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== Elsass und Hessen ==
 
== Elsass und Hessen ==
Der Ort Hagenau (Haguenau) im Unter-Elsass war 1035 um eine Burg entstandenen und im Jahr 1164 von dem Stauferkaiser Friedrich I. Barbarossa zur Stadt erhobenen worden. Später wurde Hagenau Reichsstadt und im 14. Jahrhundert Hauptort des elsässichen Städtebundes, sowie Sitz der kaiserlichen Landvogtei. Mehrere aus dieser Stadt Hagenau stammende Familien hatten von dieser Stadt ihren Nachnamen von Hagenau beziehungsweise Hagenauer abgeleitet. Ein Verteter einer solchen Familie war zum Beispiel der im Dezember 1492 zum königlichen Tag in Frankfurt genannte ''"Alt-stättmeister, Gesandter Hagenaus und der Städte der Landvogtei im Elsass"'', Jungvogt Ulrich Hagenauer. Heute sind vor allem zwei dieser [[Elsass]]er Familien Hagenauer bekannt. Die erste und bekanntere war die Bildhauerdynastie Hagenauer aus dem 15. und 16. Jahrhundert. In dieser Elsasser Familie findet man die zwischen 1445 und 1546 genannten berühmten Schnitzer Niklas von Hagenau, Veit und Paul Hagenauer, sowie den Augsburger Medailleur Friedrich Hagenauer. Die andere Familie aus der Stadt Hagenau war jüdischen Glaubens und hatte ihren Namen erst Anfang des 19. Jahrhunderts angenommen. Im Elsass mußten nach einem Erlaß Kaiser Napoleon I. im Jahr 1808 alle Juden im französischen Reich einen festen Nachnamen tragen. So nahmen Mitglieder der jüdischen Gemeinde in der Stadt Hagenau, in der sich auch die älteste seit dem 13. Jahrhundert beinahe durchgehend bestehende jüdische Gemeinde im Elsass befand, den Familiennamen Hagenauer (nach der Stadt ihrer Herkunft Hagenau) an. Der bekannteste dieser jüdischen Familie war Herr Jakob Hagenauer, Rabbiner zu Mauersmünster († 1846). Dass jüdische Familien im 19. Jahrhundert gleichlautende Namen alter noch blühender Adelsgeschlechter wie zum Beispiel [[Franz Xaver von Breuner|Breuner]], [[Franz Schmidt von Ehrenberg|Ehrenberg]], Frankenstein, Galler, [[Hagenauer]], Hohenberg, [[Konrad von Liechtenstein|Liechtenstein]], Löwenstein, Rosenberg(er), Schwarzburg, [[Schwarzenberg, Fürsten| Schwarzenberg]], [[Johann Friedrich Graf von Waldstein-Wartenberg |Waldstein]], Winterfeld etc. angenommen hatten war zwar durchaus keine Seltenheit, jedoch in Österreich durch das Namensannahme-Gesetz für jüdische Untertanen aus dem Jahr 1787 von Kaiser Joseph II. verboten worden.
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Der Ort Hagenau (Haguenau) im Unter-Elsass war 1035 um eine Burg entstandenen und im Jahr 1164 von dem Stauferkaiser Friedrich I. Barbarossa zur Stadt erhobenen worden. Später wurde Hagenau Reichsstadt und im 14. Jahrhundert Hauptort des elsässichen Städtebundes, sowie Sitz der kaiserlichen Landvogtei. Mehrere aus dieser Stadt Hagenau stammende Familien hatten von dieser Stadt ihren Nachnamen von Hagenau beziehungsweise Hagenauer abgeleitet. Ein Verteter einer solchen Familie war zum Beispiel der im Dezember 1492 zum königlichen Tag in Frankfurt genannte ''"Alt-stättmeister, Gesandter Hagenaus und der Städte der Landvogtei im Elsass"'', Jungvogt Ulrich Hagenauer. Heute sind vor allem zwei dieser [[Elsass]]er Familien Hagenauer bekannt. Die erste und bekanntere war die Bildhauerdynastie Hagenauer aus dem 15. und 16. Jahrhundert. In dieser Elsasser Familie findet man die zwischen 1445 und 1546 genannten berühmten Schnitzer Niklas von Hagenau, Veit und Paul Hagenauer, sowie den Augsburger Medailleur Friedrich Hagenauer. Die andere Familie aus der Stadt Hagenau war jüdischen Glaubens und hatte ihren Namen erst Anfang des 19. Jahrhunderts angenommen. Im Elsass mußten nach einem Erlaß Kaiser Napoleon I. im Jahr 1808 alle Juden im französischen Reich einen festen Nachnamen tragen. So nahmen Mitglieder der jüdischen Gemeinde in der Stadt Hagenau, in der sich auch die älteste seit dem 13. Jahrhundert beinahe durchgehend bestehende jüdische Gemeinde im Elsass befand, den Familiennamen Hagenauer (nach der Stadt ihrer Herkunft Hagenau) an. Der bekannteste dieser jüdischen Familie war Herr Jakob Hagenauer, Rabbiner zu Mauersmünster († 1846). Dass jüdische Familien im 19. Jahrhundert gleichlautende Namen alter noch blühender Adelsgeschlechter (wie zum Beispiel [[Franz Xaver von Breuner|Breuner]], [[Franz Schmidt von Ehrenberg|Ehrenberg]], Frankenstein, Galler, [[Hagenauer]], Hohenberg, [[Konrad von Liechtenstein|Liechtenstein]], Löwenstein, Rosenberg(er), Schwarzburg, [[Schwarzenberg, Fürsten| Schwarzenberg]], [[Johann Friedrich Graf von Waldstein-Wartenberg |Waldstein]], Winterfeld etc.) oder auch ausgestorbener Adelsgeschlechter (wie Schalkenbach, Schalkenberg oder Sternberg) angenommen hatten, war zwar durchaus keine Seltenheit, jedoch in Österreich durch das Namensannahme-Gesetz für jüdische Untertanen aus dem Jahr 1787 von Kaiser Joseph II. verboten worden.
    
Erwähnenswert ist vielleicht auch noch das Geschlecht der Herren und Grafen von Hanau in Hessen, die seit 1191 bis zu ihrem Austerben 1736 die Herrschaft Hanau inne hatten. Ihren Namen hatten sie von der Wasserburg (Herrschaft) Hanau, als dessen Bauherr der 1143 erwähnte Dammo von Hagenowe (der sich früher auch von Buchen nannte) angenommen wird. In den Urkunden ab dem 13. Jahrhundert taucht dieses Geschlecht vorerst als "Herren von Buchen" und als "Herren von Dorfelden" auf, später als "Herren de Hagenowe" um sich schließlich endgültig nur mehr "von Hanau" zu nennen. "De Hagenowe" nannten sich aber ebenso einige Hagenauer in Urkunden des 12. bis 14. Jahrhunderts. Allerdings ist es ein leichtes diese beiden Geschlechter (von Hanau und von Hagenau) an Hand der Siegeln und an Hand des geographischen Auftretens voneinander zu unterscheiden. Die Hanauer führten drei goldene Sparren auf rotem Grund im Wappen, die Hagenauer hingegen einen Hagenstrauch auf einem Dreiberg. Das spätere Geschlecht der Fürsten von Hanau (seit 1853) ist mit dem oben erwähnten ausgestorbenen Geschlecht der Herren und Grafen von Hanau allerdings nicht verwandt.
 
Erwähnenswert ist vielleicht auch noch das Geschlecht der Herren und Grafen von Hanau in Hessen, die seit 1191 bis zu ihrem Austerben 1736 die Herrschaft Hanau inne hatten. Ihren Namen hatten sie von der Wasserburg (Herrschaft) Hanau, als dessen Bauherr der 1143 erwähnte Dammo von Hagenowe (der sich früher auch von Buchen nannte) angenommen wird. In den Urkunden ab dem 13. Jahrhundert taucht dieses Geschlecht vorerst als "Herren von Buchen" und als "Herren von Dorfelden" auf, später als "Herren de Hagenowe" um sich schließlich endgültig nur mehr "von Hanau" zu nennen. "De Hagenowe" nannten sich aber ebenso einige Hagenauer in Urkunden des 12. bis 14. Jahrhunderts. Allerdings ist es ein leichtes diese beiden Geschlechter (von Hanau und von Hagenau) an Hand der Siegeln und an Hand des geographischen Auftretens voneinander zu unterscheiden. Die Hanauer führten drei goldene Sparren auf rotem Grund im Wappen, die Hagenauer hingegen einen Hagenstrauch auf einem Dreiberg. Das spätere Geschlecht der Fürsten von Hanau (seit 1853) ist mit dem oben erwähnten ausgestorbenen Geschlecht der Herren und Grafen von Hanau allerdings nicht verwandt.

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