im Osten befindet sich der Gipfel des [[Nockstein]]s und im Norden fließt der [[Alterbach]] von Nordosten nach Südwesten. Ebenfalls von von Nordosten nach Südwesten, parallel zum Alterbach, verläuft die Wolfgangseestraße. Von ihr zweigt in südwestliche Richtung die Gaisberg Landesstraße auf den Gaisberg ab. |
| | + | |
| | + | == Gebäude und Siedlungen == |
| | + | Von der Stadt Salzburg kommend befindet sich am Professorenfeld die Wohnsiedlung [[The View2]]. Ihr gegenüber am [[Anton-Schopf-Weg (Koppl)|Anton-Schopf-Weg]], sowie im Bereich der Abzweigung der Gaisberg Landesstraße, weiter östlich, am [[Gniglerbauerweg (Koppl)|Gniglerbauernweg]] und im Bereich der Flurbezeichnung Ziegelstadel befindet sich weitere kleinere Wohnsiedlungen. Das [[Gut Guggenthal]] ist unbewohnt. |
| | | | |
| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| − | Bis [[1935]] gehörte Guggenthal zur Gemeinde [[Gnigl-Itzling]]. | + | Bis [[1935]] gehörte Guggenthal zur Gemeinde [[Gnigl-Itzling]]. Zunächst entwickelte sich das [[Gut Guggenthal]] (erstmals [[1272]] urkundlich erwähnt). Zusammen mit der [[Kirche zum hl. Kreuz und zur hl. Elisabeth]] und mit dem [[Guggenthaler Bier|Brauhaus]], der [[Villa Weikl]], einem Gasthaus und diversen Nebengebäuden ein geschichtliches Gesamtkunstwerk. |
| − | | |
| − | Das ''Gut Guggenthal'' wurde erstmals [[1272]] urkundlich als ein "Gut unterm [[Nockstein]] bei Gukkental" erwähnt. Der Name ''Gugg'' kommt von der Bedeutung ''schau ins Tal'', weil Guggenthal durch seine Lage auf einer Anhöhe einen ausgezeichneten Blick über das [[Salzachtal]] und das [[Salzburger Becken]] frei gibt.
| |
| − | | |
| − | Die [[Kirche zum hl. Kreuz und zur hl. Elisabeth]] bildet zusammen mit dem [[Guggenthaler Bier|Brauhaus]], einer Villa, einem Gasthaus und diversen Nebengebäuden ein geschichtliches Gesamtkunstwerk.
| |
| | | | |
| | Für den Bau der Kirche war das Jahr [[1860]] von Bedeutung. Damals erwarb das Ehepaar Georg und Elise Weickl (Weingroßhändler und Realitätenbesitzer in Salzburg) aus einer Konkursmasse Guggenthal. [[Georg Weickl]] (* [[1803]], † [[1869]]) war einer jener gründerzeitlichen Unternehmer, der es durch Geschäftstüchtigkeit, Sparsamkeit und Umsicht zum bedeutendsten Realitätenbesitzer in Salzburg seiner Zeit brachte. | | Für den Bau der Kirche war das Jahr [[1860]] von Bedeutung. Damals erwarb das Ehepaar Georg und Elise Weickl (Weingroßhändler und Realitätenbesitzer in Salzburg) aus einer Konkursmasse Guggenthal. [[Georg Weickl]] (* [[1803]], † [[1869]]) war einer jener gründerzeitlichen Unternehmer, der es durch Geschäftstüchtigkeit, Sparsamkeit und Umsicht zum bedeutendsten Realitätenbesitzer in Salzburg seiner Zeit brachte. |
| | | | |
| − | Er widmete sich auch seiner nun erworbenen Brauerei. Das gute Wasser aus den [[Kühberg]]-Quellen ließ das [[Guggenthaler Bier]] weit über die Grenzen Salzburgs hinaus bekannt werden. Aber auch die Erhaltung der anderen Gebäude waren ihm wichtig. Er ließ zwischen [[1861]] und [[1864]] von [[Valentin Ceconi]] das Brauhaus (Guggenthaler Bier), die Villa, die neogotische Kirche sowie verschiedene Nebengebäude teils renovieren, teils neu bauen. | + | Er widmete sich auch seiner nun erworbenen Brauerei. Das gute Wasser aus den [[Kühberg]]-Quellen ließ das [[Guggenthaler Bier]] weit über die Grenzen Salzburgs hinaus bekannt werden. Aber auch die Erhaltung der anderen Gebäude waren ihm wichtig. Er ließ zwischen [[1861]] und [[1864]] von [[Valentin Ceconi]] das Brauhaus (Guggenthaler Bier), die Villa, die neogotische Kirche sowie verschiedene Nebengebäude teils renovieren, teils neu bauen. Durch den Bau der neuen Kirche konnten alle Mitglieder der Familie Weickl sowie ein Teil der [[Dienstboten]] in Guggenthal Hl. Messe feiern. Die übrigen Dienstboten und Hausleute mussten immer noch in die Kirche nach [[Gnigl]] zur Messe gehen. |
| − | | |
| − | Die Kirche wurde am [[11. September]] [[1864]] von Kardinal [[Fürsterzbischof]] [[Maximilian Joseph von Tarnóczy]] geweiht. Ursprünglich befand sich schon vorher dort eine kleine Kapelle mit Messlizenz - die Hl. Messe wurde auf einem tragbaren Altar zelebriert. Durch den Bau der neuen Kirche konnten nun alle Mitglieder der Familie Weickl sowie ein Teil der [[Dienstboten]] in Guggenthal Hl. Messe feiern. Die übrigen Dienstboten und Hausleute mussten immer noch in die Kirche nach [[Gnigl]] zur Messe gehen.
| |
| | | | |
| | Auch die Familiengruft der Weickl befindet sich bei der Kirche in Guggenthal. Ein enger Vertrauter der Familie, der bekannte und beliebte Prof. Dr. [[Joseph Anton Schöpf]] durfte ebenfalls dort begraben werden. Er hatte bereits [[1868]] die geistlichen Funktionen in der Kirche Guggenthal übernommen. Ein Erinnerungsstein befindet sich noch heute an der Südwand der Kirche. | | Auch die Familiengruft der Weickl befindet sich bei der Kirche in Guggenthal. Ein enger Vertrauter der Familie, der bekannte und beliebte Prof. Dr. [[Joseph Anton Schöpf]] durfte ebenfalls dort begraben werden. Er hatte bereits [[1868]] die geistlichen Funktionen in der Kirche Guggenthal übernommen. Ein Erinnerungsstein befindet sich noch heute an der Südwand der Kirche. |
| − |
| |
| − | Die Guggenthaler Kirche war von [[1909]] bis [[2009]] eine Filiale der Stadtpfarre [[Gnigl]] und gehört jetzt zur Pfarre [[Koppl]]. 2001 konnte ein neues Messnerhaus, von Architekt Prof. [[Hermann Rehrl]] entworfen, geweiht werden.
| |
| − |
| |
| − | Nach dem Tod von Georg Weickl kam Guggenthal in den Besitz von Sigmund Hatschek, Richard Hatschek, Margarethe Hatschek, Auguste Hatschek und Peter Strache. Richard Hatschek ließ [[1916]] die Biererzeugung ([[Guggenthaler Bier]]) einstellen.
| |
| | | | |
| | Am [[18. Juli]] [[1982]] kam es zu einem [[Brände|Großbrand]], an dessen Löscharbeiten auch die [[Freiwillige Feuerwehr Gnigl]] beteiligt war. | | Am [[18. Juli]] [[1982]] kam es zu einem [[Brände|Großbrand]], an dessen Löscharbeiten auch die [[Freiwillige Feuerwehr Gnigl]] beteiligt war. |
| − |
| |
| − | ==Erwähnenswert==
| |
| − | Die Fläche zwischen der Kirche und dem alten Brauhaus diente den legendären [[Gaisbergrennen]] in der Nachkriegszeit bis [[1969]] als Fahrerlager.
| |
| | | | |
| | ==Die Gegenwart== | | ==Die Gegenwart== |
| Zeile 35: |
Zeile 31: |
| | | | |
| | Anfang 2013 wurde bekannt, dass das Salzburger Trio Michael Mayer, Erich Walketseder und Karl Weichselbaumer das denkmalgeschützte Ensemble am Fuß von Nockstein und Gaisberg erworben hat. Mayer und Walketseder haben gemeinsam mit Marco Sillaber das [[Gusswerk]] im [[Salzburg]]er Stadtteil [[Kasern]] aufgebaut. In ihrem Eigentum sind nun auch die Wiesen unterhalb des gründerzeitlichen Baujuwels sowie das "Schlössl" und Betriebsgebiet an der Wolfgangsee-Straße, in Summe rund 20 Hektar. Von der Stoßrichtung her geht das Konzept der Salzburger in eine ganz andere Richtung. Neben Lofts für Wohnen und Arbeiten haben sie auch innovative Firmen im Visier, aus den Bereichen Design, Marketing, Mode, Kunst und der kreativen Gastronomie. Auch an eine Kleinbrauerei denken sie, um an die Tradition des "Guggenthaler Biers" anzuknüpfen. Die [[Radstadt|Radstädter]] Baufirma [[Steiner & Wanner]] und Ex-Alpine-Chef Dietmar Aluta-Oltyan planen zudem am als Zweitwohngebiet gewidmeten "Professorfeld" 30 bis 50 Wohnungen im gehobenen Segment. Der Rest des 90 Hektar großen Areals steht noch zum Verkauf.<ref>Salzburger Nachrichten, 24. Jänner 2013</ref> | | Anfang 2013 wurde bekannt, dass das Salzburger Trio Michael Mayer, Erich Walketseder und Karl Weichselbaumer das denkmalgeschützte Ensemble am Fuß von Nockstein und Gaisberg erworben hat. Mayer und Walketseder haben gemeinsam mit Marco Sillaber das [[Gusswerk]] im [[Salzburg]]er Stadtteil [[Kasern]] aufgebaut. In ihrem Eigentum sind nun auch die Wiesen unterhalb des gründerzeitlichen Baujuwels sowie das "Schlössl" und Betriebsgebiet an der Wolfgangsee-Straße, in Summe rund 20 Hektar. Von der Stoßrichtung her geht das Konzept der Salzburger in eine ganz andere Richtung. Neben Lofts für Wohnen und Arbeiten haben sie auch innovative Firmen im Visier, aus den Bereichen Design, Marketing, Mode, Kunst und der kreativen Gastronomie. Auch an eine Kleinbrauerei denken sie, um an die Tradition des "Guggenthaler Biers" anzuknüpfen. Die [[Radstadt|Radstädter]] Baufirma [[Steiner & Wanner]] und Ex-Alpine-Chef Dietmar Aluta-Oltyan planen zudem am als Zweitwohngebiet gewidmeten "Professorfeld" 30 bis 50 Wohnungen im gehobenen Segment. Der Rest des 90 Hektar großen Areals steht noch zum Verkauf.<ref>Salzburger Nachrichten, 24. Jänner 2013</ref> |
| | + | |
| | + | == Die Gaisbergrennen == |
| | + | Die Fläche zwischen der Kirche und dem alten Brauhaus diente den legendären [[Gaisbergrennen]] in der Nachkriegszeit bis [[1969]] als Fahrerlager. Auch heute reihen sich dort noch anlässlich des modernen, sogenannten [[Gaisbergrennen (modern)|Gaisbergrennens]] alljährlich Oldtimer auf zum Start auf der Gaisberg Landesstraße. Befand sich der Start des legendären Rennens nur wenige Meter nach der Abzweigung von der Wolfgangseestraße, so befindet sich der Start zum modernen Oldtimerrennen unmittelbar oberhalb des alten Brauereigebäudes. |
| | | | |
| | ==Bildergalerie== | | ==Bildergalerie== |
| Zeile 41: |
Zeile 40: |
| | Datei:Guggenthal Ortsbereich, alter Braugasthof, Kirche.jpg|Guggenthal Ortsbereich, alter Braugasthof, Kirche | | Datei:Guggenthal Ortsbereich, alter Braugasthof, Kirche.jpg|Guggenthal Ortsbereich, alter Braugasthof, Kirche |
| | Datei:Panoramabild Guggenthal.JPG|Panoramabild Guggenthal, April 2016 | | Datei:Panoramabild Guggenthal.JPG|Panoramabild Guggenthal, April 2016 |
| − | Datei:Gut Guggenthal, Ostansicht.jpg|Gut Guggenthal, Ostansicht, Zufahrt
| + | |
| − | Datei:Ehem. Braugasthof Guggenthal.jpg |Ehem. Braugasthof Guggenthal
| |
| − | Datei:Seit 1990 nicht mehr in Betrieb.JPG|ehem. Braugasthof Guggenthal (Ostansicht), seit 1990 nicht mehr in Betrieb
| |
| − | Datei:Ehem. Braugasthof Guggenthal, Ostansicht.jpg|Ehem. Braugasthof Guggenthal, Ostansicht
| |
| − | Datei:Damals.jpg|Ehemaliger Braugasthof Guggenthal, westliche Ansicht von der Brauhausstraße aus
| |
| − | Datei:Haustüre des ehemaligen Braugasthofes Guggenthal.JPG|Haustüre des ehemaligen Braugasthofes Guggenthal
| |
| − | Datei:Alte Sitzbank an der Südseite des ehemaligen Braugasthofes Guggenthal.JPG|Alte Sitzbank an der Südseite des ehemaligen Braugasthofes Guggenthal
| |
| − | Datei:Nebengebäude vom ehemaligen Braubasthof Guggenrgal.jpg|Nebengebäude vom ehemaligen Braugasthof Guggenthal
| |
| − | Datei:Gebäudeteil des Gutes Guggenthal.jpg|ehem. Villa von [[Georg Weickl]] in Guggenthal (Westansicht)
| |
| − | Datei:Steinornament an der Ceconi-Villa.JPG|Steinornament an der Ceconi-Villa in Guggenthal
| |
| − | Datei:Schmiedeeisernes Tor bei der Ceconivilla in Guggenthal.JPG|Schmiedeeisernes Tor bei der Ceconivilla in Guggenthal
| |
| − | Datei:Stiege zur ehemaligen Ceconi-Villa von Georg Weikl in Guggenthal.jpg|Stiege zur ehemaligen Ceconi-Villa von [[Georg Weickl]] in [[Guggenthal]]
| |
| | Datei:Neuer Friedhof in Guggenthal.jpg|Neuer Friedhof in Guggenthal | | Datei:Neuer Friedhof in Guggenthal.jpg|Neuer Friedhof in Guggenthal |
| | Datei:Gedenkstein an Bürgermeister Trickl.jpg|Gedenkstein an Bürgermeister Trickl | | Datei:Gedenkstein an Bürgermeister Trickl.jpg|Gedenkstein an Bürgermeister Trickl |
| Zeile 63: |
Zeile 51: |
| | Datei:Baustelle Professorfeld in Guggenthal.jpg|Baustelle Professorfeld in Guggenthal, Aufn. 7. April 2015 | | Datei:Baustelle Professorfeld in Guggenthal.jpg|Baustelle Professorfeld in Guggenthal, Aufn. 7. April 2015 |
| | Datei:Aprilschnee in Guggenthal.jpg|Aprilschnee in Guggenthal | | Datei:Aprilschnee in Guggenthal.jpg|Aprilschnee in Guggenthal |
| − | Datei:Ceconi-Villa in Guggenthal.JPG|Ceconi-Villa in Guggenthal
| + | |
| | Datei:Ausblick von der Brauhausstraße auf das baufällige ehemalige Brauereigebäude Guggenthal.jpg|Ausblick von der Brauhausstraße auf das baufällige ehemalige Brauereigebäude Guggenthal | | Datei:Ausblick von der Brauhausstraße auf das baufällige ehemalige Brauereigebäude Guggenthal.jpg|Ausblick von der Brauhausstraße auf das baufällige ehemalige Brauereigebäude Guggenthal |
| | Datei:Heuberg-Panoramaansicht von Guuggenthal aus.JPG|Heuberg-Panoramaansicht von der Brauhausstraße (Koppl) in Guggenthal aus | | Datei:Heuberg-Panoramaansicht von Guuggenthal aus.JPG|Heuberg-Panoramaansicht von der Brauhausstraße (Koppl) in Guggenthal aus |