| | Die Bäuerin erzählte von dem reichen Kindersegen auf diesem alten Hof. Sechzehn, vierzehn und zehn Kinder von einer Frau waren hier keine Seltenheit. So waren auch in der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s neun Söhne und fünf Töchter am Hof. Der jüngste dieser neun Buben wurde [[1862]] geboren. Einem Gelübde nach gingen fünf dieser neun Burschen zu Fuß zur damals bedeutendsten Wallfahrtsbasilika Mariazell, welche eine der größten Glanzpunkte des Abendlandes ist. Viele Wunder schildern die Mirakeldarstellungen auf dem Großen Mariazeller Wunderaltar und seit [[1893]] wird die jährliche Männerwallfahrt zur Basilika in Mariazell durchgeführt. Ob dies mit ein Grund für die fünf Aberseer zur Pilgerfahrt war,lässt sich heute nicht mehr feststellen. | | Die Bäuerin erzählte von dem reichen Kindersegen auf diesem alten Hof. Sechzehn, vierzehn und zehn Kinder von einer Frau waren hier keine Seltenheit. So waren auch in der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s neun Söhne und fünf Töchter am Hof. Der jüngste dieser neun Buben wurde [[1862]] geboren. Einem Gelübde nach gingen fünf dieser neun Burschen zu Fuß zur damals bedeutendsten Wallfahrtsbasilika Mariazell, welche eine der größten Glanzpunkte des Abendlandes ist. Viele Wunder schildern die Mirakeldarstellungen auf dem Großen Mariazeller Wunderaltar und seit [[1893]] wird die jährliche Männerwallfahrt zur Basilika in Mariazell durchgeführt. Ob dies mit ein Grund für die fünf Aberseer zur Pilgerfahrt war,lässt sich heute nicht mehr feststellen. |
| − | Eingekleidet waren die fünf Wanderer in der alten Festtagstracht von [[Sankt Gilgen]] mit den braunen kurzen Jankern und den roten Westen darunter. Auch die alte aberseeische, zylinderartige Hutform, die es auch in Plüsch ausgeführt, mit breitem Seidenband gab, ist deutlich zu erkennen. Auf dem Fresko in der Hofkapelle ist diese Pilgerreise sehr anschaulich dargestellt. Die Wallfahrer wählten der Legende nach die am Wegesrand vorhandenen Herbergen, Trinkwasserstationen, Kapellen, und Kirchen, die im Abstand von Tagesetappen an der ca. 300 km langen Route seit alters her aufeinander folgten. Die althergebrachten Pilgerrouten waren immer gut organisiert. Neben den fünf Männern wurde das Ziel, die große Basilika von Mariazell, dargestellt. Der Heilige Ägidius, der Patron der heimischen [[Pfarrkirche des hl. Ägydius|Kirche Sankt Gilgen]], durfte natürlich nicht fehlen, wie auch das Gnadenbild der Mariazeller Muttergottes mit Kind die Szenerie vervollständigt. Zusätzlich ist der Heilige Sebastian als Namensgeber eines der Ahnen des Hofes als Bekrönung der auf Wolken schwebenden Heiligen zu sehen. | + | Eingekleidet waren die fünf Wanderer in der alten Festtagstracht von [[St. Gilgen]] mit den braunen kurzen Jankern und den roten Westen darunter. Auch die alte aberseeische, zylinderartige Hutform, die es auch in Plüsch ausgeführt, mit breitem Seidenband gab, ist deutlich zu erkennen. Auf dem Fresko in der Hofkapelle ist diese Pilgerreise sehr anschaulich dargestellt. Die Wallfahrer wählten der Legende nach die am Wegesrand vorhandenen Herbergen, Trinkwasserstationen, Kapellen, und Kirchen, die im Abstand von Tagesetappen an der ca. 300 km langen Route seit alters her aufeinander folgten. Die althergebrachten Pilgerrouten waren immer gut organisiert. Neben den fünf Männern wurde das Ziel, die große Basilika von Mariazell, dargestellt. Der Heilige Ägidius, der Patron der heimischen [[Pfarrkirche des hl. Ägydius|Kirche St. Gilgen]], durfte natürlich nicht fehlen, wie auch das Gnadenbild der Mariazeller Muttergottes mit Kind die Szenerie vervollständigt. Zusätzlich ist der Heilige Sebastian als Namensgeber eines der Ahnen des Hofes als Bekrönung der auf Wolken schwebenden Heiligen zu sehen. |
| | Diese Begebenheiten wurden vom heimischen Maler Berger aus Strobl nach Angaben der Bäuerin und einer Inschrift am Türbalken am [[9. September]] [[1930]] "aufs Neue" fertig gestellt. | | Diese Begebenheiten wurden vom heimischen Maler Berger aus Strobl nach Angaben der Bäuerin und einer Inschrift am Türbalken am [[9. September]] [[1930]] "aufs Neue" fertig gestellt. |