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| | ===26. September, Samstag=== | | ===26. September, Samstag=== |
| | ::''Ab Montag, 28. September, werden keine Sonderzüge mehr mit Flüchtlingen von Salzburg über die Grenze nach Deutschland fahren'' meldete das Facebook der [[Stadtgemeinde Salzburg|Stadt Salzburg]] am Samstagabend, 26. September 2015, um 21:15 Uhr. ''[[Rotes Kreuz]] und [[Caritas]] sprechen schon von einer sich ankündigenden humanitären und sanitären Katastrophe an der Grenze nach Freilassing. Diese droht uns auch am Bahnhof, wenn weitere Züge aus Wien, Graz oder Villach kommen'' sagte Salzburgs [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Heinz Schaden]] in dieser Meldung. Der zuständige Katastrophenschutz des Landes muss im Lauf des morgigen Tages eine Struktur am Grenzübergang nach Freilassing schaffen, wie sie die Stadt am Bahnhof aufgerichtet hat. | | ::''Ab Montag, 28. September, werden keine Sonderzüge mehr mit Flüchtlingen von Salzburg über die Grenze nach Deutschland fahren'' meldete das Facebook der [[Stadtgemeinde Salzburg|Stadt Salzburg]] am Samstagabend, 26. September 2015, um 21:15 Uhr. ''[[Rotes Kreuz]] und [[Caritas]] sprechen schon von einer sich ankündigenden humanitären und sanitären Katastrophe an der Grenze nach Freilassing. Diese droht uns auch am Bahnhof, wenn weitere Züge aus Wien, Graz oder Villach kommen'' sagte Salzburgs [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Heinz Schaden]] in dieser Meldung. Der zuständige Katastrophenschutz des Landes muss im Lauf des morgigen Tages eine Struktur am Grenzübergang nach Freilassing schaffen, wie sie die Stadt am Bahnhof aufgerichtet hat. |
| − | :: Laut ÖBB kamen zuletzt immer mehr als 2 000 Personen pro Tag per Zug nach Salzburg. Dank der bisherigen Sonderzüge konnten bis zu 1 200 weiter transportiert werden. Das geht ab Montag nicht mehr. | + | :: Laut [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]] kamen zuletzt immer mehr als 2 000 Personen pro Tag per Zug nach Salzburg. Dank der bisherigen Sonderzüge konnten bis zu 1 200 weiter transportiert werden. Das geht ab Montag nicht mehr. |
| | : '''Salzburg''': Etwa 1 000 Flüchtlinge hielten sich heute wieder am Salzburger Hauptbahnhof auf; am Vormittag fuhr ein Sonderzug mit rund 450 Menschen in Richtung Düsseldorf, ein zweiter soll am Nachmittag weitere 450 Personen aus Salzburg mit Zwischenstopp in Freilassing in eine Erstaufnahmeeinrichtung in Deutschland bringen; abends war die Parkgarage unter dem Salzburger Hauptbahnhof mit 700 Personen voll, zusätzlich hielten sich 320 am Bahnhofsgelände auf und 110 werden noch in der Nacht erwartet. Ein Sonderzug soll gegen 23 Uhr noch 300 Flüchtlinge nach Deutschland bringen. | | : '''Salzburg''': Etwa 1 000 Flüchtlinge hielten sich heute wieder am Salzburger Hauptbahnhof auf; am Vormittag fuhr ein Sonderzug mit rund 450 Menschen in Richtung Düsseldorf, ein zweiter soll am Nachmittag weitere 450 Personen aus Salzburg mit Zwischenstopp in Freilassing in eine Erstaufnahmeeinrichtung in Deutschland bringen; abends war die Parkgarage unter dem Salzburger Hauptbahnhof mit 700 Personen voll, zusätzlich hielten sich 320 am Bahnhofsgelände auf und 110 werden noch in der Nacht erwartet. Ein Sonderzug soll gegen 23 Uhr noch 300 Flüchtlinge nach Deutschland bringen. |
| | : '''Grenze Freilassing''': Der Pensionist Karl Heinz Müller hat das System der Sektoren beim Warten eingeführt. Alle Flüchtlinge werden einem 5 Meter langem Stück der Brücke zugewiesen, das heißt Frauen und Kinder können in der Nacht oder bei Regen ihren Platz verlassen, ohne sich wieder hinten anstellen zu müssen. Müller hat zahlreiche Helfer, unter anderem einen Syrer, der seit Jahren 16 Jahren in Deutschland ist und heute extra aus Leipzig gekommen ist um hier an der Grenze zu helfen. Um 21 Uhr warteten rund 800 Flüchtlinge an der Saalachbrücke. | | : '''Grenze Freilassing''': Der Pensionist Karl Heinz Müller hat das System der Sektoren beim Warten eingeführt. Alle Flüchtlinge werden einem 5 Meter langem Stück der Brücke zugewiesen, das heißt Frauen und Kinder können in der Nacht oder bei Regen ihren Platz verlassen, ohne sich wieder hinten anstellen zu müssen. Müller hat zahlreiche Helfer, unter anderem einen Syrer, der seit Jahren 16 Jahren in Deutschland ist und heute extra aus Leipzig gekommen ist um hier an der Grenze zu helfen. Um 21 Uhr warteten rund 800 Flüchtlinge an der Saalachbrücke. |
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| | : '''Salzburg''': Rund 600 Flüchtlinge übernachteten am Bahnhof Salzburg; 08:25 Uhr: der Nahverkehr zwischen Salzburg und [[Freilassing]] bleibt weiterhin unterbrochen. Die S-Bahn fahre zwischen Salzburg Hauptbahnhof und Salzburg Liefering. Die Züge des Nahverkehrs in Bayern fahren der Aussendung zufolge bis Freilassing und von dort wieder retour. Eine durchgehende Fahrt mit Nahverkehrszügen zwischen Freilassing und Salzburg sei derzeit nicht möglich. 1 700 Flüchtlinge verließen Salzburg. 16:21 Uhr: Aufbruchstimmung am Salzburger Hauptbahnhof. Emotionale Szenen spielen sich hier gerade ab. Hunderte Flüchtlinge strömen auf Bahnsteig 7, teils kommen sie über die Gleise angelaufen. Ihr Ziel: ein Zug, bereitgestellt für die Reise nach Deutschland. | | : '''Salzburg''': Rund 600 Flüchtlinge übernachteten am Bahnhof Salzburg; 08:25 Uhr: der Nahverkehr zwischen Salzburg und [[Freilassing]] bleibt weiterhin unterbrochen. Die S-Bahn fahre zwischen Salzburg Hauptbahnhof und Salzburg Liefering. Die Züge des Nahverkehrs in Bayern fahren der Aussendung zufolge bis Freilassing und von dort wieder retour. Eine durchgehende Fahrt mit Nahverkehrszügen zwischen Freilassing und Salzburg sei derzeit nicht möglich. 1 700 Flüchtlinge verließen Salzburg. 16:21 Uhr: Aufbruchstimmung am Salzburger Hauptbahnhof. Emotionale Szenen spielen sich hier gerade ab. Hunderte Flüchtlinge strömen auf Bahnsteig 7, teils kommen sie über die Gleise angelaufen. Ihr Ziel: ein Zug, bereitgestellt für die Reise nach Deutschland. |
| | :: „Gemma Flüchtlinge am Bahnhof schaun“. Am Salzburger Hauptbahnhof macht sich mittlerweile auch eine Art „Katastrophentourismus“ breit. Schaulustige kommen eigens zum Bahnhof, zücken ihr Handy und fotografieren die Menge oder machen gar Selfies. | | :: „Gemma Flüchtlinge am Bahnhof schaun“. Am Salzburger Hauptbahnhof macht sich mittlerweile auch eine Art „Katastrophentourismus“ breit. Schaulustige kommen eigens zum Bahnhof, zücken ihr Handy und fotografieren die Menge oder machen gar Selfies. |
| − | : '''Österreich''': 1 500 waren in den frühen Morgenstunden seit Mitternacht in Nickelsdorf eingetroffen, rund 4 500 Flüchtlinge waren mit der ÖBB über den Salzburger Hauptbahnhof nach Deutschland weitergereist. Mehr als 6 000 Flüchtlinge haben die Nacht auf Dienstag in Wien verbracht. Am Westbahnhof befanden sich im Laufe dieses Tages mehr als 4 000 Migranten, am Hauptbahnhof waren es mehr als 1 000. | + | : '''Österreich''': 1 500 waren in den frühen Morgenstunden seit Mitternacht in Nickelsdorf eingetroffen, rund 4 500 Flüchtlinge waren mit der [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]] über den Salzburger Hauptbahnhof nach Deutschland weitergereist. Mehr als 6 000 Flüchtlinge haben die Nacht auf Dienstag in Wien verbracht. Am Westbahnhof befanden sich im Laufe dieses Tages mehr als 4 000 Migranten, am Hauptbahnhof waren es mehr als 1 000. |
| | :: In der Nacht auf Dienstag gab es laut Innenministeriums rund 20 000 Quartiere in ganz Österreich. Alleine am Montag waren aber etwa 19 700 Flüchtlinge nach Österreich gekommen, am Dienstag bis zu Mittag 4 000, wobei eine “größere Zahl erwartbar” sei. “Wir haben eine krisenhafte Situation”, so der BMI-Sprecher. | | :: In der Nacht auf Dienstag gab es laut Innenministeriums rund 20 000 Quartiere in ganz Österreich. Alleine am Montag waren aber etwa 19 700 Flüchtlinge nach Österreich gekommen, am Dienstag bis zu Mittag 4 000, wobei eine “größere Zahl erwartbar” sei. “Wir haben eine krisenhafte Situation”, so der BMI-Sprecher. |
| | : '''Deutschland''': Am Münchner Hauptbahnhof sind am Dienstag etwa 1 400 Flüchtlinge angekommen – deutlich weniger als in den Tagen zuvor. | | : '''Deutschland''': Am Münchner Hauptbahnhof sind am Dienstag etwa 1 400 Flüchtlinge angekommen – deutlich weniger als in den Tagen zuvor. |
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| | ===9. September, Mittwoch=== | | ===9. September, Mittwoch=== |
| | {{#ev:youtube|9MomIKX9BU4|280|left|9. September: mit dem Zug um 22:52 sind ca 750 Personen angekommen}} | | {{#ev:youtube|9MomIKX9BU4|280|left|9. September: mit dem Zug um 22:52 sind ca 750 Personen angekommen}} |
| − | : '''Salzburg''': Nachdem es in den vergangenen Nächten am Salzburger Hauptbahnhof ruhig zuging, waren die Helfer in der Nacht auf Mittwoch erneut gefordert. 450 Flüchtlinge strandeten am Dienstagabend kurz vor Mitternacht in Salzburg. Sie wurden von knapp 30 Mitarbeitern des Roten Kreuzes versorgt. Auch die Caritas und zahlreiche freiwillige Helfer waren im Einsatz. Für 150 Menschen konnten Betten aufgestellt werden. Die ÖBB stellten zudem eine Zuggarnitur zum Übernachten zur Verfügung. Viele Flüchtlinge schliefen allerdings am Boden in Decken gehüllt, bis sie in den frühen Morgenstunden nach Deutschland weiterreisen konnten. | + | : '''Salzburg''': Nachdem es in den vergangenen Nächten am Salzburger Hauptbahnhof ruhig zuging, waren die Helfer in der Nacht auf Mittwoch erneut gefordert. 450 Flüchtlinge strandeten am Dienstagabend kurz vor Mitternacht in Salzburg. Sie wurden von knapp 30 Mitarbeitern des Roten Kreuzes versorgt. Auch die Caritas und zahlreiche freiwillige Helfer waren im Einsatz. Für 150 Menschen konnten Betten aufgestellt werden. Die [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]] stellten zudem eine Zuggarnitur zum Übernachten zur Verfügung. Viele Flüchtlinge schliefen allerdings am Boden in Decken gehüllt, bis sie in den frühen Morgenstunden nach Deutschland weiterreisen konnten. |
| | :: "''Der Einsatz kam für uns überraschend und sehr kurzfristig. Dass so viele Flüchtlinge in Salzburg bleiben müssen, hat sich erst gegen 22:30 Uhr herauskristallisiert''", sagte Einsatzleiter Robert Oberascher vom Roten Kreuz. Die Menschen wurden mit Getränken und Essen versorgt. "Sie werden aber auch schon an den vorigen Stationen, etwa in Wien, gut versorgt. Die Situation der Menschen ist also nicht mehr ganz so dramatisch wie vor einer Woche." 35 Flüchtlinge mussten medizinisch behandelt werden. | | :: "''Der Einsatz kam für uns überraschend und sehr kurzfristig. Dass so viele Flüchtlinge in Salzburg bleiben müssen, hat sich erst gegen 22:30 Uhr herauskristallisiert''", sagte Einsatzleiter Robert Oberascher vom Roten Kreuz. Die Menschen wurden mit Getränken und Essen versorgt. "Sie werden aber auch schon an den vorigen Stationen, etwa in Wien, gut versorgt. Die Situation der Menschen ist also nicht mehr ganz so dramatisch wie vor einer Woche." 35 Flüchtlinge mussten medizinisch behandelt werden. |
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| | ===6. September, Sonntag=== | | ===6. September, Sonntag=== |
| − | : '''Salzburg''': Die ÖBB haben die Zahl der am Sonntag durchgereisten Flüchtlinge mit mehr als 13 000 beziffert. Erst jüngst in Salzburg aufgenommen Asylwerber halfen am Salzburger Hauptbahnhof bei der Betreuung ihrer Leidensgenossen mit. Das [[Rotes Kreuz|Rote Kreuz]] hat nach eigenen Angaben in den Nachtstunden auf Montag rund 60 Flüchtlinge betreut, 35 davon benötigten auch medizinische Hilfe, eine Person wurde zur Behandlung in ein Spital gebracht. 25 Flüchtlinge verließen den Zug und schliefen für einige Stunden in einem der 175 aufgestellten Betten. | + | : '''Salzburg''': Die [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]] haben die Zahl der am Sonntag durchgereisten Flüchtlinge mit mehr als 13 000 beziffert. Erst jüngst in Salzburg aufgenommen Asylwerber halfen am Salzburger Hauptbahnhof bei der Betreuung ihrer Leidensgenossen mit. Das [[Rotes Kreuz|Rote Kreuz]] hat nach eigenen Angaben in den Nachtstunden auf Montag rund 60 Flüchtlinge betreut, 35 davon benötigten auch medizinische Hilfe, eine Person wurde zur Behandlung in ein Spital gebracht. 25 Flüchtlinge verließen den Zug und schliefen für einige Stunden in einem der 175 aufgestellten Betten. |
| | : '''Österreich''': Am Wochenende haben insgesamt 15 000 aus Ungarn kommende Flüchtlinge die Grenze nach Österreich passiert. Ein Großteil davon ist bereits nach Deutschland weitergereist. Lediglich 90 Personen davon haben nach Angaben der "Zeit im Bild" einen Asylantrag gestellt. | | : '''Österreich''': Am Wochenende haben insgesamt 15 000 aus Ungarn kommende Flüchtlinge die Grenze nach Österreich passiert. Ein Großteil davon ist bereits nach Deutschland weitergereist. Lediglich 90 Personen davon haben nach Angaben der "Zeit im Bild" einen Asylantrag gestellt. |
| − | :Rund 900 Flüchtlinge haben die Nacht auf Montag in Bahnhöfen und Zügen der ÖBB verbracht. "''Etwa 100 Personen schliefen am Wiener Hauptbahnhof und 200 in Zügen am Salzburger Hauptbahnhof''", sagte ÖBB-Sprecher Michael Braun. Vom Wiener Westbahnhof, wo 600 Flüchtlinge im Notquartier übernachteten, fuhr um 09:40 Uhr ein Sonderzug ab. Zwischen Wien und Budapest gab es wieder regulären Zugverkehr. | + | :Rund 900 Flüchtlinge haben die Nacht auf Montag in Bahnhöfen und Zügen der [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]] verbracht. "''Etwa 100 Personen schliefen am Wiener Hauptbahnhof und 200 in Zügen am Salzburger Hauptbahnhof''", sagte [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]]-Sprecher Michael Braun. Vom Wiener Westbahnhof, wo 600 Flüchtlinge im Notquartier übernachteten, fuhr um 09:40 Uhr ein Sonderzug ab. Zwischen Wien und Budapest gab es wieder regulären Zugverkehr. |
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| | ===5. September, Samstag=== | | ===5. September, Samstag=== |