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[[Datei:Jedermann in mondsee a.jpg|thumb|Jedermann in Mondsee]]'''{{PAGENAME}}''' ist ein von Franz Löser verfasstes Theaterstück, das auf dem gleichnamigen Stück von Hugo von Hofmannsthal beruht und seit [[1922]] mehr als 600 Mal in [[Mondsee (Ort)|Mondsee]] aufgeführt wurde.  
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[[Datei:Jedermann in mondsee a.jpg|thumb|Jedermann in Mondsee]]'''{{PAGENAME}}''' ist ein von Franz Löser verfasstes Theaterstück, das auf dem [[Jedermann|gleichnamigen Stück]] von [[Hugo von Hofmannsthal]] beruht und seit [[1922]] mehr als 600 Mal in [[Mondsee (Ort)|Mondsee]] aufgeführt wurde.  
    
== Autor ==
 
== Autor ==
Franz Löser, 1889 in Neunkirchen in Niederösterreich geboren, ist der Verfasser des Mondseer Jedermanns.  
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Franz Löser, 1889 in Neunkirchen in [[Niederösterreich]] geboren, ist der Verfasser des Mondseer Jedermanns. Löser, der mit [[Hermann Bahr]] bekannt war und dessen Bibliothek nutzte, trat durch diese Bekanntschaft in ersten Kontakt mit Hugo von Hofmannsthal. Inwiefern jene ersten Begegnungen der beiden Autoren fruchtbar für Lösers Arbeit waren ist aber nicht weiter bekannt. Der niederösterreichische Autor verkehrte aber nicht nur in den Kreisen Bahrs sondern gab insgesamt elf Jahre lang den Spielansager in Hofmannsthals ''Jedermann'' bei den [[Salzburger Festspiele]]n. Durch dieses Engagement stand er in direktem Kontakt zu [[Max Reinhardt]], der Regie führte und zu Hugo von Hofmannsthal, der sich während seiner langjährigen Arbeit an den Salzburger Festspielen meist am Festspielort aufhielt. Darüber hinaus war ihm bekannt, welches Publikum die Festspiele besuchte und welche Eindrücke das Stück bei diesem hinterließ:
Löser, der mit Hermann Bahr bekannt war und dessen Bibliothek nutzte, trat durch diese Bekanntschaft in ersten Kontakt mit Hugo von Hofmannsthal. Inwiefern jene ersten Begegnungen der beiden Autoren fruchtbar für Lösers Arbeit waren ist aber nicht weiter bekannt. Der niederösterreichische Autor verkehrte aber nicht nur in den Kreisen Bahrs sondern gab insgesamt elf Jahre lang den Spielansager in Hofmannsthals Jedermann bei den Salzburger Festspielen. Durch dieses Engagement stand er in direktem Kontakt zu Max Reinhardt, der Regie führte und zu Hugo von Hofmannsthal, der sich während seiner langjährigen Arbeit an den Salzburger Festspielen meist am Festspielort aufhielt. Darüber hinaus war ihm bekannt, welches Publikum die Festspiele besuchte und welche Eindrücke das Stück bei diesem hinterließ:
      
''„Als Spielansager bei den Salzburger Jedermann-Aufführungen in den Jahren 1920/21, unter Professor Max Reinhardts Leitung, erlebte ich den ungeheuren Erfolg und die tiefen Eindrücke, die dieses Spiel auslöst.“[1]''
 
''„Als Spielansager bei den Salzburger Jedermann-Aufführungen in den Jahren 1920/21, unter Professor Max Reinhardts Leitung, erlebte ich den ungeheuren Erfolg und die tiefen Eindrücke, die dieses Spiel auslöst.“[1]''
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== Das Drama ==
 
== Das Drama ==
 
Löser verfasste seine Dialektfassung im Jahr 1921, das Stück wurde im  Jahre 1922 uraufgeführt. Seine Fassung des "Jedermann" ist an die in  Salzburg aufgeführte Version  Hofmannsthals angelehnt und wurde von  Hofmannsthal selbst  abgesegnet und mit einem Vorwort versehen. Franz Löser veränderte die ursprüngliche Fassung dahingehend, dass er die Hochsprache, die Hofmannsthal in seinem Werk verwendet, nur zum Teil übernimmt. Es handelt sich zudem um einen "bereinigten" Dialekt, aus dem Löser bestimmte Spezifika entfernt hat, die ihn zu sehr an eine bestimmte Region oder ein bestimmtes Dorf binden würden. Durch diesen Kompromiss ist es möglich, dass Stück zwar in Mundart zu übertragen, es aber dennoch  überregional zu halten. So wird beispielsweise durch die Verwendung des Wortes „Enk“ für „Euch“ erkennbar, dass es sich um eine Dialektform Oberösterreichs oder Salzburgs in der Nähe des Salzkammer-gutes handeln muss. Eine genaue Bestimmung um welches Dorf oder welche Stadt es sich hierbei handeln könnte ist jedoch nicht möglich.
 
Löser verfasste seine Dialektfassung im Jahr 1921, das Stück wurde im  Jahre 1922 uraufgeführt. Seine Fassung des "Jedermann" ist an die in  Salzburg aufgeführte Version  Hofmannsthals angelehnt und wurde von  Hofmannsthal selbst  abgesegnet und mit einem Vorwort versehen. Franz Löser veränderte die ursprüngliche Fassung dahingehend, dass er die Hochsprache, die Hofmannsthal in seinem Werk verwendet, nur zum Teil übernimmt. Es handelt sich zudem um einen "bereinigten" Dialekt, aus dem Löser bestimmte Spezifika entfernt hat, die ihn zu sehr an eine bestimmte Region oder ein bestimmtes Dorf binden würden. Durch diesen Kompromiss ist es möglich, dass Stück zwar in Mundart zu übertragen, es aber dennoch  überregional zu halten. So wird beispielsweise durch die Verwendung des Wortes „Enk“ für „Euch“ erkennbar, dass es sich um eine Dialektform Oberösterreichs oder Salzburgs in der Nähe des Salzkammer-gutes handeln muss. Eine genaue Bestimmung um welches Dorf oder welche Stadt es sich hierbei handeln könnte ist jedoch nicht möglich.
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Desweiteren hat Löser nicht allen Figuren des Dramas dialektale Rede zu Teil werden lassen. Die allegorischen Figuren – Gott, Glaube, Teufel und Tod – sowie der Kumpan Jedermanns sprechen hochdeutsch. Die Begründung hierfür ist unterschiedlich. Die Übertragung des Dramas durch Löser hat nicht ausschließlich den Wortlaut, sondern auch den Schauplatz des Geschehens geändert. Sein Jedermann ist ein reicher Bauer, dessen Leben in ländlicher – und daher dialektgeprägter – Umgebung stattfindet. Dessen Kumpan hingegen stammt aus der Stadt, weswegen er keinen Dialekt benutzt. Der Autor wollte sich zudem an den Charakter des guten Gesellen bei Hofmannsthal anlehnen:
 
Desweiteren hat Löser nicht allen Figuren des Dramas dialektale Rede zu Teil werden lassen. Die allegorischen Figuren – Gott, Glaube, Teufel und Tod – sowie der Kumpan Jedermanns sprechen hochdeutsch. Die Begründung hierfür ist unterschiedlich. Die Übertragung des Dramas durch Löser hat nicht ausschließlich den Wortlaut, sondern auch den Schauplatz des Geschehens geändert. Sein Jedermann ist ein reicher Bauer, dessen Leben in ländlicher – und daher dialektgeprägter – Umgebung stattfindet. Dessen Kumpan hingegen stammt aus der Stadt, weswegen er keinen Dialekt benutzt. Der Autor wollte sich zudem an den Charakter des guten Gesellen bei Hofmannsthal anlehnen:
 
          
 
          
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Die Dialektlosigkeit der allegorischen Figuren hingegen ist anders zu erklären. Sowohl Glaube, als auch Gott, Teufel und Tod sind keine irdischen Wesen. Der Dialekt hingegen ist, durch seine regionale Gebundenheit, eine sehr irdische Sprachform, die menschlichen, nicht aber allegorischen Figuren zusteht. Zudem spielt hier die Dialektsoziologie erneut eine große Rolle: Würden die allegorischen Figuren, wie etwa in Fitzgerald Kusz „fränkischem Jeder-mann“ oder Franz von Kobells „G'schicht' von' Brandner-Kasper“, im Dialekt reden, müsste man sie im unteren Bereich der soziologischen Schichtung einordnen. Entweder in einem familiären oder freundschlaftlichen Verhältnis zum restlichen Dramenpersonal und auch zum Leser oder in einer sozialen Riege mit Bauern, Arbeitern und Dorfbevölkerung. Sie würden ihre Un(be)greifbarkeit einbüßen und zwangsläufig zu lächerlichen Figuren werden. Löser betrachtet die Übernahme der hochdeutschen Texte hier als selbstverständlich:
 
Die Dialektlosigkeit der allegorischen Figuren hingegen ist anders zu erklären. Sowohl Glaube, als auch Gott, Teufel und Tod sind keine irdischen Wesen. Der Dialekt hingegen ist, durch seine regionale Gebundenheit, eine sehr irdische Sprachform, die menschlichen, nicht aber allegorischen Figuren zusteht. Zudem spielt hier die Dialektsoziologie erneut eine große Rolle: Würden die allegorischen Figuren, wie etwa in Fitzgerald Kusz „fränkischem Jeder-mann“ oder Franz von Kobells „G'schicht' von' Brandner-Kasper“, im Dialekt reden, müsste man sie im unteren Bereich der soziologischen Schichtung einordnen. Entweder in einem familiären oder freundschlaftlichen Verhältnis zum restlichen Dramenpersonal und auch zum Leser oder in einer sozialen Riege mit Bauern, Arbeitern und Dorfbevölkerung. Sie würden ihre Un(be)greifbarkeit einbüßen und zwangsläufig zu lächerlichen Figuren werden. Löser betrachtet die Übernahme der hochdeutschen Texte hier als selbstverständlich:
 
              
 
              
   
''„Welche Motive mich bewegten, die Stimme des Herrn, Glaube, Tod und Teufel in der alten Sprache zu lassen werden jedem denkenden Menschen leicht begreiflich erscheinen.“[2]''
 
''„Welche Motive mich bewegten, die Stimme des Herrn, Glaube, Tod und Teufel in der alten Sprache zu lassen werden jedem denkenden Menschen leicht begreiflich erscheinen.“[2]''
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Die Dialektfassung Lösers steht also in einem anderen soziologischen Umfeld als die hochdeutsche Fassung Hofmannsthals und lässt überdies noch die unterschiedlichen Einstellungen beider Autoren zu Österreich und deren Selbstverständnis als Österreicher erkennbar werden. Löser betrachtet Österreich nicht als geistigen Begriff, sondern als Nation und Heimat. Er ist dieser gegenüber positiv eingestellt, muss aber nicht davor zurück-schrecken Dialekt zu verwenden. Er kann ihn bewusst einsetzen, um sich selbst ebenso wie seine Figuren in die Reihen der Dialekt nutzenden Schicht der Bevölkerung einzugliedern und dem Stück „in seiner neuen Form [zu] weiteste[r] Verbreitung“[3] zu verhelfen.
 
Die Dialektfassung Lösers steht also in einem anderen soziologischen Umfeld als die hochdeutsche Fassung Hofmannsthals und lässt überdies noch die unterschiedlichen Einstellungen beider Autoren zu Österreich und deren Selbstverständnis als Österreicher erkennbar werden. Löser betrachtet Österreich nicht als geistigen Begriff, sondern als Nation und Heimat. Er ist dieser gegenüber positiv eingestellt, muss aber nicht davor zurück-schrecken Dialekt zu verwenden. Er kann ihn bewusst einsetzen, um sich selbst ebenso wie seine Figuren in die Reihen der Dialekt nutzenden Schicht der Bevölkerung einzugliedern und dem Stück „in seiner neuen Form [zu] weiteste[r] Verbreitung“[3] zu verhelfen.
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==Bildergalerie==
 
==Bildergalerie==
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Datei:Der Mondseer Jedermann, Bühneneingang Jedermann 033.jpg| Mondseer Jedermann, Eingang zur Freilichtbühne  
 
Datei:Der Mondseer Jedermann, Bühneneingang Jedermann 033.jpg| Mondseer Jedermann, Eingang zur Freilichtbühne  
 
Datei:Jedermann in mondsee b.jpg|Jedermannaufführung in Mondsee 2010, Jedermann  
 
Datei:Jedermann in mondsee b.jpg|Jedermannaufführung in Mondsee 2010, Jedermann  
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==Quellen==
 
==Quellen==
 
* Salzburgwiki-Artikel [[Mondsee (Ort)|Mondsee]]
 
* Salzburgwiki-Artikel [[Mondsee (Ort)|Mondsee]]
* Löser, Franz.      Mondseer Jedermann. München, unbekanntes Jahr.
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* Löser, Franz: ''Mondseer Jedermann''. München   
   
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* Müry, Andres: ''Jedermann darf nicht sterben. Geschichte eines Salzburger Kults'' 1920 - 2001ff. Salzburg, München, 2001  
* Müry, Andres.      Jedermann darf nicht sterben. Geschichte eines Salzburger Kults     1920-2001ff. Salzburg, München, 2001.
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* Ammon, Ulrich: ''Die deutsche Sprache in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Problem der nationalen Varietäten.'' Berlin, 1995  
* Ammon, Ulrich.      Die deutsche Sprache in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das     Problem der nationalen Varietäten. Berlin, 1995.
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{{Quelle Kulturlexikon}}
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* Hofmannsthal, Hugo von: Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes. Reclam-UB18037), Stuttgart, 2000  
* Adolf      Haslinger, Peter Mittermayr (Hrsg.). Salzburger Kulturlexikon. Salzburg,      Wien, Frankfurt am Main, 2001.
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* Hofmannsthal,     Hugo von. Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes.     (Reclam-UB18037). Stuttgart, 2000.
   
[[Kategorie:Veranstaltung|Jedermann, Der Mondseer]]
 
[[Kategorie:Veranstaltung|Jedermann, Der Mondseer]]
 
[[Kategorie:Salzkammergut|Jedermann, Der Mondseer]]
 
[[Kategorie:Salzkammergut|Jedermann, Der Mondseer]]
 
[[Kategorie:Oberösterreich|Jedermann, Der Mondseer]]
 
[[Kategorie:Oberösterreich|Jedermann, Der Mondseer]]
[[Jedermann, Der Mondseer]]
   
[[Kategorie:Mondseerland|Jedermann, Der Mondseer]]
 
[[Kategorie:Mondseerland|Jedermann, Der Mondseer]]
 
[[Kategorie:Tourismus|Jedermann, Der Mondseer]]
 
[[Kategorie:Tourismus|Jedermann, Der Mondseer]]

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