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| | Das Loslösen aus der heimischen Umgebung, das Hinwenden an vertraute Kultstätten ließ auch in St. Wolfgang eine der berühmtesten Wallfahrtsstätten des Mittelalters neben Rom, Aachen und Einsiedeln entstehen. | | Das Loslösen aus der heimischen Umgebung, das Hinwenden an vertraute Kultstätten ließ auch in St. Wolfgang eine der berühmtesten Wallfahrtsstätten des Mittelalters neben Rom, Aachen und Einsiedeln entstehen. |
| | So wurde der Einbaum, das Boot, neben Zillen, Plätten und Traunerl hier am See zu einem der wichtigsten Verkehrs- und Transportmittel. Der Schiffs- und Bootsbau hat im Laufe der Jahrhunderte seine Bedeutung beibehalten und große Fortschritte gemacht. 1567 verlieh Kaiser Maximilian II. dem Ort das Marktrecht mit Wappen. Im Zentrum der „Traunerlruderer“ beschützt durch den Heiligen Wolfgang mit dem Bischofsstab und Handbeil als Attribute. | | So wurde der Einbaum, das Boot, neben Zillen, Plätten und Traunerl hier am See zu einem der wichtigsten Verkehrs- und Transportmittel. Der Schiffs- und Bootsbau hat im Laufe der Jahrhunderte seine Bedeutung beibehalten und große Fortschritte gemacht. 1567 verlieh Kaiser Maximilian II. dem Ort das Marktrecht mit Wappen. Im Zentrum der „Traunerlruderer“ beschützt durch den Heiligen Wolfgang mit dem Bischofsstab und Handbeil als Attribute. |
| − | Die Schifffahrtsordnung der Schöffleute vom 11. 4. 1647 für die Rechte und Pflichten der Hin- und Rückfahrt der Pilger zur Gnadenstätte des heiligen Wolfgang, war schon im Mittelalter auf 14 Zillen von St. Wolfgang und die selbe Anzahl für St. Gilgen festgelegt. Zur genauen Überwachung gab es einen Schöffmeister. Die Bezahlung des „Zillengeldes“ des Fuhrlohnes, war für die ganze Wallfahrergruppe üblich. Für eine Stunde Fahrt St. Wolfgang Strobl nahm man 50 Kreuzer, eineinhalb Stunden St.Wolfgang – St. Gilgen 70 Kreuzer. Transport und Seefrächterei lag zur Gänze in den Händen der ehrsamen Bürgerschaft. | + | Die Schifffahrtsordnung der Schöffleute vom 11. 4. 1647 für die Rechte und Pflichten der Hin- und Rückfahrt der Pilger zur Gnadenstätte des heiligen Wolfgang, war schon im Mittelalter auf 14 Zillen von St. Wolfgang und die selbe Anzahl für Sankt Gilgen festgelegt. Zur genauen Überwachung gab es einen Schöffmeister. Die Bezahlung des „Zillengeldes“ des Fuhrlohnes, war für die ganze Wallfahrergruppe üblich. Für eine Stunde Fahrt St. Wolfgang Strobl nahm man 50 Kreuzer, eineinhalb Stunden St.Wolfgang – Sankt Gilgen 70 Kreuzer. Transport und Seefrächterei lag zur Gänze in den Händen der ehrsamen Bürgerschaft. |
| − | Während der großen Wallfahrtsbewegung im Mittelalter gab es in den Sommermonaten ein reges Verkehrsaufkommen mit Plätten und den „Traunerln“ zwischen St. Gilgen – Fürberg, Strobl und dem alten Wallfahrerziel St. Wolfgang. Für den Transport von Gütern waren die viel breiteren Plätten mit hohen Holzplanken bereit gestanden, die schon damals mit großen viereckigen Segeln beschleunigt wurden. | + | Während der großen Wallfahrtsbewegung im Mittelalter gab es in den Sommermonaten ein reges Verkehrsaufkommen mit Plätten und den „Traunerln“ zwischen Sankt Gilgen – Fürberg, Strobl und dem alten Wallfahrerziel St. Wolfgang. Für den Transport von Gütern waren die viel breiteren Plätten mit hohen Holzplanken bereit gestanden, die schon damals mit großen viereckigen Segeln beschleunigt wurden. |
| | Durch die berühmte Festlegung der „Seidenfadengrenze“ unter Abt Maurus II.1689, ist eine endgültige Bereinigung der vielfältigen Streitigkeiten um Schifffahrt und Grenze mit den anliegenden Gemeinden herbeigeführt worden. Die “Seidenfadengrenze“ wurde schon 1462 von der Mitte der Dittelbachmündung zum Ausfluss der Ischler Ache festgelegt, doch sollte selbe durch den wachsenden Schotterkegel jährlich nachgemessen und neu justiert werden. Ein Seidenfaden wurde in der Mitte der Dittelbachmündung auf Pflöcke gespannt und zum Ausfluss der Ache gezogen um die jeweilige Veränderung der beweglichen Grenze festzustellen. Der oberösterreichische Anteil ist ja verschwindend gering gegenüber den Salzburger- Besitzungen. | | Durch die berühmte Festlegung der „Seidenfadengrenze“ unter Abt Maurus II.1689, ist eine endgültige Bereinigung der vielfältigen Streitigkeiten um Schifffahrt und Grenze mit den anliegenden Gemeinden herbeigeführt worden. Die “Seidenfadengrenze“ wurde schon 1462 von der Mitte der Dittelbachmündung zum Ausfluss der Ischler Ache festgelegt, doch sollte selbe durch den wachsenden Schotterkegel jährlich nachgemessen und neu justiert werden. Ein Seidenfaden wurde in der Mitte der Dittelbachmündung auf Pflöcke gespannt und zum Ausfluss der Ache gezogen um die jeweilige Veränderung der beweglichen Grenze festzustellen. Der oberösterreichische Anteil ist ja verschwindend gering gegenüber den Salzburger- Besitzungen. |
| | St. Wolfgang verdankt seine zweite Blütezeit und seine historische Bedeutung dem Umstand der Entdeckung durch die Romantiker, Maler wie Rudolf von Alt, Ferdinand Georg Waldmüller, Friedrich Gauermann, Thomas Ender, Reisebuchautoren und Schriftsteller in der Zeit des 19. Jh. | | St. Wolfgang verdankt seine zweite Blütezeit und seine historische Bedeutung dem Umstand der Entdeckung durch die Romantiker, Maler wie Rudolf von Alt, Ferdinand Georg Waldmüller, Friedrich Gauermann, Thomas Ender, Reisebuchautoren und Schriftsteller in der Zeit des 19. Jh. |
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| | „ Sei gegrüßt mir einsamer Abersee!“ Schreibt der hochberühmte Dichter Johann Victor von Scheffel der Schöpfer der „Bergpsalmen „. Er wohnte 1862 für einige Wochen im Cotisenbräu in St. Wolfgang. | | „ Sei gegrüßt mir einsamer Abersee!“ Schreibt der hochberühmte Dichter Johann Victor von Scheffel der Schöpfer der „Bergpsalmen „. Er wohnte 1862 für einige Wochen im Cotisenbräu in St. Wolfgang. |
| | Anlässlich einer großen Festlichkeit zu der Bürgermeister und Bierbräu Paul Peter aus | | Anlässlich einer großen Festlichkeit zu der Bürgermeister und Bierbräu Paul Peter aus |
| − | St. Wolfgang den Dank der Ufergemeinden an den Alpenverein Salzburg zum Ausdruck brachte, widmete der Deutsch- Österreichische Alpenverein dem Poeten des Wolfgangsees, 1888 eine Gedenkmarmortafel mit Auszügen aus den Bergpsalmen, auf dem durch den Alpenverein Salzburg geförderten „Victor von Scheffel Steig“, von Brunnwinkel nach Fürberg und „Scheffel Blick“ am Falkenstein. Gleich nach der Eröffnung des Scheffelsteiges reiste Kaiserin Elisabeth und Erzherzogin Sophie per Dampfer nach St. Gilgen. Die Damen wanderten über den neu eröffneten Scheffelsteig zum Scheffelblick auf den Falkenstein. Den Dank und Lobgesang an Scheffel verfasste die Tochter des Kaisers, Erzherzogin Sophie welcher auf einer Gedenktafel zu lesen ist. Bei der abendlichen Rückfahrt gab es auf der „Kaiserin Elisabeth“ einen Ehrensalut für die kaiserliche Gesellschaft. | + | St. Wolfgang den Dank der Ufergemeinden an den Alpenverein Salzburg zum Ausdruck brachte, widmete der Deutsch- Österreichische Alpenverein dem Poeten des Wolfgangsees, 1888 eine Gedenkmarmortafel mit Auszügen aus den Bergpsalmen, auf dem durch den Alpenverein Salzburg geförderten „Victor von Scheffel Steig“, von Brunnwinkel nach Fürberg und „Scheffel Blick“ am Falkenstein. Gleich nach der Eröffnung des Scheffelsteiges reiste Kaiserin Elisabeth und Erzherzogin Sophie per Dampfer nach Sankt Gilgen. Die Damen wanderten über den neu eröffneten Scheffelsteig zum Scheffelblick auf den Falkenstein. Den Dank und Lobgesang an Scheffel verfasste die Tochter des Kaisers, Erzherzogin Sophie welcher auf einer Gedenktafel zu lesen ist. Bei der abendlichen Rückfahrt gab es auf der „Kaiserin Elisabeth“ einen Ehrensalut für die kaiserliche Gesellschaft. |
| | Die Jaghornbläsergruppe brachte vor der Echowand des Falkensteins die Damen in begeisterte Rührung. | | Die Jaghornbläsergruppe brachte vor der Echowand des Falkensteins die Damen in begeisterte Rührung. |
| | Große Einschnitte in die Landschaft um den Wolfgangsee erbrachte der lang ersehnte Bau der | | Große Einschnitte in die Landschaft um den Wolfgangsee erbrachte der lang ersehnte Bau der |
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| | Eines der ersten Dampfbetriebenen Seeschiffe gab es um 1838 am Traunsee, da es um diese Zeit noch keine durchgehende Straße um Traunkirchen gab, brachte man Personen und Güter per Ruderboot später per Dampfschiff bis Ebensee. | | Eines der ersten Dampfbetriebenen Seeschiffe gab es um 1838 am Traunsee, da es um diese Zeit noch keine durchgehende Straße um Traunkirchen gab, brachte man Personen und Güter per Ruderboot später per Dampfschiff bis Ebensee. |
| | Der kleine Dampfer „Ida“ ( Ida nach Gräfin Khevenhüller benannt) folgte 1869 am Mondsee. Salzkammergut Localbahn, Wolfgangseeschifffahrt und Schafbergbahn waren bei dem Eisenbahnpionier und Ingenieur der Kaiserin Elisabeth Westbahn Berthold Curant eine fixe Idee. Er bewarb sich mit seinem noblen Geldgeber aus der Papierfabrik Steyrermühl, Direktor Albert Pietz um die Konzession der Linienschiff Fahrt am Wolfgang- und Mondsee. Gleichzeitig war die Erschließung des Schafberges durch eine Zahnradbahn wie in der Schweiz auf den Rigi eine tief verankerte Vision. | | Der kleine Dampfer „Ida“ ( Ida nach Gräfin Khevenhüller benannt) folgte 1869 am Mondsee. Salzkammergut Localbahn, Wolfgangseeschifffahrt und Schafbergbahn waren bei dem Eisenbahnpionier und Ingenieur der Kaiserin Elisabeth Westbahn Berthold Curant eine fixe Idee. Er bewarb sich mit seinem noblen Geldgeber aus der Papierfabrik Steyrermühl, Direktor Albert Pietz um die Konzession der Linienschiff Fahrt am Wolfgang- und Mondsee. Gleichzeitig war die Erschließung des Schafberges durch eine Zahnradbahn wie in der Schweiz auf den Rigi eine tief verankerte Vision. |
| − | Das Geburtsdatum der Dampfschiff-Fahrt auf dem Wolfgangsee ist der 20. Mai 1873, an dem der elegante und bequeme 225 Personen fassende Raddampfer „Kaiser Franz Josef 1.“später kurz „Franz Josef“ genannt in See stach. Die großen Festlichkeiten sollten ein Beitrag zu Kaiser Franz Josefs 25jährigem Regierungsjubiläum sein. Seit Jahrhunderten spielt die Verbindung zwischen St. Gilgen, Strobl und St. Wolfgang eine wichtige Rolle. | + | Das Geburtsdatum der Dampfschiff-Fahrt auf dem Wolfgangsee ist der 20. Mai 1873, an dem der elegante und bequeme 225 Personen fassende Raddampfer „Kaiser Franz Josef 1.“später kurz „Franz Josef“ genannt in See stach. Die großen Festlichkeiten sollten ein Beitrag zu Kaiser Franz Josefs 25jährigem Regierungsjubiläum sein. Seit Jahrhunderten spielt die Verbindung zwischen Sankt Gilgen, Strobl und St. Wolfgang eine wichtige Rolle. |
| | Berthold Curant (1831—1898) darf als Pionier und Urheber der Linienschiff-Fahrt auf dem Wolfgangsee angesehen werden. Die Idealverbindung, der Zusammenschluss von Lokalbahn, Schiff-Fahrt und Schafbergbahn war sein Traumziel. | | Berthold Curant (1831—1898) darf als Pionier und Urheber der Linienschiff-Fahrt auf dem Wolfgangsee angesehen werden. Die Idealverbindung, der Zusammenschluss von Lokalbahn, Schiff-Fahrt und Schafbergbahn war sein Traumziel. |
| − | Das Fahren auf dem modernen Schaufelraddampfer kam in Mode und bald folgte dem „Kaiser Franz Josef 1.“ das Dampfschiff „Kaiserin Elisabeth“ (1888). Allerdings gab es hier beim Transport des Schraubendampfers über Salzburg Gnigl – Guggenthal schon die ersten Probleme. Ein Vorspann von 36 Pferden war nötig den 18 Meter langen Koloss bis St. Gilgen zu befördern. Alleine die Transportkosten beliefen sich auf 2.500 Gulden, dazu kamen die Anschaffungskosten mit 7.000.- Gulden. Die um 1892/93 erbaute so genannte elegante, alte „Austria“, musste um 1921 notgedrungen verkauft werden. Große Einbußen bei Tourismus und Schiff Fahrt gab es bei dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges zu verzeichnen. Nach dem Krieg blühte die Schiff Fahrt am Wolfgangsee sehr rasch wieder auf. | + | Das Fahren auf dem modernen Schaufelraddampfer kam in Mode und bald folgte dem „Kaiser Franz Josef 1.“ das Dampfschiff „Kaiserin Elisabeth“ (1888). Allerdings gab es hier beim Transport des Schraubendampfers über Salzburg Gnigl – Guggenthal schon die ersten Probleme. Ein Vorspann von 36 Pferden war nötig den 18 Meter langen Koloss bis Sankt Gilgen zu befördern. Alleine die Transportkosten beliefen sich auf 2.500 Gulden, dazu kamen die Anschaffungskosten mit 7.000.- Gulden. Die um 1892/93 erbaute so genannte elegante, alte „Austria“, musste um 1921 notgedrungen verkauft werden. Große Einbußen bei Tourismus und Schiff Fahrt gab es bei dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges zu verzeichnen. Nach dem Krieg blühte die Schiff Fahrt am Wolfgangsee sehr rasch wieder auf. |
| | Das moderne Motorschiff „Austria‘‘ stach 1923 in See, die kleine sehr wendige Austria II. wurde zur Sicherung für den Flugverkehr am See eingesetzt. | | Das moderne Motorschiff „Austria‘‘ stach 1923 in See, die kleine sehr wendige Austria II. wurde zur Sicherung für den Flugverkehr am See eingesetzt. |
| | Es folgte die „St. Wolfgang“ (1950) als erstes Nachkriegsschiff. 1959 nahm die „Falkenstein“ ihren Betrieb auf. Im Jahre 1973 hatte das 300 Personen fassende modernst ausgestattete Schiff „Salzkammergut“ seine Jungfernfahrt. Wie die meisten der Wolfgangseeschiffe ist auch dieser Gigant in der Österreichischen Schiffswerft Aktiengesellschaft Linz Korneuburg in der Linzer Werft erbaut worden. | | Es folgte die „St. Wolfgang“ (1950) als erstes Nachkriegsschiff. 1959 nahm die „Falkenstein“ ihren Betrieb auf. Im Jahre 1973 hatte das 300 Personen fassende modernst ausgestattete Schiff „Salzkammergut“ seine Jungfernfahrt. Wie die meisten der Wolfgangseeschiffe ist auch dieser Gigant in der Österreichischen Schiffswerft Aktiengesellschaft Linz Korneuburg in der Linzer Werft erbaut worden. |
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| | Das Loslösen aus der heimischen Umgebung, das Hinwenden an vertraute Kultstätten ließ auch in St. Wolfgang eine der berühmtesten Wallfahrtsstätten des Mittelalters neben Rom, Aachen und Einsiedeln entstehen. | | Das Loslösen aus der heimischen Umgebung, das Hinwenden an vertraute Kultstätten ließ auch in St. Wolfgang eine der berühmtesten Wallfahrtsstätten des Mittelalters neben Rom, Aachen und Einsiedeln entstehen. |
| | So wurde der Einbaum, das Boot, neben Zillen, Plätten und Traunerl hier am See zu einem der wichtigsten Verkehrs- und Transportmittel. Der Schiffs- und Bootsbau hat im Laufe der Jahrhunderte seine Bedeutung beibehalten und große Fortschritte gemacht. 1567 verlieh Kaiser Maximilian II. dem Ort das Marktrecht mit Wappen. Im Zentrum der „Traunerlruderer“ beschützt durch den Heiligen Wolfgang mit dem Bischofsstab und Handbeil als Attribute. | | So wurde der Einbaum, das Boot, neben Zillen, Plätten und Traunerl hier am See zu einem der wichtigsten Verkehrs- und Transportmittel. Der Schiffs- und Bootsbau hat im Laufe der Jahrhunderte seine Bedeutung beibehalten und große Fortschritte gemacht. 1567 verlieh Kaiser Maximilian II. dem Ort das Marktrecht mit Wappen. Im Zentrum der „Traunerlruderer“ beschützt durch den Heiligen Wolfgang mit dem Bischofsstab und Handbeil als Attribute. |
| − | Die Schifffahrtsordnung der Schöffleute vom 11. 4. 1647 für die Rechte und Pflichten der Hin- und Rückfahrt der Pilger zur Gnadenstätte des heiligen Wolfgang, war schon im Mittelalter auf 14 Zillen von St. Wolfgang und die selbe Anzahl für St. Gilgen festgelegt. Zur genauen Überwachung gab es einen Schöffmeister. Die Bezahlung des „Zillengeldes“ des Fuhrlohnes, war für die ganze Wallfahrergruppe üblich. Für eine Stunde Fahrt St. Wolfgang Strobl nahm man 50 Kreuzer, eineinhalb Stunden St.Wolfgang – St. Gilgen 70 Kreuzer. Transport und Seefrächterei lag zur Gänze in den Händen der ehrsamen Bürgerschaft. | + | Die Schifffahrtsordnung der Schöffleute vom 11. 4. 1647 für die Rechte und Pflichten der Hin- und Rückfahrt der Pilger zur Gnadenstätte des heiligen Wolfgang, war schon im Mittelalter auf 14 Zillen von St. Wolfgang und die selbe Anzahl für Sankt Gilgen festgelegt. Zur genauen Überwachung gab es einen Schöffmeister. Die Bezahlung des „Zillengeldes“ des Fuhrlohnes, war für die ganze Wallfahrergruppe üblich. Für eine Stunde Fahrt St. Wolfgang Strobl nahm man 50 Kreuzer, eineinhalb Stunden St.Wolfgang – Sankt Gilgen 70 Kreuzer. Transport und Seefrächterei lag zur Gänze in den Händen der ehrsamen Bürgerschaft. |
| − | Während der großen Wallfahrtsbewegung im Mittelalter gab es in den Sommermonaten ein reges Verkehrsaufkommen mit Plätten und den „Traunerln“ zwischen St. Gilgen – Fürberg, Strobl und dem alten Wallfahrerziel St. Wolfgang. Für den Transport von Gütern waren die viel breiteren Plätten mit hohen Holzplanken bereit gestanden, die schon damals mit großen viereckigen Segeln beschleunigt wurden. | + | Während der großen Wallfahrtsbewegung im Mittelalter gab es in den Sommermonaten ein reges Verkehrsaufkommen mit Plätten und den „Traunerln“ zwischen Sankt Gilgen – Fürberg, Strobl und dem alten Wallfahrerziel St. Wolfgang. Für den Transport von Gütern waren die viel breiteren Plätten mit hohen Holzplanken bereit gestanden, die schon damals mit großen viereckigen Segeln beschleunigt wurden. |
| | Durch die berühmte Festlegung der „Seidenfadengrenze“ unter Abt Maurus II.1689, ist eine endgültige Bereinigung der vielfältigen Streitigkeiten um Schifffahrt und Grenze mit den anliegenden Gemeinden herbeigeführt worden. Die “Seidenfadengrenze“ wurde schon 1462 von der Mitte der Dittelbachmündung zum Ausfluss der Ischler Ache festgelegt, doch sollte selbe durch den wachsenden Schotterkegel jährlich nachgemessen und neu justiert werden. Ein Seidenfaden wurde in der Mitte der Dittelbachmündung auf Pflöcke gespannt und zum Ausfluss der Ache gezogen um die jeweilige Veränderung der beweglichen Grenze festzustellen. Der oberösterreichische Anteil ist ja verschwindend gering gegenüber den Salzburger- Besitzungen. | | Durch die berühmte Festlegung der „Seidenfadengrenze“ unter Abt Maurus II.1689, ist eine endgültige Bereinigung der vielfältigen Streitigkeiten um Schifffahrt und Grenze mit den anliegenden Gemeinden herbeigeführt worden. Die “Seidenfadengrenze“ wurde schon 1462 von der Mitte der Dittelbachmündung zum Ausfluss der Ischler Ache festgelegt, doch sollte selbe durch den wachsenden Schotterkegel jährlich nachgemessen und neu justiert werden. Ein Seidenfaden wurde in der Mitte der Dittelbachmündung auf Pflöcke gespannt und zum Ausfluss der Ache gezogen um die jeweilige Veränderung der beweglichen Grenze festzustellen. Der oberösterreichische Anteil ist ja verschwindend gering gegenüber den Salzburger- Besitzungen. |
| | St. Wolfgang verdankt seine zweite Blütezeit und seine historische Bedeutung dem Umstand der Entdeckung durch die Romantiker, Maler wie Rudolf von Alt, Ferdinand Georg Waldmüller, Friedrich Gauermann, Thomas Ender, Reisebuchautoren und Schriftsteller in der Zeit des 19. Jh. | | St. Wolfgang verdankt seine zweite Blütezeit und seine historische Bedeutung dem Umstand der Entdeckung durch die Romantiker, Maler wie Rudolf von Alt, Ferdinand Georg Waldmüller, Friedrich Gauermann, Thomas Ender, Reisebuchautoren und Schriftsteller in der Zeit des 19. Jh. |
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| | „ Sei gegrüßt mir einsamer Abersee!“ Schreibt der hochberühmte Dichter Johann Victor von Scheffel der Schöpfer der „Bergpsalmen „. Er wohnte 1862 für einige Wochen im Cotisenbräu in St. Wolfgang. | | „ Sei gegrüßt mir einsamer Abersee!“ Schreibt der hochberühmte Dichter Johann Victor von Scheffel der Schöpfer der „Bergpsalmen „. Er wohnte 1862 für einige Wochen im Cotisenbräu in St. Wolfgang. |
| | Anlässlich einer großen Festlichkeit zu der Bürgermeister und Bierbräu Paul Peter aus | | Anlässlich einer großen Festlichkeit zu der Bürgermeister und Bierbräu Paul Peter aus |
| − | St. Wolfgang den Dank der Ufergemeinden an den Alpenverein Salzburg zum Ausdruck brachte, widmete der Deutsch- Österreichische Alpenverein dem Poeten des Wolfgangsees, 1888 eine Gedenkmarmortafel mit Auszügen aus den Bergpsalmen, auf dem durch den Alpenverein Salzburg geförderten „Victor von Scheffel Steig“, von Brunnwinkel nach Fürberg und „Scheffel Blick“ am Falkenstein. Gleich nach der Eröffnung des Scheffelsteiges reiste Kaiserin Elisabeth und Erzherzogin Sophie per Dampfer nach St. Gilgen. Die Damen wanderten über den neu eröffneten Scheffelsteig zum Scheffelblick auf den Falkenstein. Den Dank und Lobgesang an Scheffel verfasste die Tochter des Kaisers, Erzherzogin Sophie welcher auf einer Gedenktafel zu lesen ist. Bei der abendlichen Rückfahrt gab es auf der „Kaiserin Elisabeth“ einen Ehrensalut für die kaiserliche Gesellschaft. | + | St. Wolfgang den Dank der Ufergemeinden an den Alpenverein Salzburg zum Ausdruck brachte, widmete der Deutsch- Österreichische Alpenverein dem Poeten des Wolfgangsees, 1888 eine Gedenkmarmortafel mit Auszügen aus den Bergpsalmen, auf dem durch den Alpenverein Salzburg geförderten „Victor von Scheffel Steig“, von Brunnwinkel nach Fürberg und „Scheffel Blick“ am Falkenstein. Gleich nach der Eröffnung des Scheffelsteiges reiste Kaiserin Elisabeth und Erzherzogin Sophie per Dampfer nach Sankt Gilgen. Die Damen wanderten über den neu eröffneten Scheffelsteig zum Scheffelblick auf den Falkenstein. Den Dank und Lobgesang an Scheffel verfasste die Tochter des Kaisers, Erzherzogin Sophie welcher auf einer Gedenktafel zu lesen ist. Bei der abendlichen Rückfahrt gab es auf der „Kaiserin Elisabeth“ einen Ehrensalut für die kaiserliche Gesellschaft. |
| | Die Jaghornbläsergruppe brachte vor der Echowand des Falkensteins die Damen in begeisterte Rührung. | | Die Jaghornbläsergruppe brachte vor der Echowand des Falkensteins die Damen in begeisterte Rührung. |
| | Große Einschnitte in die Landschaft um den Wolfgangsee erbrachte der lang ersehnte Bau der | | Große Einschnitte in die Landschaft um den Wolfgangsee erbrachte der lang ersehnte Bau der |
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| | Eines der ersten Dampfbetriebenen Seeschiffe gab es um 1838 am Traunsee, da es um diese Zeit noch keine durchgehende Straße um Traunkirchen gab, brachte man Personen und Güter per Ruderboot später per Dampfschiff bis Ebensee. | | Eines der ersten Dampfbetriebenen Seeschiffe gab es um 1838 am Traunsee, da es um diese Zeit noch keine durchgehende Straße um Traunkirchen gab, brachte man Personen und Güter per Ruderboot später per Dampfschiff bis Ebensee. |
| | Der kleine Dampfer „Ida“ ( Ida nach Gräfin Khevenhüller benannt) folgte 1869 am Mondsee. Salzkammergut Localbahn, Wolfgangseeschifffahrt und Schafbergbahn waren bei dem Eisenbahnpionier und Ingenieur der Kaiserin Elisabeth Westbahn Berthold Curant eine fixe Idee. Er bewarb sich mit seinem noblen Geldgeber aus der Papierfabrik Steyrermühl, Direktor Albert Pietz um die Konzession der Linienschiff Fahrt am Wolfgang- und Mondsee. Gleichzeitig war die Erschließung des Schafberges durch eine Zahnradbahn wie in der Schweiz auf den Rigi eine tief verankerte Vision. | | Der kleine Dampfer „Ida“ ( Ida nach Gräfin Khevenhüller benannt) folgte 1869 am Mondsee. Salzkammergut Localbahn, Wolfgangseeschifffahrt und Schafbergbahn waren bei dem Eisenbahnpionier und Ingenieur der Kaiserin Elisabeth Westbahn Berthold Curant eine fixe Idee. Er bewarb sich mit seinem noblen Geldgeber aus der Papierfabrik Steyrermühl, Direktor Albert Pietz um die Konzession der Linienschiff Fahrt am Wolfgang- und Mondsee. Gleichzeitig war die Erschließung des Schafberges durch eine Zahnradbahn wie in der Schweiz auf den Rigi eine tief verankerte Vision. |
| − | Das Geburtsdatum der Dampfschiff-Fahrt auf dem Wolfgangsee ist der 20. Mai 1873, an dem der elegante und bequeme 225 Personen fassende Raddampfer „Kaiser Franz Josef 1.“später kurz „Franz Josef“ genannt in See stach. Die großen Festlichkeiten sollten ein Beitrag zu Kaiser Franz Josefs 25jährigem Regierungsjubiläum sein. Seit Jahrhunderten spielt die Verbindung zwischen St. Gilgen, Strobl und St. Wolfgang eine wichtige Rolle. | + | Das Geburtsdatum der Dampfschiff-Fahrt auf dem Wolfgangsee ist der 20. Mai 1873, an dem der elegante und bequeme 225 Personen fassende Raddampfer „Kaiser Franz Josef 1.“später kurz „Franz Josef“ genannt in See stach. Die großen Festlichkeiten sollten ein Beitrag zu Kaiser Franz Josefs 25jährigem Regierungsjubiläum sein. Seit Jahrhunderten spielt die Verbindung zwischen Sankt Gilgen, Strobl und St. Wolfgang eine wichtige Rolle. |
| | Berthold Curant (1831—1898) darf als Pionier und Urheber der Linienschiff-Fahrt auf dem Wolfgangsee angesehen werden. Die Idealverbindung, der Zusammenschluss von Lokalbahn, Schiff-Fahrt und Schafbergbahn war sein Traumziel. | | Berthold Curant (1831—1898) darf als Pionier und Urheber der Linienschiff-Fahrt auf dem Wolfgangsee angesehen werden. Die Idealverbindung, der Zusammenschluss von Lokalbahn, Schiff-Fahrt und Schafbergbahn war sein Traumziel. |
| − | Das Fahren auf dem modernen Schaufelraddampfer kam in Mode und bald folgte dem „Kaiser Franz Josef 1.“ das Dampfschiff „Kaiserin Elisabeth“ (1888). Allerdings gab es hier beim Transport des Schraubendampfers über Salzburg Gnigl – Guggenthal schon die ersten Probleme. Ein Vorspann von 36 Pferden war nötig den 18 Meter langen Koloss bis St. Gilgen zu befördern. Alleine die Transportkosten beliefen sich auf 2.500 Gulden, dazu kamen die Anschaffungskosten mit 7.000.- Gulden. Die um 1892/93 erbaute so genannte elegante, alte „Austria“, musste um 1921 notgedrungen verkauft werden. Große Einbußen bei Tourismus und Schiff Fahrt gab es bei dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges zu verzeichnen. Nach dem Krieg blühte die Schiff Fahrt am Wolfgangsee sehr rasch wieder auf. | + | Das Fahren auf dem modernen Schaufelraddampfer kam in Mode und bald folgte dem „Kaiser Franz Josef 1.“ das Dampfschiff „Kaiserin Elisabeth“ (1888). Allerdings gab es hier beim Transport des Schraubendampfers über Salzburg Gnigl – Guggenthal schon die ersten Probleme. Ein Vorspann von 36 Pferden war nötig den 18 Meter langen Koloss bis Sankt Gilgen zu befördern. Alleine die Transportkosten beliefen sich auf 2.500 Gulden, dazu kamen die Anschaffungskosten mit 7.000.- Gulden. Die um 1892/93 erbaute so genannte elegante, alte „Austria“, musste um 1921 notgedrungen verkauft werden. Große Einbußen bei Tourismus und Schiff Fahrt gab es bei dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges zu verzeichnen. Nach dem Krieg blühte die Schiff Fahrt am Wolfgangsee sehr rasch wieder auf. |
| | Das moderne Motorschiff „Austria‘‘ stach 1923 in See, die kleine sehr wendige Austria II. wurde zur Sicherung für den Flugverkehr am See eingesetzt. | | Das moderne Motorschiff „Austria‘‘ stach 1923 in See, die kleine sehr wendige Austria II. wurde zur Sicherung für den Flugverkehr am See eingesetzt. |
| | Es folgte die „St. Wolfgang“ (1950) als erstes Nachkriegsschiff. 1959 nahm die „Falkenstein“ ihren Betrieb auf. Im Jahre 1973 hatte das 300 Personen fassende modernst ausgestattete Schiff „Salzkammergut“ seine Jungfernfahrt. Wie die meisten der Wolfgangseeschiffe ist auch dieser Gigant in der Österreichischen Schiffswerft Aktiengesellschaft Linz Korneuburg in der Linzer Werft erbaut worden. | | Es folgte die „St. Wolfgang“ (1950) als erstes Nachkriegsschiff. 1959 nahm die „Falkenstein“ ihren Betrieb auf. Im Jahre 1973 hatte das 300 Personen fassende modernst ausgestattete Schiff „Salzkammergut“ seine Jungfernfahrt. Wie die meisten der Wolfgangseeschiffe ist auch dieser Gigant in der Österreichischen Schiffswerft Aktiengesellschaft Linz Korneuburg in der Linzer Werft erbaut worden. |