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Am [[12. November]] bittet Firmian formell [[Bayern]] und [[Tirol]] um Durchzugserlaubnis für die Emigranten aus Salzburg und erhält eine Absage. Am [[17. November]] sperren Bayern und Tirol die Grenzen zum [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum Salzburg]]. Die vom Hofkanzler als " Aufwiegler, Rebellen und Ketzer" beschriebenen Salzburger Exilanten wünsche man nicht im Lande. Fragen des Durchzugs,des Verbleibs sowie der Finanzierung von Unterbringung, Kost und Bewachung waren nicht geklärt.
 
Am [[12. November]] bittet Firmian formell [[Bayern]] und [[Tirol]] um Durchzugserlaubnis für die Emigranten aus Salzburg und erhält eine Absage. Am [[17. November]] sperren Bayern und Tirol die Grenzen zum [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum Salzburg]]. Die vom Hofkanzler als " Aufwiegler, Rebellen und Ketzer" beschriebenen Salzburger Exilanten wünsche man nicht im Lande. Fragen des Durchzugs,des Verbleibs sowie der Finanzierung von Unterbringung, Kost und Bewachung waren nicht geklärt.
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Schon nach 14 Tagen mussten die ersten Evangelischen unter militärischem Schutz das Salzburger Land verlassen und ihre Kinder unter 12 Jahren zurücklassen. Der erste Zug von 800 aus der Heimat ausgewiesenen Evangelischen kam am [[27. Dezember]] in Kaufbeuren an. Den eigentlichen Mittelpunkt für die Züge der vertriebenen Salzburger bildete Ulm. Von dort aus ging der Zug durch württembergisches Gebiet hindurch und verteilte sich nach verschiedenen Richtungen. Man erwog den Gedanken einer Ansiedlung im Schwarzwald. Da kam Hilfe von Preußen. Nachdem Friedrich Wilhelm I. einen Kommissar nach Salzburg entsandt und dieser ihm eingehenden Bericht von der Not und Bedrängnis der Evangelischen in Salzburg erstattet hatte, unterzeichnete er am [[2. Februar]] [[1732]] das Immigrationspatent, das die Heimatlosen nach Ostpreußen einlud und die Vertriebenen unter den Schutz des preußischen Staates stellte. Am [[29. April]] [[1732]] kamen die ersten vertriebenen Salzburger in Potsdam an. Von dort ging es der neuen Heimat zu, dem ostpreußischen Litauen.  
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Schon nach 14 Tagen mussten die ersten Evangelischen unter militärischem Schutz das Salzburger Land verlassen und ihre Kinder unter 12 Jahren zurücklassen. Der erste Zug von 800 aus der Heimat ausgewiesenen Evangelischen kam am [[27. Dezember]] in Kaufbeuren an.  
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Andere Gruppen von Emigranten gelangten in die Niederlande und sogar bis nach Ebenezer im Staate Georgia (USA).
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Den eigentlichen Mittelpunkt für die Züge der vertriebenen Salzburger bildete Ulm. Von dort aus ging der Zug durch württembergisches Gebiet hindurch und verteilte sich nach verschiedenen Richtungen. Man erwog den Gedanken einer Ansiedlung im Schwarzwald. Da kam Hilfe von Preußen. Nachdem Friedrich Wilhelm I. einen Kommissar nach Salzburg entsandt und dieser ihm eingehenden Bericht von der Not und Bedrängnis der Evangelischen in Salzburg erstattet hatte, unterzeichnete er am [[2. Februar]] [[1732]] das Immigrationspatent, das die Heimatlosen nach Ostpreußen einlud und die Vertriebenen unter den Schutz des preußischen Staates stellte. Am [[29. April]] [[1732]] kamen die ersten vertriebenen Salzburger in Potsdam an. Von dort ging es der neuen Heimat zu, dem ostpreußischen Litauen.
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Am Vormittag des [[30. November]] [[1732]] nehmen 780 [[Bad Dürrnberg|Dürrnberger]] und [[Berchtesgaden]]er Protestanten jeden Alters und Geschlechtes von ihrer Heimat Abschied und besteigen in [[Hallein]] die dort schon bereitstehenden Schiffe zur Fahrt ins Exil nach Deutschland und die Niederlande. Andere Gruppen von Emigranten gelangten sogar bis nach Ebenezer im Staate Georgia (USA).
    
In der schmerzensreichen Entscheidung zwischen Glauben und Heimat haben sich weit über 20 000 Salzburger zum Verlassen der Heimat entschlossen.
 
In der schmerzensreichen Entscheidung zwischen Glauben und Heimat haben sich weit über 20 000 Salzburger zum Verlassen der Heimat entschlossen.

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