| Zeile 1: |
Zeile 1: |
| − | {{Dieser Artikel|behandelt die für die Allgemeinheit benutzbare '''Weißsee Gletscherbahn'''. Die [[ÖBB Seilbahn Weißsee]], die parallel zu dieser Seilbahn bestanden hat, wird in einem eigenen Artikel behandelt.}} | + | {{Dieser Artikel|behandelt die für die Allgemeinheit benutzbare '''Weißsee Gletscherbahn'''. Die [[[[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]] Seilbahn Weißsee]], die parallel zu dieser Seilbahn bestanden hat, wird in einem eigenen Artikel behandelt.}} |
| | Die '''Weißsee Gletscherbahn''' ist eine [[Aufstiegshilfen|Seilbahn]] in den [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]]. | | Die '''Weißsee Gletscherbahn''' ist eine [[Aufstiegshilfen|Seilbahn]] in den [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]]. |
| | | | |
| Zeile 6: |
Zeile 6: |
| | | | |
| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | [[1936]] wurde von den [[ÖBB]] eine Materialseilbahn errichtet, als die Errichtung der [[Weißsee|Weißseesperre]] in Aussicht gestellt worden war. Diese Materialseilbahn entsprach aber in keiner Hinsicht den Anforderungen der Errichtung einer Staumauer in dieser Höhe. In der Planungsphase bildeten sich zwei Projektgruppen. Die eine der Minimalisten argumentierte mit den niedrigeren Kosten für eine reine Betriebs- und Materialseilbahn. Die Gruppe der Maximalisten hingegen hoben die Vorteile einer auf kommerzielle Nutzung ausgerichtete Seilbahn nach Ende der Bauarbeiten hervor. Diese Gruppe setzte sich dann auch durch. | + | [[1936]] wurde von den [[[[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]]]] eine Materialseilbahn errichtet, als die Errichtung der [[Weißsee|Weißseesperre]] in Aussicht gestellt worden war. Diese Materialseilbahn entsprach aber in keiner Hinsicht den Anforderungen der Errichtung einer Staumauer in dieser Höhe. In der Planungsphase bildeten sich zwei Projektgruppen. Die eine der Minimalisten argumentierte mit den niedrigeren Kosten für eine reine Betriebs- und Materialseilbahn. Die Gruppe der Maximalisten hingegen hoben die Vorteile einer auf kommerzielle Nutzung ausgerichtete Seilbahn nach Ende der Bauarbeiten hervor. Diese Gruppe setzte sich dann auch durch. |
| | | | |
| | Doch erst [[1948]] erhielt die deutsche Maschinenbaufirma Pohlig den Auftrag zur Errichtung dieser Seilbahn. Die Bauausführung lag in den Händen der Firmen Rieser, Plana und der Arbeitsgemeinschaft Union-Baugesellschaft-Universale. Die Zweisektion-Führung der Seilbahn war durch den Knick notwendig, den die Trasse nimmt. Interessant dabei war die technische Lösung. Sowohl die Personen- als auch Güterwagen wurden in der Mittelstation von ihren Fahrgestellen gelöst und über Rollbahngeleise in die nächste Sektion gefahren. | | Doch erst [[1948]] erhielt die deutsche Maschinenbaufirma Pohlig den Auftrag zur Errichtung dieser Seilbahn. Die Bauausführung lag in den Händen der Firmen Rieser, Plana und der Arbeitsgemeinschaft Union-Baugesellschaft-Universale. Die Zweisektion-Führung der Seilbahn war durch den Knick notwendig, den die Trasse nimmt. Interessant dabei war die technische Lösung. Sowohl die Personen- als auch Güterwagen wurden in der Mittelstation von ihren Fahrgestellen gelöst und über Rollbahngeleise in die nächste Sektion gefahren. |
| Zeile 14: |
Zeile 14: |
| | Die ''Weißsee-Bahn'' war in gewisser Hinsicht auch ein ''Aufholprojekt'' des [[Land Salzburg|Landes Salzburg]] gegenüber [[Oberösterreich]], wo im Herbst 1951 das erste Teilstück der Obertrauner Dachsteinbahn in Betrieb genommen wurde. | | Die ''Weißsee-Bahn'' war in gewisser Hinsicht auch ein ''Aufholprojekt'' des [[Land Salzburg|Landes Salzburg]] gegenüber [[Oberösterreich]], wo im Herbst 1951 das erste Teilstück der Obertrauner Dachsteinbahn in Betrieb genommen wurde. |
| | | | |
| − | Die erste Sektion, die in Betrieb gegangen war, führte vom Enzingerboden zum [[Tauernmoossee]] hinauf und brachte Bergsteiger ins [[Granatspitze|Granatspitz]]<nowiki>gebiet</nowiki>. Parallel dazu gab es aber ein weiteres Seilbahnprojekt der ÖBB, der Seilbahn zur Rudolfshütte. Dieses Projekt einer Einseil-Umlaufbahn wurde dann am Beginn der [[1980er]] Jahre realisiert. Die mit dem Namen ''Seilbahn Rudolfshütte'' errichtete Bahn wurde am Weihnachtstag ([[25. Dezember]]) [[1982]] eröffnet. | + | Die erste Sektion, die in Betrieb gegangen war, führte vom Enzingerboden zum [[Tauernmoossee]] hinauf und brachte Bergsteiger ins [[Granatspitze|Granatspitz]]<nowiki>gebiet</nowiki>. Parallel dazu gab es aber ein weiteres Seilbahnprojekt der [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]], der Seilbahn zur Rudolfshütte. Dieses Projekt einer Einseil-Umlaufbahn wurde dann am Beginn der [[1980er]] Jahre realisiert. Die mit dem Namen ''Seilbahn Rudolfshütte'' errichtete Bahn wurde am Weihnachtstag ([[25. Dezember]]) [[1982]] eröffnet. |
| | | | |
| | Mit der Errichtung der ''Weißsee-Bahn'' erhoffte man sich auch einen touristischen Aufschwung in dieser alpinen Hochregion, dem der Österreichische [[Alpenverein]] wohlwollend gegenüberstand. | | Mit der Errichtung der ''Weißsee-Bahn'' erhoffte man sich auch einen touristischen Aufschwung in dieser alpinen Hochregion, dem der Österreichische [[Alpenverein]] wohlwollend gegenüberstand. |
| Zeile 28: |
Zeile 28: |
| | * der Betrieb muss im vorhandenen Umfang weitergeführt werden;<br /> | | * der Betrieb muss im vorhandenen Umfang weitergeführt werden;<br /> |
| | * es dürfen keine weiteren öffentlichen Mittel in Anspruch genommen werden; <br /> | | * es dürfen keine weiteren öffentlichen Mittel in Anspruch genommen werden; <br /> |
| − | * in den kommenden zehn Jahren ist eine gemeinsame Lösung mit den ÖBB zu erarbeiten; | + | * in den kommenden zehn Jahren ist eine gemeinsame Lösung mit den [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]] zu erarbeiten; |
| | | | |
| − | Die ÖBB führten parallel zur 1983 offiziell eröffneten Weißseebahn ihre eigene Werksbahn. Die war 50 Jahre alt und sanierungsbedürftig. Eisl: "''Zwei Bahnen, die einen Berg erschließen und nur 500 Meter voneinander entfernt sind, ergeben volkswirtschaftlich keinen Sinn.''" Im Konzept der Interessenten heißt es: "''Ziel ist die Fortführung der Weißsee Gletscherbahnen auf einen möglichst langen Zeithorizont, mindestens auf 10 Jahre. Es ist unbedingt anzustreben, dass eine schnelle Lösung des Problems herbeigeführt wird, um den Frühjahrsskilauf, der heuer durch Ostern besonders spät liegt, noch umsatzmäßig zu nützen.''" | + | Die [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]] führten parallel zur 1983 offiziell eröffneten Weißseebahn ihre eigene Werksbahn. Die war 50 Jahre alt und sanierungsbedürftig. Eisl: "''Zwei Bahnen, die einen Berg erschließen und nur 500 Meter voneinander entfernt sind, ergeben volkswirtschaftlich keinen Sinn.''" Im Konzept der Interessenten heißt es: "''Ziel ist die Fortführung der Weißsee Gletscherbahnen auf einen möglichst langen Zeithorizont, mindestens auf 10 Jahre. Es ist unbedingt anzustreben, dass eine schnelle Lösung des Problems herbeigeführt wird, um den Frühjahrsskilauf, der heuer durch Ostern besonders spät liegt, noch umsatzmäßig zu nützen.''" |
| | | | |
| | Die bestehende Gesellschaft sollte erheblich verändert, das bisherige Eigenkapital (1,2 Mill. Euro), auf 580.000 Euro reduziert werden. Das Land Salzburg, die Gemeinde Uttendorf und der Tourismusverband leisten, so die Vorstellung der Interessenten, gemeinsam und jährlich einen Zuschuss von 218.000 Euro. Der Österreichische Alpenverein - er betreibt das Alpincenter Rudolfshütte - schießt zum Betrieb der Bahn pro Jahr 72.800 Euro zu. | | Die bestehende Gesellschaft sollte erheblich verändert, das bisherige Eigenkapital (1,2 Mill. Euro), auf 580.000 Euro reduziert werden. Das Land Salzburg, die Gemeinde Uttendorf und der Tourismusverband leisten, so die Vorstellung der Interessenten, gemeinsam und jährlich einen Zuschuss von 218.000 Euro. Der Österreichische Alpenverein - er betreibt das Alpincenter Rudolfshütte - schießt zum Betrieb der Bahn pro Jahr 72.800 Euro zu. |