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Auf einem Vorsprung des [[Mitterberges]] hoch über dem [[Murtal]] gelegen liegt die Burg (bzw. das Schloss) '''Moosham''', gehörig zu der [[Lungauer]] Gemeinde [[Mauterndorf]].

== Geschichte ==

Burg Moosham im Lungau ging aus einem "befestigten Wohngebäude" hervor. Der Ursprung des Bauwerkes geht in die [[Römerzeit]] zurück, wie Funde beweisen. [[1256]] wurde die Burg dann erstmals erwähnt. Im frühen [[Mittelalter]] tauchte schon das [[Rittergeschlecht der Mooshamer]] als Besitzer auf. [[1281]] wurde das Schloss [[Otto von Saurau]] entrissen. [[Erzbischof Friedrich II.]], ein treuer Anhänger von Rudolf von Habsburg, rückte vor die Burg und zwang den übermütigen Vasallen zur Unterwerfung. [[Otto von Moosheim]], der Besitzer der Burg, erhob sich aber bald gegen seinen Landesherren, [[Erzbischof Rudolf]], und fügte ihm in einer Fehde großen Schaden zu. [[1285]] verlor er wegen seines Treuebruches all seine Güter samt Stammburg.

Ab dem [[14. Jahrhundert]] wurde in Moosham auch die [[Landpflege]] ausgeübt. [[1520]] wurde das landesherrliche [[Pflegegericht]] von Mauterndorf nach Moosham verlegt. Von hier aus wurde der [[Gau]] im Namen des Landesherren regiert (Steuern, Polizeiverwaltung, Blutgericht,...). Die [[Salzburger Erzbischöfe]] haben auf diesen hohen und sehr wichtigen und verantwortungsvollen Posten stets Tüchtige und ihnen gut bekannte Menschen gestellt. Zum Beispiel waren das die [[Kuenburger]], die [[Tannhauser]], die [[Keutschacher]] und auch die [[Grimminger]].

Im [[Krieg gegen die Ungarn]] war um [[1480]] ein Besitzerwechsel der Burg, weiters auch [[1526]] während des [[Bauernkrieges im Salzburger Land]].

In der Zeit der Bauernunruhen wurde Schloss Moosham von den aufrührerischen Bauern besetzt. [[1526]] vertrieb sie der Feldhauptmann [[Franz Tannhauser]], der aus einer Lungauer Familie stammte, die auch öfters [[Richter zu Moosham]] stellte, wieder. In diesem und den folgenden Jahrhunderten war Moosham auch Schauplatz der schrecklichen [[Hexenprozesse]].

Zwischen [[1517]] und [[1577]] wurde die Burg groß umgebaut, besonders tätig war der Salzburger Erzbischof [[Leonhard von Keutschach]]. So wurde die Burg zu einem Sommersitz der Erzbischöfe.

Vom [[25.]] bis [[27. Oktober]] des Jahres [[1611]] übernachtete hier der unglückliche Erzbischof [[Wolf Dietrich]] auf seiner Flucht nach [[Kärnten]], von wo er gefangen heimkehrte.

Möglicherweise wurde der Bergfried [[1722]] abgetragen, doch das ist nicht mehr sicher nachzuweisen.

[[1790]] war das Teilungsjahr der landesherrlichen Pflege, die nach [[Tamsweg]] und [[St.Michael]] im Lungau verlegt wurde. Ab diesem Zeitpunkt begann auch der Verfall von Moosham.

Moosham war schon halb zur Ruine geworden, als [[1886]] ein Freund der Kunst und Forschung, es war der Graf [[Johann Wilczek]] ("Hans Wilczek"), den Ansitz kaufte und mit den Erneuerungsarbeiten begann und ihm die heutige Form gab.

Moosham ist heute im Besitz von [[Alexander Wilczek]]. Auch ein Museum befindet sich in der Burganlage, in dem alte Schätze und Wertvollkeiten aus dem Lungau gesammelt sind. Im unteren Teil des Schlosses befindet sich der Gerichtssaal mit der Folterkammer, wo auch die Folterwerkzeuge noch existieren, mit denen früher gemartert wurde. Daneben reihen sich die dunklen Gefängniszellen an, in die früher die Gefangenen gesteckt wurden. Die beiden [[Weltkriege]] hat Moosham gut überstanden und ist nun eines der schönsten Schlösser im Lungau.

== Das Pflege- und Blutgericht zu Moosham ==

Viele unschuldige Angeklagte mussten auf Moosham die Folter ertragen und viele davon auch sterben. Der Grund für die Anklagung war meistens Hexerei, Schadenzauber oder Teufelsbündnis. Gestanden die Angeklagten nicht sofort, wurden sie grausamst gefoltert. War ihnen erst ein Geständnis abgepresst und überlebten sie die Tortur, dann rollte der Schinderkarren zur Hinrichtungsstätte am [[Paßeggen]] bei Tamsweg, wo der Henker wartete. Die üblichen Todesstrafen waren Enthauptung oder Verbrennung.

Zwischen [[1715]] und [[1717]] rissen Wölfe im [[Mooshamer Gerichtsbezirk]] auf den Weiden und in den Wäldern ungewöhnlich viel Wild und Vieh. Es gab zahlreiche Versuche, diese Wölfe zu jagen, doch sie waren alle ohne Ergebnis. Da geschah folgendes: Zwei jugendliche Bettler, die im Verlies zu Moosham waren, gestanden unter der Folter, dass sie vom Teufel eine schwarze Salbe erhalten hätten, mit der sie sich beschmiert hätten und zu Werwölfen geworden waren. Das Urteil: Lebenslanger Dienst auf venezianischen Galeeren, ein sicherer aber jedoch sehr langsamer Tod.

Bei den Führungen in der Folterkammer werden Besichtiger teilweise auch ohnmächtig. Viele Besucher und auch einige Mitglieder der [[Familie Wilczek]] behaupten, dass ab und zu seltsame Dinge auf der Burg vorfallen. Die Burgbesitzer wohnen nicht im Schloss, sondern im Maierhof in der nähe des Schlosses.

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