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, 07:36, 23. Okt. 2007
'''Ostermiething''' ist eine Marktgemeinde in [[Oberösterreich]] im Bezirk Braunau am Inn im [[Innviertel]] mit 3.048 Einwohnern, auf 423 m. ü. N. N. mit einer Gesamtfläche von 21,70 km².
==Geschichte==
In der Mitte des ersten Jahrtausends vor Christus siedelten in diesem Gebiet, das zu [[Norikum]] gehörte, Illyrer und [[Kelten]]. Um Christi Geburt war es römisches Gebiet und durch Ostermiething führte eine Römerstraße, die [[Altstadt|Salzburg]] ([[Juvavum]]) mit Passau (Bojodurum) verband. Während der Völkerwanderung waren der Germanenfürst Odoaker im [[5. Jahrhundert]] und die Baiwaren ab dem [[6. Jahrhundert]], die das Gebiet an [[Salzach]] und Inn wieder dauerhaft besiedelten.
Eine gerodete Bergkuppe, unweit der Salzach, erhielt damals den Namen „''Ostaramundigon''“, nach ''Ostara'', einer Frühlingsgöttin und ''mundare'', das bedeutete ''roden''. Andere Quellen meinen, der Name stamme vom Besitzer des Grundstückes ''Ostermunt''.
Mit [[Rupert von Worms]] wurde das Gebiet um 700 christianisiert und es soll damals schon eine Taufkapelle gegeben haben.
Urkundlich erwähnt wird Ostermiething erstmals im Jahre [[740]]. Herzog Odilo verschenkte einen Hof ''zu Ostermuntingin'' an die Zelle des heiligen Maximilian in [[Bischofshofen]] ([[Maximilianzelle]]). Der Agilolfinger Herzog Tassilo III. hat [[748]] erstmals in Ostermiething Urkunden ausgestellt, wie auf einer Marmortafel in der Ostermiethinger Pfarrkirche zu lesen ist.
Mit der Absetzung Tassilos III. durch Karl der Große wurde Ostermiething eine königliche Pfalz der Franken. Ab 900 fielen immer wieder die Magyaren ein. [[976]] beginnt die selbstständige Geschichte Österreichs und in den folgenden Jahrhunderten wechselten die Besitzverhältnisse häufig.
Bis zum Jahre [[1355]] soll in Ostermiething, als einer Unterabteilung des Landgerichtes Weilhart, auch Gericht gehalten worden sein. [[1462]] wurde der Pfarrhof (heute Altbau des Alten- und Pflegeheimes) errichtet. Die noch sehr gut erhaltenen Fresken geben interessantes Zeugnis der damaligen Zeit, der Kultur, des Lebens des Klerus, des Adels und der einfachen Leute und der politischen Anschauung des damaligen Pfarrers Taubenprunner. Ein Dokument, das sich im Pfarrarchiv befindet, bestätigt, dass bereits [[1580]] in Ostermiething Schule gehalten wurde.
Am [[23. Oktober]] [[1611]] zogen 20.000 Soldaten unter der Führung des Herzogs Max von Bayern durch Ostermiething, einen Tag, nachdem dieser [[Tittmoning]] erobert hatte. Sein Ziel war [[Salzburg]], wo [[Salzburger Erzbischöfe|Erzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau|Wolf Dietrich]] bereits auf der Flucht war.
Auch der [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährige Krieg]] streift Ostermiething mit Truppendurchmärsche und pensionierten Soldaten, die, an ein zügelloses Leben gewöhnt, die Bewohner drangsalierten. Dazu noch die Pest (Epidemien [[1634]]/[[1635|35]] und [[1649]]/[[1650|50]], in der Pfarrei Ostermiething und in den umliegenden Pfarreien 750 Tote). Vom Pestausbruch 1680 schien die Pfarre verschont worden zu sein und ein letztes Mal traf die Pest den Ort [[1713]] und [[1714]]. Besondere Verdienste erwarb sich damals der Kooperator Josef Aichpointner, der die Seelsorge der Kranken übernahm. Auch er wurde Opfer. Eine Gedenktafel an der Ostermiethinger Kirche erinnert an ihn.
Am [[10. August]] [[1676]], dem Laurenzitag, fand die feierliche Grundsteinlegung für den Bau einer neuen Pfarrkirche statt. Die neue Kirche wurde über die alte gebaut und diese erst [[1679]] niedergerissen. Die Weihe erfolgte am [[29. September]] [[1682]] durch [[Johann Franz von Preysing]], Fürstbischof von [[Chiemsee]].
Nachdem [[1777]] das [[Bayern|bayerische]] Herrscherhaus ausgestorben war, wollte Kaiser Josef II., Mitregent von Maria Theresia, dieses Ereignis zu einer Gebietserweiterung nützen. Dies hätte aber sicherlich einen Krieg mit Friedrich II. von Preußen bedeutet. Maria Theresia, damals schon alt und kränklich, entzog sich dem Blutvergießen und schloss den Frieden zu Teschen, in welchem sie sich mit dem Erwerb des Innviertels zufrieden gab. Am [[29. Oktober]] [[1779]] ritt der Kaiser auch durch Ostermiething und besichtigte dabei seine neuen Ländereien.
Während der Napoleonischen Kriege kamen Salzburg, das Inn- und Hausruckviertel wieder an Bayern. Die zeitweise einquartierten Franzosen verübten viele Gräueltaten, die Bevölkerung wurde geknechtet, das Vieh aus den Ställen gerissen und das Land ausgebeutet. Als endlich Napoleon besiegt war, wurde beim Wiener Kongress [[1815]] der alte Zustand wieder hergestellt.
[[1841]]/[[1842|42]] wurde die Gemeinde Ostermiething mit der Stadt Tittmoning durch eine hölzerne Brücke verbunden.
Der [[Erster Weltkrieg|Erste Weltkrieg]] kostete 54 Ostermiethingern das Leben auf den Schlachtfeldern Europas. Am [[6. Dezember]] [[1927]] beschloss der [[Oberösterreich]]ische Landtag die Erhebung Ostermiethings zur Marktgemeinde. Am [[17. April]] [[1928]] wurde in Ausführung des Landtagsbeschlusses von 1927 von der oberösterreichischen Landesregierung das Ostermiethinger Wappen verliehen. Die offiziellen Feierlichkeiten zur Markterhebung fanden am [[17. Mai]] [[1928]].
Mit dem Beginn des Kohleabbaus in [[Trimmelkam]] verlagerte sich auch die Beschäftigung weg von der Landwirtschaft. Einen weiteren Einschnitt brachte der Bau des OKA-Dampfkraftwerkes im Jahre [[1969]]. Das Gebäude steht zwar auf dem Gemeindegebiet von [[St. Pantaleon]], viele darin arbeitende Menschen siedelten sich aber im Gemeindegebiet von Ostermiething an.
Heute führt der [[Pilgerweg Vianova]] durch die Marktgemeinde.
==Quellen==
* [http://www.pilgerweg-vianova.eu/web/weg_ostermiething_3.html www.pilgerweg-vianova.eu]
[[Kategorie:Innviertel]]