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[[Professor|Prof]]. Dr. '''Josef ''Sepp'' Steiner''' (* [[28. Februar]] [[1915]] in [[Hallein]], † [[14. Mai]] [[2008]] in [[Salzburg]]) war ein bekannter Maler in Salzburg.
 
[[Professor|Prof]]. Dr. '''Josef ''Sepp'' Steiner''' (* [[28. Februar]] [[1915]] in [[Hallein]], † [[14. Mai]] [[2008]] in [[Salzburg]]) war ein bekannter Maler in Salzburg.
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==Leben==
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[[Benutzer:Wessely|Wessely]] ([[Benutzer Diskussion:Wessely|Diskussion]]) 15:25, 31. Jan. 2016 (CET)==Leben==
Prof. Steiner studierte in Wien und promovierte als Dr.rer.nat. Mag.phil. und an der Akademie der bildenden Künste Wien (Mag.art.). Seine Lebensstationen waren:
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1915 geboren in Hallein, absolvierte er in Wien ein Doppelstudium und promovierte 1940 zum Dr. rer. naturarum und Mag. phil. an der Universität sowie an der Akademie der Bildenden Künste zum Mag. artium (bei den Professoren Böckl und Fahringer sowie in der Meisterklasse für Grafik bei Prof. Martin). Als Meteorologe im zweiten Weltkrieg als Wetterflieger verwendet, hatte er mannigfache Gelegenheit zu Studien über Atmosphäre, Licht, Farbe und Trübung, worauf er später aufbauen sollte. 1946 wurde er zum ersten Kulturreferent der Stadt Salzburg ernannt, setzte sich in dieser Funktion u.a. initiativ für die im Krieg dezimierten Museumsbestände, die Restitution wertvoller Dokumente des Archivs der Paracelsusgesellschaft sowie die verschiedensten Probleme der Altstadtsanierung ein. Nach nur einem Jahr verließ Steiner die Politik und entschied sich für Kunst und Lehre. 1953 berief ihn Oskar Kokoschka als ersten Assistent; im gleichen Jahr begründete Sepp Steiner mit OK die Internationale Sommerakademie für Bildende Künste, die „Schule des Sehens“, die er intensiv betreute. Kernpunkt war das Plädoyer, sich künstlerisch von der dunklen Seite der Kriege abzusetzen und eine neue humanitäre Kunst zu entwickeln. OK schrieb wenig später: „Mein lieber Herr Dr. Steiner, die längste Zeit drängt es mich schon, Ihnen meinen herzlichsten Dank zu ihrer aufopfernden und künstlerisch so wertvollen Mitarbeit an dem großen Wagnis meiner Schule des Sehens in Salzburg auszusprechen. Niemand hatte mir in den ersten zwei Jahren so helfen können, dass trotz des Widerstandes von mancher Seite, des Unverständnisses der Öffentlichkeit ..... ein so glänzender Erfolg zu verzeichnen ist. Sie sind nicht nur ein Künstler mit tiefem Gefühl sondern auch ein Lehrer, der sich mit Takt die Autorität in dieser bunt zusammengewürfelten Schar bald zu erwerben wusste ....“.
* [[1949]] - [[1976]] Kunsterzieher
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* [[1954]] Assistent bei [[Oskar Kokoschka]] (Schule des Sehens)
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* [[1953]] Gründer und Leiter des Instituts für Farbenpsychologie
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Er war
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==Farbenpsychologie - Institut für Farbenpsychologie und Ökopsychologie:==
* Träger des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse ([[1981]])
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OK lud Steiner ein, mit ihm in den USA zu lehren, aber dieser hatte, aufbauend auf den Farberlebnissen als Wetterflieger die Farbenlehre zur Farbpsychologie und Ökopsychologie ausgebaut (das Institut für Farbenpsychologie wurde 1953 gegründet) und als Konsulent bedeutender internationaler Unternehmen, später als Honorarprofessor für die damals noch neue Fachrichtung Ökopsychologie und angewandte Farbpsychologie an der Universität Salzburg weiter vertieft. Die farbliche Gestaltung von Schulen, Altersheimen, Kindergärten, Brücken und Kraftwerksanlagen, der Salzburger Mönchsberggarage, Farbgestaltungen (Milieu-, Umwelts- und Arbeitsplatzgestaltungen, "Farbe am Arbeitsplatz") in Spitälern und Fabrikshallen, bahnbrechende Neuerungen im Bereich der Sicherheits-, Ordnungs- und Leitfarben auf der Tauernautobahn (bei der als erster Autobahn Europas farbpsychologische Richtlinien für die Erhöhung der Sicherheit eingesetzt wurden) sowie zahlreicher Tunnels (farbpsychologische Gestaltung der Beleuchtung sowie der Innenfarbgebung zur Vermeidung des "Schwarzlocheffekts") waren Resultat dieser Forschungen. Er gestaltete den Flughafen Klagenfurt, das Farbschema eines Kirchenbezirks, die "K" (Komfort) Waggons der ÖBB, das Jugendstrafgefangenenhaus Gerasdorf, die Sparkassen in Salzburg und Wörgl, u.v.m. Er veranstaltete regelmäßig internationale Symposien über Farbe in Verkehr, Werbung, Mode und Wirtschaft, hat aber trotz dieser intensiven Beschäftigung mit der Wissenschaft die künstlerische Seite nie vernachlässigt. Seine Versuche mit polarisiertem Licht - das "Malen mit Licht" - (Colorluxarbeiten) können hier als Brückenschlag gedeutet werden.
* Inhaber des Bürgerbriefes
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* Träger des [[Ring der Stadt Salzburg|Ringes der Stadt Salzburg]] ([[1969]])
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* Träger des [[Ehrenzeichen|Silbernen Ehrenzeichen des Landes Salzburg]] ([[1983]])
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* Honorarprofessor an der [[Universität Salzburg]]
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Seine Tochter, Dr. Senta Wesseley-Steiner, ist die österreichische Generalkonsulin für die Bundesrepublik Deutschland in Salzburg. {{PAGENAME}} lebte in der Stadt Salzburg. Seine Urne ist am [[Kommunalfriedhof]] Salzburg beigesetzt.
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==Künstlerische Tätigkeiten:==
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Sepp Steiner war auch als Künstler ungemein vielseitig: von Bleistiftzeichnungen aus 1934, über Aquarelle bis zu den letzten Bildern des Jahres 2007, Öl- und Acrylarbeiten, Mischtechniken, Schüttbilder, kombinierten Techniken sowie Bleistift- und Farbzeichnungen aber auch - vorwiegend für öffentliche Gebäude - Farb- und Wandgestaltungen, Freskos, Scrafitti, Marmorintarsien, Mosaiken, Putzschnitte, Steinätzungen, Beton- und Glasmalerei, Metallplastiken, Kunstharzgüsse. Zeichenblock und Stifte waren stets griffbereit um vor Ort Stimmungen, Landschaften, fremde Kulturen, Menschen, Flora und Fauna festzuhalten, wodurch eine beeindruckende Sammlung aus europäischen Ländern, Nepal, China und Japan entstand.
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Während ihn die Aquarelltechnik lebenslang begleitete, lösten in den 70er Jahren Acrylarbeiten die bisher verwendeten Ölfarben ab, wurden weiterentwickelt und durch verschiedenste Einschlüsse (Sand, Leinen, Gefässe, Metalle u.v.m.) strukturiert. In dieser Phase begann er auf der Basis von langjährigen Forschungen mit der Grundstoffindustrie mit großformatigen Kunstharzgüssen bzw. Kunstharzmalerei auf Folie, gleichsam eine transponierte Renaissance mittelalterlicher Glasmalerei. Mosaike legte er bis in die 1980er Jahre hinein, an Wandgestaltungen aus Marmor arbeitete er noch eine Dekade länger. Die Schüttbilder entstanden erst nach 2000 als Werke des damals bereits 85-jährigen Künstlers.
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Seine Aquarelle beweisen den Besitz der Geheimnisse der Linien, der Farben, der Kontraste, des Lichtes und des Schattens der mit epigrammatisch kurzen Linien festgehaltenen Bewegung. Abstrakt oder figural war für Sepp Steiner sekundär, weil er primär Ausdruck, Gehalt und psychologische Assoziation zum Klingen bringen wollte. Damit sollte die „Sehweise“ seiner Bilder zeitlos auf die für alle Menschen kollektiv gesetzten Werte aufbauen, wobei der Farbe oft eine dominierende Bedeutung zugeordnet wurde. Nach seinem künstlerischen Grundsatz sollte die Farbe erst im Verbund mit der Struktur und dem Graphismus jeden optischen Reiz auslösen, der auch im Profanen die große kosmische Ordnung erahnen lässt.
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Die Achtung vor der Materialqualität und die Ehrfurcht vor der Seele des Materials - Papier, Farbe, Pinsel, Steine, Mosaike, Kunstharze u.a.m. - waren für ihn Leitmotive seines Schaffens. Sepp Steiner zeigte in den Motiven, Techniken und Ausdrucksformen seiner Bilder eine analog umfassende Bandbreite und gab sich nicht mit Routine, gefälligem Dekor oder Ästhetizismus zufrieden. Er suchte vielmehr das eigene Psychogramm mit der prägnanten Kurzformel seiner Motive zu kombinieren und zu einer allgemein gültigen Aussage zu verschmelzen. Die Betonmalereien in Hochhäusern im In- und Ausland (z. Bsp. die durchgehende Betonmalerei im 9-stöckigen Hochhaus der Salzburger Stadtwerke), Mosaiken in Schulen, Krankenhäusern und Industrieanlagen haben nicht nur eine malerisch- ästhetische sondern auch eine wissenschaftlich-medizinische Bedeutung, sollten positiv auf Psyche und Physis wirken und eine positive Erlebnisqualität schaffen. Steiner war im Besitz der Fähigkeit, in einem Bild mehr darzustellen, als die Augen des Betrachters als erstes sehen können, einerseits ein mühevoll erarbeitetes handwerkliches Können, andererseits die Gnade eines großen Talents. Bis wenige Monate vor seinem Tod war er aktiv und malte, in den letzten Lebensmonaten vorwiegend Aquarelle. Im Mai 2008 verstarb er, 93-jährig, in Salzburg.
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Für seine Leistungen wurde Sepp Steiner u.a. 1981 mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse, dem Bürgerbrief der Stadt Salzburg, 1983 dem Silbernen Ehrenkreuz des Landes Salzburg, dem Ring der Stadt Salzburg (1969), zwei Mal mit dem Theodor-Körner Preis (1957 und 1959) und sowie anderen hohen Auszeichnungen geehrt. Seine Bilder befinden sich in Sammlungen im In- und Ausland, u. a. im Besitz der Städte Wien und Salzburg, von namhaften internationalen Konzernen und in privaten Sammlungen.
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{{PAGENAME}} lebte in der Stadt Salzburg. Seine Urne ist am [[Kommunalfriedhof]] Salzburg beigesetzt.
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==Quellen:==
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Steiner Sepp: Farbe meine Lebensphilosophie - 70 Jahre Wissenschaft und Kunst.-Eigenverlag, Salzburg 2004
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Farbe im Leben, in: Heraklit-Rundschau Heft 65 Dezember 1963, Seite 2 - 44. Radentheim 1963
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IFP Salzburg, Die Problematik der Modefarbe (Protokoll des internationalen Treffens im Zentralinstitut für Farbpsychologie Salzburg, März 1961) mit Beiträgen von H. Frieling, Sepp Steiner u.a.
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Steiner Sepp: Skriptum der internationalen Farbberaterkurse des IFP Salzburg 1958 - 1962.
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Werner Wolff: Sepp Steiner als Künstler, Begleittext zur Ausstellung des Kulturamtes der Stadt Salzburg 1975
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Wirkungsvolle Gegenständlichkeit, in: Salzburger Amtsblatt 1. März 1985
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Czobadi Peter: Einführung zu Ausstellung Sepp Steiner in Galerie Baron von Schilgen, 28.9.1997
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Rodenstock, Randolph: Einführung zu "Art meets Business", München 2007
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73 Jahre passionierte Malerei, in: Salzburger Nachrichten, 31.1.2008
    
==Quellen==
 
==Quellen==
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