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| | ==Von der Steinzeit bis zur Römerzeit== | | ==Von der Steinzeit bis zur Römerzeit== |
| − | Älteste Spuren der Besiedlung im heutigen Stadtgebiet finden sich auf dem [[Rainberg]] und dem [[Hellbrunner Berg]]. Spuren der [[Kelten]] finden sich im Land bereits aus der Zeit von etwa 450 v. Chr. Die Kelten waren es auch, die mit der [[Salzbergbau|Salzgewinnung]] am [[Dürrnberg]] begannen. Um 15. v. Chr. wurden sie dann endgültig von den aus dem Süden vorrückenden Römern besiegt und assimiliert. | + | Älteste Spuren der Besiedlung im heutigen Stadtgebiet finden sich auf dem [[Rainberg]] und dem [[Hellbrunner Berg]]. Spuren der [[Kelten]] finden sich im Land bereits aus der Zeit von etwa 450 v. Chr. Die Kelten waren es auch, die mit der [[Salzbergbau|Salzgewinnung]] am [[Dürrnberg (Berg)|Dürrnberg]] begannen. Um 15. v. Chr. wurden sie dann endgültig von den aus dem Süden vorrückenden [[Römer|Römern]] besiegt und assimiliert. |
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| | ==Von der Römerzeit bis zur Völkerwanderung== | | ==Von der Römerzeit bis zur Völkerwanderung== |
| − | Während der [[Römer|römischen]] Besiedlung der Provinz [[Noricum]], wahrscheinlich aber schon früher, trug die [[Stadt Salzburg]] die Bezeichnung ''Iuvavum''. In [[Iuvavum]] entstanden im [[1. Jahrhundert]] und [[2. Jahrhundert]] nach Christus großzügige Plätze und an der heutigen [[Kaigasse]] ein imposanter Tempelbau zu Ehren des Gottes der Heilkunst, Asklepios. Die luxuriösen Bürgerhäuser im Bereich um den heutigen [[Salzburger Dom|Dom]] waren mit prachtvollen Mosaiken ausgestattet, verfügten über komfortable Warmluftheizungen (Hypokausten) und mehrteilige Badeanlagen. Eine römische Amphore, die auf dem [[Mozartplatz]] gefunden wurde, enthielt Reste von 24 verschiedenen Meeresfischen und einigen Krebsarten. Von der heutigen [[Alte Residenz|Residenz]] bis zum [[Bürgerspital]] erstreckte sich ein ausgedehntes Handwerkerviertel, in dem unter anderem Tongeschirr, Ziegel und Mosaiken produziert wurden. Der [[Festungsberg]] war von einem starken Wehrbau bekrönt. Im Verlauf umfangreicher Grabungen konnte eine Mauer aus der Zeit des Kaisers Aurelian freigelegt werden. | + | Während der römischen Besiedlung der Provinz [[Noricum]], wahrscheinlich aber schon früher, trug die [[Stadt Salzburg]] die Bezeichnung ''Iuvavum''. In [[Iuvavum]] entstanden im [[1. Jahrhundert]] und [[2. Jahrhundert]] nach Christus großzügige Plätze und an der heutigen [[Kaigasse]] ein imposanter Tempelbau zu Ehren des Gottes der Heilkunst, [[Asklepios-Tempel|Asklepios]]. Die luxuriösen Bürgerhäuser im Bereich um den heutigen [[Salzburger Dom|Dom]] waren mit prachtvollen Mosaiken ausgestattet, verfügten über komfortable Warmluftheizungen (Hypokausten) und mehrteilige Badeanlagen. Eine römische Amphore, die auf dem [[Mozartplatz]] gefunden wurde, enthielt Reste von 24 verschiedenen Meeresfischen und einigen Krebsarten. Von der heutigen [[Alte Residenz|Residenz]] bis zum [[Bürgerspital]] erstreckte sich ein ausgedehntes Handwerkerviertel, in dem unter anderem Tongeschirr, Ziegel und Mosaiken produziert wurden. Der [[Festungsberg]] war von einem starken Wehrbau bekrönt. Im Verlauf umfangreicher Grabungen konnte eine Mauer aus der Zeit des Kaisers Aurelian freigelegt werden. |
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| − | Als die [[Altstadt|Stadt Salzburg]] [[1861]] ihrem größten Sohn, [[Wolfgang Amadeus Mozart]], ein Denkmal setzte, stieß man beim Ausheben des Fundaments am [[Mozartplatz]] auf drei übereinander liegende Mosaikböden, von denen der oberste aus dem [[4. Jahrhundert]] n. Chr. die folgende, nur zum Teil erhaltene Inschrift trug: "''Hier wohnt das Glück, nichts Böses soll Zutritt finden''". Obwohl es Aufzeichnungen von diesem Mosaik gibt, ist es unauffindbar verschollen. | + | Als die [[Stadt Salzburg]] [[1861]] ihrem größten Sohn, [[Wolfgang Amadeus Mozart]], ein Denkmal setzte, stieß man beim Ausheben des Fundaments am Mozartplatz auf drei übereinander liegende Mosaikböden, von denen der oberste aus dem [[4. Jahrhundert]] n. Chr. die folgende, nur zum Teil erhaltene Inschrift trug: "''Hier wohnt das Glück, nichts Böses soll Zutritt finden''". Obwohl es Aufzeichnungen von diesem Mosaik gibt, ist es unauffindbar verschollen. |
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| − | Damals allerdings waren Stadt und Land längst vom Glück und der wirtschaftlichen Blüte verlassen. Im Markomannenkrieg um [[170]] n. Chr. war Iuvavum völlig zerstört und anschließend nur in verkleinertem Umfang wieder aufgebaut worden. Seit dem [[3. Jahrhundert]] bildeten germanische Stämme, besonders die Alamannen, eine ständige Bedrohung. Zunächst wurden die Villen auf dem Lande aufgegeben, im [[5. Jahrhundert]] verödeten auch Teile von Iuvavum. Als der hl. [[Severin]] um [[470]] an die Salzach kam, hatte sich die Bevölkerung von Cucullis ([[Kuchl]]) wieder auf die befestigte Höhe des [[Georgenberg]]es zurückgezogen, die sie am Beginn der römischen Herrschaft verlassen musste. In Iuvavum fand Severin zwar eine blühende Christengemeinde und ein Kloster, bald darauf aber wurde die Stadt am [[Salzach]]ufer aufgegeben. Die Reste der romanischen Bevölkerung, die „Iuvavenser“, zogen sich auf die befestigten Höhen des Festungsbergs und des [[Nonnberg]]s zurück, wo sie die beiden "dunklen Jahrhunderte" der Völkerwanderung überdauerten. | + | Damals allerdings waren Stadt und Land längst vom Glück und der wirtschaftlichen Blüte verlassen. Im Markomannenkrieg um [[170]] n. Chr. war Iuvavum völlig zerstört und anschließend nur in verkleinertem Umfang wieder aufgebaut worden. Seit dem [[3. Jahrhundert]] bildeten germanische Stämme, besonders die Alamannen, eine ständige Bedrohung. Zunächst wurden die [[Römische Gutshöfe|Gutshöfe]] auf dem Lande aufgegeben, im [[5. Jahrhundert]] verödeten auch Teile von Iuvavum. Als der hl. [[Severin]] um [[470]] an die Salzach kam, hatte sich die Bevölkerung von Cucullis ([[Kuchl]]) wieder auf die befestigte Höhe des [[Georgenberg]]es zurückgezogen, die sie am Beginn der römischen Herrschaft verlassen musste. In Iuvavum fand Severin zwar eine blühende Christengemeinde und ein Kloster, bald darauf aber wurde die Stadt am [[Salzach]]<nowiki>ufer</nowiki> aufgegeben. Die Reste der romanischen Bevölkerung, die „Iuvavenser“, zogen sich auf die befestigten Höhen des Festungsbergs und des [[Nonnberg]]s zurück, wo sie die beiden "dunklen Jahrhunderte" der Völkerwanderung überdauerten. |
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| | ==Von der Völkerwanderung zur Romanik== | | ==Von der Völkerwanderung zur Romanik== |
| − | Der Salzburger "Gründerheilige" und Landespatron [[Rupert von Worms|Rupert]], der einer vornehmen fränkischen Adelssippe entstammte, war gegen Ende des [[7. Jahrhundert]] Bischof von Worms. Der Gegensatz zu den neuen Machthabern, den karolingischen Hausmeiern, veranlasste ihn, einer Einladung des Bayernherzogs [[Theodo]] zu folgen. Nach einem Aufenthalt in Regensburg und einer vergeblichen Missionsreise an die Awarengrenze erhielt er um das Jahr [[696]] von Herzog Theodo die Reste der alten Römerstadt Iuvavum übertragen. Dort residierte auf dem Festungsberg der Herzogssohn und Mitregent Theodbert, und im Bereich der Altstadt hatten sich bayerische Siedler niedergelassen. | + | Der Salzburger Gründerheilige und Landespatron [[Rupert von Worms|Rupert]], der einer vornehmen fränkischen Adelssippe entstammte, war gegen Ende des [[7. Jahrhundert]] Bischof von Worms. Der Gegensatz zu den neuen Machthabern, den karolingischen Hausmeiern, veranlasste ihn, einer Einladung des [[Bayernherzöge in Salzburg|Bayernherzogs]] [[Theodo]] zu folgen. Nach einem Aufenthalt in Regensburg und einer vergeblichen Missionsreise an die Awarengrenze erhielt er um das Jahr [[696]] von Herzog Theodo die Reste der alten Römerstadt Iuvavum übertragen. Dort residierte im Bereich des Festungsbergs in der [[Salzpurch]] der Herzogssohn und Mitregent [[Theudebert|Theodbert]], und im Bereich der Altstadt hatten sich bayerische Siedler niedergelassen. |
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| − | Rupert gründete mit Hilfe der romanischen Restbevölkerung das [[Erzabtei St. Peter|Kloster St. Peter]], wobei er an ältere, noch lebendige kultische Traditionen anknüpfen konnte. Für die Mönche errichtete er eine stattliche Kirche, die wohl an der Stelle des heutigen [[Salzburger Dom|Doms stand]]. Im Auftrag Theodos weihte er [[713]]/[[715|15]] das adelige Damenstift auf dem [[Stift Nonnberg|Nonnberg]], das der Herzog als „Hauskloster“ seiner Familie errichtet und reich ausgestattet hatte. Als erste Äbtissin setzte Rupert seine Verwandte [[Erintrudis]] ein, die er aus seiner fränkischen Heimat nach Salzburg geholt hatte. | + | Rupert gründete mit Hilfe der romanischen Restbevölkerung das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Kloster St. Peter]], wobei er an ältere, noch lebendige kultische Traditionen anknüpfen konnte. Für die Mönche errichtete er eine stattliche Kirche, die wohl an der Stelle des heutigen [[Salzburger Dom|Doms stand]]. Im Auftrag Theodos weihte er [[713]]/[[715|15]] das [[Benediktinenstift Nonnberg|adelige Damenstift]] auf dem [[Nonnberg]], das der Herzog als „Hauskloster“ seiner Familie errichtet und reich ausgestattet hatte. Als erste [[Äbtissinnen vom Nonnberg|Äbtissin]] setzte Rupert seine Verwandte [[Erintrudis]] ein, die er aus seiner fränkischen Heimat nach Salzburg geholt hatte. |
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| | [[739]] wurde Salzburg Sitz eines Bischofes, [[798]] [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]] und zur Metropole der Kirchenprovinz Bayern. | | [[739]] wurde Salzburg Sitz eines Bischofes, [[798]] [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]] und zur Metropole der Kirchenprovinz Bayern. |
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| − | =====Name ''Salzburg'' taucht erstmals auf=====
| + | ===Name ''Salzburg'' taucht erstmals auf=== |
| − | Ein Bistum in Salzburg hat erst der hl. [[Bonifatius]] [[739]] im Auftrag des Papstes eingerichtet. Der deutsche Name ''Salzburg'' anstelle von ''Iuvavum'' wird in der um [[770]] verfassten Lebensbeschreibung des hl. [[Bonifatius]] erstmals genannt. Der Name ist abgeleitet vom [[Salzbergbau|Salz]] der Quellsalinen von [[Bad Reichenhall|Reichenhall]], die Herzog Theodo an Rupert geschenkt hatte, und von der [[Festung Hohensalzburg|Burg]] auf dem [[Festungsberg]]. Unter dem gelehrten Abt und Bischof [[Virgil]] ([[746]]/[[747|47]] - [[784]]), der aus Irland stammte, erlebte Salzburg eine erste große Blüte. | + | Ein Bistum in Salzburg hat erst der hl. [[Bonifatius]] [[739]] im Auftrag des Papstes eingerichtet. Der deutsche Name ''Salzburg'' anstelle von ''Iuvavum'' wird in der um [[770]] verfassten Lebensbeschreibung des hl. [[Bonifatius]] erstmals genannt. Der Name ist abgeleitet vom [[Salzbergbau|Salz]] der [[Sole]]<nowiki>quellen</nowiki> von [[Bad Reichenhall|Reichenhall]], die Herzog Theodo an Rupert geschenkt hatte, und von der [[Festung Hohensalzburg|Burg]] auf dem [[Festungsberg]]. Unter dem gelehrten [[Äbte von St. Peter|Abt]] und Bischof [[Virgil]] ([[746]]/[[747|47]] - [[784]]), der aus [[Irland]] stammte, erlebte Salzburg eine erste große Blüte. |
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| − | Die Stadt Salzburg wurde zu einem Zentrum der Kunst, Kultur und Literatur. In Salzburger Werkstätten entstanden Meisterwerke der Goldschmiedekunst, darunter der [[Tassilokelch]] von Kremsmünster, und mit dem prachtvollen Evangeliar des Angelsachsen Cutbercht begann die große Zeit der Salzburger Buchmalerei. [[Virgil]] errichtete einen fünfschiffigen [[Salzburger Dom|Dom]] von so imposanten Ausmaßen, dass dahinter der Einfluss Herzog Tassilos III. von Bayern vermutet wurde; er habe dieses Gotteshaus als Krönungskirche für das von ihm erstrebte Königtum konzipiert. | + | Die Stadt Salzburg wurde zu einem Zentrum der Kunst, Kultur und Literatur. In Salzburger Werkstätten entstanden Meisterwerke der Goldschmiedekunst, darunter der [[Tassilokelch]] des [[Benediktinerstift Kremsmünster|Benediktinerstifts Kremsmünster]], und mit dem prachtvollen Evangeliar des Angelsachsen [[Cutbercht]] begann die große Zeit der [[Salzburger Buchmalerei]]. Virgil errichtete einen fünfschiffigen [[Salzburger Dom#Virgilianische Dom|Virgilianische Dom]] von so imposanten Ausmaßen, dass dahinter der Einfluss Herzog [[Tassilo III.|Tassilos III.]] von Bayern vermutet wurde; er habe dieses Gotteshaus als Krönungskirche für das von ihm erstrebte Königtum konzipiert. |
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| − | Virgil ließ zur Domweihe [[774]] die Gebeine des hl. [[Rupert von Worms]] überführen und sicherte damit das Andenken an den fast vergessenen Gründerheiligen. Rupert wurde in den folgenden Jahrhunderten zum Schutzpatron und zum Landesheiligen von Salzburg. Als Vermächtnis hat [[Virgil]] das berühmte [[Verbrüderungsbuch]] von [[Erzstift St. Peter|St. Peter]] hinterlassen, das in seinem Todesjahr [[784]] entstand und in St. Peter verwahrt wird. | + | Virgil ließ die Gebeine des hl. [[Rupert von Worms]] zunächst aus Worms in die [[Stiftskirche St. Peter]] überführen und dann zur Domweihe [[774]] in seinen neuen Dom und sicherte damit das Andenken an den fast vergessenen Gründerheiligen. Rupert wurde in den folgenden Jahrhunderten zum Schutzpatron und zum Landesheiligen von Salzburg. Als Vermächtnis hat Virgil das berühmte [[Verbrüderungsbuch]] von [[Benediktiner-ErzabteiSt. Peter|St. Peter]] hinterlassen, das in seinem Todesjahr [[784]] entstand und in St. Peter verwahrt wird. |
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| − | Kaiser Otto III. verlieh [[996]] Erzbischof [[Hartwig]] das Recht, in Salzburg einen täglichen öffentlichen [[Salzburger Märkte|Markt]] abzuhalten, davon einen Zoll einzuheben und Silbermünzen nach Regensburger Gewicht, die "[[Salzburger Münze|Salzburger Pfennige]]", zu prägen. Damit wurde die Entwicklung Salzburgs zur Stadt eingeleitet. Am Beginn des [[12. Jahrhundert]]s waren mit einem Stadtrichter, mit Bürgern und einer Bürgerzeche sowie mit massiven Stadtmauern die wichtigsten Kennzeichen einer mittelalterlichen Stadt gegeben. Salzburg war die mit Abstand älteste Stadt auf dem Boden des heutigen Österreich. | + | Kaiser Otto III. verlieh [[996]] Erzbischof [[Hartwig]] das Recht, in Salzburg einen täglichen öffentlichen [[Salzburger Märkte|Markt]] abzuhalten, davon einen Zoll einzuheben und Silbermünzen nach Regensburger Gewicht, die "[[Salzburger Münze|Salzburger Pfennige]]", zu prägen. Damit wurde die Entwicklung Salzburgs zur Stadt eingeleitet. Am Beginn des [[12. Jahrhundert]]s waren mit einem Stadtrichter, mit [[Bürger der Stadt Salzburg|Bürgern]] und einer Bürgerzeche sowie mit massiven [[Stadtmauern der Stadt Salzburg|Stadtmauern]] die wichtigsten Kennzeichen einer mittelalterlichen Stadt gegeben. Salzburg war die mit Abstand älteste Stadt auf dem Boden des heutigen Österreich. |
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| | + | === Wann wurde Salzburg zur Stadt erhoben? === |
| | + | Das genaue Jahr der Stadterhebung ist nicht bekannt. Man geht davon aus, dass Salzburg aufgrund der wesentlichen Merkmale einer Stadt (Befestigung mit Mauern und Toren, Verteidigungspflicht der Bürger, die vorangegangene Markterhebung, ein persönlich freies Bürgertum, bürgerliche Selbsverwaltung, ein schriftliches Stadtrecht, Führung von Hoheitszeichen wie Wappen und Siegel sowie die Bezeichnung als Stadt in Urkunden) zwischen [[996]] (Markterhebung) und dem Beginn des [[12. Jahrhundert]]s (häufige Nennung von Stadtbürgern) zur Stadt erhoben wurde. Das älteste Stadtsiegel ist an einer Urkunde des Jahres [[1249]] überliefert, das erste schriftliche Stadtrecht ist [[1287]] nachgewiesen (vorher wurde es nur mündlich weitergeben)<ref>Quelle {{Quelle Geschichte Salzburg}}</ref>. |
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| | ==Mittelalter== | | ==Mittelalter== |
| − | Als es zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und Papst Alexander III. zu einem schweren Zerwürfnis kam, wurden die Salzburger Erzbischöfe erneut zu Führern der päpstlichen Partei im Reich. Barbarossa verhängte [[1166]] über seinen Onkel, Erzbischof [[Konrad II. von Babenberg]], die Reichsacht, und ein Jahr später fiel die Stadt Salzburg einem verheerenden [[Brände|Brand]] zum Opfer, den angeblich die [[Grafen von Plain]] als kaiserliche Parteigänger gelegt hatten. Der Kaiser nahm [[1169]] Salzburg unter seine direkte Verwaltung und ließ [[1174]] seinen Neffen, Erzbischof [[Adalbert III.]], absetzen. | + | Als es zwischen Kaiser [[Friedrich I. Barbarossa]] und Papst Alexander III. zu einem schweren Zerwürfnis kam, wurden die Salzburger Erzbischöfe erneut zu Führern der päpstlichen Partei im Reich. Barbarossa verhängte [[1166]] über seinen Onkel, Erzbischof [[Konrad II. von Babenberg]], die Reichsacht, und ein Jahr später fiel die Stadt Salzburg einem verheerenden [[[[Brände Stadt Salzburg|Brand]] zum Opfer, den angeblich die [[Grafen von Plain]] als kaiserliche Parteigänger gelegt hatten. Der Kaiser nahm [[1169]] Salzburg unter seine direkte Verwaltung und ließ [[1174]] seinen Neffen, Erzbischof [[Adalbert III.]], absetzen. |
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| − | Erst nach dem Frieden von Venedig [[1177]] konnte [[Konrad III. von Wittelsbach]], der erste Kardinal in Salzburg, mit dem Wiederaufbau beginnen. Der [[1179]] - [[1198]] errichtete romanische [[Salzburger Dom|Dom]] zählte zu den größten und schönsten Kirchenbauten nördlich der Alpen. Von einem trotz der Kriegseinwirkungen ungebrochenen künstlerischen Schaffen zeugen Meisterwerke der Goldschmiedekunst wie der "Ministerialenkelch" aus [[Erzabtei St. Peter|St. Peter]] und das prachtvolle Antiphonar als Höhepunkt mittelalterlicher [[Buchmalerei]]. | + | Erst nach dem Frieden von [[Venedig]] [[1177]] konnte [[Konrad III. von Wittelsbach]], der erste Kardinal in Salzburg, mit dem Wiederaufbau beginnen. Der [[1179]] - [[1198]] errichtete romanische [[Salzburger Dom|Dom]] zählte zu den größten und schönsten Kirchenbauten nördlich der [[Alpen]]. Von einem trotz der Kriegseinwirkungen ungebrochenen künstlerischen Schaffen zeugen Meisterwerke der Goldschmiedekunst wie der "Ministerialenkelch" aus [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|St. Peter]] und das prachtvolle [[Antiphonar]] als Höhepunkt mittelalterlicher [[Buchmalerei]]. |
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| − | =====Um Recht und Glauben=====
| + | ===Um Recht und Glauben=== |
| | Als Erzbischof [[Rudolf I. von Hohenegg]] [[1287]] den Streit zwischen den alteingesessenen Salzburger Bürgern und zugezogenen Neureichen im [[Sühnebrief]] schlichtete, verlieh er der Stadt ein erstes schriftliches Stadtrecht. | | Als Erzbischof [[Rudolf I. von Hohenegg]] [[1287]] den Streit zwischen den alteingesessenen Salzburger Bürgern und zugezogenen Neureichen im [[Sühnebrief]] schlichtete, verlieh er der Stadt ein erstes schriftliches Stadtrecht. |
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| − | Das Bürgertum vermochte sich erfolgreich in den Handel zwischen Venedig und den süddeutschen Reichsstädten Nürnberg, Regensburg und Augsburg einzuschalten. Im Spätmittelalter standen Salzburger Kaufleute im [[Handel (historisch)#Handel mit Venedig - Friaul|Venedighandel]] an zweiter Stelle hinter den Nürnbergern und engagierten sich außerdem auf den Märkten in Linz und im Handel entlang der Donau nach Wien. Handwerk und Gewerbe in der Stadt blühten. | + | Das Bürgertum vermochte sich erfolgreich in den Handel zwischen Venedig und den süddeutschen Reichsstädten Nürnberg, Regensburg und Augsburg einzuschalten. Im Spätmittelalter standen Salzburger Kaufleute im [[Handel (historisch)#Handel mit Venedig - Friaul|Venedighandel]] an zweiter Stelle hinter den Nürnbergern und engagierten sich außerdem auf den Märkten in [[Linz]] und im Handel entlang der Donau nach [[Wien]]. Handwerk und Gewerbe in der Stadt blühten. |
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| − | Der Reichtum des Bürgertums kam in bedeutenden Bauten zum Ausdruck: [[Hans Stetheimer]] und [[Stefan Krumenauer]] schufen im Auftrag der Bürgerschaft den prachtvollen Hallenchor der Stadtpfarrkirche (der heutigen [[Franziskanerkirche]]), der [[1452]] geweiht wurde. Ihn schmückte einst der größte Flügelaltar der Spätgotik. Der Bildschnitzer [[Michael Pacher]] aus Bruneck in [[Südtirol]] hatte [[1484]] von Salzburger Kaufleuten den Auftrag zu diesem monumentalen Werk erhalten. Die gotische Madonna des Pacher-Altars, die [[Fischer von Erlach]] in das Zentrum seines barocken Hochaltars gestellt hat, lässt heute noch die Qualität dieses verlorenen Meisterwerks nachempfinden. | + | Der Reichtum des Bürgertums kam in bedeutenden Bauten zum Ausdruck: [[Hans Stetheimer]] und [[Stefan Krumenauer]] schufen im Auftrag der Bürgerschaft den prachtvollen Hallenchor der Stadtpfarrkirche (der heutigen [[Franziskanerkirche]]), der [[1452]] geweiht wurde. Ihn schmückte einst der größte Flügelaltar der Spätgotik. Der Bildschnitzer [[Michael Pacher]] aus Bruneck in [[Südtirol]] hatte [[1484]] von Salzburger Kaufleuten den Auftrag zu diesem monumentalen Werk erhalten. Die [[Gotik|gotische]] Madonna des Pacher-Altars, die [[Fischer von Erlach]] in das Zentrum seines [[Barock|barocken]] Hochaltars gestellt hat, lässt heute noch die Qualität dieses verlorenen Meisterwerks nachempfinden. |
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| − | =====Bürgerschaft drängt auf Einfluss=====
| + | ===Bürgerschaft drängt auf Einfluss=== |
| − | Mit dem zunehmenden Wohlstand strebte die Bürgerschaft auch nach politischem Einfluss. Sie verlangte Anteil am Stadtregiment, das bis dahin allein in der Hand des Erzbischofs lag. Als Erzbischof [[Bernhard von Rohr]] in eine langwierige Auseinandersetzung mit Kaiser Friedrich III. verwickelt wurde, ergriff die Bürgerschaft für den Kaiser Partei. Dieser verlieh [[1481]] der Stadt im "[[Ratsbrief]]" das Recht der freien Wahl von Stadtrat und Bürgermeister sowie "dieselben Rechte, wie sie andere Reichsstädte besitzen". | + | Mit dem zunehmenden Wohlstand strebte die Bürgerschaft auch nach politischem Einfluss. Sie verlangte Anteil am Stadtregiment, das bis dahin allein in der Hand des Erzbischofs lag. Als Fürsterzbischof [[Bernhard von Rohr]] in eine langwierige Auseinandersetzung mit Kaiser Friedrich III. verwickelt wurde, ergriff die Bürgerschaft für den Kaiser Partei. Dieser verlieh [[1481]] der Stadt im [[Ratsbrief]] das Recht der freien Wahl von Stadtrat und [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] sowie "''dieselben Rechte, wie sie andere Reichsstädte besitzen''". |
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| − | Den daraus resultierenden Konflikt, der sich immer mehr zuspitzte, löste Erzbischof [[Leonhard von Keutschach]] ([[1495]] - [[1519]]) durch einen Gewaltstreich: Er lud Bürgermeister und Stadtrat zu einem [[Gastmahl Festung Hohensalzburg|Gastmahl]] am [[23. Jänner]] [[1511]], nahm sie gefangen und zwang sie zur Auslieferung des "Ratsbriefs" und aller Privilegien. Erneute Freiheitsregungen der Bürgerschaft unterdrückte Kardinal [[Matthäus Lang]] im "[[Lateinischer Krieg|Lateinischen Krieg]]" [[1523]] mit dem Einsatz von Söldnern. Die [[1524]] erlassene "Stadt- und Polizeiordnung" sicherte die absolute Stadtherrschaft des Erzbischofs bis zum Ende des geistlichen Staates ([[1803]]). | + | Den daraus resultierenden Konflikt, der sich immer mehr zuspitzte, löste Fürsterzbischof [[Leonhard von Keutschach]] ([[1495]] - [[1519]]) durch einen Gewaltstreich: Er lud Bürgermeister und Stadtrat zu einem [[Gastmahl Festung Hohensalzburg|Gastmahl]] am [[23. Jänner]] [[1511]], nahm sie gefangen und zwang sie zur Auslieferung des Ratsbriefs und aller Privilegien. Erneute Freiheitsregungen der Bürgerschaft unterdrückte Kardinal [[Matthäus Lang]] im "[[Lateinischer Krieg|Lateinischen Krieg]]" [[1523]] mit dem Einsatz von Söldnern. Die [[1524]] erlassene "Stadt- und Polizeiordnung" sicherte die absolute Stadtherrschaft des Fürsterzbischofs bis zum Ende des geistlichen Staates ([[1803]]). |
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| − | =====Der Aufstand der Bauern=====
| + | ===Der Aufstand der Bauern=== |
| − | Als sich [[1525]] Bauern, Bürger und Bergknappen, beeinflusst von den reformatorischen Ideen Martin Luthers, gegen Kardinal [[Matthäus Lang]] erhoben, scheiterte dieser [[Salzburger Bauernaufstände und Bauernkriege|Aufstand]] vor den Mauern von [[Festung Hohensalzburg|Hohensalzburg]]. | + | Als sich [[1525]] Bauern, Bürger und Bergknappen, beeinflusst von den reformatorischen Ideen Martin Luthers, gegen Kardinal Matthäus Lang erhoben, scheiterte dieser [[Salzburger Bauernaufstände und Bauernkriege|Aufstand]] vor den Mauern von [[Festung Hohensalzburg|Hohensalzburg]]. |
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| | ==Nach Wolf Dietrich== | | ==Nach Wolf Dietrich== |
| − | =====Das Zeitalter Wolf Dietrichs=====
| + | ===Das Zeitalter Wolf Dietrichs=== |
| − | Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] ([[1587]] - [[1612]]) ist durch seine romantische Liebesbeziehung zur schönen Bürgertochter [[Salome Alt]], die ihm zahlreiche Kinder gebar, und durch sein tragisches Ende zum populärsten Salzburger Kirchenfürsten geworden.
| + | Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] ([[1587]] - [[1612]]) ist durch seine romantische Liebesbeziehung zur schönen Bürgertochter [[Salome Alt]], die ihm zahlreiche Kinder gebar, und durch sein tragisches Ende zum populärsten Salzburger Kirchenfürsten geworden. |
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| − | Von italienischen Vorbildern beeinflusst, begann er mit dem großzügigen Umbau der verwinkelten und schmutzigen Stadt Salzburg. Durch den Abriss von über 60 Bürgerhäusern wurde Raum geschaffen für jene fünf Plätze, die nach den Vorstellungen des venezianischen Architekten [[Vincenzo Scamozzi]] das Bild der idealen Stadt prägten. Auch der durch einen Brand beschädigte [[Salzburger Dom|Dom]] wurde [[1598]] abgerissen und sollte durch eine viel größere Kathedrale nach Plänen Scamozzis ersetzt werden. | + | Von italienischen Vorbildern beeinflusst, begann er mit dem großzügigen Umbau der verwinkelten und schmutzigen Stadt Salzburg. Durch den Abriss von über 60 Bürgerhäusern wurde Raum geschaffen für jene fünf Plätze, die nach den Vorstellungen des venezianischen Architekten [[Vincenzo Scamozzi]] das Bild der idealen Stadt prägten. Auch der durch einen [[Brände im Salzburger Dom|Brand]] beschädigte Dom wurde [[1598]] abgerissen und sollte durch eine viel größere Kathedrale nach Plänen Scamozzis ersetzt werden. |
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| | Als Wolf Dietrich wegen des Salzexports einen [[Salzkrieg]] mit Herzog Maximilian I. von Bayern begann, von diesem gefangen genommen wurde und nach fünfjähriger Gefangenschaft auf [[Festung Hohensalzburg|Hohensalzburg]] starb, war von seinen Plänen nur wenig ausgeführt worden. | | Als Wolf Dietrich wegen des Salzexports einen [[Salzkrieg]] mit Herzog Maximilian I. von Bayern begann, von diesem gefangen genommen wurde und nach fünfjähriger Gefangenschaft auf [[Festung Hohensalzburg|Hohensalzburg]] starb, war von seinen Plänen nur wenig ausgeführt worden. |
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| − | Erst [[1628]], mitten im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]], konnte der von [[Santino Solari]] aus Verna (Italien) erbaute, deutlich bescheidenere [[Salzburger Dom|Dom]] geweiht werden. | + | Erst [[1628]], mitten im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]], konnte der von [[Santino Solari]] aus Verna (Italien) erbaute, deutlich bescheidenere Dom geweiht werden. |
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| − | =====Schloss Hellbrunn ersteht=====
| + | ===Schloss Hellbrunn ersteht=== |
| − | Da auch der einträgliche [[Handel (historisch)#Handel mit Venedig - Friaul|Handel nach Venedig]] allmählich nachließ, ging der großzügige Bau von Schlössern und Kirchen zu Lasten der Bevölkerung. Der Dombaumeister [[Santino Solari]] schuf für Erzbischof [[Markus Sittikus von Hohenems|Markus Sittikus]] ([[1612]] - [[1619]]) das [[Schloss Hellbrunn]] und baute im Auftrag von Erzbischof [[Paris Graf von Lodron]] ([[1619]] - [[1653]]) Salzburg zur Festungsstadt um. Dank der klugen Neutralitätspolitik des Erzbischofs bildete Salzburg im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] eine "wehrhafte Friedensinsel" und die [[1622]] gegründete Benediktiner-[[Universität Salzburg|Universität]] erlebte einen raschen Aufschwung. | + | Da auch der einträgliche [[Handel (historisch)#Handel mit Venedig - Friaul|Handel nach Venedig]] allmählich nachließ, ging der großzügige Bau von Schlössern und Kirchen zu Lasten der Bevölkerung. Der Dombaumeister [[Santino Solari]] schuf für Fürsterzbischof [[Markus Sittikus von Hohenems|Markus Sittikus]] ([[1612]] - [[1619]]) das [[Schloss Hellbrunn]] und baute im Auftrag von Fürsterzbischof [[Paris Graf von Lodron]] ([[1619]] - [[1653]]) Salzburg zur Festungsstadt um. Dank der klugen Neutralitätspolitik des Fürsterzbischofs bildete Salzburg im Dreißigjährigen Krieg eine "wehrhafte Friedensinsel" und die [[1622]] gegründete [[Benediktinerorden|Benediktiner]]-[[Universität Salzburg|Universität]] erlebte einen raschen Aufschwung. |
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| − | =====Fischer von Erlach kommt=====
| + | ===Fischer von Erlach kommt=== |
| − | Erzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] ([[1697]] - [[1709]]) berief [[Fischer von Erlach|Johann Bernhard Fischer von Erlach]] nach Salzburg und vollzog damit den Übergang vom bis dahin dominierenden "italienischen" zum "österreichischen" Barock. Fischer schuf in Salzburg die [[Dreifaltigkeitskirche]], die [[Ursulinenkirche]], die [[Kollegienkirche]], das [[St. Johanns-Spital]] samt Kirche, das [[Schloss Kleßheim|Lustschloss Kleßheim]] und die Pläne für den prachtvollen [[Mirabellgarten]].
| + | Fürsterzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] ([[1697]] - [[1709]]) berief [[Fischer von Erlach|Johann Bernhard Fischer von Erlach]] nach Salzburg und vollzog damit den Übergang vom bis dahin dominierenden "italienischen" zum "österreichischen" [[Barock]]. Fischer schuf in Salzburg die [[Dreifaltigkeitskirche]], die [[Ursulinenkirche]], die [[Kollegienkirche]], das [[St. Johanns-Spital]] samt Kirche, das [[Schloss Kleßheim|Lustschloss Kleßheim]] und die Pläne für den prachtvollen [[Mirabellgarten]]. |
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| − | Das [[Schloss Mirabell]] hat sein größter Konkurrent, [[Lukas von Hildebrandt]], gebaut. Mit dem [[1740]] vollendeten [[Schloss Leopoldskron]] wurde der Kreis von Lustschlössern rund um die Stadt Salzburg vollendet. Der Name des Bauherrn, Erzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]], ist jedoch durch die tragische Maßnahme der [[Protestantenvertreibung|Protestantenausweisung]] [[1731]]/[[1732|32]] verdunkelt. | + | Das [[Schloss Mirabell]] hatte sein größter Konkurrent, [[Lukas von Hildebrandt]], gebaut. Mit dem [[1740]] vollendeten [[Schloss Leopoldskron]] wurde der Kreis von Lustschlössern rund um die Stadt Salzburg vollendet. Der Name des Bauherrn, Fürsterzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]], ist jedoch durch die tragische Maßnahme der [[Protestantenvertreibung|Protestantenausweisung]] [[1731]]/[[1732|32]] verdunkelt. |
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| | ==Das 19. Jahrhundert== | | ==Das 19. Jahrhundert== |
| | Unter dem letzten regierenden Fürsterzbischof, [[Hieronymus Graf Colloredo]] ([[1772]] - [[1803]]), wurde Salzburg zum Zentrum der Aufklärung in Süddeutschland. Wissenschaft, Literatur und Medienwesen blühten, das Schulwesen wurde gründlich reformiert. [[Lorenz Hübner]] gab seine „Oberdeutsche allgemeine Literaturzeitung“ in Salzburg heraus und der Ruf des Naturwissenschafters [[Carl Ehrenbert Freiherr von Moll]] war so groß, dass [[Alexander von Humboldt]] sich einen ganzen Winter lang seiner Bibliothek widmete. | | Unter dem letzten regierenden Fürsterzbischof, [[Hieronymus Graf Colloredo]] ([[1772]] - [[1803]]), wurde Salzburg zum Zentrum der Aufklärung in Süddeutschland. Wissenschaft, Literatur und Medienwesen blühten, das Schulwesen wurde gründlich reformiert. [[Lorenz Hübner]] gab seine „Oberdeutsche allgemeine Literaturzeitung“ in Salzburg heraus und der Ruf des Naturwissenschafters [[Carl Ehrenbert Freiherr von Moll]] war so groß, dass [[Alexander von Humboldt]] sich einen ganzen Winter lang seiner Bibliothek widmete. |
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| − | Die von [[Johann Franz Thaddäus von Kleinmayrn]] verfasste „Iuvavia“ leitete die moderne Geschichtsschreibung ein. Mit der traditionsreichen [[Hofmusik]] ging der durchaus musikalische aber sparsame Erzbischof Colloredo deutlich strenger um als sein Vorgänger Schrattenbach. [[Wolfgang Amadeus Mozart]] verließ enttäuscht seine Heimatstadt, um in Wien Karriere zu machen. | + | Die von [[Johann Franz Thaddäus von Kleinmayrn]] verfasste „Iuvavia“ leitete die moderne Geschichtsschreibung ein. Mit der traditionsreichen [[Hofmusik]] ging der durchaus musikalische aber sparsame Fürsterzbischof Colloredo deutlich strenger um als sein Vorgänger Schrattenbach. [[Wolfgang Amadeus Mozart]] verließ enttäuscht seine Heimatstadt, um in Wien Karriere zu machen. |
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| | Die französischen Revolutionskriege machten die als veraltet und überholt angesehenen geistlichen Staaten zum Entschädigungsobjekt der Großmächte. Schon drei Jahre bevor im Reichsdeputationshauptschluss von Regensburg [[1803]] die [[Säkularisation]] Salzburgs verfügt wurde, war Colloredo aus seiner Residenzstadt geflohen. Er hat durch die beharrliche Verweigerung seines Rücktritts zwar den Fortbestand des Erzbistums Salzburg als geistlicher Institution erreicht, im Wiener Exil jedoch für das schwere Schicksal seiner früheren Untertanen kaum Verständnis gezeigt. | | Die französischen Revolutionskriege machten die als veraltet und überholt angesehenen geistlichen Staaten zum Entschädigungsobjekt der Großmächte. Schon drei Jahre bevor im Reichsdeputationshauptschluss von Regensburg [[1803]] die [[Säkularisation]] Salzburgs verfügt wurde, war Colloredo aus seiner Residenzstadt geflohen. Er hat durch die beharrliche Verweigerung seines Rücktritts zwar den Fortbestand des Erzbistums Salzburg als geistlicher Institution erreicht, im Wiener Exil jedoch für das schwere Schicksal seiner früheren Untertanen kaum Verständnis gezeigt. |
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| | :''Hauptartikel: [[Herzogtum Salzburg]]'' | | :''Hauptartikel: [[Herzogtum Salzburg]]'' |
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| − | =====Die Franzosen in Salzburg=====
| + | ====Die Franzosen in Salzburg==== |
| | + | :''Hauptartikel: [[Salzburg unter Napoleon]]'' |
| | Nach Jahrhunderten einer konstanten geistlichen Herrschaft wurde Salzburg zu einem Spielball der europäischen Politik. Zwischen [[12. Dezember|12.]] und [[14. Dezember]] [[1800]] kam es zum ersten großen Gefecht der Österreicher mit den Franzosen auf Salzburger Boden - die [[Schlacht am Walserfeld]]. | | Nach Jahrhunderten einer konstanten geistlichen Herrschaft wurde Salzburg zu einem Spielball der europäischen Politik. Zwischen [[12. Dezember|12.]] und [[14. Dezember]] [[1800]] kam es zum ersten großen Gefecht der Österreicher mit den Franzosen auf Salzburger Boden - die [[Schlacht am Walserfeld]]. |
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| − | Dann bildete Salzburg zunächst mit Passau, Eichstätt und [[Berchtesgaden]] ein Kurfürstentum, mit dem Großherzog [[Ferdinand III. von Toskana]], der Bruder von Kaiser Franz II., für den Verlust der Toskana entschädigt wurde. Aber [[1804]] standen erneut die Franzosen in Salzburg. | + | Dann bildete Salzburg zunächst mit [[Passau]], [[Eichstätt]] und [[Berchtesgaden]] ein Kurfürstentum, mit dem Großherzog [[Ferdinand III. von Toskana]], der Bruder von Kaiser [[Franz II.]], für den Verlust der Toskana entschädigt wurde. Aber [[1804]] standen erneut die Franzosen in Salzburg. |
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| − | Nach positiven Anfängen der neuen Regierung, die zur Errichtung einer medizinischen Fakultät führten, fiel Salzburg schon drei Jahre später, [[1806]], an Österreich. Nur die exponierte Lage an der Grenze zu Bayern, einem Verbündeten Napoleons, sicherte damals den Fortbestand des Landes. | + | Nach positiven Anfängen der neuen Regierung, die zur Errichtung einer medizinischen Fakultät führten, fiel Salzburg schon drei Jahre später, [[1806]], an Österreich. Nur die exponierte Lage an der Grenze zu Bayern, einem Verbündeten [[Napoleon Bonaparte|Napoleons]], sicherte damals den Fortbestand des Landes. |
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| | [[1809]] wurde Salzburg zum dritten Mal von französischen Truppen besetzt. Es kam zum [[Befreiungskriege (Überblick)|Freiheitskampf]] der Salzburger gegen die Franzosen. Nach dem Scheitern des Freiheitskampfes erpresste die französische Verwaltung unter Marschall Lefèbvre enorme Kontributionszahlungen aus dem völlig verarmten und verschuldeten Land. | | [[1809]] wurde Salzburg zum dritten Mal von französischen Truppen besetzt. Es kam zum [[Befreiungskriege (Überblick)|Freiheitskampf]] der Salzburger gegen die Franzosen. Nach dem Scheitern des Freiheitskampfes erpresste die französische Verwaltung unter Marschall Lefèbvre enorme Kontributionszahlungen aus dem völlig verarmten und verschuldeten Land. |
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| − | =====Bayern verschleppten Wertgegenstände=====
| + | ====Bayern verschleppten Wertgegenstände==== |
| | + | :''Hauptartikel: [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern]]'' |
| | Die Machtergreifung durch den bayerischen König Max I. Joseph wurde [[1810]] in Salzburg freudig begrüßt. Kronprinz Ludwig von Bayern, der spätere König [[Ludwig I. von Bayern]], residierte als Generalgouverneur des Inn- und [[Salzachkreis]]es im [[Schloss Mirabell]], wo sein Sohn Otto, der spätere König von Griechenland geboren wurde. | | Die Machtergreifung durch den bayerischen König Max I. Joseph wurde [[1810]] in Salzburg freudig begrüßt. Kronprinz Ludwig von Bayern, der spätere König [[Ludwig I. von Bayern]], residierte als Generalgouverneur des Inn- und [[Salzachkreis]]es im [[Schloss Mirabell]], wo sein Sohn Otto, der spätere König von Griechenland geboren wurde. |
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| − | Die zentralistischen Reformen des Grafen Montgelas, die auch in Salzburg rücksichtslos durchgezogen wurden und [[1810]] zur Aufhebung der [[Universität Salzburg|Universität]] führten, stießen jedoch auf wenig Gegenliebe. Als sich nach den Vereinbarungen von Ried im Innkreis ([[1813]]) für Bayern der Verlust Salzburgs abzeichnete, trachtete die Regierung noch rasch soviel wie möglich aus dem Land herauszupressen. | + | Die zentralistischen Reformen des Grafen Montgelas, die auch in Salzburg rücksichtslos durchgezogen wurden und [[1810]] zur Aufhebung der [[Universität Salzburg|Universität]] führten, stießen jedoch auf wenig Gegenliebe. Als sich nach den Vereinbarungen von [[Ried im Innkreis|Ried]] ([[1813]]) für Bayern der Verlust Salzburgs abzeichnete, trachtete die Regierung noch rasch soviel wie möglich aus dem Land herauszupressen. |
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| | Nachdem schon Kurfürst Ferdinand III. von Toskana, die Franzosen und die Österreicher Kunstgegenstände, Bibliotheken und Archivalien aus Salzburg verschleppt hatten, führten die Bayern die letzten Bestände fort. Die Epoche der bayerischen Herrschaft hinterließ deshalb trotz ihres hoffnungsvollen Beginns in Salzburg einen bitteren Nachgeschmack. | | Nachdem schon Kurfürst Ferdinand III. von Toskana, die Franzosen und die Österreicher Kunstgegenstände, Bibliotheken und Archivalien aus Salzburg verschleppt hatten, führten die Bayern die letzten Bestände fort. Die Epoche der bayerischen Herrschaft hinterließ deshalb trotz ihres hoffnungsvollen Beginns in Salzburg einen bitteren Nachgeschmack. |
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| − | =====Der oberösterreichischen Regierung unterstellt=====
| + | ===Der oberösterreichischen Regierung unterstellt=== |
| − | Auf dem Wiener Kongress war [[1816]] der Übergang Salzburgs an Österreich beschlossen worden. Das völlig verschuldete und ausgeblutete Land Salzburg zierte zwar als "Herzogtum" den Titel des österreichischen Kaisers, verlor aber seine Selbständigkeit und wurde als fünfter Kreis der obderennsischen (oberösterreichischen) Landesregierung in Linz unterstellt. Mit dem Verlust der Residenz wanderten die Hofbediensteten und Beamten ab, die Bevölkerung der Stadt ging von 16.000 Bewohnern auf weniger als 12.000 zurück. Lustschlösser und Paläste verödeten und [[1818]] legte ein Brand den Stadtteil am rechten Salzachufer samt dem [[Schloss Mirabell]] in Schutt und Asche. Nach Missernten in den Jahren [[1814]] bis [[1816]] forderte eine große Hungersnot zahlreiche Todesopfer unter der Bevölkerung. | + | :''Hauptartikel: [[Herzogtum Salzburg]]'' |
| | + | Auf dem Wiener Kongress war [[1816]] der Übergang Salzburgs an Österreich beschlossen worden. Das völlig verschuldete und ausgeblutete Land Salzburg zierte zwar als "Herzogtum" den Titel des österreichischen Kaisers, verlor aber seine Selbständigkeit und wurde als fünfter Kreis der obderennsischen (oberösterreichischen) Landesregierung in Linz unterstellt. Mit dem Verlust der Residenz wanderten die Hofbediensteten und Beamten ab, die Bevölkerung der Stadt ging von 16 000 Bewohnern auf weniger als 12 000 zurück. Lustschlösser und Paläste verödeten und [[1818]] legte ein [[Stadtbrand Salzburg (rechtes Salzachufer)|Brand den Stadtteil am rechten Salzachufer]] samt dem [[Schloss Mirabell]] in Schutt und Asche. Nach Missernten in den Jahren [[1814]] bis [[1816]] forderte eine große Hungersnot zahlreiche Todesopfer unter der Bevölkerung. |
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| − | =====Salzburg wird zum Betteldorf=====
| + | ===Salzburg wird zum Betteldorf=== |
| − | Der Beginn der österreichischen Herrschaft stand also unter keinem guten Stern. Die zentralistische Verwaltung des riesigen Kaiserstaates hatte ihrerseits für ein kleines Gebiet wie Salzburg kein Verständnis. Alle Bitten der Bürgerschaft um Wiederherstellung des Landes und der Landschaft, um Gewährung einer eigenen Landesregierung, um die Residenz eines kaiserlichen Prinzen in Salzburg und um Wiedererrichtung der [[Universität Salzburg|Universität]] verhallten ungehört, ebenso die Klagen, dass Salzburg "zu einem Betteldorf mit leeren Palästen herabgesunken" sei. | + | Der Beginn der österreichischen Herrschaft stand also unter keinem guten Stern. Die zentralistische Verwaltung des riesigen Kaiserstaates hatte ihrerseits für ein kleines Gebiet wie Salzburg kein Verständnis. Alle Bitten der Bürgerschaft um Wiederherstellung des Landes und der Landschaft, um Gewährung einer eigenen Landesregierung, um die Residenz eines kaiserlichen Prinzen in Salzburg und um Wiedererrichtung der [[Universität Salzburg|Universität]] verhallten ungehört, ebenso die Klagen, dass Salzburg "''zu einem Betteldorf mit leeren Palästen herabgesunken''" sei. |
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| − | Die Armut der Bevölkerung nahm zu und die intensive polizeiliche Überwachung und Bespitzelung in der Zeit des Vormärz ([[1816]] - [[1848]]) unterdrückte alle politischen Regungen. Das Bürgertum zog sich ins biedermeierliche Privatleben zurück und die Bevölkerung in Stadt und Land versank in tiefe Apathie und Hoffnungslosigkeit. | + | Die Armut der Bevölkerung nahm zu und die intensive polizeiliche Überwachung und Bespitzelung in der Zeit des Vormärz ([[1816]] bis [[1848]]) unterdrückte alle politischen Regungen. Das Bürgertum zog sich ins biedermeierliche Privatleben zurück und die Bevölkerung in Stadt und Land versank in tiefe Apathie und Hoffnungslosigkeit. |
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| | "''Auf den Straßen und Plätzen der Stadt, deren es viele und schöne gibt, wächst Gras, so wenig werden sie betreten''" schrieb [[Franz Schubert]] anlässlich seines Besuchs in Salzburg [[1837]]. | | "''Auf den Straßen und Plätzen der Stadt, deren es viele und schöne gibt, wächst Gras, so wenig werden sie betreten''" schrieb [[Franz Schubert]] anlässlich seines Besuchs in Salzburg [[1837]]. |
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| − | =====Salzburg kämpft sich zurück=====
| + | ===Salzburg kämpft sich zurück=== |
| − | Erst die Aktivitäten des aus Tirol stammenden Advokaten [[Alois Fischer|Dr. Alois Fischer]], der später Landeschef von Oberösterreich wurde, und das Revolutionsjahr [[1848]] führten zu einem Umschwung. Salzburg wurde zu einem Kronland der Monarchie und erhielt – verzögert durch die Ära des Neoabsolutismus – [[1860]]/[[1861|61]] eigene Landesbehörden und Landstände. | + | Erst die Aktivitäten des aus Tirol stammenden Advokaten Dr. [[Alois Fischer]], der später Landeschef von [[Oberösterreich]] wurde, und das Revolutionsjahr 1848 führten zu einem Umschwung. Salzburg wurde zu einem [[Kronland Salzburg|Kronland]] der Monarchie und erhielt – verzögert durch die Ära des Neoabsolutismus – [[1860]]/[[1861|61]] eigene Landesbehörden und Landstände. |
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| − | Übergeordnete Behörden wie die Bundesbahndirektion, das Oberlandesgericht und die Post- und - Telegraphendirektion für Salzburg, die ihren Sitz in Linz hatten bzw. noch haben, erinnerten lange an die Zeit als fünfter Kreis von [[Oberösterreich]], die von den Salzburgern als tiefe Erniedrigung empfunden wurde. Der Weg nach Österreich war steinig und entbehrungsreich! | + | Übergeordnete Behörden wie die Bundesbahndirektion, das Oberlandesgericht und die Post- und - Telegraphendirektion für Salzburg, die ihren Sitz in Linz hatten bzw. noch haben, erinnerten lange an die Zeit als fünfter Kreis von Oberösterreich, die von den Salzburgern als tiefe Erniedrigung empfunden wurde. Der Weg nach Österreich war steinig und entbehrungsreich! |
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| − | =====Ein Bauboom greift um sich=====
| + | ==Ein Bauboom greift um sich== |
| − | Die Eröffnung der [[Westbahn|Kaiserin-Elisabeth-Westbahn]] im Jahr [[1860]], die Salzburg mit Wien und München verband, führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Als [[Kaiser Franz Joseph I.]] im selben Jahr Salzburg als Festung aufließ und die Bastionen, die bis dahin die Stadt wie ein Korsett eingeschnürt hatten, der Bürgerschaft schenkte, setzte ein zunehmender Bauboom ein. | + | Die Eröffnung der [[Westbahn|Kaiserin-Elisabeth-Westbahn]] im Jahr [[1860]], die Salzburg mit Wien und München verband, führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Als Kaiser [[Franz Joseph I.]] im selben Jahr Salzburg als Festung aufließ und die Bastionen, die bis dahin die Stadt wie ein Korsett eingeschnürt hatten, der Bürgerschaft schenkte, setzte ein zunehmender Bauboom ein. |
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| − | Der Eisenbahnunternehmer [[Karl Freiherr von Schwarz]] führte die Regulierung der [[Salzach]] durch und nahm den Bau der "[[Neustadt]]" am rechten Salzachufer in Angriff. Das bürgerliche Selbstbewusstsein kam in großen Festen und in zahlreichen Vereinsgründungen, darunter der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]] ([[1880]]) zum Ausdruck. | + | Der Eisenbahnunternehmer [[Karl Freiherr von Schwarz]] führte die [[Salzachregulierung|Regulierung]] der [[Salzach]] durch und nahm den Bau der "[[Neustadt]]" am rechten Salzachufer in Angriff. Das bürgerliche Selbstbewusstsein kam in großen Festen und in zahlreichen Vereinsgründungen, darunter der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]] ([[1880]]) zum Ausdruck. |
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| | Seit [[1870]] formierten sich die politischen Parteien, unter denen die Konservativen und die Liberalen dominierten. Der Liberalismus alter Prägung wurde jedoch am Ende des [[19. Jahrhundert]]s zunehmend von einem radikalen Deutschnationalismus und Antisemitismus abgelöst. | | Seit [[1870]] formierten sich die politischen Parteien, unter denen die Konservativen und die Liberalen dominierten. Der Liberalismus alter Prägung wurde jedoch am Ende des [[19. Jahrhundert]]s zunehmend von einem radikalen Deutschnationalismus und Antisemitismus abgelöst. |
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| | ==Das 20. Jahrhundert== | | ==Das 20. Jahrhundert== |
| | + | ===An der Grenze zu Deutschland - Salzburg im 20. Jahrhundert=== |
| | + | Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] leistete Salzburg einen hohen Blutzoll. Von 49 000 Soldaten, die das Land stellte, fanden 6 000 den Tod. Zu ihnen zählte auch der Dichter [[Georg Trakl]], der [[1914]] im Lazarett von Krakau starb. Aber bereits mitten im Krieg erfolgte [[1916]] in Wien die Gründung der [[Salzburger Festspielhausgemeinde]]. Gegen Kriegsende kam es im [[September]] [[1918]] in der Landeshauptstadt zu Unruhen und Plünderungen durch eine hungrige Volksmenge. Am [[7. November]] erklärte die Landesversammlung von Salzburg den Beitritt zum Staate Deutschösterreich, der später den Namen Österreich erhielt. Die Proklamation der Republik "Deutschösterreich" am [[12. November]] deutete bereits an, dass der Zusammenschluss mit Deutschland als einzige Überlebenschance des kleinen "Restösterreich" betrachtet wurde. Am [[25. November]] [[1920]] wiederholte der [[Salzburger Landtag]] in feierlicher Weise seinen Beitritt zum Bundesstaat Österreich. Eine am [[29. Mai]] [[1921]] in Salzburg durchgeführte, inoffizielle Volksabstimmung über den Anschluss an Deutschland ergab 98.986 Pro-Stimmen, nur 889 Personen waren dagegen. |
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| − | =====An der Grenze zu Deutschland - Salzburg im 20. Jahrhundert===== | + | ===Zahlreiche Großprojekte werden durchgesetzt=== |
| | + | Der [[Christlichsoziale Partei|christlichsoziale]] [[Landeshauptmann]] Dr. [[Franz Rehrl]], der von [[1922]] bis [[1938]] an der Spitze der Landesregierung stand, suchte in den schwierigen Zeiten der Weltwirtschaftskrise die Zusammenarbeit auch mit den politischen Gegnern. Für die [[Salzburger Festspiele]], die unter der Regie von [[Max Reinhardt]] internationale Anerkennung gefunden hatten, erstellte Rehrl angesichts der finanziellen Krise [[1925]]/[[1926|26]] ein Sanierungskonzept. Der Bau des [[Kleines Festspielhaus|Kleinen Festspielhauses]] [[1937]] bedeutete einen Höhepunkt in dieser Entwicklung. |
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| − | Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] leistete Salzburg einen hohen Blutzoll. Von 49.000 Soldaten, die das Land stellte, fanden 6.000 den Tod. Zu ihnen zählte auch der Dichter [[Georg Trakl]], der [[1914]] im Lazarett von Krakau starb. Aber bereits mitten im Krieg erfolgte [[1916]] in Wien die Gründung der [[Salzburger Festspielhausgemeinde]]. Gegen Kriegsende kam es im [[September]] [[1918]] in der Landeshauptstadt zu Unruhen und Plünderungen durch eine hungrige Volksmenge. Am [[7. November]] erklärte die Landesversammlung von Salzburg den Beitritt zum Staate Deutschösterreich, der später den Namen Österreich erhielt. Die Proklamation der Republik "Deutschösterreich" am [[12. November]] deutete bereits an, dass der Zusammenschluss mit Deutschland als einzige Überlebenschance des kleinen "Restösterreich" betrachtet wurde. Am [[25. November]] [[1920]] wiederholte der [[Salzburger Landtag]] in feierlicher Weise seinen Beitritt zum Bundesstaat Österreich. Eine am [[29. Mai]] [[1921]] in Salzburg durchgeführte, inoffizielle Volksabstimmung über den Anschluss an Deutschland ergab 98.986 Pro-Stimmen, nur 889 Personen waren dagegen.
| + | ===Blutiger Putschversuch der Nazis=== |
| | + | Die tiefen politischen Gegensätze zwischen Christlichsozialen, [[Sozialdemokratische Partei Österreichs|Sozialdemokraten]] und [[Nationalsozialisten]], die durch das Auftreten paramilitärischer Organisationen noch verschärft wurden und fast täglich Verletzte und Todesopfer forderten, verschonten auch Salzburg nicht. Der "[[Februaraufstand]]" [[1934]] verlief in Salzburg zwar weitgehend ruhig, aber auch hier wurde die sozialdemokratische Parteiführung verhaftet und die Partei aufgelöst. Der [[Juliputsch|Putschversuch]] der Nationalsozialisten am [[27. Juli]] forderte hingegen ein Dutzend Tote, vor allem im deutschnational geprägten [[Flachgau]] mit den Hochburgen [[Lamprechtshausen]] ([[Putsch von Lamprechtshausen]]) und [[Seekirchen]]. Der christlich-soziale Ständestaat, dessen Prinzipien [[1934]] - [[1938]] auch in Salzburg durchgesetzt wurden, vermochte die Machtergreifung der Nationalsozialisten zwar zu verzögern, aber nicht zu verhindern. |
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| − | =====Zahlreiche Großprojekte werden durchgesetzt===== | + | ===Viel Jubel beim Einmarsch Hitlers=== |
| − | Der christlichsoziale Landeshauptmann [[Franz Rehrl|Dr. Franz Rehrl]], der von [[1922]] bis [[1938]] an der Spitze der Landesregierung stand, suchte in den schwierigen Zeiten der Weltwirtschaftskrise die Zusammenarbeit auch mit den politischen Gegnern. Für die [[Salzburger Festspiele]], die unter der Regie von [[Max Reinhardt]] internationale Anerkennung gefunden hatten, erstellte Rehrl angesichts der finanziellen Krise [[1925]]/[[1926|26]] ein Sanierungskonzept. Der Bau des [[Kleines Festspielhaus|Kleinen Festspielhauses]] [[1937]] bedeutete einen Höhepunkt in dieser Entwicklung.
| + | Nach dem Rücktritt der autoritären Bundesregierung unter Bundeskanzler Kurt Schuschnigg am Abend des [[11. März]] [[1938]] besetzte der illegale SA-Standartenführer |
| | + | und technische Inspektor im städtischen Bauamt [[Anton Giger]] mit Hilfe der [[SA]] das [[Rathaus (Stadt Salzburg)|Rathaus]]. |
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| − | =====Blutiger Putschversuch der Nazis=====
| + | Dass der Einmarsch deutscher Truppen in Salzburg am [[12. März]] [[1938]] mit besonderem Jubel begrüßt wurde, hatte mehrere Gründe. Einerseits war schon am Ende des 19. Jahrhunderts der Liberalismus von einem entschiedenen Deutschnationalismus abgelöst worden, was im Ergebnis der Volksabstimmung [[1921]] deutlich zum Ausdruck kam. Andererseits hatte die Arbeitsbeschaffungspolitik des NS-Regimes in dem Grenzland Salzburg, das zeitweise 32 % Arbeitslose zählte, große Hoffnungen geweckt. [[Adolf Hitler|Hitler]] selbst hielt sich häufig in unmittelbarer Nachbarschaft, auf dem [[Berghof]] in [[Berchtesgaden]], auf. Am [[13. März]] 1938 wurde [[Richard Hildmann]] als [[Bürgermeister der Stadt Salzburg]] abgesetzt und durch Anton Giger als provisorischer regierungskommisär mit der Stadtverwaltung betraut. |
| − | Die tiefen politischen Gegensätze zwischen Christlichsozialen, Sozialdemokraten und Nationalsozialisten, die durch das Auftreten paramilitärischer Organisationen noch verschärft wurden und fast täglich Verletzte und Todesopfer forderten, verschonten auch Salzburg nicht. Der "[[Februaraufstand]]" [[1934]] verlief in Salzburg zwar weitgehend ruhig, aber auch hier wurde die sozialdemokratische Parteiführung verhaftet und die Partei aufgelöst. Der Putschversuch der Nationalsozialisten am [[27. Juli]] forderte hingegen ein Dutzend Tote, vor allem im deutschnational geprägten [[Flachgau]] mit den Hochburgen [[Lamprechtshausen]] und [[Seekirchen]]. Der christlich-soziale Ständestaat, dessen Prinzipien [[1934]] - [[1938]] auch in Salzburg durchgesetzt wurden, vermochte die Machtergreifung der Nationalsozialisten zwar zu verzögern, aber nicht zu verhindern.
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| − | =====Viel Jubel beim Einmarsch Hitlers=====
| + | Die Nationalsozialisten benannten eine Reihe von Straßen und Plätzen nach ihren Größen, die Erinnerung an ihre austrofaschistischen Vorgänger wurde dagegen getilgt. Der ''Dollfuß-Platz'' wurde noch im [[März]] [[1938]] in ''Adolf-Hitler-Platz'' umbenannt, der Name jedoch kurze Zeit später auf Befehl Hitlers wieder in [[Makartplatz]] geändert. Bezeichnungen von Straßen, die an den „[[Ständestaat]]“ erinnerten |
| − | Nach dem Rücktritt der autoritären Bundesregierung unter
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| − | Bundeskanzler Kurt Schuschnigg am Abend des [[11. März]] [[1938]] besetzte der illegale SA-Standartenführer
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| − | und technische Inspektor im städtischen Bauamt [[Anton Giger]] mit Hilfe der
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| − | [[SA]] das Rathaus.
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| − | <br>Dass der Einmarsch deutscher Truppen in Salzburg am [[12. März]] [[1938]] mit besonderem Jubel begrüßt wurde, hatte mehrere Gründe. Einerseits war schon am Ende des 19. Jahrhunderts der Liberalismus von einem entschiedenen Deutschnationalismus abgelöst worden, was im Ergebnis der Volksabstimmung [[1921]] deutlich zum Ausdruck kam. Andererseits hatte die Arbeitsbeschaffungspolitik des NS-Regimes in dem Grenzland Salzburg, das zeitweise 32% Arbeitslose zählte, große Hoffnungen geweckt. [[Adolf Hitler|Hitler]] selbst hielt sich häufig in unmittelbarer Nachbarschaft, auf dem [["Berghof']] in [[Berchtesgaden]], auf. Am 13.März 1938 wurde Richard Huildmann als Bürgermeister abgesetzt und durch Anton Giger als provisorischer regierungskommisär mit der Stadtverwaltung betraut.<br>
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| − | Die Nationalsozialisten benannten eine Reihe von Straßen und Plätzen nach ihren | |
| − | Größen, die Erinnerung an ihre austrofaschistischen Vorgänger wurde dagegen getilgt. Der | |
| − | Dollfuß-Platz wurde noch im [[März]] [[1938]] in Adolf-Hitler-Platz umbenannt, der Name jedoch | |
| − | kurze Zeit später auf Befehl Hitlers wieder in [[Makartplatz]] geändert.Bezeichnungen von | |
| − | Straßen, die an den „[[Ständestaat]]“ erinnerten | |
| − | <br>Die Volksabstimmung am [[10. April]] brachte in Salzburg 157.595 Pro-Stimmen, nur 463 Personen wagten gegen den "Anschluss" an Deutschland zu stimmen.
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| − | =====Jüdische Geschäfte verwüstet=====
| + | Die Volksabstimmung am [[10. April]] brachte in Salzburg 157 595 Pro-Stimmen, nur 463 Personen wagten gegen den "[[Anschluss]]" an Deutschland zu stimmen. |
| − | Anfangs schienen sich die großen Hoffnungen der Salzburger Bevölkerung auch zu erfüllen. Autobahnbau, Rüstungsindustrie und Kraftwerksbau sorgten für Vollbeschäftigung. Aber bald zeigten sich auch die negativen Auswirkungen: in der sog. "[[Reichskristallnacht]]" vom [[10. November|10.]] zum [[11. November]] wurden jüdische Geschäfte verwüstet und die Einrichtung der Synagoge zerstört.
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| − | =====US-Bomben zerstörten Dom===== | + | ===Jüdische Geschäfte verwüstet=== |
| − | Den [[Zweiter Weltkrieg#US-Bomben zerstörten Dom|Bombenangriffen]] der Amerikaner, die im [[Oktober]] [[1944]] einsetzten, fielen in der Stadt Salzburg der Dom und 46 % der Wohnobjekte zum Opfer. Die gänzliche Zerstörung konnte dadurch verhindert werden, dass der gemäßigte Gauleiter, Dr. [[Gustav Adolf Scheel]], und der Kampfkommandant, Oberst [[Hans Lepperdinger]], die kampflose Übergabe der Stadt an amerikanische Truppen durchsetzten; Nach dem Kriegsende erhielt Salzburg, das in der amerikanischen Besatzungszone und damit im "goldenen Westen" lag, bald wieder politische und wirtschaftliche Bedeutung. Hier fanden die "Länderkonferenzen" des Jahres [[1945]] statt, auf denen die westlichen Bundesländer von Salzburg aus ihren Beitritt zur Regierung Renner und damit zur Zweiten Republik vollzogen. Die [[Salzburger Festspiele]], die auch von den Nationalsozialisten sehr geschätzt worden waren, brachten bald wieder internationales Publikum in die Landeshauptstadt.
| + | Anfangs schienen sich die großen Hoffnungen der Salzburger Bevölkerung auch zu erfüllen. [[Reichsautobahn]], Rüstungsindustrie und [[Tauernkraftwerke Kaprun|Kraftwerksbau]] sorgten für Vollbeschäftigung. Aber bald zeigten sich auch die negativen Auswirkungen: in der sog. "[[Reichskristallnacht]]" vom [[10. November|10.]] zum [[11. November]] wurden jüdische Geschäfte verwüstet und die Einrichtung der [[Synagoge]] zerstört. |
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| − | =====Beständiger Aufschwung beginnt===== | + | ===US-Bomben zerstörten Dom=== |
| | + | :''Hauptartikel [[Bomben auf Salzburg]]'' |
| | + | Den Bombenangriffen der Amerikaner, die im [[Oktober]] [[1944]] einsetzten, fielen in der Stadt Salzburg der Dom und 46 % der Wohnobjekte zum Opfer. Die gänzliche Zerstörung konnte dadurch verhindert werden, dass der gemäßigte [[Gauleiter]], Dr. [[Gustav Adolf Scheel]], und der Kampfkommandant, Oberst [[Hans Lepperdinger]], die kampflose Übergabe der Stadt an amerikanische Truppen durchsetzten; Nach dem Kriegsende erhielt Salzburg, das in der amerikanischen Besatzungszone und damit im "goldenen Westen" lag, bald wieder politische und wirtschaftliche Bedeutung. Hier fanden die "Länderkonferenzen" des Jahres [[1945]] statt, auf denen die westlichen Bundesländer von Salzburg aus ihren Beitritt zur Regierung Renner und damit zur Zweiten Republik vollzogen. Die [[Salzburger Festspiele]], die auch von den Nationalsozialisten sehr geschätzt worden waren, brachten bald wieder internationales Publikum in die Landeshauptstadt. |
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| | + | ===Beständiger Aufschwung beginnt=== |
| | Die Jahrzehnte der Zugehörigkeit zur Zweiten Republik bieten seit den von Hunger und Entbehrung gezeichneten ersten Nachkriegsjahren das Bild eines beständigen, ungehemmten Aufschwungs. Als wirtschaftliche und kulturelle Akzente in dieser Entwicklung sind die Gründung der [[Osterfestspiele]], der Bau des [[Großes Festspielhaus|Großen Festspielhauses]], die Wiedererrichtung der Universität und die Erhebung des [[Mozarteum]]s zur Hochschule hervorzuheben. | | Die Jahrzehnte der Zugehörigkeit zur Zweiten Republik bieten seit den von Hunger und Entbehrung gezeichneten ersten Nachkriegsjahren das Bild eines beständigen, ungehemmten Aufschwungs. Als wirtschaftliche und kulturelle Akzente in dieser Entwicklung sind die Gründung der [[Osterfestspiele]], der Bau des [[Großes Festspielhaus|Großen Festspielhauses]], die Wiedererrichtung der Universität und die Erhebung des [[Mozarteum]]s zur Hochschule hervorzuheben. |
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| − | =====Grünlandgürtel wird festgelegt=====
| + | ===Grünlandgürtel wird festgelegt=== |
| − | Die negativen Auswirkungen des "Wirtschaftswunders" und des übersteigerten Fremdenverkehrs wurden vor allem in der Stadt Salzburg rechtzeitig erkannt. Ein vorbildliches [[Altstadterhaltungsgesetz]] bewahrte den alten Stadtkern vor der Verunstaltung durch Hochhäuser und stillose Geschäftsbauten. Die grüne Bewegung, die sich in der Salzburger [[Bürgerliste]] rasch und schlagkräftig formierte, setzte die Sicherung eines breiten [[Grünlandgürtel]]s im Süden der Stadt durch. Diese kritische Einstellung der Bevölkerung sorgt dafür, dass es auch nach dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Gemeinschaft zu keinem Ausverkauf kommt. | + | Die negativen Auswirkungen des "Wirtschaftswunders" und des übersteigerten [[Fremdenverkehr Stadt Salzburg|Fremdenverkehrs]] wurden vor allem in der Stadt Salzburg rechtzeitig erkannt. Ein vorbildliches [[Altstadterhaltungsgesetz]] bewahrte den alten Stadtkern vor der Verunstaltung durch Hochhäuser und stillose Geschäftsbauten. Die grüne Bewegung, die sich in der Salzburger [[Bürgerliste]] rasch und schlagkräftig formierte, setzte die Sicherung eines breiten [[Grünlandgürtel]]s im Süden der Stadt durch. Diese kritische Einstellung der Bevölkerung sorgt dafür, dass es auch nach dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Gemeinschaft zu keinem Ausverkauf kommt. |
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| | ==Das 21. Jahrhundert== | | ==Das 21. Jahrhundert== |
| − | Das [[Wolfgang Amadeus Mozart|Mozart]]-Jubiläum [[2006]] brachte einen Rekord an Zuschauern und Einnahmen, das [[Kleines Festspielhaus|Kleine Festspielhaus]] wurde umgestaltet und als [[Haus für Mozart]] neu eröffnet und das Salzburger [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]] bezog mit der Ausstellung „Viva Mozart“ seine neue Heimstätte im Neugebäude. Trotz des starken Anstiegs der Energiekosten gelang es der Salzburger Wirtschaft, die Exporte deutlich zu steigern und erstmals seit vielen Jahren die Zahl der Arbeitslosen zu senken. Salzburg kann sich jedenfalls auch in Zukunft auf seine gesunde Wirtschaft, auf seine große Geschichte und kulturelle Tradition stützen, denen es seine Spitzenposition im Westen Österreichs verdankt. | + | Das [[Wolfgang Amadeus Mozart|Mozart]]-Jubiläum [[2006]] brachte einen Rekord an Zuschauern und Einnahmen, das [[Kleines Festspielhaus|Kleine Festspielhaus]] wurde umgestaltet und als [[Haus für Mozart]] neu eröffnet und das Salzburger [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]] bezog mit der Ausstellung „Viva Mozart“ seine neue Heimstätte im Neugebäude und wurde in ''Salzburg Museum'' umbenannt. [[2014]] entstand das [[DomQuartier Salzburg]], der die Museen in der [[Alte Residenz|Residenz]], im Dom und den [[Langer Gang|Langen Gang]] in der Benediktiner-Erzabtei St. Peter miteinander verbindet. |
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| − | ==Literaturtipps==
| + | Trotz des starken Anstiegs der Energiekosten gelang es der Salzburger Wirtschaft, die Exporte deutlich zu steigern und erstmals seit vielen Jahren die Zahl der Arbeitslosen zu senken. Salzburg kann sich jedenfalls auch in Zukunft auf seine gesunde Wirtschaft, auf seine große Geschichte und kulturelle Tradition stützen, denen es seine Spitzenposition im Westen Österreichs verdankt. |
| − | * Buch [[Salzburg, die Geschichte einer Stadt]]
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| − | ==Quellen== | + | ==Quellen und Literaturtipps== |
| | * Beiträge aus Salzburgwiki (Die Geschichte im Überblick) | | * Beiträge aus Salzburgwiki (Die Geschichte im Überblick) |
| | * Buch [[Kleine Geschichte Salzburgs]] | | * Buch [[Kleine Geschichte Salzburgs]] |
| | * Buch [[Salzburg, die Geschichte einer Stadt]] | | * Buch [[Salzburg, die Geschichte einer Stadt]] |
| | * Bücher [[Salzburger Miniaturen]] | | * Bücher [[Salzburger Miniaturen]] |
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| | + | == Fußnoten == |
| | + | <references/> |
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| | [[Kategorie:Geschichte]] | | [[Kategorie:Geschichte]] |