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Oskar Kokoschka schrieb wenig später:<br />  
 
Oskar Kokoschka schrieb wenig später:<br />  
 
„''Mein lieber Herr Dr. Steiner, die längste Zeit drängt es mich schon, Ihnen meinen herzlichsten Dank zu ihrer aufopfernden und künstlerisch so wertvollen Mitarbeit an dem großen Wagnis meiner Schule des Sehens in Salzburg auszusprechen. Niemand hatte mir in den ersten zwei Jahren so helfen können, dass trotz des Widerstandes von mancher Seite, des Unverständnisses der Öffentlichkeit ..... ein so glänzender Erfolg zu verzeichnen ist. Sie sind nicht nur ein Künstler mit tiefem Gefühl sondern auch ein Lehrer, der sich mit Takt die Autorität in dieser bunt zusammengewürfelten Schar bald zu erwerben wusste ....''“.  
 
„''Mein lieber Herr Dr. Steiner, die längste Zeit drängt es mich schon, Ihnen meinen herzlichsten Dank zu ihrer aufopfernden und künstlerisch so wertvollen Mitarbeit an dem großen Wagnis meiner Schule des Sehens in Salzburg auszusprechen. Niemand hatte mir in den ersten zwei Jahren so helfen können, dass trotz des Widerstandes von mancher Seite, des Unverständnisses der Öffentlichkeit ..... ein so glänzender Erfolg zu verzeichnen ist. Sie sind nicht nur ein Künstler mit tiefem Gefühl sondern auch ein Lehrer, der sich mit Takt die Autorität in dieser bunt zusammengewürfelten Schar bald zu erwerben wusste ....''“.  
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==Farbenpsychologie - Institut für Farbenpsychologie und Ökopsychologie==
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Oskar Kokoschka lud Steiner ein, mit ihm in den USA zu lehren, aber dieser hatte, aufbauend auf den Farberlebnissen als Wetterflieger die Farbenlehre zur Farbpsychologie und Ökopsychologie ausgebaut (das Institut für Farbenpsychologie wurde 1953 gegründet) und als Konsulent bedeutender internationaler Unternehmen, später als Honorarprofessor für die damals noch neue Fachrichtung Ökopsychologie und angewandte Farbpsychologie an der Universität Salzburg weiter vertieft. Die farbliche Gestaltung von Schulen, Altersheimen, Kindergärten, Brücken und Kraftwerksanlagen, der Salzburger [[Mönchsberggaragen]], Farbgestaltungen (Milieu-, Umwelts- und Arbeitsplatzgestaltungen, "Farbe am Arbeitsplatz") in Spitälern und Fabrikshallen, bahnbrechende Neuerungen im Bereich der Sicherheits-, Ordnungs- und Leitfarben auf der [[Tauernautobahn]] (bei der als erster Autobahn Europas farbpsychologische Richtlinien für die Erhöhung der Sicherheit eingesetzt wurden) sowie zahlreicher Tunnels (farbpsychologische Gestaltung der Beleuchtung sowie der Innenfarbgebung zur Vermeidung des "Schwarzlocheffekts") waren Resultat dieser Forschungen. Er gestaltete den Flughafen Klagenfurt, das Farbschema eines Kirchenbezirks, die "K" (Komfort) Waggons der ÖBB, das Jugendstrafgefangenenhaus Gerasdorf, die Sparkassen in Salzburg und Wörgl, u.v.m. Er veranstaltete regelmäßig internationale Symposien über Farbe in Verkehr, Werbung, Mode und Wirtschaft, hat aber trotz dieser intensiven Beschäftigung mit der Wissenschaft die künstlerische Seite nie vernachlässigt. Seine Versuche mit polarisiertem Licht - das "Malen mit Licht" - (Colorluxarbeiten) können hier als Brückenschlag gedeutet werden.
      
==Künstlerische Tätigkeiten:==
 
==Künstlerische Tätigkeiten:==
Sepp Steiner war auch als Künstler ungemein vielseitig: von Bleistiftzeichnungen aus 1934, über Aquarelle bis zu den letzten Bildern des Jahres 2007, Öl- und Acrylarbeiten, Mischtechniken, Schüttbilder, kombinierten Techniken sowie Bleistift- und Farbzeichnungen aber auch - vorwiegend für öffentliche Gebäude - Farb- und Wandgestaltungen, Freskos, Scrafitti, [[Marmor]]<nowiki>intarsien</nowiki>, Mosaiken, Putzschnitte, Steinätzungen, Beton- und Glasmalerei, Metallplastiken, Kunstharzgüsse. Zeichenblock und Stifte waren stets griffbereit um vor Ort Stimmungen, Landschaften, fremde Kulturen, Menschen, Flora und Fauna festzuhalten, wodurch eine beeindruckende Sammlung aus europäischen Ländern, Nepal, China und Japan entstand.  
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Sepp Steiner war als Künstler ungemein vielseitig: von Bleistiftzeichnungen aus 1934, über Aquarelle bis zu den letzten Bildern des Jahres 2007, Öl- und Acrylarbeiten, Mischtechniken, Schüttbilder, kombinierten Techniken sowie Bleistift- und Farbzeichnungen aber auch - vorwiegend für öffentliche Gebäude - Farb- und Wandgestaltungen, Freskos, Scrafitti, [[Marmor]]<nowiki>intarsien</nowiki>, Mosaiken, Putzschnitte, Steinätzungen, Beton- und Glasmalerei, Metallplastiken, Kunstharzgüsse. Zeichenblock und Stifte waren stets griffbereit um vor Ort Stimmungen, Landschaften, fremde Kulturen, Menschen, Flora und Fauna festzuhalten, wodurch eine beeindruckende Sammlung aus europäischen Ländern, Nepal, China und Japan entstand.  
    
Während ihn die Aquarelltechnik lebenslang begleitete, lösten in den [[1970er]] Jahren Acrylarbeiten die bisher verwendeten Ölfarben ab, wurden weiterentwickelt und durch verschiedenste Einschlüsse (Sand, Leinen, Gefäße, Metalle u.v.m.) strukturiert. In dieser Phase begann er auf der Basis von langjährigen Forschungen mit der Grundstoffindustrie mit großformatigen Kunstharzgüssen bzw. Kunstharzmalerei auf Folie, gleichsam eine transponierte Renaissance mittelalterlicher Glasmalerei. Mosaike legte er bis in die 1980er Jahre hinein, an Wandgestaltungen aus Marmor arbeitete er noch eine Dekade länger. Die Schüttbilder entstanden erst nach 2000 als Werke des damals bereits 85-jährigen Künstlers.  
 
Während ihn die Aquarelltechnik lebenslang begleitete, lösten in den [[1970er]] Jahren Acrylarbeiten die bisher verwendeten Ölfarben ab, wurden weiterentwickelt und durch verschiedenste Einschlüsse (Sand, Leinen, Gefäße, Metalle u.v.m.) strukturiert. In dieser Phase begann er auf der Basis von langjährigen Forschungen mit der Grundstoffindustrie mit großformatigen Kunstharzgüssen bzw. Kunstharzmalerei auf Folie, gleichsam eine transponierte Renaissance mittelalterlicher Glasmalerei. Mosaike legte er bis in die 1980er Jahre hinein, an Wandgestaltungen aus Marmor arbeitete er noch eine Dekade länger. Die Schüttbilder entstanden erst nach 2000 als Werke des damals bereits 85-jährigen Künstlers.  
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Seine Bilder befinden sich in Sammlungen im In- und Ausland, u. a. im Besitz der Städte Wien und Salzburg, von namhaften internationalen Konzernen und in privaten Sammlungen.
 
Seine Bilder befinden sich in Sammlungen im In- und Ausland, u. a. im Besitz der Städte Wien und Salzburg, von namhaften internationalen Konzernen und in privaten Sammlungen.
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==Farbenpsychologie - Institut für Farbenpsychologie und Ökopsychologie==
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Oskar Kokoschka hatte Steiner in der zweiten Hälfte der 50er Jahre eingeladen, mit ihm in den USA zu lehren, aber dieser lehnte ab, denn er hatte, aufbauend auf den Farberlebnissen als Wetterflieger die Farbenlehre zur Farbpsychologie und Ökopsychologie ausgebaut (das Institut für Farbenpsychologie wurde 1953 gegründet) und als Konsulent bedeutender internationaler Unternehmen, später als Honorarprofessor für die damals noch neue Fachrichtung Ökopsychologie und angewandte Farbpsychologie an der Universität Salzburg weiter vertieft. Die farbliche Gestaltung von Schulen, Altersheimen, Kindergärten, Brücken und Kraftwerksanlagen, der Salzburger [[Mönchsberggaragen]], Farbgestaltungen (Milieu-, Umwelts- und Arbeitsplatzgestaltungen, "Farbe am Arbeitsplatz") in Spitälern und Fabrikshallen, bahnbrechende Neuerungen im Bereich der Sicherheits-, Ordnungs- und Leitfarben auf der [[Tauernautobahn]] (bei der als erster Autobahn Europas farbpsychologische Richtlinien für die Erhöhung der Sicherheit eingesetzt wurden) sowie zahlreicher Tunnels (farbpsychologische Gestaltung der Beleuchtung sowie der Innenfarbgebung zur Vermeidung des "Schwarzlocheffekts") waren Resultat dieser Forschungen. Er gestaltete den Flughafen Klagenfurt, das Farbschema eines Kirchenbezirks, die "K" (Komfort) Waggons der ÖBB, das Jugendstrafgefangenenhaus Gerasdorf, die Sparkassen in Salzburg und Wörgl, u.v.m. Er veranstaltete regelmäßig internationale Symposien über Farbe in Verkehr, Werbung, Mode und Wirtschaft, hat aber trotz dieser intensiven Beschäftigung mit der Wissenschaft die künstlerische Seite nie vernachlässigt. Seine Versuche mit polarisiertem Licht - das "Malen mit Licht" - (Colorluxarbeiten) können hier als Brückenschlag gedeutet werden.
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Sepp Steiner lebte in der Stadt Salzburg. Im Mai 2008 verstarb er, 93-jährig, in Salzburg.  Seine Urne ist am [[Kommunalfriedhof]] Salzburg beigesetzt.
 
Sepp Steiner lebte in der Stadt Salzburg. Im Mai 2008 verstarb er, 93-jährig, in Salzburg.  Seine Urne ist am [[Kommunalfriedhof]] Salzburg beigesetzt.
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