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== Neubau==
 
== Neubau==
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Im [[September]] [[2006]] begann die [[[[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]]]] im Zuge des durchgehenden zweigleisigen Ausbaus der Schienenwege im [[Gasteinertal]], direkt neben der bestehenden Brücke, mit der Errichtung einer neuen, etwa 15 Millionen Euro teuren Eisenbahnbrücke. Nach ihrer geplanten Fertigstellung Ende [[2007]] wird diese die mittlerweile in die Jahre gekommene historische Angertalbrücke ersetzen.   
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Im [[September]] [[2006]] begann die [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]] im Zuge des durchgehenden zweigleisigen Ausbaus der Schienenwege im [[Gasteinertal]], direkt neben der bestehenden Brücke, mit der Errichtung einer neuen, etwa 15 Millionen Euro teuren Eisenbahnbrücke. Nach ihrer geplanten Fertigstellung Ende [[2007]] wird diese die mittlerweile in die Jahre gekommene historische Angertalbrücke ersetzen.   
    
Die neue zweigleisige Bogenbrücke aus Stahlbeton wird im Bereich Richtung [[Bad Hofgastein]] so verschwungen, dass sie in den geplanten, noch zu erbauenden [[Bahntunnel Schlossalm]] führt. Im Zuge des Neubaus werden zusätzlich eine neue Überfahrtsbrücke für die Angertalstraße und eine Unterführung für den Angertalweg erbaut.  
 
Die neue zweigleisige Bogenbrücke aus Stahlbeton wird im Bereich Richtung [[Bad Hofgastein]] so verschwungen, dass sie in den geplanten, noch zu erbauenden [[Bahntunnel Schlossalm]] führt. Im Zuge des Neubaus werden zusätzlich eine neue Überfahrtsbrücke für die Angertalstraße und eine Unterführung für den Angertalweg erbaut.  
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Für den zweigleisigen Ausbau der Strecke wurde für die 100 Jahre alte  Angertalbrücke (Stahlbrücke) eine neue Stahlbetonbrücke gebaut.  Obwohl diese Brücke 2009 bereits fertig gestellt war, konnte sie nicht  in Betrieb genommen werden. Der Grund liegt in Behördenverfahren. Dabei  wurde nur eine "Mini Umweltverträglichkeitsprüfung" durchgeführt, die  nun von den Anrainergemeinden beeinsprucht wurde und am [[28.  Oktober|28.]] und [[29. Oktober]] [[2009]] neu durchgeführt wurde.  
 
Für den zweigleisigen Ausbau der Strecke wurde für die 100 Jahre alte  Angertalbrücke (Stahlbrücke) eine neue Stahlbetonbrücke gebaut.  Obwohl diese Brücke 2009 bereits fertig gestellt war, konnte sie nicht  in Betrieb genommen werden. Der Grund liegt in Behördenverfahren. Dabei  wurde nur eine "Mini Umweltverträglichkeitsprüfung" durchgeführt, die  nun von den Anrainergemeinden beeinsprucht wurde und am [[28.  Oktober|28.]] und [[29. Oktober]] [[2009]] neu durchgeführt wurde.  
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Die  Behörden erweckten den Anschein, die 1,7 Kilometer lange Hofgasteiner  Angertalbrücke samt Rampen "durchwinken" zu wollen. Man befürchtet nun,  dass mehr Güterzüge, vor allem in der Nacht, die Strecke befahren  sollen. Dadurch könnte aber [[Bad Hofgastein]], das derzeit rund 2,5  Millionen Nächtigungen pro Jahr zählt, der [[Kurort]]e-Status aberkannt  werden. 2009 benutzen 135 Güterzüge die noch alte Angertalbrücke  täglich, die [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]] wollen bis [[2025]] 198 Züge täglich führen, die  Anrainer aber befürchten bis zu 285 Züge täglich<ref>Quelle  [[Salzburger Nachrichten]], 28. Oktober 2009</ref>.
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Die  Behörden erweckten den Anschein, die 1,7 Kilometer lange Hofgasteiner  Angertalbrücke samt Rampen "durchwinken" zu wollen. Man befürchtet nun,  dass mehr Güterzüge, vor allem in der Nacht, die Strecke befahren  sollen. Dadurch könnte aber [[Bad Hofgastein]], das derzeit rund 2,5  Millionen Nächtigungen pro Jahr zählt, der [[Kurort]]e-Status aberkannt  werden. 2009 benutzen 135 Güterzüge die noch alte Angertalbrücke  täglich, die ÖBB wollen bis [[2025]] 198 Züge täglich führen, die  Anrainer aber befürchten bis zu 285 Züge täglich<ref>Quelle  [[Salzburger Nachrichten]], 28. Oktober 2009</ref>.
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Die  [[Bürgerinitiative Lebenswertes Gastein]], der Gemeinde Bad Gastein und  die [[Landesumweltanwaltschaft]] haben 2010 dann einen Rechtsstreit um  die neue Brücke über das Angertal mit den Bundesbahnen begonnen, der  diese Millionen kosten wird. Denn die [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]] müssen nun bis zum Entscheid,  der mehrere Jahre dauern kann, die alte Brücke weiter benützen und zu  diesem Zweck aber sofort sanieren.
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Die  [[Bürgerinitiative Lebenswertes Gastein]], der Gemeinde Bad Gastein und  die [[Landesumweltanwaltschaft]] haben 2010 dann einen Rechtsstreit um  die neue Brücke über das Angertal mit den Bundesbahnen begonnen, der  diese Millionen kosten wird. Denn die ÖBB müssen nun bis zum Entscheid,  der mehrere Jahre dauern kann, die alte Brücke weiter benützen und zu  diesem Zweck aber sofort sanieren.
    
===  Die Hintergründe des Streits ===  
 
===  Die Hintergründe des Streits ===  
Der  Verwaltungsgerichtshof hatte im September 2008 einen Bescheid des  Verkehrsministeriums aufgehoben, nach dem keine  Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig ist. Dieser Bescheid  erging jedoch erst zwei Jahre nach Baubeginn. Im März 2010 wurde diese  UVP schließlich positiv abgeschlossen. Dagegen legten die Gasteiner  Beschwerde ein, der aufschiebende Wirkung zuerkannt wurde. Darüber  hinaus muss erst noch der Ausgang des laufenden Naturschutzverfahren bei  der Bezirkshauptmannschaft abgewartet werden. Ein Gutachten, das von  der Bürgerinitiative und der Gemeinde Bad Gastein in Auftrag gegeben  wurde, stellte fest, dass der Bahnlärm durch die Beseitigung der  Engstelle Angertal massiv zunähme. Und dies obwohl eine Stahlbetonbrücke  wesentlich Lärm armer zu befahren sei als eine Stahlbrücke. Die alte  Brücke ist einspurig, die neue wäre zweispurig ausgeführt. Die neue  Angertalbrücke ist zwar seit dem Baustopp so gut wie fertig, nur die  Schienen und die Oberleitung fehlen noch. Das Baulos Angertal wird  insgesamt 20 Millionen Euro kosten, für den Rechtsstreit haben die [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]] bislang zwei Millionen Euro ausgegeben. Wie hoch die Kosten für die  Sanierung sein werden, stand im Juli 2010 noch nicht  fest<ref>Quelle Salzburger Nachrichten, 7. Juli 2010</ref>.  
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Der  Verwaltungsgerichtshof hatte im September 2008 einen Bescheid des  Verkehrsministeriums aufgehoben, nach dem keine  Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig ist. Dieser Bescheid  erging jedoch erst zwei Jahre nach Baubeginn. Im März 2010 wurde diese  UVP schließlich positiv abgeschlossen. Dagegen legten die Gasteiner  Beschwerde ein, der aufschiebende Wirkung zuerkannt wurde. Darüber  hinaus muss erst noch der Ausgang des laufenden Naturschutzverfahren bei  der Bezirkshauptmannschaft abgewartet werden. Ein Gutachten, das von  der Bürgerinitiative und der Gemeinde Bad Gastein in Auftrag gegeben  wurde, stellte fest, dass der Bahnlärm durch die Beseitigung der  Engstelle Angertal massiv zunähme. Und dies obwohl eine Stahlbetonbrücke  wesentlich Lärm armer zu befahren sei als eine Stahlbrücke. Die alte  Brücke ist einspurig, die neue wäre zweispurig ausgeführt. Die neue  Angertalbrücke ist zwar seit dem Baustopp so gut wie fertig, nur die  Schienen und die Oberleitung fehlen noch. Das Baulos Angertal wird  insgesamt 20 Millionen Euro kosten, für den Rechtsstreit haben die ÖBB  bislang zwei Millionen Euro ausgegeben. Wie hoch die Kosten für die  Sanierung sein werden, stand im Juli 2010 noch nicht  fest<ref>Quelle Salzburger Nachrichten, 7. Juli 2010</ref>.  
    
=== Schlichtung in Sicht ===
 
=== Schlichtung in Sicht ===
Im Jänner [[2011]] konnten die beiden Kontrahenten, Bad Gastein und Bad Hofgastein eine für beide Seiten tragbaren Kompromiss finden. Die [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]] müssen an der Bestandsstrecke den [[Lärmschutz]] verbessern Im Gegenzug könnte die Gemeinde Bad Gastein, die [[Bürgerinitiative Lebenswertes Gastein]] und die Landsumweltanschaft ihre Einsprüche gegen den zweigleisigen Ausbau zurückziehen<ref>{{Quelle SN|27. Jänner 2011}}</ref>.
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Im Jänner [[2011]] konnten die beiden Kontrahenten, Bad Gastein und Bad Hofgastein eine für beide Seiten tragbaren Kompromiss finden. Die ÖBB müssen an der Bestandsstrecke den [[Lärmschutz]] verbessern Im Gegenzug könnte die Gemeinde Bad Gastein, die [[Bürgerinitiative Lebenswertes Gastein]] und die Landsumweltanschaft ihre Einsprüche gegen den zweigleisigen Ausbau zurückziehen<ref>{{Quelle SN|27. Jänner 2011}}</ref>.
    
=== 2016 soll sie in Betrieb gehen ===
 
=== 2016 soll sie in Betrieb gehen ===
Sieben Jahre nach ihrer Fertigstellung kann die neue Brücke im Frühjahr 2016 nun endlich in Betrieb gehen. Diese Hoffnung schöpfen die [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]], Anrainer und Gemeindepolitiker nach dem Erhalt eines positiven Bescheids des Verkehrsministeriums im Herbst 2015. Auch der Salzburger [[Landesumweltanwalt]] [[Wolfgang Wiener]] gibt sich jetzt zufrieden. Er werde gegen die Genehmigung nicht berufen, da die Forderungen der Umweltanwaltschaft zu großen Teilen erfüllt und die [[Lärmschutz  |Lärmschutzbauten]] in Bad Gastein bis Ende 2015 fertiggestellt sein werden. Dass der noch ausstehende Naturschutzbescheid der [[Bezirkshauptmannschaft St. Johann im Pongau]] zum Stolperstein werden könnte, glaubt keiner der Beteiligten<ref>{{Quelle SN|23. September 2015}}</ref>.
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Sieben Jahre nach ihrer Fertigstellung kann die neue Brücke im Frühjahr 2016 nun endlich in Betrieb gehen. Diese Hoffnung schöpfen die ÖBB, Anrainer und Gemeindepolitiker nach dem Erhalt eines positiven Bescheids des Verkehrsministeriums im Herbst 2015. Auch der Salzburger [[Landesumweltanwalt]] [[Wolfgang Wiener]] gibt sich jetzt zufrieden. Er werde gegen die Genehmigung nicht berufen, da die Forderungen der Umweltanwaltschaft zu großen Teilen erfüllt und die [[Lärmschutz  |Lärmschutzbauten]] in Bad Gastein bis Ende 2015 fertiggestellt sein werden. Dass der noch ausstehende Naturschutzbescheid der [[Bezirkshauptmannschaft St. Johann im Pongau]] zum Stolperstein werden könnte, glaubt keiner der Beteiligten<ref>{{Quelle SN|23. September 2015}}</ref>.
    
== Ausstellung - Die Angertalbrücke im „Museum Tauernbahn“ ==
 
== Ausstellung - Die Angertalbrücke im „Museum Tauernbahn“ ==

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