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| | [[Datei:Gemeindeamtstafel Thalgauberg.jpg|thumb|200px|Gemeindeschild Thalgauberg]] | | [[Datei:Gemeindeamtstafel Thalgauberg.jpg|thumb|200px|Gemeindeschild Thalgauberg]] |
| − | [[Datei:Thalgaubergansicht von der Ruine Wartenfels Kopie.jpg|thumb|nördlich der Westautobahn befand sich das Gebiet der früheren eigenständigen [[Gemeinde Thalgauberg]]]] | + | [[Datei:Thalgaubergansicht von der Ruine Wartenfels Kopie.jpg|thumb|nördlich der Westautobahn befand sich das Gebiet der früheren eigenständigen [[Gemeinde Thalgauberg]]]]Die eigenständige '''Gemeinde Thalgauberg''' bestand ab etwa 1850 bis zum Jahr [[1935]] und wurde nach ihrer Auflösung in die Gemeinde [[Thalgau]] einverleibt. |
| − | Die eigenständige '''Gemeinde Thalgauberg''' bestand ab etwa 1850 bis zum Jahr [[1935]] und wurde nach ihrer Auflösung in die Gemeinde [[Thalgau]] einverleibt. | + | |
| | === Gebiet === | | === Gebiet === |
| − | Das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Thalgauberg ist mit dem Bereich der heutigen [[Katastralgemeinde Thalgauberg]] weitgehend identisch. Die Größe beträgt 18,20 km² und stellt damit die größte Katastralgemeinde im Gebiet der Marktgemeinde Thalgau (Geamtfläche 48,2 km²) dar. Zum Vergleich: Egg 12,02 km², Enzersberg 12,58 km², Thalgau 5,38 km². | + | Das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Thalgauberg ist mit dem Bereich der heutigen [[Katastralgemeinde Thalgauberg]] weitgehend identisch. Die Größe beträgt 18,20 km² und stellt damit die größte Katastralgemeinde im Gebiet der Marktgemeinde Thalgau (Gesamtfläche 48,2 km²) dar. Zum Vergleich: [[Katastralgemeinde Egg (Thalgau)|Egg]] 12,02 km², [[Katastralgemeinde Enzersberg|Enzersberg]] 12,58 km², [[Katastralgemeinde Thalgau|Thalgau]] 5,38 km². |
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| | === Geschichte === | | === Geschichte === |
| | Der Bereich des Thalgauberges dürfte wegen seiner sonnigen Lage und der für die Landwirtschaft günstigen Geländeform schon sehr lange besiedelt sein. Daneben war der Waldreichtum ebenfalls stets von Bedeutung. Bereits vor der Gründung der Gemeinde Thalgauberg wurde im Jahr [[1809]] ist das [[Rieget]] (Gebiet) Thalgauberg als eigenes Siedlungsgebiet ausgewiesen. Dies ergibt sich auch aus einem Landwehr-Einsatzbefehl vom 6. Mai 1809, demzufolge das "Thalgauberger Riegath" 10 Mann für Schanzarbeiten in Salzburg zu stellen hatte. | | Der Bereich des Thalgauberges dürfte wegen seiner sonnigen Lage und der für die Landwirtschaft günstigen Geländeform schon sehr lange besiedelt sein. Daneben war der Waldreichtum ebenfalls stets von Bedeutung. Bereits vor der Gründung der Gemeinde Thalgauberg wurde im Jahr [[1809]] ist das [[Rieget]] (Gebiet) Thalgauberg als eigenes Siedlungsgebiet ausgewiesen. Dies ergibt sich auch aus einem Landwehr-Einsatzbefehl vom 6. Mai 1809, demzufolge das "Thalgauberger Riegath" 10 Mann für Schanzarbeiten in Salzburg zu stellen hatte. |
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| − | In den Unterlagen der Pfarre Thalgau sind für das "Talgeyberger Rieget" im Jahr [[1796]] 48 Häuser verzeichnet. Als Einwohnerzahl sind an selber Quelle im Jahr 1775 327 Personen angeführt. | + | In den Unterlagen der Pfarre Thalgau sind für das "Talgeyberger Rieget" im Jahr [[1796]] 48 Häuser verzeichnet. Als Einwohnerzahl im Jahr 1775 sind in derselben Quelle 327 Personen angeführt. |
| − | Im Zeitraum von 1900 bis 1935 waren in der Gemeinde [[Thalgauberg]] neun Bürgermeister tätig (deren Abbildungen befinden sich im Foyer des Gemeindeamtes Thalgau). Die Gemeindesitzungen der Gemeinde Thalgauberg fanden im Gasthaus Mooshäusl statt. Die Gemeindekanzlei befand sich aber im Ortszentrum von Thalgau (Haus Nr. 57 von Martin Kicher, später Wohnhaus der Familie Hierner), damit sie für die Bürger gut erreichbar war. | + | |
| | + | Im Zeitraum von 1900 bis 1935 waren in der Gemeinde [[Thalgauberg]] neun Bürgermeister tätig (deren Abbildungen befinden sich im Foyer des Gemeindeamtes Thalgau). Die Gemeindesitzungen der Gemeinde Thalgauberg fanden im [[Gasthaus Mooshäusl]] statt. Die Gemeindekanzlei befand sich aber im Ortszentrum von Thalgau (Haus Nr. 57 von Martin Kicher, später Wohnhaus der Familie Hierner), damit sie für die Bürger gut erreichbar war. |
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| − | Als bekannt wurde, dass der Gemeinde Thalgauberg ihre Eigenständigkeit zu verlieren drohte, versuchte die Gemeindevertretung von Thalgauberg durch Petitionen an den damaligen Landeshauptmann Dr. [[Franz Rehrl]] die Auflösung abzuwenden. Es wurde auch in der Bevölkerung des Thalgauberges eine Abstimmung über die Eigenständigkeit abgehalten, die eine 100%ige Zustimmung ergab. Beides erwies sich als erfolglos. Als letzter Gemeindesekretär der Gemeinde Thalgauberg fungierte [[Johann Hierner]]. Er wurde von der Gemeinde Thalgau übernommen. | + | Als bekannt wurde, dass der Gemeinde Thalgauberg ihre Eigenständigkeit zu verlieren drohte, versuchte die Gemeindevertretung von Thalgauberg durch Petitionen an den damaligen [[Landeshauptmann]] Dr. [[Franz Rehrl]] die Auflösung abzuwenden. Es wurde auch in der Bevölkerung des Thalgauberges eine Abstimmung über die Eigenständigkeit abgehalten, die eine 100 prozentige Zustimmung ergab. Beides erwies sich als erfolglos. Als letzter Gemeindesekretär der Gemeinde Thalgauberg fungierte [[Johann Hierner]]. Er wurde von der Gemeinde Thalgau übernommen. |
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| | In der Gemeindechronik von Thalgau ist angeführt, dass die Gemeinde Thalgauberg im Jahr 1933 für die Verwaltung die erste Schreibmaschine angeschafft hatte. | | In der Gemeindechronik von Thalgau ist angeführt, dass die Gemeinde Thalgauberg im Jahr 1933 für die Verwaltung die erste Schreibmaschine angeschafft hatte. |
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| | ==Extraschau in der 25. Thalgauer Bildungswoche im Jahr 2016 zum Thema "Auflösung der ehemaligen Salzburger Bergbauerngemeinde Thalgauberg"== | | ==Extraschau in der 25. Thalgauer Bildungswoche im Jahr 2016 zum Thema "Auflösung der ehemaligen Salzburger Bergbauerngemeinde Thalgauberg"== |
| − | Anläßlich der vor 80 Jahren erfolgten Auflösung der Gemeinde Thalgauberg wird im Rahmen der Bildungswoche eine Extraschau "Und ewig singen die Wälder" geboten, die auch auf das damalige karge Dasein der Thalgauberger Bevölkerung Bezug nimmt.
| + | Anlässlich der vor 80 Jahren erfolgten Auflösung der Gemeinde Thalgauberg wird im Rahmen der Bildungswoche eine Extraschau "Und ewig singen die Wälder" geboten, die auch auf das damalige karge Dasein der Thalgauberger Bevölkerung Bezug nimmt. |
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| | ==Bildergalerie== | | ==Bildergalerie== |
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| − | ==Quelle== | + | ==Quellen== |
| | * Thalgauer Heimatbuch | | * Thalgauer Heimatbuch |
| | * "Thalgau in alten Ansichten und Chroniken" von [[Bernhard Iglhauser]] | | * "Thalgau in alten Ansichten und Chroniken" von [[Bernhard Iglhauser]] |
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| | [[Kategorie:Geschichte]] | | [[Kategorie:Geschichte]] |
| | [[Kategorie:Flachgau]] | | [[Kategorie:Flachgau]] |
| − | [[Kategorie:Datei:Thalgau]] | + | [[Kategorie:Thalgau]] |