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| | Der Spitzkrämer war der Verleger, der den Heimarbeitern das notwendige, teilweise sehr teure Material (in Salzburg Leinenzwirn und Baumwollgarn, in Klöppelgebieten anderer Länder auch Leonische Fäden, also vergoldete oder versilberte Metallfäden, sowie Roßhaar, Seide und gespaltenes Stroh) zur Verfügung stellte und die erzeugte Ware auf den Wochen-, Saison- und Jahrmärkten im In- und Ausland absetzte (u.a. in München und Augsburg). Es wurden „Schlingen“ und Klöppelspitzen hergestellt. Salzburger und Mondseer Schlingen waren eine Besonderheit, die mit einer einfacheren Klöppeltechnik aus Leinen- und Baumwollfäden produziert wurden. | | Der Spitzkrämer war der Verleger, der den Heimarbeitern das notwendige, teilweise sehr teure Material (in Salzburg Leinenzwirn und Baumwollgarn, in Klöppelgebieten anderer Länder auch Leonische Fäden, also vergoldete oder versilberte Metallfäden, sowie Roßhaar, Seide und gespaltenes Stroh) zur Verfügung stellte und die erzeugte Ware auf den Wochen-, Saison- und Jahrmärkten im In- und Ausland absetzte (u.a. in München und Augsburg). Es wurden „Schlingen“ und Klöppelspitzen hergestellt. Salzburger und Mondseer Schlingen waren eine Besonderheit, die mit einer einfacheren Klöppeltechnik aus Leinen- und Baumwollfäden produziert wurden. |
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| − | Die Krämerei mit der „weißen Ware“ hatte sich schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts in den Land- bzw. [[Pfleggerichte]]n [[Schloss Hüttenstein|Hüttenstein]] ([[Sankt Gilgen]]) und [[Pfleggericht Wartenfels|Wartenfels]] ([[Thalgau]]) etabliert. Zu Beginn erzeugte man bis 1670 vorwiegend Schlingen, anschließend lief die Produktion von Schlingen und Klöppelspitzen parallel. | + | Die Krämerei mit der „weißen Ware“ hatte sich schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts in den Land- bzw. [[Pfleggerichte]]n [[Schloss Hüttenstein|Hüttenstein]] ([[St. Gilgen]]) und [[Pfleggericht Wartenfels|Wartenfels]] ([[Thalgau]]) etabliert. Zu Beginn erzeugte man bis 1670 vorwiegend Schlingen, anschließend lief die Produktion von Schlingen und Klöppelspitzen parallel. |
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| | Nach den Forschungen von Dr. [[Monika Thonhauser]] weisen die Pfarrmatriken von Thalgau für die Jahre von 1682 bis 1698 zehn Spitzen -und Schlingenhändler aus. Für die Zeit von 1700 bis 1793 sind weitere acht verzeichnet. | | Nach den Forschungen von Dr. [[Monika Thonhauser]] weisen die Pfarrmatriken von Thalgau für die Jahre von 1682 bis 1698 zehn Spitzen -und Schlingenhändler aus. Für die Zeit von 1700 bis 1793 sind weitere acht verzeichnet. |
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| | * Alois Roither: Bild des Spitzkramerhäusls. Roither (†) war Altbauer vom Strumegg-Gut in Hof. | | * Alois Roither: Bild des Spitzkramerhäusls. Roither (†) war Altbauer vom Strumegg-Gut in Hof. |
| | * [[Stiftsarchiv St. Peter]], Amt Seekirchen: Urbar Folien 214 und 324. | | * [[Stiftsarchiv St. Peter]], Amt Seekirchen: Urbar Folien 214 und 324. |
| − | * [[Monika Thonhauser]]: ''Die Spitzenhausindustrie im Raum Sankt Gilgen.'' In: [[MGSL]] 145 (2005), S. 189-286. | + | * [[Monika Thonhauser]]: ''Die Spitzenhausindustrie im Raum St. Gilgen.'' In: [[MGSL]] 145 (2005), S. 189-286. |
| | * Monika Thonhauser: ''Das Salzburgische Flache Land - eine textile Landschaft.'' Phil. Diss. Salzburg 2006. | | * Monika Thonhauser: ''Das Salzburgische Flache Land - eine textile Landschaft.'' Phil. Diss. Salzburg 2006. |
| | * [[Josef Felber]] (†) u.a: ''Chronik-Heimatbuch Hof'', hg. vom Gemeindeamt Hof bei Salzburg, Hof 1990. S. 96-99 (zu Stefan Schlager). | | * [[Josef Felber]] (†) u.a: ''Chronik-Heimatbuch Hof'', hg. vom Gemeindeamt Hof bei Salzburg, Hof 1990. S. 96-99 (zu Stefan Schlager). |