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| − | '''Maria Jakober''' (*[[16. Juli]] [[1917]] †[[4. Jänner]] [[2016]]) aus [[Maishofen]] im [[Pinzgau]] war gelernte Hebamme. Ihr Leben und ihr Berufsleben stehen exemplarisch für die gesellschaftlichen Entwicklungen des vergangenen [[20. Jahrhundert]]s. | + | '''Maria Jakober''' (*[[16. Juli]] [[1917]], † [[4. Jänner]] [[2016]]) aus [[Maishofen]] im [[Pinzgau]] war gelernte Hebamme. Ihr Leben und ihr Berufsleben stehen exemplarisch für die gesellschaftlichen Entwicklungen des vergangenen [[20. Jahrhundert]]s. |
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| | ==Herkunftsfamilie== | | ==Herkunftsfamilie== |
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| | In den Nachkriegsjahren und auch noch lange Zeit später gab es eine hohe Geburtenrate. Frau Jakober lebte immer auf Abruf, hatte ständig nicht nur alle Hände voll zu tun, sondern litt häufig auch unter erheblichem Schlafmangel, sodass sich ihre Kinder zeitweise Sorgen um sie machten. | | In den Nachkriegsjahren und auch noch lange Zeit später gab es eine hohe Geburtenrate. Frau Jakober lebte immer auf Abruf, hatte ständig nicht nur alle Hände voll zu tun, sondern litt häufig auch unter erheblichem Schlafmangel, sodass sich ihre Kinder zeitweise Sorgen um sie machten. |
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| − | Es stellte sich nun auch immer klarer heraus, dass das Weiterarbeiten ohne eigenen PKW nicht mehr zu bewältigen war. Also musste Frau Jakober [[1958]] im Alter von 40 Jahren den Führerschein machen. Sie machte ihn ''über die BH'' (Bezirkshauptmannschaft), das heißt, dass sie keine Fahrschule besuchte, sondern das Fahren von Bekannten erlernte. | + | Es stellte sich nun auch immer klarer heraus, dass das Weiterarbeiten ohne eigenen Pkw nicht mehr zu bewältigen war. Also musste Frau Jakober [[1958]] im Alter von 40 Jahren den Führerschein machen. Sie machte ihn ''über die BH'' (Bezirkshauptmannschaft), das heißt, dass sie keine Fahrschule besuchte, sondern das Fahren von Bekannten erlernte. |
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| | Ausgerechnet zum Prüfungstermin hatten auch zwei der von ihr betreuten Wöchnerinnen ihren Geburtstermin. Beide lagen bereits im Kreißsaal. Irgendwie ging sich alles trotzdem noch aus. Frau Jakober lief vom Krankenhaus, das sich damals noch im Stadtzentrum von [[Zell am See]] befand, zur theoretischen Prüfung in den nahegelegenen [[Metzgerwirt Zell am See]] hinüber, legte diese erfolgreich ab und kam anschließend gerade noch rechtzeitig zurück, um die erste der beiden Wöchnerinen zu entbinden. Nachfolgend legte sie die praktische Fahrprüfung ab. Dabei sei der Fahrlehrer etwas gnädig gewesen und habe sie durchkommen lassen, obwohl sie beim Rückwärtseinparken gepatzt habe. Anschließend entband sie die zweite Wöchnerin. Von da an chauffierte sie ihr eigenes Auto, und das war vom Anfang bis zuletzt immer ein VW-Käfer. | | Ausgerechnet zum Prüfungstermin hatten auch zwei der von ihr betreuten Wöchnerinnen ihren Geburtstermin. Beide lagen bereits im Kreißsaal. Irgendwie ging sich alles trotzdem noch aus. Frau Jakober lief vom Krankenhaus, das sich damals noch im Stadtzentrum von [[Zell am See]] befand, zur theoretischen Prüfung in den nahegelegenen [[Metzgerwirt Zell am See]] hinüber, legte diese erfolgreich ab und kam anschließend gerade noch rechtzeitig zurück, um die erste der beiden Wöchnerinen zu entbinden. Nachfolgend legte sie die praktische Fahrprüfung ab. Dabei sei der Fahrlehrer etwas gnädig gewesen und habe sie durchkommen lassen, obwohl sie beim Rückwärtseinparken gepatzt habe. Anschließend entband sie die zweite Wöchnerin. Von da an chauffierte sie ihr eigenes Auto, und das war vom Anfang bis zuletzt immer ein VW-Käfer. |
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| | ==Das Berufsleben geht dem Ende zu== | | ==Das Berufsleben geht dem Ende zu== |
| − | Mit ihrem 60. Geburtstag beendete sie [[1977]] pensionsbedingt ihre Entbindungstätigkeit als Hebamme und hat bis dahin in 33 Jahren alles in allem über 7.000 – in Worten sieben Tausend – Kindern in das Licht der Welt verholfen. Die Arbeit in den Mutterberatungsstellen führte sie noch bis zum 80. Lebensjahr fort und so lange lenkte sie auch ihr eigenes Auto. | + | Mit ihrem 60. Geburtstag beendete sie [[1977]] pensionsbedingt ihre Entbindungstätigkeit als Hebamme und hat bis dahin in 33 Jahren alles in allem über 7 000 – in Worten sieben Tausend – Kindern in das Licht der Welt verholfen. Die Arbeit in den Mutterberatungsstellen führte sie noch bis zum 80. Lebensjahr fort und so lange lenkte sie auch ihr eigenes Auto. |
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| | Kurios war, dass sie kurz nach ihrer Pensionierung wegen Personalmangel im Zeller Krankenhaus noch einmal zu einer Geburt ins Krankenhaus gerufen wurde und anschließend noch etwa drei Wochen aushalf. Wie die erste Entbindung im ihrem Berufsleben war auch die letzte in gewisser Weise ''irregulär''. | | Kurios war, dass sie kurz nach ihrer Pensionierung wegen Personalmangel im Zeller Krankenhaus noch einmal zu einer Geburt ins Krankenhaus gerufen wurde und anschließend noch etwa drei Wochen aushalf. Wie die erste Entbindung im ihrem Berufsleben war auch die letzte in gewisser Weise ''irregulär''. |
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| | *Langjährige Zusammenarbeit der Autorin mit Frau Jakober | | *Langjährige Zusammenarbeit der Autorin mit Frau Jakober |
| | *Ausführliches Gespräch mit Frau Jakober und ihrer Tochter, Frau Pabinger | | *Ausführliches Gespräch mit Frau Jakober und ihrer Tochter, Frau Pabinger |
| − | *Goldberger, Josef, NS-Gesundheitspolitik in Oberdonau, Hrsg. Oö Landesarchiv Linz 2008 | + | *Goldberger, Josef: ''NS-Gesundheitspolitik in Oberdonau'', Hrsg. [[Oö]] Landesarchiv Linz 2008 |
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| | [[Kategorie:Person|Jakober, Maria]] | | [[Kategorie:Person|Jakober, Maria]] |